Review zum Amiga A500 Mini: Einstellungen, Spiele und Fazit
Beim A500 Mini sind auch eigene Amiga-Kopien abspielbar. Lohnt sich deshalb der A500 Mini für jeden Interessierten? Eher weniger. Wir ziehen ein Fazit.
In diesem Artikel
Eigene Inhalte über WHDLoad aufspielen
Über die 25 vorinstallierten Spiele hinaus lassen sich auch eigene Inhalte über einen Fat32-formatierten USB-Stick mit dem WHDLoad Package (im Root-Verzeichnis) installiert laden. Beim Öffnen eines leeren Sticks wird ein QR-Code samt Link zum notwendigen Software-Paket angezeigt. Nach dem Entpacken der Dateien lassen sich legal beschaffte Kopien im LHA-Dateiformat öffnen. ADF-Dateien (Amiga-Disk-File) werden zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterstützt, könnten aber über ein zukünftiges Update per USB lauffähig gemacht werden. Das LHA-Format erleichtert in der Regel das Abspielen alter Amiga-Titel durch die fehlende Notwendigkeit, einzelne Floppy-Images laden zu müssen. In unseren Tests liefen einige Sicherheitskopien nicht auf Anhieb (ADF-Dateien wie vom Hersteller angegeben gar nicht, LHA dagegen oft ohne Probleme). Durch den Software-Support auch späterer Amiga-Geräte wie dem A1200 von 1992 ist man mit dem A500 Mini nicht auf A500-Inhalte begrenzt.
Beim Laden eigener Spiele lassen sich darüber hinaus mit aktiviertem Experten-Modus einzelne Variablen wie den Blitter-Modus/Copper, NTSC-Modus, Schnitt/Versatz und Co. einstellen.
Spielen auf dem Emulator-Nachbau
Der erste Start mit einigen Einstellungsforderungen verläuft nach dem Anschließen kinderleicht. Einen nennenswerten Unterschied zwischen 50 oder 60 Hz konnten wir nicht feststellen, beide Modi haben alle Spiele ohne Probleme flüssig abgespielt. Im Anzeigemenü lässt sich der optionale CRT-Filter und eine Bildglättung neben der Skalierung einschalten. Durch den CRT-Effekt gewinnen die Pixel oft noch an gewisser künstlicher Schärfe.
Einen Grafikbomber wird es mit dem 720p-Bildsignal auch mit Glättung und Filter kaum geben, dafür allerdings mehr Nostalgie im originalgetreueren Amiga-Paket statt der eigenen Emulation auf dem PC. Die Launcher-Musik ist erschreckend entspannend und als Hintergrundrauschen erinnert an ein ruhigeres Wii-Shop-Theme. Das Plug-'n-Play-Prinzip gilt bei der 25 vorinstallierten Spielen zwar schon, aber für eigene Inhalte muss im Zweifel komplexer nachjustiert werden, beispielsweise bei der Emulation von Desktop-Umgebungen.
Automatische Skalierung im Filter-Vergleich
Ohne Tastatur muss in manchen Fällen auf die virtuelle Tastatur über den Menu-Button ausgewichen werden, was in manchen Szenarien umständlich sein kann. Mit USB-Stick, Maus und Controller sind alle USB-Ports gefüllt. Schön wäre hier ein SD-Kartenleser am seitlichen Dekorations-Floppy-Laufwerk gewesen, denn so wäre der dritte USB-Slot für eine Tastatur oder einen zweiten Controller für Multiplayer-Sessions frei gewesen.
Summa Summarum
Das A500 Mini richtet sich in erster Linie an nostalgischere Amiga-Fans, die sich für eine funktionale Dekoration im kleineren Format interessieren. Spieler der jüngsten Generation werden weniger etwas mit den Eigenheiten von damals für 130 Euro anfangen können. PC-Emulatoren ermöglichen ein Ausprobieren alter Inhalte und mit einem echten Raspberry Pi sind Bastlerfreunde besser beraten. Immerhin: Die vorinstallierten Spiele laufen alle ohne Kopfschmerzen, auch wenn Ingame sprachlich auf Englisch limitiert. Schön wären einige Zusätze wie eine physische Tastatur oder ein SD-Kartenleser am Floppy-Drive gewesen, die das Gesamterlebnis noch etwas abrunden würden. Der Preis von 130 Euro (zum Beispiel bei Amazon) ist Abwägungssache: Für Sammler und Nostalgiker kann sich der Preis durchaus rentieren, für rein neugierige Nutzer ist das Gesamtpaket dagegen wahrscheinlich zu kostspielig. Für Interessierte kann sich vor Kauf ein Blick durch unsere Bildergalerie lohnen.
Was halten Sie von der neuen Amiga-Hommage, dem A500 Mini? Heiß erwartetes Nostalgie-Gerät oder ein zu teurer Briefbeschwerer? Nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt.

Amiga 500 handelt es sich um eine erstmals 1979 erschienene, in den 1980er- und frühen 90er Jahre sehr beliebte und für die Zeit potente 16/32-Bit-CPU von Motorola
AMD Ryzen 9 7950x mit RTX 4090 noch im Jahre 2035+ zu nutzten.
Einfach nur toll was der Amiga geleistet hat.
Gruß,
Phil
Übersicht Custom Chips Amiga-Reihe
Und selbst da fehlen noch COPPER und BLITTER.....
EDIT: Koch Media hat sich gemeldet. Der Vertrieb in der UK hat vor einiger Zeit einen kleineren Restbestand aufgekauft, bietet aber die wenigen USB-Sticks nicht zum Kauf an. Ich schätze, den Stick gibt es so leider tatsächlich nirgends mehr auf dem Markt. Ich werde dennoch mal die Augen offen halten – sollte ich ein ähnliches Modell finden, gebe ich mal Bescheid.