Grafikkarten-Retailmarkt: Q1/2020 noch stabil, steigende Preise, stabile Geforces und eine Radeon
So wie auf Reddit monatlich der Verkauf von Prozessoren bei Mindfactory analysiert wird, schaut sich das 3DCenter die Grafikkartenzahlen an - dieses Mal für das erste Quartal 2020, in dem die Corona-Krise Fahrt aufnahm. Das hatte bis dahin aber noch keine akuten Auswirkungen.
Das erste Quartal 2020 hatte trotz Corona-Krise keine akuten Auswirkungen auf die Verkäufe bei Grafikkarten. Das ist die gute Nachricht aus der Analyse der Verkäufe über die öffentlich zugänglichen Verkaufszahlen bei Mindfactory, die für Grafikkarten per Skript vom 3DCenter ausgelesen und analysiert werden. Die gleichen Zahlen gibt es auch im Reddit monatlich für Prozessoren.
Den etwas schwächeren Februar rechnet man saisonalen Effekten zu. Generell aber liefen Januar und Februar innerhalb der Erwartungen. In Stückzahlen ging es von Januar auf März um 11 Prozent runter, beim Umsatz um 3 Prozent. Da kann durchaus schon die Corona-Krise leicht hineinspielen, aber die akuten Auswirkungen auf den Retail-Markt für Grafikkarten dürften erst im zweiten Quartal sichtbar werden.
Ganz interessant ist die Erkenntnis, dass die Grafikkarten im Durchschnitt etwas teurer geworden sind. Das erkennt man an den gesunkenen Stückzahlen bei fast gleichbleibendem Umsatz. Im Schnitt kostet eine Karte nun fast 400 Euro - im Februar waren es noch 370 Euro und im rund Januar 365 Euro. Prozentual ist das eine Erhöhung der Preise im Schnitt um 9,3 Prozent. Gründe dafür werden mit gestiegenen Logistikkosten und potenziell stockender Versorgung sowie Wechselkursschwankungen genannt. Aber auch der Trend, Navi und Turing zu kaufen, die prinzipbedingt teurer sind als alte Modelle auf Basis von Pascal, Polaris und Vega.
Der beliebte Blick auf die Marktanteile
Die meisten interessieren sich aber am Ende für die Marktanteile und ob AMD es schafft, Nvidia ein paar Prozente abzuluchsen. Im Mindfactory-Retail geht es etwas ausgewogener zu, als man vermuten mag: 58,3 Prozent der verkauften Einheiten entfallen auf Nvidia mit 67,6 Prozent des Umsatzes. Für AMD sind die Werte entsprechend 41,7 Prozent und 32,4 Prozent. Nvidia kann kurzum einfach Grafikkarten teurer verkaufen und hat auch teurere Karten im Angebot - von AMD gibt es derzeit nichts für Enthusiasten.
Das macht dann auch die Aufschlüsselung nach Modellen klar: Nvidia kann alleine rund 3.500 Enthusiasten-Karten verkaufen, die im Schnitt zu rund 780 bzw. 1240 Euro den Besitzer wechseln. Bei AMD ist es in dem Segment mit 400 Radeon VII zu rund 570 Euro deutlich ruhiger. Die großen Stückzahlen werden aber auch darunter verkauft und da ist es ganz erfreulich, dass die Radeon RX 5700 XT nicht so viel schlechter geht als die Geforce RTX 2070 (Super). Rund 6.800 Radeons zu rund 420 Euro stehen rund 9.900 Geforce 2070 (Super) gegenüber, die 420 (550) Euro kosten. Bei Nvidia geht der Trend generell deutlich zu Super-Modellen. Im eigentlich interessanteren Bereich um 300 Euro geht es in Stückzahlen ruhiger zu, was hier aber auch am Ort der Erhebung liegt - Retail-Grafikkarten bei Mindfactory werden schon tendenziell eher von engagierten Spielern bestellt, deren Budget etwas höher ist als die eher beiläufigen Spielern, wo 300 Euro meist der Sweet-Spot ist.
AMD müsste Programm besser sortieren
Generell kann man zusammenfassen, dass AMD sein Programm erweitern und besser sortieren müsste, um Nvidia stärker unter Druck zu setzen. Also ein Produkt im Enthusiasten-Bereich und ein besseres Aufgebot im Low-Cost-Segment, dessen Preis besser auf den Markt abgestimmt ist. So zumindest die Einschätzung von 3DCenter, die nicht abwegig klingt. Ryzen hat gezeigt, dass sich ein gut abgestimmtes Portfolio verkauft inklusive der Tatsache, dass CPUs wie der 3800X fast obsolet sind, weil hier Preis und Leistung nicht zusammenpassen. Gemacht wird es logischerweise trotzdem, um möglichst viele Preispunkte zu bedienen, aber bei Grafikkarten fehlt es hier schlichtweg an Auswahl. Das beste Pferd im Stall bleibt so die Radeon RX 5700 XT, die sich auch in den Verkaufszahlen konkurrenzfähig zeigt. Alle anderen Karten werden von den Kunden nicht ganz so gut angenommen - sei es wegen Preis, Leistung oder Austattung.
