Samsung Galaxy S5 im Hands-On-Test: Evolution statt Revolution [Test der Woche]
Die Galaxy-S-Reihe gehört zu den erfolgreichsten Smartphone-Serien dieser Welt. Nun schickt Samsung die fünfte Iteration ins Rennen. PC Games Hardware prüft, was das neue Flaggschiff leistet und ob sich ein Umstieg lohnt. Das Samsung Galaxy S5 im Hands-On-Test zeigen, ob es in die großen Fußstapfen seiner Ahnen treten kann.
Anmerkung: Dieser Artikel hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut.
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Quelle: PCGH
Das Galaxy S5 im Hands-On-Test (3)
An den Smartphone-Neuerscheinungen kann man inzwischen ziemlich genau ablesen, wann wieder ein Jahr rum ist, wenn auch nicht ganz: Das Galaxy S4 konnte seit dem 27. April 2013 in Deutschland erworben werden, das Galaxy S5 ist seit Freitag den 11. April erhältlich. Vorgestellt wurde es bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Nicht jedes Gerücht bewahrheitete sich, was genau das Galaxy S5 denn nun mitbringt, erfahren Sie im folgenden Text.
Samsung Galaxy S5: Neue Hardware braucht das Volk
Bei den Spezifikationen des Gerätes überbot sich die Gerüchteküche mit Mutmaßungen: Einen 1440p-Bildschirm sollte es haben, eine Display-Diagonale von 5,2 Zoll. Oft wurde ein Akku mit über 3.100 mAh und 3 GiByte Arbeitsspeicher genannt. Gemessen an diesen Wunschträumen kommt das Galaxy S5 erschreckend konservativ daher: Die CPU stammt wieder von Qualcomm, trägt die Bezeichnung Snapdragon S801 und taktet mit 2,5 GHz. Die Displayauflösung bleibt bei 1.920 x 1.080 Pixel. Die Bildpunkte verteilen sich nun jedoch auf 5,1 statt 5,0 Zoll. Das Gerät bietet damit eine etwas niedrigere Pixeldichte als der Vorgänger, die Bildqualität ist aber immer noch hervorragend. Das liegt zum einem auch an der abermals weiterentwickelten OLED-Technology, zum anderen auch an der gesteigerten Helligkeit der Anzeige. Trotz des größeren Displays ist das Gehäuse kaum größer als noch beim Galaxy S4. Der herausnehmbare Energieversorger ist zwar nicht ganz so groß wie erhofft ausgefallen, 2.800 mAh sind aber immer noch ein überdurchschnittlicher Wert. So auch die Akkulaufzeit: Das einstündige Streamen eines Full-HD-Videos verbrauchte nur etwa 11% des Akkus. Der Speicher ist mit 16 GByte für heutige Verhältnisse wohl nur noch ausreichend groß, kann aber mit einer SD-karte erweitert werden
Zudem versucht Samsung das Galaxy S5 noch mehr als seinen Vorgänger als Begleiter für die (nicht) alltäglichen Fitnessübungen zu vermarkten. Das Smartphone arbeitet mit dem Fitnessarmband Gear Fit zusammen und hat an der Rückseite einen Pulsmesser eingebaut, welcher durch einfaches Fingerauflegen funktioniert.
An der Vorderseite findet sich ebenfalls ein neuer Sensor: Die Home-Taste ist gleichzeitig ein Fingerabdruck-Scanner, der für die eigene Authentifizierung beim Online-Kauf oder für das Entsperren des Smartphones verwendet werden kann. Im Gegensatz zum Trendsetter iPhone funktioniert dieser nicht durch einfaches Antippen im Standby, sondern nur durch das Darüberstreichen, wenn das Smartphone schon aktiv ist. Die oft bemängelten Probleme, der Fingerabdrucksensor würde den Finger nicht erkennen, können wir bereits nach unserer kurzen Nutzungszeit des Gerätes bestätigen: Das Feature reagiert sehr empfindlich darauf, mit welcher Geschwindigkeit der Finger über den Sensor gezogen wird, wie mittig er platziert und in welchem Winkel er über die Fläche bewegt wird.
Samsung Galaxy S5: Die Leistung.
Die Leistung des Galaxy S5 liegt insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Im Vellamo-Benchmark ermitteln wir eine Leistung von 1.675 Punkten im HTML-5- und 1.211 Punkte im Metal-Test. Im Geekbench 3 erreicht das Smartphone ein Resultat von 2.846 Punkten. Im Manhattan-Benchmark (GFX Benchmark) rendert das Smartphone die Szene mit durchschnittlich 11,7 Fps. Damit bietet das Galaxy S5 mehr als ausreichend Leistung für Spiele. Außerhalb davon bemerkt man die Unterschiede zur vorherigen Generation aber kaum.
Samsung Galaxy S5: Chic? Naja...
