Grafikkarten-Marktanteile: AMD verliert gewonnenen Boden
Jon Peddie Research (JPR) hat neue Quartalszahlen für den Grafikkartenmarkt vorgelegt und da muss man feststellen, dass AMD seine gewonnenen Marktanteile wieder einbüßt. Die Begründung hierfür ist aber etwas komplexer, auch wegen der Art, wie JPR seine Zahlen erhebt.
Die amerikanischen Marktforscher von Jon Peddie Research (JPR) haben neue Zahlen veröffentlicht und die legen nahe, dass AMD den gewonnenen Boden bei Grafikkarten wieder verloren hat - der Trend war schon im ersten Quartal erkennbar. Bei JPR sind zwei Betrachtungen üblich: Der Gesamtmarkt mit IGPs von AMD und Intel sowie der dedizierte Markt, der allerdings dann die Nvidia-Chips für Noteboks umfasst. Das verwässert etwas das Bild aus Sicht der Gaming-Enthusiasten, aber nichtsdestotrotz legt Nvidia zu. Vor dem Release von Ampere und Big Navi ist es daher noch mal ganz spannend, eine Momentaufnahme zu machen.
Betrachtungsweise 1: Gesamtmarkt - Laut JPR konnte Nvidia seine Verkäufe um 17,8 Prozent steigern. Das Unternehmen sagt selbst in den eigenen Quartalszahlen, dass man zuletzt mehr von Notebook-Chips profitiert hat. AMD steigerte sich um 8,6 Prozent inklusive APUs mit Grafikeinheit, von denen der Wachstumswert profitiert. Die treibende Kraft in der Corona-Krise waren Notebooks für Heimarbeiter. Davon profitiert vor allem AMD im Gesamtbild, da mehr Ryzen-Prozessoren in Notebooks verbaut werden als noch vor einem Jahr. Das geht eher zulasten von Intel, wo man 2,9 Prozent im Minus liegt.
Betrachtungsqweise 2: Dediziertmarkt - Hier liegt laut JPR liegt Nvidia bei 80 Prozent Marktanteil und AMD bei 20 Prozent. Vor einem Jahr war das Verhältnis noch 71 zu 29 Prozent. AMD verliert also und das vorwiegend im dedizierten Segment. IGPs werden hier nicht mitgezählt und bei dedizierten Notebook-Einheiten verkauft AMD sehr wenig. Die Zahlen sind also generell von Nvidias Stärke im Mobilsegment beeinflusst; würde man diese rausrechnen, dürfte das Verhältnis am reinen Desktop-Markt etwas besser zugunsten von AMD ausfallen. Diese Zahlen bietet die JPR-Analyse aber nicht und man sollte hier auch keine Wunder erwarten, denn andere Analysen legen nahe, dass es nicht dramatisch besser wird. Bei Steam hat AMD beispielsweise einen Marktanteil von 16 Prozent, in der PCGH-Community liegt man immerhin bei 35 Prozent.
AMD-Fans gefällt das nicht, aber es gibt Potenziale: Wir starten in den Herbst mit neuen Grafikkartengenerationen, die AMD potenziell zugutekommen können, wenn sich ein kompetitives Gefüge bildet. Außerdem wird AMD langfristig davon profitieren, dass die aktuellen und kommenden APUs vermehrt in Notebooks verbaut werden. Der Gesamtmarkt hat die Krise zudem auch halbwegs gut weggesteckt - im sonst eigentlich rückläufigen Messbereich von April bis Juni legte der Verkauf leicht zu. Was im Desktop-Segment wegbrach, fing der Mobilbereich auf und da darf dann auch mal Ryzen 4000 glänzen. Das derweil rückläufige Desktopsegment dürfte sich aufgrund des Generationswechsel im Folgequartal auch noch etwas verschärfen, bevor es sich dann wieder fängt. Allerdings gab es auch Anzeichen von den Quartalszahlen bei Nvidia, dass der Einschlag niedriger sein wird, als man aus der Vergangenheit vermuten würde.
Quelle: JPR
wie siehst Du denn den Einfluss der Miningfarmen, auch unter Berücksichtigung der Information, dass die aufgelösten Farmen in China nun palettenweise GPUs verkaufen?
Ich weiss nicht welches private oder geschäftliche Beziehungsnetz sich hinter diesem oder jenem Konzern befindet. Eine Befangenheit kann ich demnach nicht ausschließen.
Im konkreten Fall bezweifle ich einfach, dass ein Viertel des Weltmarktes für Hochrechnungen ausreicht. (Selbst wenn es im Vergleich keine besseren Erhebungen gibt.)