Viele weitere Details und Grafiken finden Sie im Bericht vom 3DCenter zur aktuellen Grafikkarten-Lage im Q1/2020 bei Mindfactoy.

Selbst wenn meine R9 290 ausfällt, hab ich noch eine alte Karte im Keller liegen - und mit etwas Glück lebt die 290 aus dem verstorbenen PC meiner Frau noch.
Und sollten wirklich alle Stricke reißen, spiel ich halt erst mal Switch, oder Wii, oder PS2, oder 3DS... Jede Konsole hat ihren eigenen pile of shame.
Ich hab auch noch einen uralt Laptop mit Sandy Bridge CPU und Mobile HD5870... ist natürlich nur noch für recht simple Spiele tauglich, aber Adventures laufen noch gut drauf.
Hmm.. auf dem Speicher stehen noch eine original XBox und ein Megadrive... obwohl die Spiele von letzterem wohl besser gealtert sind.
Selbst bei nem Stromausfall hab ich hier noch nen dicken pile of shame an Brettspielen.
Ich könnte meine Frau auch noch in den Wahnsinn treiben, indem ich häufiger DSA und DnD spiele...
Das Gamer Dasein hat ne Menge Möglichkeiten, auch wenn ich plötzlich ohne Grafikkarte dastehe.
Edit:
Zum Thema Herdenimmunität:
Die können wir nicht mal erreichen, wenn wir keinerlei Eindämmungsmaßnahmen hätten.
Dafür müssten innerhalb der nächsten 12 Monate deutlich über 60% der deutschen infiziert und genesen sein. Das wären dann "nur" knapp 50 Millionen....
Das überlebt kein Gesundheitssystem - außerdem wäre das auch nur der absolute Minimalwert, bei dem es noch immer zu lokalen Ausbrüchen kommt.
Erst bei einer Immunität von 95% der Bevölkerung (78,9 Mio.) wäre das Ganze durch - sofern der Virus nicht mutiert, wovon es schon Anzeichen gibt.
Ohne Impfstoff ist das einfach eine populistische Illusion, die nie zu erreichen ist.
Und so lang wir keinen haben, müssen wir eben weiter durchhalten und mit gewissen Einschränkungen leben und nicht wie das Vieh auf die schönen, sonnigen Wiesen laufen.
Und da die Preise für einige Komponenten seit Februar angezogen haben, verspüre ich keinerlei Bedarf, da was neues zu kaufen.
Derzeit verzögert sich alles. Grafikkarten, Spiele, Wachstum. Und allein in diesem Thread gibt es hunderte von Prognosen was kommen mag. Was davon und ob etwas davon Wirklichkeit wird, muss sich zeigen, wird sich auch zeigen. Und ob man letzteres als Drohung verstehen muss, eben auch.
Als Gamer beschäftigt dann aber doch die Frage am meisten. wie lang sich die neuen Produkte verzögern werden. Das könnte noch dauern. Zunächst kommt der Sommer danach der Herbst und auch nach Monaten wird das Virus nicht von allein verschwunden sein. Ob dann zum Weihnachtsgeschäft die neuen Konsolen weltweit verfügbar sind oder vielleicht nur in ausgewählten Gebeiten. - die PS5 in Japan und Teilen Asians und die XBOX SerieX allein in Nordamerika. Und Europa wird warten müssen, könnte passieren.
Danach kommt dann die nächste Grippewelle und in den allermeisten Ländern wird es keine Herdenimmunität gegen Corona geben, auch die wird durch die Eindämmung verhindert, sogar jene die jetzt immun geworden sind, könnten bis dahin nicht mehr immun sein; herrliche Aussichten, wenn man spannende Entwicklungen als pricklend empfindet und sich vor nichts erschreckt. Ich bin schon jetzt erschrocken, dass ich dieses Jahr wohl keine nächste Grafkkarte mehr bekommen werde - (so meine Prognose.) - Veantwortungsträger formulierten es so: "Normalität nur mit Impfstoff" - aber auch das wäre eine geänderte Normalität. Das Virus mag kontrollierbar werden, doch gewisse Folgewirkungen (Folgeschäden klänge eindeutig negativ) können aber auch mit Impfstoffen nicht einfach fortgeimpft werden.
