Albtraum eines jeden Brandschutzexperten: PC-Gehäuse aus Wellpappe

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Albtraum eines jeden Brandschutzexperten: PC-Gehäuse aus Wellpappe
Quelle: mryeester

Ein PC-Gehäuse aus Pappe muss nicht nach Provisorium aussehen: Modder mryeester zeigt ein CNC-geschnittenes DIY-Case mit mehreren Lagen Wellpappe, echter Hardware und einigen Tücken beim Einbau.

Ein PC-Gehäuse aus Pappe klingt zunächst nach Bastel-Provisorium, doch der Modder und Content-Creator mryeester hat aus dem Material ein vergleichsweise aufwendiges DIY-Case gebaut. Der Ansatz wurde unter anderem von Hackaday aufgegriffen. Laut Hackaday entstand das Gehäuse nicht frei Hand, sondern wurde zunächst in CAD vorbereitet und anschließend mit einem professionellen CNC-Cutter aus dicker Wellpappe zugeschnitten. Beteiligt war demnach ein Bekannter, der kommerzielle Papp-Displays entwirft.

Das Ergebnis ist kein einfacher Karton mit Mainboard, sondern ein mehrlagig aufgebautes Gehäuse. Die einzelnen Pappschichten sollen dem Aufbau zusätzliche Steifigkeit geben. Laut den Erläuterungen wurden die Wände aus mehreren Lagen gestapelt, wodurch die Konstruktion deutlich stabiler wirkt als bei einem typischen improvisierten Pappgehäuse. Belüftungsschlitze an den Seitenteilen sollen Luft an CPU und Grafikkarte vorbeiführen. Konkrete Temperaturmessungen nennt die Quelle allerdings nicht.

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Papp-Case mit echten Einbauproblemen

Beim Einbau der Komponenten zeigten sich laut Bericht mehrere praktische Probleme. Die Grafikkarte passte zunächst nicht, weil die Position für den I/O-Bereich beziehungsweise die Slot-Blende nicht korrekt berücksichtigt worden war. Nach zusätzlichem Ausschneiden konnte die GPU eingesetzt werden. Eine Schraubbefestigung war aber offenbar nicht vorgesehen, sodass die Last der Karte teilweise über den PCI-Express-Slot des Mainboards getragen wird. Das Mainboard selbst wurde dagegen verschraubt beziehungsweise mit Schrauben fixiert.

Auch beim Netzteil musste nachgearbeitet werden. Das Gehäuse war ursprünglich für ein kompaktes SFX-Netzteil vorgesehen, später kam jedoch ein ATX-Netzteil zum Einsatz. Dafür musste der Ausschnitt angepasst werden. Hackaday beschreibt außerdem die Montage der Seitenteile als weiteren Arbeitsschritt, der noch Optimierungspotenzial bietet. Dafür konnten die Seitenteile nach korrekter Ausrichtung sauber einrasten.

Neun Power-Buttons als Gimmick

Ein auffälliges Detail ist die Einschaltlösung: Laut Hackaday sitzen an einer Seite neun unterschiedliche Power-Buttons. Diese sind demnach so verdrahtet, dass nur die richtige Kombination den PC startet. Das ist weniger klassische Gehäusefunktion als ein moddingtypisches Gimmick, passt aber zum Anspruch, das Pappgehäuse bewusst zu überkonstruieren.

Hackaday ordnet das Projekt nüchtern ein: Pappe als PC-Gehäusematerial sei grundsätzlich nicht neu, mit modernen CNC-Werkzeugen lasse sich das Konzept aber weiter treiben. Gleichzeitig bleibe das Material anspruchsvoll, weil Maße, Befestigungspunkte, Stabilität und Schutz vor Feuchtigkeit geplant werden müssen. Hackaday verweist außerdem darauf, dass Pappe wasserfest gemacht und verstärkt werden kann. Beim hier gezeigten Build wurde laut Hackaday jedoch keine Feuchtigkeitsversiegelung umgesetzt; spätere Versionen könnten das nachholen. Außerdem ist Pappe eher isolierend statt wärmeleitend und kann die Brandgefahr erhöhen, zum Beispiel bei elektrischen Fehlern.

Als Serienlösung ist ein Pappgehäuse damit nicht zu verstehen. Der Build zeigt vielmehr, dass sich mit CAD, CNC-Zuschnitt und mehreren Lagen Wellpappe ein funktionsfähiges PC-Gehäuse bauen lässt, das optisch deutlich sauberer wirkt als ein improvisierter Kartonaufbau. Zugleich machen die Nacharbeiten an GPU, Netzteil und Seitenteilen deutlich, dass selbst ein scheinbar einfaches Gehäuse viele präzise Maße und Befestigungspunkte benötigt. Für Modder und DIY-Bastler bleibt das Projekt damit vor allem ein anschauliches Beispiel dafür, wie weit sich ein ungewöhnliches Material im PC-Bau treiben lässt. Der Praxisnutzen dürfte überschaubar bleiben.

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Quelle: mryeester auf Youtube, Hackaday

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    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nef Freizeitschrauber(in)
        Albtraum eines jeden Brandschutzexperten: 12VHPWR-Standard
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      • Von Nef Freizeitschrauber(in)
        Albtraum eines jeden Brandschutzexperten: 12VHPWR-Standard
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      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Hatte vor gut 20 Jahren auch mal so eine Wellpappen Kiste für Notlösungen gebaut, weil ich damals noch kein passendes Gehäuse für ein Zweitsystem hatte.
        Brandschatzen können Flammen nur, wenn man die Wellpappe vorher nicht mit einer Nichtbrennbaren Lösung besprüht hatte. Gibt genug Auswahl davon.
      • Von aluis Freizeitschrauber(in)
        Über das Gehäuse grübel ich schon den ganzen Tag. Ich finde es richtig gut, dass über dem Netzteil nicht irgendwelche Bleche angebracht sind. Wozu macht man sowas eigentlich? Selbst bei irgendwas mit Fenstern würde man das nicht sehen. Bin gerade am überlegen, den Mist beim nächsten Gehäuse rauszuflexen
      • Von Rollo3647 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        apropos Brandschutz. hab jetzt in meinem Elternhaus alle Steckdosen über eine 250A Sicherung angeschlossen, so wie bei den meisten PCs sind ja die Netzteile +12V single Rails.
      • Von Ravioli_TNT_2_Ultra Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Find ich super. Gelaserte PC Gehäuse aus 2-3 mm HDF gibt's ja zu Hauf, mit Pappe natürlich noch ein Stück brennbarer
        Eine helle Version aus Finnpappe fände ich auch cool.
        Wenn die Preise nicht so durch die Decke gegangen wären, würd ich jetzt auch an nem itx Ding rumbasteln , aber eher aus 40mm Siebdruck oder GKF was noch verfließt werden würde.
        Gerne mehr solcher Beiträge, besonders Gehäuse die auf Airflow und oder Silent optimiert wurden !
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