Cebit 2007: Ich habe UT 2004 mit dem Gehirn gesteuert (Update: Video und Erklärung)
Hochkonzentriert: Ich denke den treffe ich.
"So ein Unsinn, das funktioniert doch niemals" - genau das habe ich jedenfalls gedacht, als mir OCZs Pressesprecher den Neural Impuls Actuator zeigte: Spiele steuern per Gehirn. Dafür sitzen drei Sensoren im Stirnband, die Alpha- und Beta-Gehirnwellen, Augenbewegungen und Muskelaktivität messen. Der Hersteller nennt das Produkt scherzhaft "Brain-Maus". Mit der Konfigurations-Software legen Sie die eingehenden Signale auf bestimmte Tasten. Wir probierten das bei einem klassischen Deathmatch mit Unreal Tournament 2004 aus: Vorwärts laufen, springen, strafen und schießen soll per Gedankenkontrolle erledigt werden. Nur für das Zielen brauchen wir noch eine gewöhnliche PC-Maus. "Dafür ist die Brain-Maus leider noch nicht schnell genug" gibt OCZs Pressesprecher an.
Zwei Minuten dauerte die Konfiguration, danach befinde ich mich auf der UT2004-Map. "Was mache ich jetzt überhaupt" denke ich mir. Die Spielfigur läuft nach rechts, schießt und springt ein wenig. "Eigentlich will ich nach vorne, Waffen oder Items sammeln und meine Gegner aufspüren" - tatsächlich bewege ich mich über die Karte, allerdings noch etwas unkontrolliert. Ich sehe den ersten Gegner - zum Glück ist es nur ein einfacher Bot. "Und wie schieße ich jetzt noch mal?" - der Gedanke kostet mich den Frag. "Ok, ich musst weiter - da lang, Gegenstände aufsammeln, der anfliegenden Rakete ausweichen, zurückfeuern", tatsächlich: es funktioniert. Nach weniger als fünf Minuten habe ich mich halbwegs eingespielt und meinen ersten Multikill erzielt - per Gehirn.
Ende des Jahres soll die "Brain-Maus" Marktreife erreichen. Dann soll das Stirnband aus Plastik und das zusätzliche Steuerelement nur noch halb so groß sein. Später will OCZ sogar einen Neural Impuls Actuator veröffentlichen, den Sie einfach direkt an den USB-Port anschließen können. Dann kann die erste LAN-Party mit Gedanken-Duellen kommen.
***Update***
Zur Veranschaulichung haben wir auch ein Video aufgenommen, dass wir aus rechtlichen Gründen leider nicht selbst hosten dürfen, aber vielleicht finden Sie es ja, wenn Sie auf youtube.com nach der "brain-mouse in action" suchen...
Einen sehr interessanten Beitrag zur Funktionsweise hat unser Leser Dur-Mellon per Kommentarfunktion verfasst:
"Vielleicht kann ich als Neurobiologe ganz kurz was dazu sagen:Einige haben das hier schon ganz richtig erkannt. Sobald man an etwas denkt, wird in Deinem Gehirn ein bestimmtes Muster aktiviert, wobei es eigentlich sogar andersherum ist. In Deinem Gehrin wird ein bestimmtes Muster aktiviert und dann denkst Du z.B. an etwas bestimmtes. Das hört sich zwar seltsam an, ist aber so. Man kann messen das bevor man an etwas denkt, die betreffende Gehirnregion bereits aktiv ist (aber darum geht es ja hiernicht). Auf jeden Fall läßt sich die elektrische Aktivität durchaus mit einem solchen Stirnband messen und entsprechend kann man dann nur mit seinen Gedanken bestimmte Dinge bewegen. In der aktuellen Forschung wird soetwas z.B: mit querschnittsgelähmten Affen gemacht, die nur per Gedanken in der Lage sind auf einem Monitor einen Cursor zu bewegen o.ä..Wenn man z.B. eine Bewegung ausführt, werden normalerweise die entsprechenden Signal vom Gehirn ins Rückenmark und dann zu den Muskeln geleitet. So entsteht Bewegung. Wenn man sich eine solche Bewegung nur vorstellt, werden sehr ähnliche Bereiche im Hirn angesprochen, diese Aktivität wird wie bereits gesagt gemessen und mit einem bestimmten "hotkey" versehen. Ist aus der Sicht der Forschung nichts neues, aber in der Spielindustrie sicher aufsehenderregend."
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