Gaming-PC bei Media Markt kaufen? Analyse zeigt: Das ist keine schlechte Idee!

Ist es eine gute Idee, sich auf der Suche nach einem hochwertigen, fair bepreisten Gaming-PC bei Media Markt umzusehen? Das haben wir getan und eines der Angebote eingehend analysiert: Wie gut sind die verbauten Komponenten und der Preis?

News Stephan Wilke
Gaming-PC bei Media Markt kaufen? Analyse zeigt: Das ist keine schlechte Idee!
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; Mediamarkt.de/Systemtreff; Montage: PCGH

Manche PC-Schrauber sind der Meinung, dass einzig ein selbst gebauter Gaming-PC etwas taugen kann und sind insbesondere bei Systemen skeptisch, die es bei einem großen Elektronikriesen wie Media Markt zu kaufen gibt. Aber kann man auch dort einen sinnvoll konfigurierten, fair bepreisten Spiele-PCs kaufen, wenn man sich etwas umschaut? Dazu haben wir uns einen vielversprechen Kandidaten mit Prozessor und Grafikkarte von AMD herausgepickt.

Gaming-PC von Systemtreff mit schneller Ryzen-CPU

Mit Systemtreff ist einer der größten Gaming-PC-Fertiger im deutschsprachigen Raum auf mediamarkt.de aktiv und vertreibt dort seine Systeme, die von sehr günstigen Rechnern für Büroanwendungen und Gelegenheitszocker für wenige hundert Euro bis hin zu üppig ausgestatteten High-End-Maschinen für über 4.000 Euro reichen. Für die meisten PC-Spieler dürfte allerdings der mittlere Preisbereich am interessantesten sein, weshalb wir uns für diesen Artikel ein System ansehen, das aktuell bereits für 2.069,95 Euro erhältlich ist. Zu diesem Preis darf man einen schlagkräftigen Gaming-PC erwarten, ohne Angst haben zu müssen, für unnützen Luxus draufzuzahlen.

Der Gaming-Fokus ist bereits bei der verbauten CPU zu erkennen: Mit dem Ryzen 7 7800X3D kommt der günstigere Vorgänger des begehrten 9800X3D zum Einsatz, der sich immer noch hoher Beliebtheit erfreut. Das ist keine Überraschung, denn wie die CPU-Rangliste von PCGH zeigt, gehört der 8-Kern-Prozessor zu den schnellsten Optionen für PC-Spieler auf dem Markt. Mit einem Index-Wert von 82,2 % lässt er in Spielen beispielsweise selbst einen Ryzen 9 9950X hinter sich. Möglich macht es der namensgebende 3D V-Cache, welcher die Größe der dritten Cache-Stufe von 32 auf 96 MiByte verdreifacht. Gerade PC-Spiele profitieren von dem größeren, schnellen Zwischenspeicher.

Gekühlt wird der Prozessor zum Glück nicht von einem lauten Billigkühler, sondern der Corsair Nautilus 360 RS ARGB: Die AIO-Wasserkühlung bietet dank drei 120-mm-Lüftern bei Bedarf nicht nur viel Kühlleistung und dank Zero-PWM-Modus auch Stille bei wenig Last, sondern ist auch schön anzusehen: Die Ventilatoren sind dank adressierbarer RGB-LEDs für stylishe Farbeffekte geeignet, mit denen sich der Innenraum des PCs erhellen lässt. Zudem kann aber auch der Deckel des Kühlblocks mit integrierter Pumpe sehenswerte Farbwechsel darstellen.

Die Grafikkarte: Schneller als von AMD vorgesehen

Auch bei der Grafikkarte hat Systemtreff eine gute Wahl getroffen: Mit der Asus TUF Gaming Radeon RX 9070 XT OC kommt eine schnellere Variante des aktuellen Radeon-Topmodells zum Einsatz. Dabei ist die RX 9070 XT bereits in der Standardausführung eine der spannendsten Grafikkarten auf dem Markt: Trotz des niedrigeren Preises liegt sie mit 60,4 % auf Augenhöhe mit Nvidias Geforce RTX 5070 Ti (60,3 %) in der Rasterizing-Rangliste von PCGH und muss sich erst mit Raytracing geschlagen geben (55,1 % vs. 61,1 %). Im bei Media Markt angebotenen Gaming-PC erhält man aber sogar noch mehr Leistung, da die Grafikkarte ab Werk übertaktet ist und einen Boost-Takt von bis zu 3.080 MHz erreicht - fast 4 % mehr als der Standardwert von 2.970 MHz.

Als Mainboard kommt mit dem Asus TUF Gaming B650-E Wifi eine beliebteste Sockel-AM5-Platine mit AMDs B650-Chip zum Einsatz, der für sein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt ist. Auf USB4 muss man verzichten, da dies ausschließlich teurere Mainboards zur Verfügung stellen, aber da neben einer 2,5 GBit/s schnellen LAN-Buchse auch Wifi 6E geboten wird, ist eine schnelle Internetverbindung sowohl mit als auch ohne Kabel gewährleistet. PCI-Express 5.0 wird zwar nur für die M.2-SSD offiziell unterstützt, doch in neueren UEFI-Versionen ermöglicht Asus es, auch den Steckplatz für die Grafikkarte mit 5.0-Geschwindigkeit zu betreiben.

Von PCGH ausgezeichneter Arbeitsspeicher

Beim Arbeitsspeicher setzen die Spezialisten von Systemtreff auf 32 GiByte DDR5-6000-RAM von Corsair. Das Kit aus der Vengeance-Serie mit der Produktnummer CMH32GX5M2B6000Z30K gefiel uns im RAM-Test in Ausgabe 06/2024 so gut, dass es dank großer Tuning-Reserven und einem attraktiven Preis als Preis-Leistungs-Tipp ausgezeichnet wurde. Neben den flotten Timings 30-36-36-76 bekommt man eine helle, gleichmäßige und konfigurierbare RGB-Beleuchtung geboten.