Seit dem Galaxy Note 3 setzt Samsung auf die sogenannte "Design 2.0"-Gestaltungssprache. So auch beim Galaxy S5. Von vorne sieht das Gerät dem Galaxy S3 und S4 noch sehr ähnlich. Wenn man das Gerät aber wendet, sieht man, dass die Rückseite versucht, einen Leder-Look zu imitieren. Laut Samsung soll dieses Finish den anspruchsvollen Kunden zufriedenstellen, einen Zweck den es unserer Meinung nach nicht erfüllt. Kunststoff ist war in Bezug auf Haltbarkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit die vernünftige Alternative, ein Edelfeeling will beim Halten des Gerätes aber nicht aufkommen. Allerdings bietet das Chassis bekannte und beliebte Funktionen wie die austauschbare Rückenschale und der wechselbare Akku.
Umfasst wird das Gehäuse von einem gewellten Kunststoffrahmen, der von diversen Anschlüssen und Bedienelementen unterbrochen wird: Auf der Oberseite befindet sich der Klinkenstecker sowie eine Infrarotdiode zum Steuern des heimischen TV-Gerätes. An den Seiten sind die Lautstärkeregler (links) und der Ausschalter (rechts) platziert. An der Unterseite liegt die USB-Buchse, welche beim Galaxy S5 ein kleines Highlight darstellt: Zwar liegt dem Gerät nur ein Micro-USB-Kabel bei, auf Wunsch lässt es sich aber auch mit USB 3.0 betreiben. Um der IP67-Zertifizierung zu genügen - einen Trend, den Sony in Gang gesetzt hat - ist das S5 nun aber mit einer Lippe ausgestattet, welche über den Anschluss gestöpselt werden kann. Gut in Bezug auf Schmutz und Sauberkeit und eben der Staub- und Wasserresistenz, aber nervig, wenn man das Gerät schnell mal laden oder mit dem Rechner verbinden will. Immerhin hat Samsung auf einen Stöpsel für die Kopfhörerbuchse verzichtet.
Das Galaxy S5 wirkt trotz seiner 145 Gramm sehr leicht in der Hand. Das liegt auch daran, dass man sich wegen der Größe ein schwereres Gerät erwartet.
Samsung Galaxy S5: Das Auge isst mit
Glänzen kann hingegen das Display: Die Full-HD-OLED-Anzeige ist extrem kontrastreich und sehr hell (330 cd/m²), kann aber auch extrem weit heruntergeregelt (1,4 cd/m²) werden. Die genutzt Pen-Tile-Matrix lässt sich nur noch erahnen und wird bestenfalls bei feinen Schriften sichtbar. Das Display befindet sich extrem nahe an der schützenden Glasscheibe, sodass der Nutzer das Gefühl hat, direkt auf die Bedienelement zu fassen. Das Glänzen des Displays bezieht sich aber nicht nur auf die Leistungsdaten, sondern auch auf die Entspiegelung: Diese ist nur mäßig gut, was vor allem bei niedrigerer Helligkeitsstufe zum Problem werden kann.
Die Kamera des neuen Galaxy-Flaggschiffes macht sich gut: Die 16-MP-Schnappschüsse zeigen feine Details und einen guten Kontrast. Die App beherrscht nun einen HDR-Modus, der gleich eine Voransicht für das zukünftige HDR-Bild bietet. Zudem hat Samsung den Autofokus stark verbessert, sodass dieser innerhalb von 0,3 Sekunden scharfstellt. Mit der Video-Funktion lassen sich auch UHD-Videos aufzeichnen.
Samsung Galaxy S5: Touchwiz überarbeitet
Auch softwareseitig hat Samsung neue Features eingebaut, anderer aber auch ersatzlos gestrichen. Zu Letzteren gehört beispielsweise Smart Scroll, welches nur schlecht als recht funktionierte. Die Startseite orientiert sich am Vorgänger. Unterschiede tun sich erst auf, wenn man die Startseite nach rechts schiebt. Dann bewegt sich die neue "Magazine"-Ansicht ins Bild, welche funktional an Blinkfeed von HTC erinnert. Das Hauptmenü erhielt eine größere Überarbeitung. Die Menüpunkte sind nun nicht mehr listenförmig angeordnet, sondern werden in einer Rasteransicht dargestellt. Die einzelnen Menüpunkte befinden sich auf einem farbigen, kreisförmigen Hintergrund. Neueinsteiger dürften sich recht schnell an die neue Struktur gewöhnen, für Android-Veteranen wird aber erst einmal alles unübersichtlich. Die Umstellung des Menüs ist unverständlich, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die neue Anordnung keine Vorteile in der Bedienung bringt.
Zudem lassen sich nun Apps in eine sogenannte "Toolbox" verfrachten. Diese taucht in jeder App als halb durchsichtiger Kreis am Bildschirmrand auf und ermöglicht das schnelle Aufrufen von Apps wie den Taschenrechner, sobald sie gebraucht werden.
Die Menge an vorinstallierte Bloatware hält sich erfreulicherweise in Grenzen, sodass immer noch gut 11 GByte des internen Speichers für eigene Zwecke zur Verfügung stehen. Das gelingt Samsung aber nur, da sie viele Apps in die sogenannten Samsung Essentials ausgelagert haben, welche sich nach der Einrichtung in einem Rutsch nachinstalliert werden können. Nichtsdestotrotz finden sich auch reinrassige Bloatware-Apps wie von Pizza.de und dem HRS-Hotelservice vorinstalliert auf dem Gerät. Insgesamt wirkt Touchwiz entschlackt, ist aber im Vergleich zu einem Standard-Android immer noch wesentlich komplizierter. Da Samsung mit Google vereinbart hat, sich zukünftig näher am Design des ursprünglichen Androids zu halten, können Sie hierbei auf Besserung mit zukünftigen Updates hoffen.
