[Free-PLUS] RTX 5070 Ti Tuning: Wie Nvidia die Übertakter für sich wiederentdeckt hat
Nvidia entdeckt die Overclocker neu: In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die überraschende Rückkehr zur oft übersehenen Übertakter-Community - mit spannenden Erkenntnissen und unerwarteten Entwicklungen. Der Artikel stammt von PCGH-X-Mitglied Gurdi.
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Zunächst der obligatorische Hinweis: Eingriffe in die werkseitigen Einstellungen einer Grafikkarte - unabhängig von der gewählten Methode - sind stets mit einem gewissen Risiko verbunden. Zwar führt Software-Overclocking in der Regel nicht zu unmittelbaren Schäden, dennoch können Instabilitäten, unvorhergesehenes Verhalten oder eine verkürzte Lebensdauer der Hardware auftreten. Zudem gilt es zu bedenken, dass einige Hersteller über interne Diagnosemechanismen verfügen, mit denen sich ungewöhnliche Betriebsparameter auch dann nachvollziehen lassen, wenn keine Modifikationen an Firmware oder der Hardware vorgenommen wurden. Je nach Garantiebedingungen kann das Übertakten der Grafikkarte zum Verlust der Garantie führen. Alle Modifikationen erfolgen daher grundsätzlich auf eigenes Risiko. Softwarebasierte Modifikationen gelten im Allgemeinen als unbedenklich, wenn man sich jedoch mit den genannten Risiken nicht anfreunden kann, sollte besser auf jegliche Änderungen verzichtet werden.
Übertakten für jedermann
Zum Einstieg in das Thema folgen zunächst einige grundlegende Hinweise zum allgemeinen Overclocking auf Basis der neuen Blackwell-Grafikkarten. Der folgende Abschnitt ist bewusst einsteigerfreundlich gehalten. Erfahrene Nutzer werden die eine oder andere bekannte Information wiedererkennen - dennoch sind diese Grundlagen für das Verständnis der weiteren Inhalte notwendig. Den Anfang machen wie gewohnt die Eckdaten zum verwendeten Testsystem sowie eine Übersicht aller in diesem Artikel betrachteten Grafikkartenmodelle.
Hauptdarsteller: RTX 5070 Ti Asus Prime OC im Detail
Die hier getestete Asus Prime OC sorgte bereits vor dem offiziellen Marktstart für Aufsehen. Insbesondere im englischsprachigen Raum wurde die Karte häufig als Modell zum empfohlenen Verkaufspreis (MSRP) an Tester verschickt, während Asus selbst kommunizierte, dass es sich dabei nicht um eine solche Variante handelt. Dass dieses Modell nicht als einfache Standardausführung konzipiert wurde, zeigt bereits ein Blick ins BIOS: Beeindruckende 350 Watt stehen dem kleinen GB203 hier zur Verfügung. Damit nähert sich die GPU der größeren Schwester, der RTX 5080, die ab Werk mit 360 Watt arbeitet, und stellt unter den RTX-5070-Ti-Modellen nach aktuellem Kenntnisstand das maximal mögliche Powerlimit dar. Die 350 Watt übertreffen sogar die hauseigene Konkurrenz, die Asus TUF OC, um 20 Watt beim Powerlimit, was durchaus bemerkenswert ist. Die Karte verfügt zudem über ein Dual-BIOS, das komfortabel über einen an der Karte angebrachten Switch umgeschaltet werden kann. Die Unterschiede zwischen den beiden BIOS-Versionen beschränken sich auf leichte Anpassungen der Lüfterdrehzahl sowie der Zieltemperaturen des Chips und des Videospeichers.
Der NVSMI-Log verrät, dass beide BIOS-Versionen das maximal mögliche Powerlimit ermöglichen, sodass der Nutzer bei dieser Karte seine bevorzugte Ausgangsbasis bequem wählen kann.
P-BIOS: Auszug aus der NVSMI. Das Powerlimit beträgt 350 W. Neben Angaben wie der Treiberversion kann hier auch ein Auszug des Lastverbrauchs angezeigt werden. Die Angaben sind vor allem im IDLE deutlich genauer als Tools diese ausgeben.
Auszug aus der NVSMI mit Q-BIOS: Auch hier steht löblicherweise das volle Powerlimit von 350 Watt zur Verfügung. Die NVSMI ist ein mächtiges Tool. Eine Auflistung aller Funktionen, Protokollierungsoptionen und mehr erhält man via nvidia-smi -h.
Die getestete Asus Prime OC verfügt über eine moderate Werksübertaktung. GPU-Z beträgt der Boost-Takt 2.497 MHz im Quiet-BIOS (Q-BIOS), was 45 MHz über dem Referenzwert einer Basiskarte (2.452 MHz) liegt. Im Performance-BIOS (P-BIOS) steigt der Boost-Takt auf 2.527 MHz, entsprechend einem Plus von 75 MHz. Dies entspricht einer werkseitigen Übertaktung von knapp 3 Prozent. In der Praxis erreicht die Karte im P-BIOS Taktraten von bis zu 2.865 MHz.
