Materialqualität, Sonderausstattung und Sitzkomfort im Check
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Materialqualität, Sonderausstattung und Sitzkomfort im Check

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Rechtfertigen Materialqualität und die Sonderausstattung den Preis? Wie komfortabel ist der Apollo?

Fertigungsqualität: Es ist nicht alles Metall, was glänzt

Der Flexispot Apollo fällt schon vor dem Probesitzen auf. Während viele Bürostühle der gehobenen Klasse sachlich bis bieder wirken, setzt Flexispot auf Mesh statt Polsterung und eine auffällig gestaltete Rückenlehne. Der Hersteller verweist auf die Flügel des Apollo-Schmetterlings; im Test wirkt das wie eine leichte, klar strukturierte Rückenpartie. Das hebt den Apollo optisch von Sedus, Interstuhl oder Steelcase ab. Eine Ausnahme bleibt der Herman Miller Aeron. Gefallen muss dieses Design trotzdem.

Bei der Fertigungsqualität erfüllt der Apollo weitgehend die Erwartungen an einen Bürostuhl der 1.000-Euro-Klasse. Wo die Konstruktion Last aufnehmen muss, kommt Metall zum Einsatz: Das Fußkreuz besteht aus einer Aluminiumlegierung, der mit Pulverlack optisch aufgewertete Automat der Mechanik aus Stahl. Auch Halterungen der Sitzeinheit, Haltebügel der Rückenlehne und der Querbügel in der Lehne, an der die Kopfstütze befestigt wird, bestehen aus Aluminiumlegierung. Spiel oder Knarzen fällt nicht auf.

Seinem Preis von 1.000 Euro entsprechend, bestehen tragende Teile des Flexispot Apollo aus Metall. Dazu gehören das Fußkreuz, der Haltebügel für die Lehnenkonstruktion und der Automat der Synchronmechanik inklusive seiner Halterungen für die Sitzeinheit. Quelle: PCGH Seinem Preis von 1.000 Euro entsprechend, bestehen tragende Teile des Flexispot Apollo aus Metall. Dazu gehören das Fußkreuz, der Haltebügel für die Lehnenkonstruktion und der Automat der Synchronmechanik inklusive seiner Halterungen für die Sitzeinheit. Der zentrale Blickfang relativiert diesen Eindruck. Die horizontal gelagerte Stützkonstruktion des Lehnenrahmens mit Apollo-Flügel-Optik besteht nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff mit Metallanmutung. Das muss technisch kein Nachteil sein, wirkt bei 1.000 Euro aber weniger konsequent, als es die Optik vermuten lässt. Aus Gründen der Langlebigkeit hätten wir uns hier echtes Metall gewünscht.

Wie bei vielen Mesh-Stühlen besteht auch die Rahmenkonstruktion der Rückenlehne, über die der Netzbezug gespannt ist, aus Kunststoff, genauer gesagt PU. Gleiches gilt für die Sitzeinheit mit Rahmen, Halterung für den Automaten, Sitztiefenverstellung und Mechanik für Sync Glide. Das gemusterte Wintex-Mesh der Lehne macht haptisch und optisch einen hochwertigen Eindruck. An die Materialwirkung des robusten Aeron-Pellicle-Gewebes reicht es aber nicht heran. Abgesehen vom nur metallisch wirkenden Stützsystem liefert der Apollo eine Material- und Fertigungsqualität, die insgesamt zur Preisklasse passt.

Die im Stil der Flügel des Apollo-Schmetterlings designte Stützkonstruktion des Lehnenrahmens besteht nur aus Kunststoff mit Metallanmutung. Quelle: PCGH Die im Stil der Flügel des Apollo-Schmetterlings designte Stützkonstruktion des Lehnenrahmens besteht nur aus Kunststoff mit Metallanmutung.

