Fallout 76 in der E3-Vorschau: Atomkrieg 2.0 - das neueste Fallout ist (auch) ein Mehrspielerabenteuer
Im Rahmen der E3 2018 in Los Angeles stellten die Bethesda Game Studios just den neuesten Teil der Fallout-Rollenspielreihe vor. In Fallout 76 geht es diesmal in den erstaunlich grünen US-Bundesstaat West Virginia, in dem nicht nur NPCs und wir, sondern auch zahlreiche Mitspieler unterwegs sind.
Mochte Chefdesigner Todd Howard von den Bethesda Game Studios auf der firmeneigenen E3-Pressekonferenz noch so gute Scherze über die Zweitverwertung von Skyrim auf Amazon Alexa und Smart-Kühlschränken machen: Die mehreren Tausend Besucher waren auch deshalb nach Los Angeles gepilgert, um etwas über Fallout 76 zu hören - das neueste Rollenspiel der Macher von Skyrim und Fallout 3 und 4. Das wusste auch Howard, und so ließ er einen wahren Informationsreigen auf die Zuhörer niederprasseln.
West Virginia: deutlich grüner, deutlich größer
Fallout 76 erzählt die Geschichte des Vault 76 und seinen Bewohnern, die pünktlich zum 300-jährigen Bestehen der USA ihren schützenden Bunker verlassen. Doch die Welt des US-Bundesstaates West Virginia im Jahr 2076 sieht anders aus als die der Vorgänger. Herrschten in denen noch braue, radioaktiv verseuchte Landstriche vor, streifen wir nun durch grüne Wälder und Hügelketten. Wie das genau mit der Zeit nach einem Atomkrieg sowie der Tatsache vereinbar ist, dass Fallout 76 ein Vorgänger aller bisherigen Spiele ist - und damit auch der drei Interplay-Titel, die das Fallout-Universum begründeten -, erklärte Howard nicht.
Wohl aber verriet er uns, dass die Spielwelt von Fallout 76 vier Mal so groß wie die von Fallout 4 sein soll - und dass die Bewohner von Vault 76 satte 25 Jahre in ihrem unterirdischen Zuhause ausgeharrt haben. Doch nun erklärt der Aufseher die Umgebung für strahlungsfrei und alle Vault-Bewohner feiern aufgrund der bevorstehenden Rückkehr ins "normale" Leben eine fette Party. Unser Held feiert so sehr, dass er den "Reclamation Day", also den Aufbruch in die Freiheit verschläft. Nun muss er alleine durch den menschenleeren Vault an die Erdoberfläche spazieren.
Mehr Details, bessere Grafik - und immer online
West Virginia sieht nicht nur schön, sondern auch schön detailliert aus. "Dafür sind unsere neue Rendering-, Lighting- und Landscape-Techniken verantwortlich", erklärt Todd Howard. Sie sollen die sechzehnfache Detailmenge des Vorgängers auf den Monitor zaubern - selbst weit entfernte Wolkenbrüche, die auf die grüne Landschaft niederprasseln, sollen noch gut erkennbar sein. Der US-Bundesstaat besteht dabei aus sechs Regionen, die sich deutlich voneinander unterscheiden sollen.
In jeder Region treiben sich Wesen aus örtlicher Folklore und Legende herum, so etwa das Monster von Grafton. Die zahlreichen Vault-Bewohner, die vor uns das Weite gesucht haben, sind diesmal allerdings keine NPCs, sondern anderen Spieler: Fallout 76 ist der erste Serienteil, der komplett online verankert ist. "Das ist eine große Neuerung, das verstehe ich gut", gibt Todd Howard zu - und erklärt daher, wie der spielerische Paradigmenwechsel im Detail funktionieren soll.
Solo- und Gruppenüberlebenskünstler
Auch, wenn Fallout 76 wie etwa The Division und Destiny nur online gespielt werden kann, dürfen wir weiterhin alle Quests als Solisten bewältigen und unseren Charakter nach unserem Willen ausbauen. "Doch wenn sich unsere Spieler von ihren Erlebnissen im Ödland erzählen, dann erleben sie diese nie gemeinsam", sagt Todd Howard. Deshalb gibt es jetzt den Mehrspieler-Survival-Modus.
Der ist jedoch nicht mit Spielen wie PUBG oder Fortnite zu vergleichen: "Ich würde es eher Softcore-Survival nennen", grinst Howard. "Wenn euren Charakter das Zeitliche segnet, müsst ihr nicht wieder von vorne anfangen, sondern behaltet alle bis dahin erreichten Fortschritte." Außerdem sind in jeder Spielwelt - sprich: auf jedem Server - nicht Tausende von Spielern, sondern nur ein paar Dutzend unterwegs. Und wir sollen mit unserem Helden jederzeit Freunde auf anderen Welten besuchen können.