Die Asus Prime liefert für ein kompaktes 2,5-Slot-Design (304 × 126 × 50 mm) überzeugende Temperatur- und Geräuschwerte. Im geschlossenen Testsystem mit alltagstauglichen Lüftereinstellungen und gedämmtem Gehäuse erreicht die GPU im P-BIOS maximal 69 °C, während der Videospeicher bis zu 68 °C warm wird. Dabei drehen die Lüfter mit moderaten 1.925 U/min. Im Q-BIOS steigt die Temperatur auf 74,2 °C bei der GPU und 74 °C auf dem Videospeicher, allerdings reduzieren sich die Lüfterdrehzahlen auf 1.520 U/min, was eine angenehm leise Geräuschkulisse zur Folge hat. Subjektiv überzeugt die Karte durch ein tadelloses Geräuschverhalten ohne störende Frequenzen, Verwirbelungen oder wahrnehmbares Spulenfiepen. Trotz des vermeintlich schlichteren Kühlerdesigns im Vergleich zu anderen Modellen beweist die Asus Prime OC in diesem Test, dass sie hinsichtlich Kühlleistung und Geräuschentwicklung durchaus mit größeren Lösungen konkurrieren kann.
Bei den Tools: MSI Afterburner bleibt die erste Wahl
Für das Übertakten und Untervolten von Grafikkarten stehen verschiedene Tools zur Verfügung. Wie bereits bei früheren Generationen eignet sich der MSI Afterburner besonders gut. Er funktioniert am zuverlässigsten, ermöglicht eine Spannungs-Frequenz-Kurve, die man entweder zur Perfektionierung seiner Übertaktung nutzen kann (Stichwort: Boost-Table, mehr dazu im Artikel), oder zur Fixierung der Spannung, um Undervolting zu betreiben und den Verbrauch der Karten damit zu reduzieren.
Neben dem Afterburner existieren weitere Hersteller-Tools wie EVGA Precision X1 oder Asus GPU Tweak III. Dennoch wird aktuell ausdrücklich die Verwendung des MSI Afterburners in der Beta-Version 4.6.6 Beta 5 empfohlen. Im Forum von Guru 3D wurde kürzlich eine Änderung der aktuellen Beta des Tools bereitgestellt, die nun auch die Anhebung des Speichertakts auf die derzeit maximal möglichen +3000 MHz bietet und somit keinerlei Nachteile mehr gegenüber den anderen Tools aufweist. Hierdurch erübrigt sich auch der Workaround, der temporär verwendet wurde, um die maximal möglichen +3000 MHz zu erreichen.
Das Tool inklusive der Modifikation kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.pcgh.de/afterburner
Zur Aktivierung der erweiterten Speicherübertaktung genügt es, die modifizierte Datei MSIAfterburner.dat im Installationsverzeichnis des Tools zu ersetzen und den Afterburner anschließend neu zu starten.
OC und UV: Guide für Anfänger und Fortgeschrittene
Bevor die allseits beliebten Benchmarks folgen, stehen zunächst die Grundlagen der Optimierungen sowie eine Übersicht über die unterschiedlichen Varianten im Fokus, die für eine Anpassung der Karte in Betracht gezogen werden können. Hier ist für jeden etwas dabei, vom leise surrenden Sparbrötchen bis zum hochgezüchteten Chartstürmer.
Grundlagen
Einfluss auf Übertaktungserfolge haben seit jeher sowohl das verwendete System als auch die Platine der verwendeten Karte. Eine gute und saubere Spannungs- sowie Stromversorgung ist essenziell für das erfolgreiche Übertakten. Eine effizient aufgebaute Platine nutzt das zur Verfügung stehende Power-Budget besser als eine ineffiziente, da geringere Verlustleistungen entstehen. Besonders bei der RTX 5090 spielt dieser Aspekt aufgrund des exorbitanten Stromverbrauchs eine zentrale Rolle. Erfreulicherweise sind die Referenzplatinen der aktuellen Generation qualitativ hochwertiger als noch zu Ampere-Zeiten bzw. der RTX-3000-Reihe. Grundsätzlich gilt wie immer beim Optimieren: Kühlung ist alles - und ohne Kühlung ist alles nichts.
Stabilitätsprüfung der Asus RTX 5070 Ti Prime OC im P-BIOS: 99 % gültige Frames im 3DMark Steel Nomad RT.
Ein Hinweis zur Spannungseinstellung in den gängigen Tools: Trotz kritischer Stimmen in Foren und auf Youtube, die von einer eingeschränkten Funktionalität sprechen, kann die generelle Funktionalität der Spannungseinstellung vom Autor bestätigt werden. Als Erfolg versprechend haben sich Spannungswerte im Bereich von +5 bis +15 erwiesen. Werte darüber hinaus wirken meist kontraproduktiv. Dank aktueller Treiberversionen von Nvidia funktioniert die Spannungsanpassung mittlerweile stabil. Mit früheren Versionen kam es zu diversen Problemen bei der Freischaltung der Spannungseinstellungen im Afterburner.
Stresstest im Q-BIOS: 98,6 % gültige Frames, leicht erhöhter Jitter und höhere Temperaturen, aber leiser.
BIOS-Flash
Auch bei der aktuellen RTX-5000-Generation ist ein BIOS-Flash grundsätzlich wieder möglich. Da Hersteller wie Asus und MSI frühzeitig BIOS-Updates zu ihren Modellen veröffentlicht haben, konnte die erforderliche Nvidia-Software nvflash relativ schnell aus den Installationsdateien extrapoliert werden. TechPowerUp bietet die aktuelle Version 5.867 zum Download an.
