Microsoft auf der E3: Age of Empires 2, Lego-Renner in Forza Horizon 4, neuer Elite-Controller und xCloud-Streaming
60 neue Spiele, ein Game Pass für PC-Besitzer, ein neuer Elite-Controller und Spiele-Streaming mit xCloud - nur von der nächsten Xbox-Konsolengeneration gab es so gut wie nichts zu hören und zu sehen.
Sage und schreibe 60 neue Spiele - sowohl Eigenentwicklungen als auch Titel von Partner-Publishern - präsentierte Microsoft auf der Xbox-Pressekonferenz auf der E3 2019 in Los Angeles. 37 davon kommen auch für den PC - Xbox Cross Play sei es gedankt, das es ermöglicht, online gekaufte Spiele für beide Systeme zu nutzen.
Apropos PC-Spiele: Unbedingt erwähnenswert ist der Xbox Game Pass, den es nun in einer erweiterten Ultimate-Variante gibt. Für derzeit einen US-Dollar - sonst derer 15 pro Monat - wandelt Microsoft bis zu drei Jahre Xbox Live Gold in den Xbox Game Pass Ultimate um. Dieser enthält Xbox Live Gold, den Xbox Game Pass und einen PC Game Pass.
Der brandneue PC Game Pass ist ein Abo-Dienst mit derzeit mehr als 100 Spielen von rund 75 Entwicklern, darunter Metro Exodus, Football Manager 2019 und Imperator: Rome. Dazu kommen über den Xbox Game Pass viele Xbox-Exklusivtitel, von denen die meisten auch auf dem PC laufen.
Age of Empires 2: Definitive Edition: Schöner herrschen
Kinder, wie die Zeit vergeht: Schon vor zwei Jahrzehnten erschien das großartige Strategiespiel Age of Empires 2, damals von den Ensemble Studios ins Leben gerufen. Auch, wenn es einen vierten Teil der Serie noch immer nicht offiziell zu sehen gibt: Microsoft veröffentlicht im Herbst über den oben erwähnten Game Pass, den Microsoft Store und auch Steam eine an moderne PCs angepasste Variante namens Age of Empires 2: Definitive Edition in schicker 4K-Optik.
Die Definitive Edition enthält alle Erweiterungen des Hauptspiels - 35 Zivilisationen warten auf eine Abreibung. Mit einem eigens produzierten Add-on namens "The Last Khans" kommen vier weitere dazu, gegen die wir in drei Kampagnen antreten dürfen. Da scheinen die von Microsoft genannten 200 Stunden Spielspaß noch etwas tiefgestapelt. Auch mit dabei: Ein Acht-Spieler-Online-Modus und ein neu abgemischter Soundtrack.
Beim Anspieltermin stellte sich dann flugs das alte Age-Gefühl ein: Wir ziehen mit unserer Armee los, um anderen Völkern auf der Demo-Karte zu Lande und zu Wasser Saures zu geben. Allerdings lief die Zeit unaufhörlich ab, in der wir die Karte von den Gegnern säubern mussten - für große Bau- und Upgrade-Aktivitäten unserer Einheiten blieb da nicht viel Zeit. Dennoch konnten wir die Entwickler-Herausforderung von 4000 Siegpunkten mit derer 8068 locker verdoppeln. Die KI unserer Recken stellte sich dabei nicht allzu dusselig an, wenn wir sie sich selbst überlassen haben, um etwa Katapulte einzupacken und am Zielort wieder aufzustellen. Sehr schön!
Lego Speed Champions: Schöner rasen
Extrem putzig ist die Erweiterung Lego Speed Champions für Forza Horizon 4, die am 12. Juli 2019 erscheinen soll. Wir düsen darin in Lego-Autos durch eine Lego-Welt, komplett mit Lego-Wolken, -Kühen, -Bäumen und -Männchen - ein großer Spaß. Kollidieren wir mit der Umgebung, fliegen Lego-Steine durch die Gegend, dass es eine wahre Freude ist.
