Wohnzimmer-PC aufrüsten mit Hindernissen: "Nichts passt"
Ein PCGH-Forenmitglied dokumentiert seinen Wohnzimmer-PC-Umbau - und liefert dabei eine ehrliche Sammlung an Kompatibilitätsproblemen, die das Projekt zu einer wahren Odyssee mutieren lassen.
"Habe immer noch nicht geschaut, ob die Teile überhaupt ins Gehäuse passen werden ... oh man ..." Mit diesen tonangebenden Worten endet der erste Eintrag im Tagebuch von PCGHX-Forenmitglied "Sesambrötchen", der seinen alten Wohnzimmer-PC mit gebrauchten Teilen aufwerten will, um von Steam Remote Play auf natives Zocken zu wechseln. Was folgt, ist eine noch nicht abgeschlossene Odyssee durch die Wirrungen und Tücken des PC-Buildings.
Ryzen 7 5800X, 6900XT SE und ein Netzteil-Problem
Das Upgrade-Paket an sich bestand aus gebrauchten Teilen: einem Ryzen 7 5800X von Ebay, einer Sapphire Nitro+ 6900XT SE aus dem Forum sowie einem vorhandenen Super Flower SF-550P14XE als Netzteil.
Das erste Problem ließ nicht lange auf sich warten. Die Sapphire 6900XT SE benötigt zwei 8-Pin- und einen 6-Pin-Stromanschluss - das vorhandene Netzteil liefert nur zwei 8-Pin-Anschlüsse. Molex-Adapter löten oder einen gebrauchten Ersatz kaufen? Beides fühlte sich für Sesambrötchen nicht richtig an, weshalb die finale Entscheidung "neues Netzteil holen" lautete.
- Bis das ankam, behalf er sich kurzerhand mit einem zweiten Netzteil, das für Testzwecke genutzt wurde.
- Und der Esstisch-Aufbau brachte den ersten Etappensieg: Das System läuft grundsätzlich ohne Probleme mitsamt akzeptablen Temperaturen.
PCIe-Anbindung, schmutzige Slots und 25 Fps mehr
Beim Test eines vorhandenen Riser-Kabels für mehr Flexibilität im Gehäuse zeigte GPU-Z eine unerwartete Anbindung mit nur PCIe 3.0 x8 statt des erwarteten PCIe 4.0 x16. Auch ohne Riser lief die Grafikkarte nicht ordnungsgemäß, obwohl alle BIOS-Einstellungen augenscheinlich richtig saßen.
Die Lösung fand sich in einem "irgendwo gelesenen" Tipp: "Mach mal den PCIe-Slot sauber" - und siehe da, die Anbindung sprang auf PCIe 4.0 x16. Der nächste Cyberpunk-Benchmark lieferte 176 Fps im Schnitt und damit ein Plus von 25 Bildern pro Sekunde mehr als zuvor.
Quelle: Sesambrötchen via PCGHX
Der Esstisch-Aufbau mit Notfalllösung zeigte immerhin, dass das System grundsätzlich funktioniert.
Ein Kühler, der nur für AM3 passt
Mit dem Prozessor-Kühler setzte der eigentliche Leidensweg ein. Ein vorhandener EK Supremacy Evo sollte auf dem Asrock B450M-HDV zum Einsatz kommen. Die Montageplatte passte nicht zum Lochmaß des AM4-Mainboards - der Kühler war schlicht zu alt und unterstützt nur AM3.
Auf der EK-Webseite fand sich ein Umrüstkit - das Modell ist jedoch als End-of-Life markiert, sodass das Zubehör nicht mehr geführt wird. Die Lösung fand sich schließlich in einem italienischen Online-Shop, sodass das Kit mit Verzögerung doch noch ankam.
Der nächste Rückschlag: Beim Drucktest verlor der Kühler seinen Druck - die Dichtung war porös. Auch dafür gab es bei EK keinen Ersatz mehr.
Nach eigener Interpretation der Maßangaben kaufte Sesambrötchen einen A-Dichtring mit 57 mm Außendurchmesser und 2,4 mm Stärke. Erst mit Müh und Not konnte so der Drucktest absolviert werden.
Auch der GPU-Kühler benötigt zwei Anläufe
Für die Grafikkarte kaufte Sesambrötchen zunächst beim Gebrauchtmarktanbieter Aquatuning einen EK-Quantum-Vector-N+-Wasserkühler für 20 Euro, der für die Sapphire Nitro 6900XT passend sein sollte.
"Sollte", denn tatsächlich passte dieser nicht. Erst dann fiel auf: Sesambrötchen hat die 6900 XT SE als GPU, nicht die reguläre Nitro. Der Preisgedanke hatte offenbar den Modell-Check ausgeblendet.
- Immerhin der zweite Versuch lieferte den gewünschten Erfolg. Hierfür bediente sich Sesambrötchen bei Aliexpress und holte einen Bykski-Kühler, der zwar keine Anleitung mitlieferte, aber mittels im Internet gefundener Explosionszeichnung montiert werden konnte.
Das Gehäuse und ein Blatt Papier Spielraum
Mit montierter Hardware durfte alles probeweise ins Gehäuse, was auch funktionierte. Sogar die Netzteilkabel liefen sauber durch. Dann folgte aber ein kurzes Muffensausen: Schiebt man die Seitenwand zu, drückt der Radiator der Grafikkarten-Wasserkühlung gegen das Gehäuse, sodass ein kleiner Spalt bleibt.
Quelle: Sesambrötchen via PCGHX
Der fast fertige PC-Aufbau offenbarte ein letztes Problem - Stand jetzt.
Sesambrötchens Reaktion war ziemlich simpel gestrickt: einfach die Seitenwand mit etwas Druck schließen und schauen, was passiert. Und siehe da, tatsächlich ging der Plan auf - auch wenn nur noch ein "Blatt Papier zwischen Terminal und Seitenwand" passt.
Noch ist das Projekt nicht fertig - interessierte Leser können das Tagebuch im zugehörigen Thread im PCGH-Extreme-Forum verfolgen. Der finale Aufbau muss allerdings noch etwas warten, da Sesambrötchen unterwegs ist. Wir wünschen in jedem Fall viel Erfolg und möglichst keine weiteren Fallstricke mehr.

Spannend ist es schon zu sehen. Wenn etwas nicht passt, wird es passend gemacht...😉
Bin gespannt wie es weiter geht.