Auf der Website steht auch eine breite Auswahl an herunterladbaren BIOS-Versionen zur Verfügung. Wie bereits in früheren Generationen sind herstellerübergreifende BIOS-Flashes (Cross-Flashes) wieder möglich. Besonders interessant ist dies vor allem für Besitzer von Karten mit Werksübertaktung. Häufig bieten die Hersteller bei den Nvidia-Karten jeweils ein Basismodell und eine übertaktete Variante (OC-Modelle) an. Die in diesem Artikel verwendete Palit Gamerock ist ein solches Basismodell, welches für den Test mit dem BIOS der Palit Gamerock OC geflasht wurde. Dies ermöglicht eine Erhöhung des Powerlimit um weitere 40 Watt, auf nun 400 Watt, und bringt die Werksübertaktung gleich mit.
Erfolgreicher BIOS-Flash per NVFlash: Die Firmware eines GTX-1080-Modells wurde von Version 86.04.600.C2 auf 86.04.60.00. C6 aktualisiert. Nach dem Schreibvorgang ist ein Neustart erforderlich, damit die Änderungen wirksam werden
Versuche, das derzeit leistungsstärkste BIOS mit einem Powerlimit von 450 Watt - exklusiv auf Gigabyte-Karten verfügbar - auf anderen Modellen zu flashen, schlugen hingegen fehl. Zwar reagiert die Karte weiterhin, wird jedoch nicht mehr korrekt erkannt und angesprochen. Einzelne Nutzer berichten zwar von erfolgreichen Cross-Flashes mit diesem BIOS auf anderen Modellen, gesicherte Erkenntnisse dazu liegen derzeit jedoch nicht vor. Zuverlässige Aussagen, auf welchen Modellen das 450-Watt-BIOS funktioniert, sind derzeit nicht möglich.
Getestete Grafikkarten
Ein BIOS-Flash innerhalb derselben Modellreihe, wie im Fall der Palit Gamerock, ist in der Regel unproblematisch. Komplexer wird es bei herstellerübergreifenden Flash-Vorgängen. Unterschiede bei den Display-Ausgängen, Lüfterkurven oder der Anzahl an Lüfterkanälen - etwa bei aktuellen Asus-Karten - können zur Inkompatibilität führen. Im Falle des Gigabyte-BIOS können zudem weiterreichende Probleme auftreten, etwa eine nicht mehr vollständig initialisierte Karte.
Daher gilt: Ein BIOS-Flash sollte nur mit ausreichendem Hintergrundwissen erfolgen - insbesondere dann, wenn die Karte nicht über ein Dual-BIOS verfügt. Ein fehlerhafter Flashvorgang kann nachträglich mit einem EEPROM (Adapterzange, die mit dem BIOS-Chip auf der Platine der Karte verbunden wird) oder integrierter GPU im Prozessor wieder auf ein funktionsfähiges BIOS geflashed werden!
Besitzt die Karte ein Dual-BIOS, gestaltet sich der Vorgang deutlich risikofreier: Nach einem fehlerhaften Flash kann einfach über das alternative BIOS gebootet werden. Sobald das System vollständig geladen ist, lässt sich über den Schalter auf das fehlerhafte BIOS umschalten, das anschließend im laufenden Betrieb überschrieben werden kann.
Für das Durchführen eines BIOS-Flashs empfiehlt es sich, das benötigte Tool sowie das gewünschte BIOS in einen gut zugänglichen Ordner zu verschieben - beispielsweise auf ein Unterverzeichnis auf Laufwerk C. So lassen sich spätere Eingaben in der Konsole vereinfachen. Anschließend geht man über die Windows-Eingabeaufforderung, als Administrator ausgeführt, in das Verzeichnis mit dem nvflash-Tool und dem abgelegten BIOS.
Übertakten: Der Klassiker
Die klassische Variante des GPU-Overclockings gestaltet sich bei der Blackwell-Generation denkbar einfach. Anhand des Kerntakts und des Speichertakts stellt man zunächst in kleinen Schritten einen Takt-Offset ein, um sich kontrolliert an die maximal stabilen Frequenzen der GPU heranzutasten. Für einen ersten Eindruck empfiehlt es sich, während der Anpassungen einen konstanten 3D-Workload im Fenstermodus auszuführen, beispielsweise durch ein anspruchsvolles Spiel oder einen synthetischen Benchmark. Dies beschleunigt die Einschätzung des stabil möglichen Taktspektrums deutlich.
Der Afterburner bietet auch bei Blackwell wieder eine Spannungseinstellung, diese erhöht die maximal erreichbare Spannung, was aber in den meisten Fällen wenig Auswirkungen hat, da entweder das Powerlimit vorher begrenzt oder aber die Einstellung kaum Wirkung zeigt. Es kann jedoch bei der Feinabstimmung der GPU helfen. Das Powerlimit lässt sich je nach Modell wie gehabt anheben, sofern nicht durch das BIOS begrenzt. Wichtig: Fensteranwendungen eignen sich lediglich für die erste Orientierung, ersetzen aber keinen vollwertigen Stabilitätstest im Vollbildmodus unter Last.