Was Sync Glide, Lordosenstütze und Co. bringen

Der Flexispot Apollo ist nicht nur für aufrechtes Arbeiten gedacht. Seine Ausstattung zielt auf häufige Haltungswechsel: Sitzen, Wippen und Zurücklehnen. Eine Synchronmechanik mit einstellbarem Neigungswiderstand, vier arretierbaren Lehnenpositionen, 4D-Armlehnen und Kopfstütze darf man für 1.000 Euro erwarten. Entscheidend ist, ob Sync Glide, Lordosenstütze und Fußstütze den Komfort verbessern.

Die in der Neigung, Höhe und beim Auflagewinkel anpassbare Nackenstütze ist auf wechselnde Sitzhaltungen ausgelegt. Zusätzlich zur Komfortfunktion unterstützt sie die Ergonomie beim dynamischen Sitzen, bei dem auch gewippt werden darf. Quelle: PCGH Die in der Neigung, Höhe und beim Auflagewinkel anpassbare Nackenstütze ist auf wechselnde Sitzhaltungen ausgelegt. Zusätzlich zur Komfortfunktion unterstützt sie die Ergonomie beim dynamischen Sitzen, bei dem auch gewippt werden darf. Das auffälligste Extra ist Sync Glide. Zusätzlich zur Synchronmechanik ist die Rückenlehne mit der Sitzfläche gekoppelt. Wird die Funktion aktiviert, schiebt sich die Sitzfläche beim Zurücklehnen nach vorn. Das Becken wird mitgeführt, während der Rücken bei großer Lehnenneigung Kontakt zur Lehne hält. Mit der adaptiven Lordosenstütze bleibt die Lendenwirbelsäule selbst bei 156 Grad gut abgestützt. Wer den Apollo zum Zurücklehnen nutzt, profitiert davon. Wer meist aufrecht arbeitet und nur gelegentlich wippt, kann Sync Glide deaktiviert lassen. Gewöhnungsbedürftig ist das leichte Dehngefühl ab etwa 140 Grad.

Die Sync-Glide-Funktion des Flexispot Apollo im Detail
Flexispot Apollo im Test: Oberklasse beim Preis, aber auch bei Ergonomie und Sitzkomfort? (1)
Flexispot Apollo im Test: Oberklasse beim Preis, aber auch bei Ergonomie und Sitzkomfort? (1) Flexispot Apollo im Test: Oberklasse beim Preis, aber auch bei Ergonomie und Sitzkomfort? (2)

Die adaptive Lordosenstütze wirkt zunächst weniger flexibel, weil sie sich nicht manuell verstellen lässt. In der Praxis ist das kein klarer Nachteil. Beim Wippen wandert die Stütze bis zu 8 cm in Richtung Sitzfläche mit und bleibt im Lendenbereich. Die Unterstützung geht nicht verloren, wenn Sie sich weit zurücklehnen. Störend kann sein, dass die Konstruktion das Ende eines T-Shirts oder Hoodies einklemmt. Auch die Kopfstütze ist auf wechselnde Sitzhaltungen ausgelegt. Sie lässt sich in Neigung, Höhe und Auflagewinkel anpassen und stützt Nacken sowie Hinterkopf. Die Sitztiefenverstellung ist Pflicht: Ist die Sitzfläche zu kurz, liegen einerseits die Oberschenkel nicht ausreichend auf. Andererseits verändert eine falsche Sitztiefe die Beckenposition und die Haltung des oberen Rückens.

Die 4D-Armlehnen lassen sich flexibel positionieren. Form und Polsterung erlauben ein entspanntes Ablegen der Unterarme. Perfekt sind sie nicht: Die optisch auffällige Konstruktion lässt sich nicht nach hinten wegklappen, die Unterarmablagen nicht frei drehen und der horizontale Verschiebebereich ist mit gut 2 cm zu knapp. Für viele Arbeitspositionen reicht das aus, mehr Verstellweg wäre aber wünschenswert. Gelungen ist die Paddle-Steuerung für Sitzhöhe und Lehnenarretierung. Auch Sitztiefenverstellung und Sync Glide lassen sich ohne Suchen unter der Sitzfläche bedienen. Die Fußstütze wirkt stabil, verschiebt den Apollo aber klar zum Relax-Stuhl und ist dabei für Ergonomie kaum relevant.