Und wenn kein Nachschub aus Fernost mehr kommt, dann wird gekauft was der Markt hergibt, auch wenn niemand im Home Office eine dedizierte GPU in seinem Arbeitslaptop braucht. Hier stärker vertreten zu sein hilft nVidia deutlich.
Und die Studie betrachtet ja nicht den Mobile Markt separat sondern unterscheidet zwischen Verkäufen nur "mit iGPU" oder ohne. Im "Gesamtmarkt" legt AMD zu, im Dediziertmarkt verliert AMD 9%.
Und wenn kein Nachschub aus Fernost mehr kommt, dann wird gekauft was der Markt hergibt, auch wenn niemand im Home Office eine dedizierte GPU in seinem Arbeitslaptop braucht. Hier stärker vertreten zu sein hilft nVidia deutlich.
Und die Studie betrachtet ja nicht den Mobile Markt separat sondern unterscheidet zwischen Verkäufen nur "mit iGPU" oder ohne. Im "Gesamtmarkt" legt AMD zu, im Dediziertmarkt verliert AMD 9%.
Wenn es dir nicht um Stückzahlen geht (die bei einem Vergleich zwischen Enthusiast-GPUs und Einsteiger WLAN-Chips nicht wirklich sinnvoll wären), sondern um den Wert der verkauften Chips, hast du das näherungsweise in den Umsatzberichten der Konzerne.
Und Intel hat 5,1 Milliarden Gewinn gemacht. Könnte also jedem (potenziellen) AMD- und jedem (potenziellen) Nvidia-Kunden ein gleichwertiges Produkt aus eigenem Hause schenken, damit niemand Geld zur Konkurrenz trägt, und hätte danach immer noch mehr Gewinn als beide Kontrahenten zusammen.
Aber selbst das war schon mal noch schlimmer, insgesamt ist AMD auf dem deutlich aufsteigenden Ast.
Und bei AMD gibt es Überlappungen mit reinen CPUs im Einsteigerbereich. Einfach muss es ja auch nicht sein, wenn es jemand anders macht, und die Marktzahlen zu bekommen ist auch nicht unbedingt trivial.
Das AMD im mobile Markt schlechter aufgestellt ist, erklärt nicht das Wachstum Nvidias. Denn AMD hatte da auch in der Vergangenheit keinen starken Stand und konnte dementsprechend kaum Mobile-Marktanteile abgeben, die Nvidia hätte hinzugewinnen können.
Repräsentative Analysen fallen normalerweise wesentlich komplexer aus und werden durchaus für die Besonderheiten einzelner Länder korrigiert. Man muss nicht jedes Jahr zählen, wie viele 1.000-Euro-GPUs in Österreich verkauft werden, wenn man weiß, wie das typische Verhältnis zu Deutschland aussieht und die Entwicklung in Deutschland kennt. Verglichen zu zum Beispiel Wahlvorhersagen, die typischerweise aus einem Zehntausendstel der Wähler halbwegs stimmige Ergebnisse ableiten, ist eine Beprobung von schätzungsweise einem Viertel des Weltmarktes schon ziemlich umfassend. Wie man diese Zahlen dann hochrechnet, wird die ein marktforschendes Unternehmen aber ebenso wenig verraten, wie die Datenquellen selbst. Schließlich leben die davon, dass niemand anders mal eben das Ergebnis selbst ausrechnen kann.
Für Entwicklungsanlaysen sind kleine systematische Fehler aber ohnehin irrelevant: Solange man sich jedes Jahr um den gleichen Betrag irrt, kann an den Zahlen weiterhin abgelesen werden, ob es bergauf oder bergab geht.
Ich weiss nicht welches private oder geschäftliche Beziehungsnetz sich hinter diesem oder jenem Konzern befindet. Eine Befangenheit kann ich demnach nicht ausschließen.
Im konkreten Fall bezweifle ich einfach, dass ein Viertel des Weltmarktes für Hochrechnungen ausreicht. (Selbst wenn es im Vergleich keine besseren Erhebungen gibt.)
Naja, wirklich interessant ist, wie sich das Marktgefüge verhält, wie hat sich der Graphikkartenmarkt bzw. der Bedarf an dedizierten Karten verändert bzw. wo ist jetzt eine APU/iGPU oder IGP verbaut wo früher eine Karte eingesetzt wurde und welcher Anteil ist OEM und Einzelhandel bzw. um wieviel ist der Graphikkartenmarkt gewachsen (pos. wie negativ)... und wie verteilen sich die Anteile von AMD Nvidia im Desktop/WS/Server oder Mobilsegment...