Der MSI Afterburner bietet mit dem integrierten Curve Editor (im Tool Strg + F) eine Möglichkeit, das Tuning der GPU-Taktrate noch feiner abzustimmen. Aktuell zeigt sich die Funktion jedoch noch unausgereift. Die im Curve Editor gesetzten Werte stimmen oftmals nicht mit den tatsächlich anliegenden Taktraten überein. Eine genaue Steuerung ist deshalb aktuell nur bedingt möglich, weshalb der Prozess viel Geduld und eine gewisse Fehlertoleranz erfordert. Dies liegt am neuen Taktverhalten der Blackwell-Architektur, bei der die Frequenz dynamisch an den jeweiligen Workload und die Auslastung angepasst wird. Eine saubere Kontrolle über die Spannung-Frequenz-Kurve ist damit schwieriger als bei früheren Generationen. Wer sich trotz aller Hürden damit auseinandersetzen möchte, dem legen wir eine Recherche bei etwa Youtube zur Bedienung des Curve Editors nahe. Dies veranschaulicht deutlich besser, wie die Funktionen zu bedienen sind, als man es hier in Textform vermag.
Der Curve Editor ist auch die richtige Anlaufstelle, wenn es darum geht, Taktspitzen zu glätten. Zuvor sollten jedoch die stabilen Lastwerte der GPU ermittelt und auf ihre Belastbarkeit getestet werden. In der Praxis zeigt sich häufig, dass eine GPU den Takt unter Volllast problemlos hält, in Szenarien mit geringer Auslastung - etwa in Spielmenüs, Ladebildschirmen oder ähnlichen Anwendungen - jedoch zu hohe Boost-Taktraten anlegt. Das kann zu unerwünschten Ausreißern führen. Der Profi flacht in solchen Fällen das Kurvenende gezielt ab, um dieses Problem zu umgehen. Wird dabei nur ein einzelner Höchstwert reduziert, lässt sich mit etwas Feintuning und anschließendem Monitoring in der Regel schnell ein stabiler Betrieb erzielen. Ergebnis: hohe Taktraten unter Last, allerdings ohne störende Taktspitzen in leichten Szenarien.
Undervolting
Kommen wir nun zu dem sehr beliebten Undervolting. Zunächst einige grundlegende Hinweise zur Funktionsweise aktueller GPUs: Die Karten arbeiten mit sogenannten P-States (Performance States), also Last- bzw. Taktstufen, in denen sie automatisch einen Offset auf den eingestellten Takt- und Spannungswert anwenden. Diese Anpassung erfolgt dynamisch in Abhängigkeit von Temperatur und Workload. Mit der Blackwell-Generation ist dieses Verhalten deutlich komplexer geworden als noch bei Ampere oder Ada Lovelace. Je nach Modell und in Verbindung mit frühen Treiber- oder Tool-Versionen kann das Regelverhalten teilweise unvorhersehbar ausfallen. Dies gilt es bei den Optimierungen zu bedenken.
Takt von 2.550 MHz gehalten, der GDDR7-Speicher läuft mit effektiven 20 Gbps. Die Spannungs-Frequenz-Kurve zeigt eine manuelle Begrenzung der maximalen Taktraten zur Reduktion von Verbrauch und Temperatur - mit hohem Effizienzgewinn bei nahezu konstanter Performance.
Im Folgenden werden drei unterschiedliche Varianten des Undervoltings vorgestellt, mit denen sich die Energieeffizienz der Grafikkarte verbessern lässt. Jede Methode wird kurz erläutert, wobei Kombinationen ebenfalls möglich sind. Spielen Sie nach Ihren Bedürfnissen mit den neu gewonnenen Erkenntnissen. Je nach eigener Zielsetzung und der Bereitschaft, Zeit zu investieren, sollte jeder unter den beschriebenen Varianten seinen persönlichen Favoriten finden.
Variante 1: Powerlimit senken
Durch simples Absenken des Powerlimits kann der Verbrauch schnell und einfach gesenkt werden. Die Spannung sowie Taktrate werden fixiert und die GPU damit auf diese Werte begrenzt. Diese Variante lässt sich problemlos mit dem klassischen Übertakten kombinieren und bietet damit vielfältige Möglichkeiten, die Grafikkarte an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Zusätzlich können leistungsstarke GPUs wie die RTX 5090 bei stark begrenztem Powerbudget ausgeprägte Last- und Spannungsspitzen (Powerpeaks) erzeugen. In Kombination mit einem schwach dimensionierten Netzteil und empfindlichen Schutzschaltungen kann dies zu Instabilitäten führen
Betroffen sind in erster Linie ältere Netzteilmodelle bestimmter Hersteller wie Be Quiet oder Seasonic. Wenn das Powerlimit zu weit reduziert wird, kann es zudem vorkommen, dass der Arbitrator (Taktgeber) der Karte aus dem Rhythmus kommt und sehr schlechte Frametimes produziert. Reduktionen des Powerlimits um mehr als 20 Prozent sollten daher mit Vorsicht vorgenommen werden. Empfehlenswert ist eine sorgfältige Überprüfung der Stabilität und Leistung mithilfe von Tools wie CapframeX sowie einer breiten Auswahl an Benchmarks und Spieltests.
Variante 2: Fixieren der Spannung
Über den Curve Editor im MSI Afterburner lässt sich eine fest definierte Kombination aus Spannung X zu Takt Y setzen. Besonders sinnvoll ist diese Methode in Verbindung mit übertaktetem Videospeicher, da sich hier ein stabiles und effizientes Setup realisieren lässt.
Beispiel für ein erfolgreiches Undervolting-Profil im 3DMark Port Royal
Wer nicht auf die letzten Prozentpunkte an Leistung angewiesen ist und stattdessen Wert auf niedrigen Energieverbrauch, geringe Wärmeentwicklung und einen leisen Betrieb legt, findet hier eine sehr effektive Methode. Diese Variante kann auch sinnvoll sein, wenn es zu Problemen mit Netzteilabschaltungen kommt, beispielsweise weil dieses unterdimensioniert ist oder sehr sensible Schutzschaltungen aufweist.