Spannend weiter geht es auch bei der SSD: Der Beschreibung auf der Produktseite lässt sich leider nur entnehmen, dass eine 2 TB große M.2-SSD verbaut ist. Kommt hier also etwa ein lahmes Noname-Modell zum Einsatz, um ein paar Euro zu sparen? Nein! Wir haben auf Nachfrage nämlich erfahren, dass die WD_Black SN7100 verbaut wird. Auch hier hat sich Systemtreff also für ein Markenprodukt mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis entschieden, denn mit bis zu 7.250 MB/s beim Lesen und 6.900 MB/s beim Schreiben von Daten nutzt die NVME-SSD die Möglichkeiten von PCI-Express 4.0 ×4 weitgehend aus.

Oft die Achillesferse: Netzteil und Gehäuse

Es ist ein altbekannter Trick bei Gaming-PCs, dass als Netzteil "Wattblender" kaum bekannter Hersteller verbaut werden, da PC-Spieler dieser Komponente oft weniger Beachtung schenken als der Grafikkarte oder dem Prozessor. Umso erfreulicher ist es, dass der Gaming-PC von Systemtreff auch an dieser Stelle Qualität bietet: Verbaut ist das Corsair RM850x (2024) mit 850 Watt, das bereits den neuen Standard ATX 3.1 unterstützt und dank des 12VHPWR-Steckers fit für zukünftige Grafikkarten ist. Es ist vollmodular gestaltet - angeschlossen müssen also nur die Kabel sein, die auch tatsächlich benötigt werden. Der durchgehende Einsatz von für 105 °C ausgelegten japanischen Elektrolytkondensatoren und der Umstand, dass Corsair 10 Jahre Garantie auf dieses Modell gibt, sind klare Indikatoren für eine lange Haltbarkeit.

Beim Gehäuse setzen manche Hersteller von Gaming-Rechnern immer mal wieder auf Modelle, die zwar auf den ersten Blick schick aussehen, mit schlechter Verarbeitung und wenig Kühloptionen aber unzureichend für einen Silent-Betrieb und späteres Aufrüsten geeignet sind. In dieser Hinsicht muss man sich bei dem bei Media Markt angebotenen Gaming-PC aber keine Sorgen machen, denn zum Einsatz kommt das Corsair 3500X ARGB. Obwohl hier bereits drei 120-mm-Lüfter vorinstalliert sind, spendiert Systemtreff dem Rechner sogar noch einen zusätzlichen RS120-ARGB-Lüfter, womit nicht nur eine einheitliche Optik gewahrt bleibt, sondern die Kühlleistung weiter gesteigert wird. Dank des umlaufenden Glases kann man die beleuchtete Hardware in Szene setzen und wer später mal aufrüsten möchte, dürfte sich darüber freuen, dass das Gehäuse sogar für Mainboard mit rückseitigen Anschlüssen vorbereitet ist.

Wie gut ist der Preis?

Gute, ausgewogene Komponenten alleine machen einen Gaming-PC noch nicht attraktiv. Erst in Zusammenspiel mit einem guten Preis ergibt sich ein lohnendes Angebot. Daher haben wir die Zusammenstellung von Systemtreff mit den aktuell niedrigsten Preisen verglichen, zu denen man die verbauten Komponenten im bekannten Geizhals-Preisvergleich derzeit kaufen kann. Dazu zählt auch die Lizenz von Windows 11 Pro, denn die gegenüber der einfacheren Home-Version um Features wie Bitlocker-Verschlüsselung, Remote-Desktop und Hyper-V-Virtualisierung erweiterte Fassung des Betriebssystems ist bereits vorinstalliert, damit Anwender nach dem Auspacken gleich loslegen können.

Diese Komponenten stecken im Gaming-PC von Systemtreff. Quelle: Geizhals.de; Zuschnitt: PCGH Diese Komponenten stecken im Gaming-PC von Systemtreff. Auch preislich muss sich der PC von Systemtreff nicht verstecken, schlägt sogar viele Konkurrenzprodukte: Während beim Media-Markt-Preis von 2069,95 Euro bereits die (für einen sicher versandten Gaming-PC nicht unerheblichen) Versandkosten enthalten sind, kommen die Liefergebühren bei den Geizhals-Angeboten noch auf den Preis von rund 1.900 Euro dazu. Der tatsächliche Preisunterschied fällt also geringer aus. Wer alle Komponenten zeitnah erhalten und sie von einem seriösen Händler erhalten möchte, zahlt logischerweise noch mehr. Der Selbstbau bleibt damit zwar noch die günstigste Option für erfahrene PC-Bastler, doch der Aufpreis, der beim Angebot von Systemtreff anfällt, entspricht nur wenigen Prozent. Dafür erhält man das System komplett vormontiert, muss sich um die Kompatibilität keine Gedanken machen und kann bei technischen Problemen auf den Service von Systemtreff vertrauen.

Fazit: Gaming-PC von Systemtreff

Angesichts der großen Auswahl ist sicherlich längst nicht jeder bei Media Markt angebotene Rechner ein Volltreffer, doch wer sich umschaut, findet dort kompetent zusammengestellte Systeme, die auch einem kritischen Blick standhalten. Der von uns analysierte Gaming-PC von Systemtreff ist dafür das beste Beispiel: Man erhält eine ausgewogene Konfiguration mit einer stimmigen, konfigurierbaren RGB-Optik, durchgehend Markenkomponenten statt OEM-Billigware und vor allem viel Leistung zu einem fairen Preis. Viel mehr kann man von einem Gaming-PC nicht erwarten.

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