AMD: Folien mit Details zum R600 aufgetaucht (Update)
Wieder einmal konnte die Verschwiegenheitsvereinbarung vor einem Chip-Launch nicht eingehalten werden und die Webseite pcinlife.com veröffentlicht etliche Bilder mit Diagrammen zu AMDs kommendem R600-Grafikchip. Auf den Bildern selbst fallen keine offensichtlichen Unstimmigkeiten auf, noch sind die Angaben übertrieben unplausibel, weswegen wir keinen Grund sehen, an der Echtheit der Bilder zu zweifeln.
Das Topmodell HD 2900 XT wird danach über einen 512 Bit breiten Speicherbus und die schon von den Vorgängern bekannte Ring-Bus-Architektur verfügen. Die Rechenarbeit übernehmen bis zu 320 Shader-Einheiten in "superskalarem" Design ähnlich der G80. Ob und wie hier die Implementierung in Details abweicht, werden ausführliche Tests klären müssen. Denkbar ist auch, dass AMD erst in letzter Sekunde auf den "Skalar"-Express aufsprang, denn im Vorfeld war oftmals auch mit einem erweiterten Xenos-Design (Xbox-360-GPU) spekuliert worden: Wären 64 von dessen Shadereinheiten zu je 5 Operatoren an Board, könnte man auch auf 320 schöngerechnete Shader-ALUs kommen.
Die Taktraten sehen für die einzelnen Chips demnach angeblich so aus:
HD 2900 XT: 742 MHz (475 GFLOPs)
HD 2600 XT: 800 MHz (192 GFLOPs)
HD 2400 XT: 700 MHz (56 GFLOPs)
16 Raster-Operatoren und 16 Textureinheiten arbeiten den Rechenknechten zu. Auch mit an Board ist eine Technik namens "CFAA" (Custom Filter FSAA), bei dem zusätzlich zu Samples innerhalb des Pixels auch solche von benachbarten Bildpunkten in die Berechnung mit einbezogen werden. Dies kann, ähnlich Nvidias vielgescholtener "Quincunx"-Technik, bei unvorsichtiger Anwendung auch zu einem leicht unscharfen Bild führen. Wir werden abwarten müssen, was AMD hier vorgesehen hat. Offenbar fest steht, dass verschiedene Arten von Filter und Kombinationen zum Einsatz kommen können: Der beste Modus wird 24x CFAA genannt.
Die Textureinheiten können FP16-Texturen, welche bei HDR-Rendering oft genutzt werden, mit voller Geschwindigkeit bearbeiten. Das 512-Bit-Speicherinterface kommt hier zugute. Auch soll das HQ-AF der Radeon X1K-Reihe nun standard sein und selbst in problematischen Fällen besser arbeiten.
In Sachen Leistungswerten zeigen die Bilder lediglich Vergleiche zur X1950 XTX aus eigenem Hause. Diese wird mit bis zu 140 Prozent Abstand deutlich deklassiert.
Weitere Details erfahren Sie in sicherlich in kommenden PCGH-Ausgaben.
Update: Wie es scheint, ist die Quelle der Folien, PC InLife down. Ob die Webseite einfach nur überlastet ist oder AMD verlangt hat, die Folien zu entfernen, entzieht sich unserer Kenntnis.