Ein zusätzlicher Aspekt betrifft die Lüftersteuerung: Die automatisch geregelten Drehzahlen können unter Umständen zu niedrig ausfallen, was zwar der Lautstärke zugutekommt, aber zu einer unzureichenden Kühlung der Spannungswandler oder des Videospeichers führen kann. Diese benötigen ebenfalls ausreichend Luftstrom - auch dann, wenn die GPU-Temperatur selbst unkritisch bleibt. Hier erschwert Blackwell die Beurteilung, da entsprechende Temperatursensoren für kritische Komponenten fehlen. Sehr niedrige Lüfterdrehzahlen sind daher mit Vorsicht zu genießen, insbesondere wenn keine Erfahrung mit der Temperaturverteilung des jeweiligen Modells vorliegt. Das Studium aktueller Testberichte, etwa bei PCGH, kann bei der Einschätzung helfen. Auch Temperatursensoren am Mainboard oder externes Messequipment liefern bei richtiger Platzierung wertvolle Anhaltspunkte zur Beurteilung der thermischen Situation.
Variante 3: Eigene Kurve editieren mit abgesenkten Spannungen
Über den bereits angesprochenen Curve Editor im MSI Afterburner lässt sich die Spannungs-Frequenzkurve granular anpassen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass derzeit nicht mehr als drei bis fünf Taktstufen sinnvoll und stabil konfiguriert werden können. Zudem sorgt die teils hohe Differenz im Lastverbrauch bei fixen Spannungen für zusätzliche Einschränkungen in der Effizienz. Diese Methode richtet sich an erfahrene Nutzer, die bereit sind, viel Zeit zu investieren und die Funktionsweise ihrer Karte bis ins Detail verstehen möchten. Wer sich gern in technischen Feinheiten verliert und beim Frühstücksei bereits über die ideale Garstufe nachdenkt, findet hier ein lohnendes Projekt für die nächsten Tage - oder Wochen.
Testparcours
Für diesen Artikel wurde ein speziell zusammengestellter Testparcours verwendet, der es Leserinnen und Lesern ermöglicht, die Ergebnisse mit vertretbarem Aufwand selbst nachzuvollziehen. Einige der ausgewählten Spiele verfügen über integrierte Benchmarks, die sich einfach und reproduzierbar ausführen lassen. So kann die eigene Grafikkarte mit den hier erzielten Resultaten direkt verglichen werden. Ergänzend kommen eigene Benchmarks aus realen Spielszenen zum Einsatz, um die Leistung auch praxisnah und unter realistischen Bedingungen zu protokollieren.
Als synthetischer Referenzwert dient zudem der 3DMark, der ebenfalls eine gute Vergleichbarkeit innerhalb desselben Modells ermöglicht. Der Fokus dieses Parcours liegt bewusst auf der einfachen Validierbarkeit für Endanwender - nicht auf einer möglichst umfassenden Spiele-Leistungsbewertung. Letztere finden Sie wie gewohnt in den ausführlichen Benchmarks unseres Grafikkarten-Fachredakteurs Raffael Vötter. Mindestens eines der getesteten Spiele dürfte auf vielen Systemen bereits installiert sein. Alternativ steht der integrierte Benchmark von Monster Hunter Wilds derzeit kostenlos auf Steam zur Verfügung; auch der 3DMark ist in seiner Basisversion kostenfrei nutzbar. Alles wurde wie gewohnt mit drei Durchläufen gemittelt.
Genug der grauen Theorie: Auf geht's in die Resultate.
Analyse der Benchmarks
Die zur Verfügung stehenden Blackwell-Testkarten zeigten im Allgemeinen ein ordentliches Übertaktungspotenzial. Besonders die in diesem Artikel im Fokus stehende Asus RTX 5070 Ti überzeugt durch eine hohe Effizienz: Trotz spürbarer Taktsteigerung steigt der Stromverbrauch nur geringfügig an.
Vor allem die Speicherübertaktung lässt sich nahezu "kostenlos" realisieren, also ohne nennenswerte Auswirkungen auf Leistungsaufnahme oder Temperatur. Aufgrund der guten Skalierung zwischen Mehrleistung und Verbrauch wird bei diesem Modell das klassische Overclocking priorisiert. Als Vergleich findet sich in den Benchmarks zusätzlich eine RTX 5090 im Undervolting-Zustand, um auch diese Optimierungsvariante exemplarisch darzustellen.
Gerade bei der Geforce RTX 5090 ist das Undervolting deutlich attraktiver als klassisches Overclocking - insbesondere im Vergleich zur RTX 5080 oder RTX 5070 Ti. Mit einem möglichen Verbrauch von bis zu 575 Watt bietet Nvidias Topmodell erhebliches Potenzial für Verbrauchsoptimierungen. Je nach Ausführung besteht zudem ein stärkeres Interesse an geringerer Leistungsaufnahme und reduzierter Lautstärke. Die nötigen Werkzeuge und Methoden zur Umsetzung sind im Verlauf dieses Artikels ausführlich beschrieben.
