Polster statt Mesh, Aufbau und Ausstattung im Praxistest
Wie ist der Secretlab Black3 L aufgebaut? Wie funktional ist die Ausstattung wirklich?
Inhaltsverzeichnis
Klassischer Aufbau mit Polster statt Mesh
Secretlab verzichtet beim Atlas Black3 L nicht zufällig auf Mesh. Der Hersteller begründet den klassischen Polsteraufbau mit der Druckverteilung: Ein über einen Rahmen gespanntes Netz kann je nach Körperbau und Haltung nachgeben und den Körper nicht überall gleichmäßig stützen. Im ungünstigen Fall entstehen punktuelle Belastungen. Polster sollen den Druck breiter verteilen. Genau dort wird der Aufbau interessant. Bei hochwertigen Bürostühlen liegt das Sitzpolster meist auf einer Holz- oder Formholzplatte. Beim Secretlab Atlas Black3 L übernimmt diese Aufgabe eine Kunststoffschale. Das spart Kosten, ist aber nicht automatisch ein Nachteil, solange die Schale formstabil bleibt, das Polster sauber aufliegt und unter Last nichts arbeitet. Im Test wirkte die Konstruktion solide und mit hoher Qualität gefertigt: Die Sitzfläche gibt nicht störend nach, Knarzgeräusche fallen nicht auf, die Polsterung liegt gleichmäßig auf.
Auch die Lehne folgt keinem Aufbau mit Press- oder Formholzplatte. Secretlab nutzt stattdessen einen Stahlrohrrahmen mit Querstreben und greift erkennbar auf Erfahrungen mit den Titan-Evo-Modellen zurück. Die Lordosenstütze entsteht nicht durch eine zusätzliche Mechanik, sondern durch Formgebung und Polster. Für Sie zählt damit, ob Rahmen, Schaum und Bezug die Unterstützung für die fünf Lendenwirbel sauber liefern.
Quelle: PCGH
Der Secretlab Atlas Black3 L setzt nicht auf Mesh-Bezügen sondern auf den klassischen Aufbau mit Polsterung. Das begründet der Hersteller mit der Druckverteilung. Beim Material kommt ein Mix aus stabilem Kunststoff und Stahl zum Einsatz.
Zur klassischen Bürostuhltechnik passt die Synchronmechanik. Sitz und Lehne bleiben nicht in einem festen Winkel, sondern bewegen sich im Verhältnis 2:1. Neigt sich die Lehne um 2 Grad, hebt sich die Sitzfläche um 1 Grad an. Maximal sind 120 Grad möglich, arretierbar bei 100, 107, 113 und 120 Grad mithilfe eines mit einer Locked/Unlocked-Anzeige versehenen Hebels. Für die freien Wippbewegungen - wichtig für das dynamische Sitzen - gibt es vier vom Körpergewicht abhängige Widerstandsstufen.
Beim Materialmix bleibt der Secretlab Atlas Black3 L bodenständig. Fußkreuz, Armlehnenverkleidung, Sitzschale und Bedienelemente bestehen größtenteils aus Kunststoff, der Synchronmechanik-Automat aus Stahl ist sauber gepulvert. Die Stahlkonstruktion der Lehne verschwindet unter den Bezügen: Auf der Vorderseite kommt Soft-Weave-Plus-Strickgewebe zum Einsatz, auf der Rückseite Prime-2.0-Kunstleder. Daher ist die Verarbeitung besonders entscheidend und hier leistet sich der Stuhl keine sichtbaren Schwächen: Die Teile sitzen passgenau, die Regler wirken nicht billig, Polster und Nähte sind sauber ausgeführt.
Ausstattung im Praxistest: Was Sitztiefe, Lordosenstütze und Nackenkissen bringen
Quelle: PCGH
Der Einstellungsmechanismus für den Neigungswiderstand der Lehne, der die gewählte Stufe auch optisch anzeigt, ist ein Ausstattungshöhepunkt des Secretlab Atlas Black3 L.
Beim Atlas Black3 L hängt der Sitzkomfort nicht nur von Polsterung und Lehnenform ab, sondern vor allem von der korrekten Grundeinstellung. Sitztiefe, Neigungswiderstand, Armlehnen und Nackenkissen entscheiden im Alltag darüber, ob aus der Ausstattung ein ergonomisch stimmiger Bürostuhl wird.