Gemeinsame Siedlungen - gemeinsame Gegner
Apropos Freunde - es muss in der postnuklearen Welt nicht immer friedlich zugehen. "Ihr entscheidet, ob ihr freundlich sein wollt oder nicht", orakelt Todd Howard. So sehen wir in ein paar Spielszene, wie sich die ehemaligen Bewohner von Vault 76 mit allerlei Waffen beharken und umnieten. Die Hatz auf Menschen und Mutanten klappt natürlich auch im Team mit insgesamt drei bis vier Verbündeten.
Neben den Erleichterungen und Herausforderungen, die das gemeinsame Erforschen und Erledigen von Quests mit sich bringen, können wir wie schon im Vorgänger wieder unsere eigenen Behausungen errichten. Die lassen sich dann auch an beliebige Orte verschieben. Das Zusammenpuzzeln von Fundamenten, Wänden und Möbeln erinnert auf den ersten Blick an die Sims, währen die darauf folgenden Monsterangriffe etwas von den Katastrophen in Sim City haben. Mit dem Unterschied, dass wir Godzilla und Co. nun gemeinsam mit unseren Freunden stoppen und anschließend ein In-Game-Selfie machen können.
Atomraketen-Griefing
Wem ein Überfall auf ehemalige Vault-Mitbewohner nicht reicht, der darf sich über Atomraketensilos freuen, die überall auf der Karte zu finden sind. "Wir lassen euch damit anstellen, was immer ihr machen wollt", sagt Todd Howard. So entstehen ganz neue Griefing-Dimensionen, wenn beispielsweise eine Siedlung, die von ihren Bewohnern in mühevoller Kleinarbeit liebevoll zusammengebaut wurde, von jetzt auf gleich in einem gewaltigen Feuerball vergeht.
Ohne die passenden Abschusscodes bewegt sich die Rakete jedoch kein Stück von der Startrampe. Nach denen Codes können wir entweder alleine fahnden oder sie mit den von anderen Spielern gefundenen Fragmenten kombinieren. Und natürlich ist nach dem Bombardement die Aufschlagregion in Strahlung gebadet und weitaus weniger einladend als vorher - besser, wir haben einen Schutzanzug dabei.
Fallout 76 erscheint noch 2018
Bethesda plant für Fallout 76 "100 Prozent dedizierte Server", die zum Start und "noch viele Jahre lang" unterstützt werden. Dennoch sollten wir wohl besser nicht planen, das Spiel den Kindern und Enkelkindern zu vererben. Weil die postnukleare Online-Welt auch für die Bethesda-Entwickler etwas Neues ist, planen sie einen Beta-Test, pardon: B.E.T.A.-Test - eine "Break-it Early Test Application". Denn, so grinst Todd Howard: "Ich habe gehört, dass manche unserer Spiele ein paar Bugs gehabt haben sollen."
Sammler dürfen sich über die "Tricentennial Edition" freuen: Sie enthält unter anderem eine Karte von West Virginia, die im Dunkeln leuchtet, ein paar Sammelfiguren, allerlei In-Game-Waffen, -Rüstungen und -Outfits sowie einen Helm der T-51-Power-Armor-Serie, den man sich aufsetzen kann - Stimmverzerrer und Stirnlampe inklusive. Der Preis dieser Edition liegt bei 200 Euro. Fallout 76 soll generell in allen Geschmacksrichtungen am 14. November 2018 erscheinen.
Fazit: Fallout 76 auf der E3 2018
Ein neues Fallout ist erst grundsätzlich eine großartige Sache - insbesondere, da zwischen den letzten Add-ons zu Fallout 4 schon einige Jahre ins Land gezogen sind. In den auf der E3 gezeigten Szenen sieht da Spiel tatsächlich schicker als die Vorgänger aus. Der große Knackpunkt wird die Online-Anbindung sein. Schließlich konnten wir bislang ins Ödland aufbrechen, wann immer wir es wollten. Zukünftig sind wir von Bethesdas Servern abhängig.
Keine Informationen gab es zu Quests und Kämpfen, und das, obwohl Fallout 76 ja schon in fünf Monaten erscheinen soll. Die Beta-Phase und ein wahrscheinlicher Auftritt auf der gamescom sollten für Aufklärung sorgen. Auch darüber, ob wir uns irgendwie vor den Angriffen solcher Spieler schützen können, denen Quests und Basenbau egal sind und die sich stattdessen daran ergötzen, die Siedlungen anderer Spieler per Atomschlag dem Erdboden gleich zu machen.

Bei Multiplayer Titeln sind dann leider immer welche dabei, die einem den Spielspaß verderben. Habe ich schon bei WoW, ARK usw erlebt. Idioten sind überall zu finden.
Ich werde erst einmal abwarten, wie das Spiel wird, wenn es nachher raus gekommen ist. Aber Vorbestellen werde ich mir diesen Titel wohl leider nicht.
Ein Spiel wie zB Destiny kannst du ja auch alleine bestreiten.
Ist Fallout 76 eigentlich PVE, PVP oder beides?
Edit:
Hab grad gelesen man kann sich gegenseitig bekriegen.
Für Solo Spieler muss man schauen wie das umgesetzt wird. Wenn man da permanent von anderen Gruppen umgenatzt wird, macht das wenig Sinn.