Beim GB203 lassen sich auf Chips durchschnittlicher Güte derzeit Taktsteigerungen von etwa 250 bis 350 MHz realisieren. Besonders gute Exemplare erreichen in Einzelfällen sogar bis zu 400 bis 450 MHz zusätzlich auf dem Kerntakt. Die erreichbaren Werte hängen dabei maßgeblich vom verwendeten Modell und der individuellen Chipgüte ab. Ein Basismodell mit einem hochwertigen Chip kann mitunter hohe Offset-Werte stabil halten. Das liegt unter anderem daran, dass der Boost-Takt bei solchen Karten auf einem niedrigeren Niveau ansetzt, während werkseitig übertaktete Modelle - wie die größeren OC-Varianten - bereits ab Werk ausgereizter laufen. Ein Beispiel: Ein Takt-Offset von +350 MHz auf einer einfachen MSI Ventus ist nicht direkt vergleichbar mit dem gleichen Offset auf einer höherwertigen MSI Vanguard. Da die Ventus mit einem niedrigeren Basistakt startet, erscheint der Spielraum nach oben größer, auch wenn der tatsächliche Maximaltakt am Ende ähnlich oder sogar niedriger ausfällt.
Ein weiterer Faktor ist die Treiberversion. Treiber können den Boost einer Karte modifizieren, sodass aufwendig ermittelte Werte über die Zeit ggf. korrigiert werden müssen. Solche Variablen gilt es beim Tuning stets im Hinterkopf zu behalten. Der neue GDDR7-Speicher zeigt sich bislang außergewöhnlich übertaktungsfreudig. Auch wenn belastbare Durchschnittswerte aktuell noch schwer zu ermitteln sind, konnten alle dem Autor zur Verfügung stehenden Testkarten die +3.000 MHz im MSI Afterburner problemlos erreichen. Bei der RTX 5090 wurde aus thermischen Gründen lediglich ein Offset von +2.000 MHz genutzt, obwohl auch hier +3.000 MHz möglich gewesen wären. Grund dafür sind die bereits hohen Temperaturen des Speichers unter Volllast.
Modellübergreifend wäre grundsätzlich noch mehr Potenzial vorhanden, wenn Tools oder Nvidia selbst die maximalen Werte nicht künstlich begrenzen würden. Die Speicherbandbreite der aktuellen Generation ist jedoch bereits ab Werk sehr hoch und stellt daher nur selten den limitierenden Faktor für die Gesamtleistung dar. In vielen Fällen lässt sich eine Speicherübertaktung nicht direkt in einen messbaren Leistungszuwachs umwandeln. Der hier verwendete Benchmark-Parcours zeigt jedoch einige positive Ausnahmen. Besonders bei Pioneers of Pagonia sowie in der Kampagnenkarte von Total War: Warhammer 3 lässt sich durch Speicher-OC ein spürbares Leistungsplus erzielen - vor allem in UHD-Auflösung.
Die in diesem Test eingesetzte RTX 5070 Ti Asus Prime OC zeigte sich beim manuellen Overclocking besonders leistungsfreudig. Erst bei einem Offset von +480 MHz auf dem Kerntakt sowie +3.000 MHz beim Speicher war das Ende der Stabilität erreicht - bei einem moderaten Mehrverbrauch von lediglich 25 bis 50 Watt.
Um die GPU bestmöglich auszulasten und das Powerlimit vollständig auszuschöpfen, erfolgten alle Messungen in UHD-Auflösung. In niedrigeren Auflösungen sind daher unter Umständen noch effizientere Verbrauchswerte zu erwarten. Die beobachtete Skalierung zwischen Leistungszuwachs und Mehrverbrauch zeigte sich dabei erstaunlich linear - was in Kombination mit der großzügig dimensionierten Kühlung der meisten Modelle problemlos handhabbar bleibt. Die verwendete RTX 5070 Ti sowie die ebenfalls getestete Palit RTX 5080 Gamerock zählen zu sogenannten "Golden Samples" mit außergewöhnlich guter Chip-Güte und überdurchschnittlichem Übertaktungspotenzial.
Die hier dokumentierten Ergebnisse sind dementsprechend als obere Grenze zu verstehen und nicht als allgemeingültiger Durchschnittswert. Trotz eines Leistungszuwachses von über 15 Prozent zeigten sich die Karten im Alltag absolut stabil. Die automatische Lüfterregelung blieb dabei unverändert aktiv - eine Anpassung der Lüfterkurve war nicht notwendig. Unter Volllast erhöhte sich die Drehzahl auf maximal 2.072 U/min, gemessen im geschlossenen Gehäuse. Die Übertaktung führte somit zu leicht erhöhten Temperaturen und einer wahrnehmbar stärkeren Geräuschkulisse, blieb jedoch klar im unkritischen Bereich. Die Asus Prime OC hinterlässt damit einen durchweg positiven Gesamteindruck. Besonders beeindruckend ist das hohe Potenzial, das in diesem vergleichsweise kompakten 2,5-Slot-Design steckt - ein Leistungsprofil, das man der Karte auf den ersten Blick kaum zutraut.
Im Stresstest im geschlossenen Gehäuse erreichte die Karte stabile 3.367 MHz - ein Wert, der nicht nur alltagstauglich, sondern in dieser Form auch bemerkenswert ist. Mit diesen Taktraten lässt sich ein Referenzdesign einer RTX 5080 nicht nur einholen, sondern in vielen Szenarien sogar übertreffen. Eine derartige Leistung aus einem Modell der 70er-Klasse zu erzielen, war bei Nvidia lange Zeit kaum vorstellbar und markiert - ohne Übertreibung - eine Zäsur in der bisherigen Abstufungspolitik des Herstellers.