Der Apollo rechtfertigt seinen Preis nicht über ein einzelnes Feature, sondern über das Zusammenspiel aus Mechanik, Lendenstütze, Kopfstütze, Sitztiefenverstellung und Bedienung. Sync Glide und die mitwandernde Lordosenstütze sind die stärksten Argumente. Die Ausstattung kann ihren Nutzen aber nur ausspielen, wenn die Körpergröße passt. Flexispot nennt mindestens 1,60 m, empfohlen sind bis 1,85 m. Im Test sitzt auch eine 1,90 m große Person noch komfortabel auf dem Apollo. Hier könnte eine höhenverstellbare Rückenlehne den Nutzerkreis noch auf Personen mit einer Körpergröße bis 200 cm erweitern. Die gehört jedoch nicht zur sehr ordentlichen, aber nicht perfekten Ausstattung.

Straffes Mesh mit viel Platz, aber einer Eigenheit beim Wippen

Der Hersteller preist den Flexispot als ergonomischen Komfortstuhl an, der sich gut für lange Sitzzeiten, aufrechtes Arbeiten sowie häufige Haltungswechsel eignet. Im Test zeigt sich: Beim Sitzkomfort setzt der Apollo nicht auf Polsterung, sondern auf straff gespannte Mesh-Bezüge. Die Sitzfläche wirkt mittel- bis eher hart, ohne unangenehm fest zu werden. Das Mesh ist mit mittlerer bis hoher Spannung auf den Rahmen gezogen und verteilt den Druck gleichmäßig. Leichtere Nutzer sitzen nicht zu hart, während das Gewebe bei hohem Gewicht nicht früh nachgibt. Erst nahe der Belastungsgrenze von 150 bis 160 kg hängt der Bezug stärker durch.

Im Alltag wirkt diese Auslegung schlüssig. Das Mesh passt sich der Gesäßform an, bildet aber keine weiche Sitzmulde. Die Sitzfläche bietet auch größeren Gesäßformen Platz, Sitzwangen gibt es nicht. Nur der ca. 15 mm breite Rahmen steigt nach hinten leicht an. Dadurch engt der Apollo weniger ein als viele Gaming-Stühle. Die nach vorn abfallende Sitzfläche ist sinnvoll. Bei korrekt eingestellter Sitztiefe drückt die Vorderkante kaum gegen die Oberschenkel. Wird die Fußstütze ausgezogen, liegt der obere Teil der Oberschenkel dank der geneigten Sitzkante bequem auf. Das macht den Apollo nicht ergonomischer beim Arbeiten, erhöht aber den Komfort beim Zurücklehnen.

Die vorn abfallende Sitzfläche erweist sich in der regulären Sitzposition, aber auch in der Liegeposition mit ausgefahrener Fußstütze, als Extra, das den Sitzkomfort verbessert. Quelle: PCGH Die vorn abfallende Sitzfläche erweist sich in der regulären Sitzposition, aber auch in der Liegeposition mit ausgefahrener Fußstütze, als Extra, das den Sitzkomfort verbessert. Rückenlehne und adaptive Lordosenstütze nutzen Wintex-Mesh und fallen straff aus. Die Lehne gibt nicht weich nach, sondern stützt spürbar. Wer weiche Polster erwartet, muss sich umstellen. Wer feste Unterstützung bevorzugt, sitzt bequem. Eine Eigenheit bleibt: Da die Armlehnen am Lehnenbügel sitzen, bewegen sie sich beim Wippen mit. Das passt zum Bewegungskonzept des Apollo, kann beim Arbeiten mit Maus und Tastatur aber stören, wenn die Arme möglichst ruhig aufliegen sollen. Der Sitzkomfort fällt insgesamt dennoch sehr hoch aus, vor allem, weil Netzspannung, Platzangebot und Druckverteilung gut zusammenpassen.