Quelle: Microsoft / Turn 10
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Aber hinter dem irrwitzigen Konzept steckt nach wie vor die Fahrphysik von Forza Horizon 4, wovon wir uns beim Anspieltermin auf der E3 überzeugen konnten. Wir nahmen dazu im Cockpit eines McLaren Senna und eines Mini Cooper S Rally Platz. Klar, eine beinharte Simulation ist Forza Horizon 4 nicht, doch der McLaren steuerte sich deutlich aggressiver und reagierte ruppiger auf unsere Manöver als der gutmütige Mini Cooper.
Vorbei an jubelnden Gelbköpfen machten wir gewaltige Sprünge über Rampen und auf Feldwege, die angekündigten Lego-Herausforderungen konnten wir noch nicht begutachten. Aber mit schmissiger Klangkulisse und farbenfroher Optik haben wir sie nicht vermisst - auch und selbst dann nicht, als wir mitnichten als Erster durchs Ziel gerauscht sind.
Elite Controller Series 2: Schöner steuern
Microsoft biete schon seit einiger Zeit den Xbox Elite Wireless Controller an - ein schweres, individuell mit zusätzlichen Tasten und Sticks anpassbares Gamepad, das auch unter Windows 10 problemlos seinen Dienst verrichtet. Auf der E3 2019 gab's den Nachfolger zu sehen, den Xbox Elite Wireless Controller Series 2.
Er wurde von den Microsoft-Ingenieuren in enger Zusammenarbeit mit den Fans entwickelt und besitzt kürzere Schaltwege der Fronttasten, drei speicherbare Tastenbelegungsprofile für unterschiedliche Spiele und eine mit einem kleinen Schraubenzieher anpassbare Federstärke der Thumbsticks.
Zu den 30 neuen beziehungsweise verbesserten Features gehören außerdem eine griffigere Oberfläche und ein Akku, der jetzt bis zu 40 Stunden lange Spielsitzungen ermöglichen soll. So viel High-Tech hat seinen Preis: Microsoft hat keine Angst, für das Gamepad ab dem 4. November 2019 rund 180 Euro zu verlangen.
Quelle: Microsoft
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xCloud: Schöner streamen
Spiele-Streaming ist eine Zukunftsvision, die immer stärker zur Wirklichkeit wird. Quasi als Gegenpunkt zu Googles Stadia-Angebot zeigte Microsoft das Streaming von Xbox-One-Spielen wie Forza und Halo auf ein Android-Smartphone mit angeschlossenem Controller - Akkulebensdauer und Datenplan mal außen vorgelassen.
Keine langen Worte: xCloud-Streaming funktioniert tadellos. Wir konnten weder bei Halo 5: Guardians noch bei Forza Horizon 4 wirklich störenden Lag feststellen. In hektischen Szenen kam es gelegentlich zu Artefakten, aber auf dem Smartphone-Bildschirm fallen die weniger stark ins Gewicht als auf einem 60-Zoll-Kanalschwimmer an der Wand. Nur die Lesbarkeit einiger In-Game-Texte verkam zum Ratespiel - das dürfte auf ebenfalls unterstützten Tablets etwas besser sein.
Das Streaming von der heimischen Konsole ist dabei nicht unbedingt neu. Es klappt bei Konkurrent Sony etwa schon seit der PlayStation 3. Sony ist obendrein schon seit 2014 mit PlayStation Now im Streaming-Geschäft. Auch Nvidia mischt hier mit: GeForce Now soll noch in diesem Jahr Smartphone-Streaming ermöglichen.
Doch wenn Microsoft mit der Azure-Cloud im Rücken ab Oktober in den Markt einsteigt, ist das primär eine Kampfansage an Google, deren Stadia-Dienst im November starten soll. Welches Angebot langfristig das Rennen macht, steht noch in den Sternen und hängt zum nicht geringen Teil vom Preis und den angebotenen Titeln ab - langweilig wird es in der Spielebranche jedenfalls nicht so schnell.


Und der nächste Streaming Dienst
Bleibt weg mit dem Zeug.