Der Griff nach den Sternen
Die Resultate sind eindeutig. Übertakten lohnt sich auf Blackwell, vor allem mit GB203. Wer das Powerlimit unangetastet lassen oder sogar leicht reduzieren möchte, kann dennoch spürbare Mehrleistung herausholen - bei hoher Effizienz und meist unkritischer Geräuschkulisse. Ob man nun Benchmark-Nähe zur RTX 5080 sucht, dabei deutlich Kosten spart, oder den Fokus auf eine besonders leise, aber dennoch leistungsstarke GPU-Konfiguration legt - mit den richtigen Einstellungen lassen sich auf Blackwell unterschiedliche Zielsetzungen zuverlässig realisieren.
Was auch immer man selbst davon präferiert, der Autor kann Sie nur eindrücklich dazu ermutigen, sich etwas Zeit zu nehmen, um Ihre Ziele zu erreichen. Der Aufwand lohnt sich, das zeigen die Ergebnisse eindrucksvoll. Auch wenn die hier gezeigten High-OC-Werte aus dem 3DMark eher als "Showcase" zu verstehen sind und die verwendete RTX 5070 Ti keine dauerhaften 3,4 GHz erreicht, bleiben die Resultate durchweg beeindruckend. Benchmark-Enthusiasten freuen sich dennoch über das Erreichen der 3,4-GHz-Marke - und sehenswert ist der Wert allemal. Der Spaß am Feintuning ist garantiert.
Probleme beim Übertakten
Abschließend kommen wir nicht umhin, noch auf mögliche Probleme hinzuweisen, auf die man derzeit während der Übertaktungsversuche stoßen kann. Die Fehlerbilder unterscheiden sich in dieser Generation kaum von vorherigen, sollen dennoch hier nicht unerwähnt bleiben, um auch Neulingen in diesem Thema die nötige Handlungssicherheit zu vermitteln.
Artefakte in der Bilddarstellung sind - wie üblich - ein typischer Hinweis auf eine zu hohe Übertaktung. Allerdings ist zu beachten, dass die aktuellen Treiber zum Start der Blackwell-Generation noch nicht durchweg stabil arbeiten. Entsprechend können auch ohne aktives Overclocking Darstellungsfehler in einzelnen Spielen oder andere Auffälligkeiten auftreten. Diese generellen Probleme sollen an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden, sollten aber beim Testen im Hinterkopf behalten werden. Nicht jeder Fehler muss auf eine misslungene Optimierung zurückzuführen sein. Es empfiehlt sich daher, den eigenen Testparcours zunächst mit Standardeinstellungen zu absolvieren und auf eventuelle Anomalien zu prüfen - so lassen sich spätere OC-bedingte Effekte besser eingrenzen.
Bei zu hoher Speicherübertaktung stürzen Spiele in der Regel ab oder es gibt auffällige Artefakte in Form von aufblitzenden Effekten. Der Speicher hängt stark an der Temperatur. Ein guter Richtwert sind hier etwa 70 Grad beim GDDR. Darüber wird der Speicher zunehmend schwieriger zu handeln. Die Übertaktung sollte stets auf Mehrleistung geprüft werden, da der verbaute Speicher trotz stabilem Betrieb in die Fehlerkorrektur laufen kann, was Leistung kostet und die Übertaktung kontraproduktiv macht. Ein hervorragender Test zur Überprüfung der Speicherübertaktung ist das kostenlos verfügbare Tool memtest_vulkan-v0.5.0. Mit dem Tool lässt sich schnell und zuverlässig überprüfen, ob der Speicher der Grafikkarte stabil ist und nicht in der Fehlerkorrektur (abnehmende Transferraten) läuft. Bleiben die angezeigten GB/s-Werte konstant, kann der Speicher - in Kombination mit einigen ergänzenden Spieletests - als dauerstabil bewertet werden.
Speicherstabilitätstest mit memtest_vulkan v0.5.0 auf einer Radeon RX 9070 XT mit über 5.300 Iterationen. Zu sehen ist eine degradierende Leistung bei zunehmender Temperatur, die Fehlerkorrektur greift zunehmend.
Ansonsten birgt ein zu hoher Kerntakt das größte Fehlerpotenzial. Typische Symptome sind ein vollständiger Treiberabsturz, ein Einfrieren des Systems ohne Reaktion oder ein Neustart des Grafiktreibers, der bis zu einer Minute in Anspruch nehmen kann. In letzterem Fall lohnt es sich meist, einen kurzen Moment abzuwarten, bevor man das System neu startet. Bei nur leicht überhöhten Einstellungen stürzt in der Regel lediglich die laufende Anwendung ab - häufig begleitet von unterschiedlichen Fehlermeldungen, je nach Spiel oder Software. Eine Besonderheit der Blackwell-Generation zeigt sich im Grenzbereich der Stabilität: In mehreren Anwendungen wurden fehlende Effekte oder nicht geladene Texturen beobachtet, obwohl die Übertaktung formal noch als stabil durchlief. In solchen Fällen bleibt die Anwendung funktionstüchtig, zeigt aber visuelle Fehler oder Inkonsistenzen. Ein aufmerksames Auge bei den Stabilitätstests ist daher empfehlenswert, um nicht nur Abstürze, sondern auch subtile Grafikfehler rechtzeitig zu erkennen.