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  1. Seite 1 Ausstattung, Eigenschaften und Aufbau
  2. Seite 2 Materialqualität, Sonderausstattung, Sitzkomfort
  3. Seite 3 Ergonomie und Fazit
    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Aeshma-Deva Freizeitschrauber(in)
        Warum müssen Rückenlehnen gebogen sein? Bei mir verursacht das Rückenschmerzen.
        Es hat mich 10+ Jahre gekostet, bis ich rausgefunden habe, dass die gebogene Rückenlehne meines Sessels Schuld daran war.

        Die Schulterbreite scheint mir etwas schmal. 50 cm würde ich benötigen.

        Der Preis ist weit abseits von interessant für einen Schmerzgenerator.
      • Von Aeshma-Deva Freizeitschrauber(in)
        Warum müssen Rückenlehnen gebogen sein? Bei mir verursacht das Rückenschmerzen.
        Es hat mich 10+ Jahre gekostet, bis ich rausgefunden habe, dass die gebogene Rückenlehne meines Sessels Schuld daran war.

        Die Schulterbreite scheint mir etwas schmal. 50 cm würde ich benötigen.

        Der Preis ist weit abseits von interessant für einen Schmerzgenerator.
      • Von h_tobi Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Axel12
        Gefällt mir sehr gut, aber mir etwas zu hochpreisig!
        Auch nichts für mich, bei 200 - 250€ ist bei mir die Schmerzgrenze bei Stühlen erreicht.

        In letzter Zeit kommen gefühlt nur noch Tests von hochpreisigen Artikeln raus.
        Auch in der Print läuft kaum noch etwas unter 200€ (Tastaturen, Mäuse, Headsets...).

        Wird die ganze HW nur noch zu unverschämten Preisen verkauft? Ich würde mich mal über mehr Tests im Preisbereich von 50 bis max 150€ freuen. Wobei ich Mäuse und Headsets für mehr als 100€ auch übertrieben finde.

        Also gute P/L Hardware / Zubehör, denn teure Produkte müssen nicht immer länger durchhalten...
      • Von Khalinor666 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Unfaced
        hier im ersten Post des Forums, wie bei jeder News, jedem Test, jedem sonstigen Redaktionellen Beitrag
        Hab ich ehrlich gesagt noch nie drauf geachtet aber Danke für den Hinweis.
      • Von Unfaced Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Stoe
        Bitte beachten: Thema dieses Kommentar-Threads ist der Inhalt der Meldung. Kritik und allgemeine Fragen zu Online-Artikeln von PC Games Hardware werden hier gemäß der Forenregeln ohne Nachfrage entfernt, sie sind im Feedback-Thread besser aufgehoben.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] hier im ersten Post des Forums, wie bei jeder News, jedem Test, jedem sonstigen Redaktionellen Beitrag
      • Von Khalinor666 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von PCGH_Jacky
        Das war keine Einladung zur Diskussion.
        Jeder Beitrag in einem Forum ist eine Einladung zu einer Diskussion, ansonsten solltest du den Sinn und Zweck eines Forums noch mal überdenken. Im Übrigen kann man so etwas sicherlich netter formulieren schließlich wird von den Usern auch eine gewisse Netiquette verlangt oder hat der Kaffee noch nicht gewirkt?

        Zitat von PCGH_Jacky
        dass somit zeitnah reagiert werden kann
        Hat nur 29 Minuten gedauert ... also wo ist das Problem?

        Zitat von PCGH_Jacky
        Die Info steht schon eine ganze Weile im Startbeitrag eines jeden Artikel-Threads.
        Wo soll das sein?
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
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