Im Kontext der Ergonomie ist beim Secretlab Atlas Black3 L hauptsächlich der Neigungswiderstand der Synchronmechanik interessant. Der Drehregler zeigt die gewählte Stufe optisch an, sodass Sie nicht raten müssen, wie hart oder weich die Mechanik aktuell eingestellt ist. Das ist mehr als ein Komfortdetail, hat aber auch Auswirkungen auf die Ergonomie beim dynamischen Sitzen: Fällt der Widerstand zu weich aus, kippt die Lehne zu leicht nach hinten, der Stuhl wirkt unruhig und die Rückenmuskulatur wird nicht gefordert. Ist er zu straff gewählt, arbeitet die Synchronmechanik nur mit spürbarem Kraftaufwand und die Rückenmuskulatur wird überbeansprucht. In beiden Fällen geht ein Teil des ergonomischen Nutzens verloren, weil der Stuhl entweder zu viel oder zu wenig dynamische Bewegung zulässt.
Quelle: Secretlab
Der Verstellmechanismus mit Anzeige für den Neigungswiderstand der Lehne ist mehr als ein optisches Gimmick. Er ermöglicht genaue, auf das eigene Körpergewicht abgestimmte Einstellungen.
Sinnvoll ist auch die Sitztiefenverstellung. Sie erlaubt es, die Sitzfläche besser an die Beinlänge anzupassen. Sitzen Sie zu weit vorn, fehlt der Kontakt zur Rückenlehne; sitzen Sie zu weit hinten, kann Druck an den Oberschenkeln entstehen. Optimal ist eine Einstellung, bei der der Rücken die Lehne erreicht und zwischen Sitzkante und Kniebeuge noch rund 5 cm Abstand bleiben. Gerade bei längeren Sitzphasen ist diese Anpassung wichtiger, als sie zunächst wirkt.
Die Rückenlehne folgt sichtbar der S-Form des Rückens. Der obere Bereich ist leicht nach vorn gezogen, damit Kopf und Nacken auch in aufrechter Sitzposition Kontakt zur Lehne finden können. Die integrierte Lordosenstütze lässt sich weder in der Position noch in ihrer Ausprägung verändern. Das ist auf dem Papier ein Nachteil gegenüber den verstellbaren Lösungen der Konkurrenz, wirkt sich im Test aber nicht negativ aus. Die Stütze ist schlüssig in die Form der Lehne integriert und unterstützt den unteren Rücken, ohne störenden Druck aufzubauen.
Quelle: PCGH
Secretlab bezeichnet die Rückenlehne als "Form-fitted Re-Curved Backrest". Gemeint ist die geformte Rückenlehne, die der S-Form von Rücken und Nacken folgen soll.
Das magnetisch befestigte Nackenkissen verbessert hauptsächlich den Sitzkomfort. Da es ohne Raster frei in der Höhe verschoben werden kann, lässt es sich schnell an Körpergröße und Sitzhaltung anpassen. Besonders in zurückgelehnter Position stützt es den Nacken spürbar, ohne dass eine fest montierte Kopfstütze im Weg ist. Ergonomisch bringt das dann Vorteile, wenn das Kissen den Kopf nicht nach vorn drückt, sondern die Halswirbelsäule entspannt abfängt. Beim Atlas Black3 L gelingt das im Test gut, weil sich die Stütze schnell positionieren oder bei Bedarf komplett abnehmen lässt.
Die Armlehnen bieten mit Höhenverstellung, drehbaren Auflagen und zusätzlicher Verschiebemöglichkeit genug Spielraum, um die Unterarme in vielen Sitzpositionen entspannt abzulegen. Perfekt sind sie aber nicht. Eine seitliche Verstellung auf der horizontalen Ebene fehlt, was vorrangig bei breiten Schultern oder einem breiteren Oberkörper auffallen kann. Außerdem lassen sich die Armlehnen nicht nach hinten wegklappen, wie es etwa beim Backforce V Plus oder Backforce One möglich ist. Für viele Arbeits- und Spielpositionen reicht der Verstellumfang aus; mehr Spielraum nach links und rechts würde den Secretlab Atlas Black3 L aber flexibler machen.

Hatte spontan einen Office Pal C40 im Outlet gekauft. Der Stuhl hat eine unheimlich große Sitzfläche. Bei mir passt es, bei anderen nicht.
Bei dem Secretlab sehe ich keine verstellbare Nackenstütze, keine Höhenverstellung der Lordose, was besonders für kleinere Menschen den Stuhl zu groß macht.
Daher prüfe werde sich ewig bindet ....,