DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

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DirectX 12 live auf der GDC: Unsere Eindrücke
Quelle: PC Games Harsware

Nach jahrelanger Entwicklung stellte Microsoft auf der Game Developers Conference 2014 in San Francisco die nächste Generation der Windows-Grafikschnittstelle Direct3D 12 vor, die Mehrkern-CPUs besser ausnutzen und GPU-Berechnungen intelligenter machen soll. PCGH war vor Ort und schildert seine Eindrücke.

Knapp 20 Jahre nach DirectX 1 und knapp fünf Jahre nach DirectX 11 stellte Microsoft auf der Game Developers Conference 2014 endlich einen vollwertigen Nachfolger einer hauseigenen Programmierschnittstelle vor, mit der Spielentwickler direkt und schneller als mit normalen Windows-Routinen auf die Grafik-Hardware zugreifen können. Development Manager Anuj Gosalia von Microsoft, der freudig erregt durch die DirectX-12-Präsentation führte, ließ es sich nicht nehmen, zu Beginn einen kurzen Abriss der letzten 20 Jahre zu geben und die Entwicklungspartner aus der Spieleindustrie zu preisen. Dann ging es in die Gegenwart und nahe Zukunft, in der die GPU-Leistung rasant weitergeht, doch die Leistung einer Single-Thread-CPU deutlich langsamer beziehungsweise die Zahl der CPU-Kerne nicht wesentlich steigen wird.

DirectX 12: Gleiche Last für alle

Doch Spieleprogrammierer, so Anuj Gosalia, wollen eine neue Schnittstelle, um direkter und mit weniger Überbau auf die GPU zuzugreifen. Zeit für DirectX 12 und die darin enthaltene Grafikschnittstelle Direct3D 12. Eine kurze 3DMark-Demo zeigte eindrucksvoll die verbesserten Multithreading-Fähigkeiten von Direct3D 12. Unter DX11 hat vor allem der erste von vier Kernen eines i7-4770-Systems viel zu tun, doch mit dem Nachfolger sinkt dessen Belastung deutlich und verteilt sich besser auf die drei anderen Kerne, die jetzt deutlich weniger Leerlaufzyklen fahren. Obendrein bleibt so der CPU 50 Prozent mehr Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. In der zweiten Demo des Tages führt uns Chris Tector von den Turn 10 Studios eine PC-Fassung des Xbox-One-Rennspiels "Forza 5" vor - in einem Monat von vier Programmierern von Direct3D 11 auf Direct3D 12 gebracht.

DirectX 12: Direkter am Chip als je zuvor

Um diesen Leistungssprung zu erreichen, in dessen Genuss auch bereits installierte Grafikkarten kommen sollen, feilten Microsofts Entwickler an der Grafik-Pipeline, der Art und Weise, wie zu berechnende Elemente an die GPU weitergereicht werden sowie den GPU-internen Zugriff auf Ressourcen. Eine vereinheitlichte Pipeline verringert mit sogenannten Pipeline State Objects den Rechenaufwand, der GPU-intern vor der Darstellung betrieben werden muss und erlaubt so eine größere Menge dargestellter Objekte in gleicher Zeit. Befehlslisten sorgen dafür, dass Objekte effizienter für die Darstellung vorbereitet werden, mit Bundles berechnet die GPU ein Objekt nur einmal und schickt es dann beliebig oft in eine Befehlsliste, was ebenfalls den Rechenaufwand verringert. Intelligentes Ressourcenmanagement ist schließlich dafür verantwortlich, das veränderte Ansichten eines Objekts mit weniger Rechenaufwand als bisher gezeichnet werden können. Statt ein Objekt mehrfach "im Voraus" zu berechnen, geschieht dies nur einmal - dann wird die benötigte Ansicht mit Hilfe einer Deskriptorentabelle mit teilweise nur einem einzigen Befehl daraus hergestellt.

DirectX 12: Nvidia, Intel und AMD vereint Quelle: PC Games Hardware DirectX 12: Nvidia, Intel und AMD vereint

AMD und Intel sind mit an Bord ...