Samsung Galaxy S5: Fazit
So langsam scheint es, das Zeitalter der großen Revolutionen bei den Smartphones ist vorbei. Das gilt auch für das Galaxy S5. Samsung hat das Gerät im Vergleich zum Vorgänger in allen Punkten verbessert. Herausragende Merkmale, welche einen Umstieg von der vorherigen Smartphone-Generation auf das neue Samsung-Flaggschiff quasi erzwingen, sucht man aber vergebens. Mit dem Galaxy S5 liefert Samsung ein besseres Galaxy S4 ab, das allerdings Probleme hat, sich ausreichend vom Vorgänger absetzen zu können.
Bildergalerie
Samsung Galaxy S5: Testtabelle & Preisvergleich
| Smartphone | Galaxy S5 |
|---|---|
| Produktnummer | SM-G900F |
| Hersteller (Bezugsquelle) | Samsung |
| Preis (ohne Vertrag)/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. 650,-/ausreichend |
| Software | |
| Betriebssystem | Android 4.4 |
| Herstellereigene Oberfläche | Touchwiz |
| Display, CPU, Speicher | |
| Display: Größe, Auflösung | 5,1 Zoll, 1.920 x 1.080 (432 ppi) |
| Display-Helligkeit | 1,5 bis 324 Candela/m² |
| Prozessor | Quadcore, 2.500 MHz (Snapdragon S801 ) |
| Integrierter Speicher/RAM | 16-32 GByte /2.048 MiByte |
| HDMI-Anschluss | Nein |
| Akku-Kapazität | 2.800 mAh |
| Slot für Speicherkarte | Micro-SD |
| Slot für SIM-Karte | Micro-SIM |
| Bedienung | |
| Stabilität/Verarbeitungsqualität | Sehr gut/sehr gut |
| Größe (Höhe x Breite x Tiefe) | 142 x 72,5 x 8,1 mm |
| Gewicht | 145 Gramm |
| Touch-Präzision | Sehr gut |
| Display-Spiegelung | Mittel bis hoch |
| Display-Bildqualität | Sehr gut |
| Standard-Tastatur | Sehr gut |
| Ergonomie | Gut |
| Erreichbarkeit: Tasten | Problemlos |
| Erreichbarkeit: SIM-Karte & Akku | Akku muss für SIM- und SD-Kartentausch herausgenommen werdne |
| Kamera an Rückseite (Bildqualität) | 16 Megapixel (sehr gut) |
| LED-Blitz an Rückseite | Ja, 1 x LED |
| Kamera an Front (Bildqualität) | 2 Megapixel (befriedigend) |
| Auslöseverzögerung | Unter einer Sekunde |
| Videos aufnehmen (Bildqualität) | 3.840 x 2.160, 30 Fps (gut) |
| Kopfhörer (Qualität) | Gut |
| NFC | Unterstützt |
| Leistung CPU-Leistung, Grafikleistung, CPU-Leistung: Vellamo-Benchmark (HTML5/Metal) | 1.675/1.211 Punkte |
| GFX Benchmark (Manhattan Offscreen) | 724 Frames (11,7 Fps Fps) |
| Geekbench 3.0 | 2.846 Punkte |
| Antutu | 35.162 Punkte |
| Akkulaufzeit: Web-/Videotest | 9:06 Stunden |
Die Alternativen von HTC oder Sony sind nicht schlecht, aber auch nicht besser. Was es wirklich wird weiß ich noch nicht
Außerdem scheint Samsung für das S5 auch kabelloses Laden anzubieten, was besonders hinsichtlich IP67 interessant ist und es erspart das lästige an und ab stöpseln.
Wakelock Detector- What keeps your phone awake when it sleeps? - xda-developers
Aha.
Na ich bleibe bei meiner Aussage. Anwenderfehler.
Also wenn ich mein s3 nur hinlege und nicht nutze dann hält das bestimmt ne Woche.... Habe ich aber auch noch nie probiert.
Also ich nutze es wie viele exzessiv und habe diese Standfestigkeit. Vielleicht ist deins auch kaputt.
Ich bin bei weitem kein samsung Fan, aber das s3 ist bislang das beste Smartphone das ich bislang hatte. :o
Ich nutz mein S3 den ganzen Tag durch Gespräche von ner halben bis einer stunde sind nichts ungewöhnliches und öfter als alle zwei, drei tage lade ichs nicht auf. Klar wenn ichs Google Nav unterwegs nutze ist der Akku flott leer, aber sonst kann ich mich nicht beklagen. Das S5 klingt interessant auch wegen der höheren Akkuleistung, aber ich denke ich warte noch zwei bis drei Versionen ab und leg mir erst dann wieder was neues zu.