Neu ist auch, dass in seltenen Fällen die Boost-Tabelle (Spannungs-Frequenz-Kurve) der GPU fehlerhaft zurückgesetzt wird. In der Folge taktet die Karte nach einem Treiber-Reset mit deutlich reduzierten Werten. Auch hier hilft ein simpler Neustart. In einem speziellen Fall musste der Autor den Treiber auch nochmals vollständig neu installieren, da sich die Treiberkonfiguration softwareseitig komplett zerschossen hatte. Wie sich solche Probleme schneller und unkomplizierter beheben lassen, zeigt der folgende Abschnitt.
Das Boostclock-Problem und die Lösung
Die Karten reagieren mit den noch jungen Treibern gelegentlich empfindlich auf Veränderungen der Parameter. Das betrifft nicht nur eine Übertaktung, sondern auch etwa Undervolting.
Es gibt auch Nutzer, die ohne irgendwelche Modifikationen an den Einstellungen der Karte, über Probleme mit dem Taktverhalten berichten. Die Karten wechseln bei diesem Phänomen in eine Art "Basismodus", in der der Takt auf bis zu 2,3 GHz zurückfällt und keine weiteren Anpassungen mehr aus den Tools, wie Afterburner und Co. annimmt und auch ein Zurückkehren zu den Standardeinstellungen keine Besserung bringt. Der Autor kann dieses Verhalten bestätigen. Es gibt auch Szenarien, in denen der Takt an einer gewissen Schwelle "festhängt". Dies ist häufig bei 2.920 und 3.100 MHz zu beobachten.
Tritt dieses Problem im Zuge der Optimierungsversuche auf, lässt es sich in der Regel durch einen einfachen Neustart beheben. Schneller und zuverlässiger gelingt die Wiederherstellung jedoch mit der folgenden Methode.
Boostclock-Problem: Schnelle Lösung für Ungeduldige
Die Standardeinstellungen der Karte lassen sich mit einem Kniff erzwingen. Hierzu öffnet man die Eingabeaufforderung von Windows als Administrator, wie auf dem Beispielbild zu sehen. Dort Folgendes eingeben:
Zurücksetzen der GPU-Taktraten über die Eingabeaufforderung per nvidia-smi -reset-gpu-clocks: Ein schneller Weg, um fehlerhafte Boost-Tabellen oder instabile OC-Profile ohne Neustart zurückzusetzen. Die Änderung greift unmittelbar nach dem Befehl.
Nun sollte alles wie gehabt wieder laufen. Über die Eingabeaufforderung können auch grundlegende Daten zur Karte ausgelesen werden, wie z.B. das Powerlimit und um wie viel dies erhöht werden kann, aber auch Lastwerte der Telemetrie im laufenden Betrieb. Dazu wird folgender Befehl verwendet:
Hierdurch erhält man eine Auflistung der rudimentären Daten der GPU, ähnlich wie bei GPU-Z.
Fazit: Blackwell-OC
Blackwell ist im Gegensatz zu den Vorgängern Ada und Ampere eine erfrischende Generation beim Optimieren. Während die Vorgängergenerationen fast ausschließlich zum Undervolting einluden, weil Übertakten in einem krassen Missverhältnis zum Verbrauch lag oder sich schlicht nicht lohnte, ist Blackwell hier angenehm zu handhaben.
Übertakten sorgt nicht für überproportionalen Mehrverbrauch. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Bei Blackwell ist seit Langem mal wieder Übertaktung der Königsweg. Es lohnt sich, die 300 bis 400 MHz Kerntakt mitzunehmen bei der geringen Verbrauchssteigerung, und auch der bereits sehr schnelle Speicher nimmt hohe Taktraten gutmütig an, ohne dabei deutlich mehr Energie zu verbrauchen.
Die Blackwell-Generation skaliert besonders gut, wenn sie vollständig ausgelastet wird und sowohl Speicherübertaktung als auch Powerlimit-Anhebung greifen.
In diesem Anwendungsszenario lassen sich gegenüber den Standardwerten bis zu 15 Prozent Mehrleistung erzielen. In der Spitze sind sogar bis zu 20 Prozent möglich, wie die Benchmarks im Artikel eindrucksvoll belegen. So kann die hier getestete Asus Prime OC fast 1:1 zu dem deutlich teureren Modell der RTX 5080 aufschließen. Derzeit liegt die Preisdifferenz bei 300 Euro im Schnitt, obwohl es sich bei dem Vergleichsmodell in den Benchmarks um eine ausgezeichnet gekühlte MSI Vanguard im P-BIOS handelt, die mit ordentlicher Werksübertaktung kommt und zu den besten Karten auf dem Markt zählt.
Das gab es seit Generationen nicht mehr bei Nvidia und tröstet ein wenig über die geringe Mehrleistung gegenüber der Vorgängergeneration und den Äquivalenten von AMD wie der RX 7900 XTX hinweg. Spannend wird das Duell mit der frisch erschienenen Radeon RX 9070 XT. Beide Karten starten auf einem ähnlichen Ausgangsniveau, und es ist noch nicht ausgemacht, welche Karte das Herz der Übertakter für sich gewinnen kann. Dieser Artikel zeigt alle Möglichkeiten auf, das Optimierungspotenzial von Blackwell gewinnbringend zu nutzen. Ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit ist garantiert, egal ob man die Charts stürmen möchte oder sich an geringerer Leistungsaufnahme und Abwärme erfreut. Welchen Weg auch immer Sie einschlagen, probieren Sie es aus und teilen Sie Ihre Erfahrungen in unserem Community-Forum.
