Forza Horizon 6: So läuft der Rennspiel-Hit auf Vega und Polaris
Eine Tüftler-Community hat eine Methode gefunden, mit der Forza Horizon 6 trotz der Hardware-Sperre auch auf älteren Radeon-Grafikkarten der Vega- und Polaris-Generation läuft - mit bis zu 60 Fps auf einer Radeon RX 570 mit 4 GiB Speicher.
Microsoft und Playground Games haben mit Forza Horizon 6 zwar ein erstaunlich gut skalierbares Open-World-Rennspiel veröffentlicht, das selbst auf Mittelklasse-GPUs sauber läuft - Besitzer einer Radeon RX 580 und RX 570, Radeon RX Vega 56 oder Radeon RX Vega 64 schauen seit dem Release am 19. Mai jedoch in die Röhre.
AMD Vega und Polaris: Bypass bringt Forza Horizon 6 auf GCN
Die Entwickler blockieren die beiden Legacy-Architekturen Polaris ("GCN 4") und Vega ("GCN 5") per Hardware-Check, das Rennspiel quittiert den Start mit den Fehlercodes FHC01, FH201 oder FH205 und verweigert den Dienst. Dass dieser Ausschluss kein technisches Naturgesetz ist, beweist seit dem Wochenende eine Mod-Community, welche Forza Horizon 6 nun über eine modifizierte d3d12.dll, ein Treiber-Rollback sowie einen Steam-Input-Trick zum Laufen bringt. Auf der AMD Radeon RX 570 beschleunigt das Japan-Rennspiel damit auf 35 bis 60 Bilder pro Sekunde.
Forza Horizon 6 auf Polaris und Vega: Start wird blockiert
Bereits im großen PCGH-Benchmark-Test zu Forza Horizon 6 hatte unser GPU-Guru Raffael Vötter den Hardware-Ausschluss ausführlich dokumentiert: "Bislang waren Treiber-Warnungen und Grafikfehler das Schlimmste, was Vega-Nutzer wegen des Legacy-Status erwartete, nun steht das erste Spiel auf der Matte, das selbst mit reinem Rasterizing nicht startet." Ärgerlich für Besitzer der Radeon VII, welche leistungsmäßig durchaus für mittlere Details reichen würde, und für Nutzer weitverbreiteter Ryzen-APUs mit einer integrierten Vega-Grafikeinheit.
Forza Horizon 6 setzt mit DirectX 12 Ultimate, Feature Level 12_1, Shader Model 6.6, Mesh Shaders und Enhanced Barriers auf einen modernen Render-Stack, welchen die letzten offiziellen Polaris- und Vega-Grafikreiber - inklusive des kürzlich überraschend nachgereichten Adrenalin 26.5.2 für Polaris und Vega - schlicht nicht mehr melden.
Genau hier setzt der Community-Bypass an: Eine quelloffene Proxy-DLL namens d3d12.dll fängt die DirectX-12-Initialisierung ab, spiegelt dem Spiel Feature Level 12_1 sowie Unterstützung für Shader Model 6.6 und Enhanced Barriers vor, deaktiviert die unsupportet Mesh Shaders und ROVs sauber und verlängert das Driver-Timeout, damit lange Ladebildschirme keinen TDR-Crash mehr auslösen.
Parallel patcht eine zweite DLL (version.dll) die Systemvariablen und meldet dem Spiel 12 logische Prozessorkerne, was wiederum die parallel auftretende Fehlermeldung FH101 auf älteren Vierkern-Prozessoren zuverlässig unterbindet.
Forza Horizon 6 mit Bypass: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wer das Vorhaben angehen möchte, sollte vorab ein Image seiner Treiber-Installation oder zumindest einen Wiederherstellungspunkt anlegen - die Prozedur ist experimentell und greift tief in den Grafiktreiber ein:
- Treiber sauber entfernen: Aktuellen AMD-Adrenalin-Treiber mittels Display Driver Uninstaller (DDU) im abgesicherten Modus restlos entfernen, samt sämtlicher Rückstände in der Registry.
- Legacy-Treiber installieren: Im Anschluss eine saubere Installation des älteren AMD Software Adrenalin Edition 23.10.01.14 vornehmen - exakt jenes Microsoft-Agility-SDK-Treibers, den der Forza-Support bereits Ende 2023 für Forza Motorsport auf der RX 580 empfohlen hatte.
- DLLs einspielen: Die modifizierten DLL-Dateien (d3d12.dll und version.dll) aus dem öffentlichen GitHub-Repository herunterladen und direkt in das Stammverzeichnis von Forza Horizon 6 neben die Datei ForzaHorizon6.exe kopieren.
- Funktion prüfen: Wird beim ersten Start die Logdatei ForzaFix_RX580.log im selben Verzeichnis automatisch angelegt, hat der Patch sauber injiziert.
Wichtig ist, dass keine Spiel-Dateien selbst manipuliert werden - die Mod arbeitet ausschließlich als externer D3D12- und DXGI-Proxy. Der erste Programmstart kann mit einem schwarzen Bildschirm oder einem kurzen Crash quittiert werden, während der Shader-Cache angelegt wird; spätestens nach dem zweiten Anlauf rendert das Rennspiel sauber durch.
Microsofts kürzlich für Radeon-Grafikkarten geöffnete Advanced Shader Delivery, welche die Ladezeit von Forza Horizon 6 um bis zu 95 Prozent reduziert, greift auf den Polaris- und Vega-GPUs hingegen nicht - die ASD-Voraussetzung sind RDNA 3, RDNA 3.5 oder RDNA 4 samt aktueller AMD Software: Adrenalin Edition 26.5.2.
Forza Horizon 6 auf Radeon RX 570: 35 bis 60 Fps sind drin
Die nackten Performance-Zahlen sehen für eine acht Jahre alte Polaris-Grafikkarte überraschend ordentlich aus: Laut den ersten Community-Messungen erreicht eine Radeon RX 570 mit 4 GiB GDDR5 je nach Streckenabschnitt und Tageszeit zwischen 35 und 60 Fps in der niedrigsten Detailstufe und ohne Raytracing. Wer eine RX 580, Vega 56 oder Vega 64 im Rechner stecken hat, dürfte entspannter unterwegs sein.
Forza Horizon 6 auf Legacy-Radeons: Risiko bleibt
So elegant der Bypass technisch auch ist - die DLL-Injektion verstößt strenggenommen gegen die Nutzungsbedingungen von Forza Horizon 6, ein Mehrspieler-Bann durch EAC oder das Easy Anti-Cheat ist nicht auszuschließen.
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Quelle: Reddit via GameGPU.com

MS sollte den Moddern nen Job anbieten 😉
👍🏻
Weiß gar nicht ob FH 5 damit läuft, muss ich mal testen.
MS sollte den Moddern nen Job anbieten 😉
👍🏻