Ausstattung, Standfestigkeit, Motorleistung, Ergonomie und Fazit
In diesem Artikel
Was gibt es für 800 Euro? Was fehlt?
Secretlab verspricht, dass alle Kernfunktionen des Magnus Pro XL auch im Magnus Evo XL vorhanden sind - und das trifft zu. Das patentierte System der in das Tischbein integrierten Stromversorgung wurde nahezu unverändert übernommen. Das Netzkabel ist unsichtbar im Tischbein verlegt und führt zu einer in das Motorgehäuse integrierten Steckdose. Beim Secretlab Magnus Pro XL wurde dieses System verbessert, indem die Steckdose um 90° gedreht und direkt in die Kabelführung integriert ist.
Quelle: PCGH
Das innovative, patentierte System, bei dem die Stromversorgung für die Motoren und separate Geräte in das Tischbein integriert wird, kommt auch beim Secretlab Magnus Evo XL wieder zum Einsatz.
Statt des aufklappbaren Kabelkanals des Magnus Pro XL setzt Secretlab beim Magnus Evo XL auf eine stabile Stahlwanne unter der Tischplatte. Das Scharnier- und Magnetsystem ermöglicht schnellen Zugriff auf Netzteile oder Kabel. Mit 893 mm Breite bietet sie genug Platz für zwei Mehrfachsteckdosen und ist im Preis von 800 Euro enthalten - ein Detail, das bei Konkurrenzmodellen wie dem Deskspace Titan oder Flexispot E7 Plus meist extra kostet.
Quelle: PCGH
Secretlab ersetzt den aufklappbaren Kabelkanal des Magnus Pro durch eine nicht weniger funktionale Kabelwanne. Die wird unter der Tischplatte befestigt.
Quelle: PCGH
Das für den Secretlab Magnus Pro erhältliche Magnet-Set für Kabelführungen kann ich auch am Magnus Evo XL nutzen. Allerdings verfügt der nur über einen 10 Zentimeter breiten Streifen mit Metalloberfläche am hinteren Ende der Tischplatte.
Das magnetische Organisationssystem ist weiterhin vorhanden, jedoch weniger umfassend umgesetzt. Während der Magnus Pro eine komplett stahlummantelte Tischplatte besitzt, beschränkt sich der Secretlab Magnus Evo XL auf einen etwa 10 cm breiten magnetischen Streifen am hinteren Rand. Für Headset-Halterungen sind unter den Seiten Stahlleisten montiert, eine vollmagnetische Tischplatte entfällt - was Nutzer von induktiven Mauspads wie dem Razer Razer Hyperflux V2 oder Logitech G Powerplay 2, begrüßen dürften. Das funktioniert auf einer Tischplatte mit Metalloberfläche nämlich nicht.
Auch bei den Maßen zeigt sich der Secretlab Magnus Evo XL kompakter. Die 177 cm lange Tischplatte aus MDF bleibt gleich lang, ist aber nur 64 cm tief (statt 80 cm) und 2 cm dick (statt 2,5 cm). Dazu kommen Einschränkungen bei der Höhenverstellung: zwei statt drei Segmente, ein Verstellbereich von 720 bis 1170 mm (zuvor 650 bis 1250 mm) sowie eine einfachere Bedieneinheit.
Stabil, standfest, flott und leise wie das Premiummodell
Im Test zeigt sich, dass die Ausstattung des Secretlab Magnus Evo XL gegenüber dem rund 200 Euro teureren Secretlab Magnus Pro XL deutlich abgespeckt wurde. In zentralen Punkten wie Motorleistung, Betriebslautstärke und Stabilität bestehen jedoch keine Unterschiede. Beide Modelle sind auf 120 kg Traglast ausgelegt, die Hubgeschwindigkeit liegt bei 30 mm/s. Die Tischplatte benötigt 16,3 Sekunden, um von der minimalen zur maximalen Höhe zu fahren - ein ordentlicher, aber kein Spitzenwert.
