Traumforschung: Experten sehen Gefahr bei Werbemanipulation
Die Molson Coors Beverage Company aus den USA führte ein Experiment durch, mit dem erreicht werden sollte, dass die Probanden vom Bier des Unternehmens träumen. Traumforscher sehen dieses Vorgehen kritisch, mit Werbekampagnen Träume manipulieren zu wollen.
Im Frühjahr 2021 ereignete sich ein skurriles Experiment, initiiert von einer der größten Brauereigruppen weltweit, der Molson Coors Beverage Company. 18 Probanden, darunter zwölf bezahlte Schauspieler, sahen sich kurz vor dem Einschlafen ein Werbevideo von 90 Sekunden an, in dem viel Wasser in einer Berglandschaft gezeigt wurde sowie immer wieder Bier der Marke Coors.
In einem Video des Experiments auf Youtube schilderten einige der Probanden, als man sie aus dem REM-Schlaf (eine Phase, in der die meisten Träume stattfinden) aufweckte, dass sie tatsächlich auch von Coors-Bier geträumt haben sollen. Zum Experiment lief auch eine Online-Werbekampagne, in der der Bierhersteller Kunden seine Produkte zu vergünstigten Preisen anbot, wenn diese das Experiment bei sich zu Hause nachmachten.
Eingriff in Träume als Gefahr
Abgesehen von diesem Experiment, welches auch als eine PR-Maßnahme bezeichnet werden könnte, soll es tatsächlich Möglichkeiten geben, in Träume von Menschen einzugreifen. Wissenschaftler sollen dafür lediglich qualitative Sensortechnik benötigen, mit der sie Schlafphasen erkennen und in besonders empfindlichen Phasen in die Träume eingreifen können. Diese Methode sei aber keineswegs gezielt wirksam.
Die Traumforscherin Deirdre Barrett, die dem Brauereiunternehmen bei der Umsetzung des Experiments behilflich war und in dem Video zu sehen ist, erhielt deshalb Kritik von Kollegen. In einem offenen Brief bemängelten einige Traumforscher, dass die Werbeindustrie nun auch den Traumbereich für ihre Werbemaßnahmen vereinnahmen wolle. Adam Haar, einer der Unterzeichner des Briefs erklärte, dass das gezeigte Experiment an sich nicht das Problem sei, sondern das Angebot, Freibier zu erhalten, wenn man das Experiment bei sich zu Hause nachstelle, ohne sich bewusst zu sein, welchen Einfluss diese Trauminkubation auf den Alkoholkonsum haben könnte.
Klänge, die während des Schlafs abgespielt werden, sollen großen Einfluss auf die Erinnerungen vom Tag und auf die Entscheidungen nach dem Aufwachen haben, die man im Verlauf des Tages tätige, so Adam Haar weiter. Jegliche Lautsprecher könnten Werbung aussenden, woraus Programme entstehen könnten, die Leuten z. B. einen angenehmeren Schlaf bieten sollen. Bei Träumen handele es sich um Kognition im Schlaf, vor der der Kapitalismus nicht haltmachen würde, um diese zu vereinnahmen, heißt es.
Die Gegenposition
Deirdre Barrett verteidigt sich gegen die Vorwürfe damit, dass manipulative Werbung, die nicht als solche erkennbar ist, in den USA verboten sei. Alle Probanden des von der Molson Coors Beverage Company aufgestellten Experiments hätten freiwillig und mit ihrem Einverständnis daran teilgenommen. Nebenbei soll Deirdre Barrett dem Unternehmen sogar von der Durchführung des Experiments abgeraten haben.
Sie erklärt weiterhin, dass die Informationen in dem offenen Brief der Kollegen zwar fachlich korrekt seien, es aber unterschlagen werde, dass Werbung in Bezug auf den Traumeinfluss keine nachgewiesene Wirksamkeit habe. Sie hebt hingegen positiv hervor, dass die Werbekampagne des Brauereiunternehmens Traumforschung für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht habe und Journalisten es ihr und anderen Experten des Fachs ermöglicht hätten, über die verschiedenen Traumfelder Aufklärung zu leisten.
Quelle: via Heise

Wir werden doch überall manipuliert. Auch unbewußt.
Das ist eigentlich nichts neues.
Im Film Fokus (Will Smith) der zwar generell ohne großen Anspruch/Normal ist wird es auch kurz Thematisiert, am Ende wird das auch klar.
Thread:
Das Wir nicht nur Kurzfristig für/durch Werbung Manipuliert werden, sondern wesentlich tiefgreifender, sollte jedem klar sein.--Hoffe ich-- Dazu muss man nicht an Verschwörung glauben sondern nur Häufiger in Selbstreflektion gehen. Bzw Intensiv über wirklich möglichst alle Facetten unseres handelns nachdenken.
Was oft fehlt ist einfach eine Analyse über das was wir wirklich wollen und brauchen. Und da grad ne Stunde drüber nachdenken Hilft zwar der Pro und Kontra abwägung, hat aber nix mit einer genauen sachlichen Feststellung der Realität zu tun, warum wir das jetzt überhaupt so wollen. Um möglichst viele Möglichkeiten vor Augen zu haben muss man vor allem ausgetretene Pfade verlassen neu und mit völlig anderen Ansätzen als vermutet über eine Sache nachdenken.
Öfter mal auch Sich für sich Selbst in frage stellen
Bereits in Stephen King`s "The Stand" wird "Coors" von den Bösen getrunken
Grüße
phila
P.S.: Bei manchen Beiträgen hier im Thread frage ich mich ob`s auch so ne Art Hinparasiten gibt.
Krieg ich jetzt gratis Bier, ich hoffe ich habe damit der Studie geholfen?