Das ist wie in einem spannenden Film, man weiß eben nicht wie es ausgehen wird. Ich hoffe, ich erlebe die Auflösung von dem Plot; wäre zu schade wenn ich das Ende dieser spannenden Geschichte wegen eines Virus verpassen würde.
Für das Happyend stellt sich die Frage so: Wird der Held am Ende eine neue Grafikkarte in den Händen halten oder nicht.
Und da die Preise für einige Komponenten seit Februar angezogen haben, verspüre ich keinerlei Bedarf, da was neues zu kaufen.
Und zwangsweise mehr Freizeit geht üblicherweise mit weniger Einnahmen einher, was wiederum dagegen spricht, Geld für Luxus auszugeben.
Für Gamer ist das Besitzen einer Grafikkarte natürlich mehr ein Grundbedürfnis.
AMD hat Mitte des letzten Jahres in einem Patent einen Ansatz für Echtzeit-Raytracing in Hardware beschrieben, der von dem von Nvidia verfolgten abweicht. Darin werden die Berechnungen für Raytracing in die Texturprozessoren der Shader integriert. Für Überraschung sorgte ein Entwickler der Xbox Series X mit AMD-GPU zwei Monate später, als er von dedizierten RT-Kernen bei AMD sprach, was auf den ersten Blick einer integrierten Lösung widerspricht. Auf den zweiten deutet die Kombination beider Welten aber darauf hin, welchen Ansatz AMD bei Raytracing verfolgen wird.
Der BVH-Algorithmus benötigt einen guten Zugriff auf Cache und VRAM bei hoher Bandbreite. Als ausgegliedertes Element, wie es der RT-Kern bei Nvidia ist, bedeutet dies Flächenverbrauch durch eine zusätzliche Speicheranbindung. AMD beschreibt, dass der Texturprozessor, der für das Abrufen der Texturen beim Shading zuständig ist, bereits eine optimale Anbindung an den Speicher besitzt. Er ist dadurch prädestiniert, den BVH-Algorithmus speichereffizient auszuführen. Der zweite Schritt für Raytracing, die Schnittstellenbestimmung, wird im Anschluss durch eine neue Recheneinheit, die sogenannte „Ray Intersection Engine“, durchgeführt. Diese ist eine Fixed-Function-Einheit, also wie bei Nvidia ein ASIC, der in den Texturprozessor integriert wird. Diese Einheit könnte diejenige sein, die vom Xbox-Entwickler als dedizierte Recheneinheit für Raytracing bezeichnet wurde.
Das unterscheidet Nvidias und AMDs Ansatz
Der Ansatz von AMD unterscheidet sich von Nvidias Vorgehensweise in zwei Dingen. Zum einen führt die neue Recheneinheit nur einen anstelle von zwei Schritten der Raytracing-Pipeline aus. Dadurch kann dieser Bereich kleiner ausfallen, was Chipfläche spart. Zum anderen wird das Scheduling, also die Entscheidung, welche Schritte wann unternommen werden, vermehrt von der Shader-Einheit ausgeführt. Der Texturprozessor arbeitet stets nur den Strahlendurchgang durch eine Box-Ebene in der BVH ab und liefert das Ergebnis (Strahlen-Schnittstelle bzw. weitere Boxen, die durchlaufen werden müssen) zurück an die Shader-Einheit. Dies geschieht auf die gleiche Weise, wie bisher Texturen bereitgestellt wurden, und kann deshalb die bestehende Infrastruktur der Shader weiterverwenden. Danach entscheidet die Shader-Einheit, welche Schritte als Nächstes erfolgen, und erlaubt Entwicklern so eine bessere Kontrolle über den Rechenaufwand, der für Raytracing aufgebracht werden soll. Auch wie viele Sekundärstrahlen weiterverfolgt werden sollen, wird durch die Shader-Einheit bestimmt.
Ob AMDs Lösung tatsächlich so wie hier beschrieben aussieht und ob die Konsolen eine abweichende Lösung erhalten, wird sich im Laufe dieses Jahres zeigen. Für die kommenden Grafikkarten auf Basis von RDNA2 gibt es noch keinen genaueren Termin als das Jahr 2020. Für die Konsolen ist hingegen bekannt, dass sie Ende des Jahres erscheinen sollen. Auch von Nvidia dürfte es dieses Jahr eine neue Grafikkartengeneration geben, bei der Verbesserungen beim Raytracing zu erwarten sind. Fest steht dabei nur: Sie werden zu Microsoft DXR, wie es mittlerweile fester Bestandteil von DirectX 12 Ultimate ist, kompatibel sein.