Nicht nur Chris Tector lobt Direct3D 12, das "Forza 5" vor allem durch Bundles, verbesserte Ressourcenverwaltung und Pipeline State Objects zum Schnurren bringt. Raja Koduri, Graphics Architect bei AMD, preist die API, die "bereits existierende Hardware vier Generationen überspringen lässt". Und: "Bei keiner DirectX-Entwicklung hatten wir so wenig Probleme wie bei DirectX 12." Die Beschleunigung der GPU werde sich auch auf die Xbox One auswirken, in der immerhin auch ein AMD-Herz schlägt. Anschließend betritt Eric Mentzer die Bühne, als Vice President der Platform Engineering Group bei Intel tätig. Seiner Meinung nach ist Direct3D 12 ein "Wendepunkt der Spielentwicklung", die Spielerfahrung "wird die Leute von den Socken hauen".

... Nvidia und Qualcomm ebenfalls

Tony Tomasi, Senior Vice President of Content & Technology bei Nvidia, unterstreicht, dass auch seine Firma von Anfang an an der Entwicklung der neuen DirectX-Version beteiligt war und dass die Fermi-, Kepler- und Maxwell-Familien sie selbstmurmelnd unterstützen werden. Mit Hilfe eines Diagramms ohne wirklich konkrete Informationen postuliert Tomasi eine Verringerung des Rechenaufwands um den Faktor 4. Dass DirectX 12 auch für Mobilgeräte eine Rolle spielt, berichtet Eric Demers, Vice President Engineering bei Qualcomm. Seit 2005 produziert seine Firma Snapdragon-Chipsätze, die in Windows-Mobile- beziehungsweise Windows-Phone-Geräten zum Einsatz kommen. Geringerer Rechenaufwand bedeutet auch geringerer Batterieverbrauch - Mobilgeräte halten bis zur nächsten Batterieladepause länger durch. Außerdem lassen sich Spiele leichter portieren, etwa von der Xbox One zu einem Smartphone.

Welches Windows wird unterstützt?

Ende 2015 soll DirectX 12 fertig sein, eine Preview-Fassung noch in diesem Jahr erscheinen. Kommenden Winter soll DirectX 12 dann allen neuen Desktop-GPUs, 80 Prozent aller neuen Spiele-PCs und 50 Prozent aller PC-Besitzer unter die Arme greifen können. In PCs, die sowohl eine On-Board-GPU als auch eine dedizierte Grafikkarte besitzen, soll DirectX 12 beide unterstützen. Die Frage, ob es DirectX 12 auch für Windows XP geben werde, beantwortet Anuj Gosalia mit einem Grinsen: "Windows XP hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht." Wie es mit Windows 7 aussieht? Hier will sich der Microsoft-Mann nicht festlegen, sondern sagt nur: "Wir sehen das Verlangen der Spieler." Wir können nur hoffen, dass bis Ende 2015 Windows 9 erhältlich ist, das uns die Schwächen von Windows 8 vergessen lässt - so ähnlich, wie es vor ein paar Jahren mit Windows 7 und Vista geschah. Andererseits könnte Microsoft DirectX 12 als Marketingmaßnahme einsetzen, um die Verkäufe von Windows 9 anzukurbeln. Warten wir ab, denn bis Weihnachten 2015 haben wir ja noch ein Jahr und neun Monate Zeit.

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    • Kommentare (36)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von turbosnake Kokü-Junkie (m/w)
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        Ich habe mal gehört das es Kompatibilitäts Gründe hat.
      • Von turbosnake Kokü-Junkie (m/w)
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        Ich habe mal gehört das es Kompatibilitäts Gründe hat.
      • Von OdlG BIOS-Overclocker(in)
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        Dass Vista, 7 und 8(.1) intern alle als Version 6.x geführt werden
      • Von M4xw0lf Lötkolbengott/-göttin
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        = DOS

        Worum gehts?
      • Von Locuza Lötkolbengott/-göttin
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        = Windows XP
      • Von OdlG BIOS-Overclocker(in)
        AW: DirectX 12 live auf der GDC: Mehr Leistung selbst auf aktuellen Grafikkarten - Unsere Eindrücke

        Zitat von Kekelala321
        Vista = Windows 7
        =Windows 8(.1)
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