Die Soft-Start-Stop-Automatik sorgt für sanftes Anfahren und Abbremsen, im Test schwappte selbst eine großzügig gefüllte Kaffeetasse nicht über. Der Kollisionsschutz reagiert feinfühlig und stoppt die Bewegung sofort bei Widerstand. Auch der Überlastungsschutz arbeitet zuverlässig: Nach zwei Minuten Dauerbetrieb schalten die Motoren ab und lassen sich erst nach 18 Minuten Pause wieder aktivieren.
Quelle: PCGH
Die beiden Elektromotoren fahren die Tischplatte mit einer Hubgeschwindigkeit von 30 mm/s in 16,3 Sekunden von der minimalen zur maximalen Höhe.
Mit unter 50 Dezibel bleibt der Antrieb leise, erreicht aber nicht ganz das Niveau des Deskspace Titan (unter 45 dB). Für den Alltag im Großraumbüro ist der Magnus Evo XL damit dennoch uneingeschränkt geeignet.
Obwohl die Tischbeine des Secretlab Magnus Evo XL nur aus zwei Segmenten bestehen, erreicht dieser nahezu die gleiche Stabilität wie der Magnus Pro mit dreisegmentigen Beinen. Wie bei der 200 Euro teureren Variante nimmt die Standfestigkeit ab einer Tischhöhe von etwa 1.000 mm leicht ab. Ursache ist zum einen die Teleskopsäulenkonstruktion, zum anderen die grundsätzlich stabilere Bauweise von Vierbein-Tischen. Im Test bleibt der Secretlab Magnus Evo XL selbst bei maximaler Stehhöhe von 1.170 mm und zügigem Tippen weitgehend ruhig. Erst bei kräftigem Rütteln oder Druck auf die vordere Kante gibt die Platte etwas nach - typisch für höhenverstellbare Zweibeiner dieser Preisklasse.
Quelle: PCGH
Die Tischbeine des Secretlab Magnus Evo XL bestehen zwar nur aus zwei Segmenten. Trotzdem steht der Tisch mit ebenfalls 120 kg Traglast genauso stabil wie der Magnus Pro XL, dessen Tischbeine sich aus drei Segmenten zusammensetzen.
Optimale Arbeitsergonomie dank Höhenverstellung
Im Test überzeugt der Secretlab Magnus Evo XL Secretlab mit einer elektrischen Höhenverstellung von 720 bis 1.170 mm - eine solide Basis für ergonomisches Arbeiten. Die Tischhöhe lässt sich in kleinen Schritten anpassen, was Rückenschmerzen vorbeugt und Muskulatur sowie Wirbelsäule entlastet. Der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen fördert zudem Kreislauf, Stoffwechsel und Konzentration.
Arbeitswissenschaftler empfehlen die 60-30-10-Regel: 60 % Sitzen, 30 % Stehen, 10 % Gehen. Hier unterstützt der Secretlab Magnus Evo XL mit seiner Motorsteuerung - allerdings mit Einschränkungen. Eine Mindesthöhe von 720 mm ist für Personen unter 1,60 m zu hoch, während die Maximalhöhe von 1.170 mm für Nutzer über 1,90 m für das ergonomische Arbeiten im Stehen nicht optimal ist.
Praktisch ist die Speicherfunktion für drei bevorzugte Tischhöhen, die auf der reaktionsfreudigen Bedieneinheit abgelegt werden können. Für Einzelpersonen genügt das, bei gemeinsamer Nutzung wären vier Speicherplätze sinnvoll. Eine Erinnerungsfunktion zum Haltungswechsel, eine einstellbare Empfindlichkeit des Kollisionssensors oder ein USB-Port fehlen.
Quelle: PCGH
Die drei Speicherplätze des Bedien-Panels sind für einen Nutzer ausreichend. Teilen sich zwei Personen den Tisch, sollten es vier sein.
