Diablo 4 angetestet: Ein persönlicher Vorabbericht aus der Hölle
Willkommen zurück in der Hölle: Mit Diablo 4 steht der wohl wichtigste Blizzard-Titel der vergangenen Jahre an. Kann das Spiel den hohen Erwartungen standhalten?
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Nach Monaten der Entwickler-Livestreams, Beta-Phasen und Promo-Materialien ist es endlich so weit: Der Release von Diablo 4 steht in den Startlöchern. Am 2. Juni um 1 Uhr deutscher Zeit startet die Early-Access-Phase für Käufer der Digital Deluxe und Ultimate Editionen, ehe der offizielle Launch am 6. Juni zur gleichen Uhrzeit erfolgt. Nach dem mit "enttäuschend" noch sehr wohlwollend formulierten Release von Diablo 3 will der vierte Ableger nun von Anfang an alles richtig machen.
Diablo 4: Preload, Startzeit - Blizzard bestätigt (fast) alle wichtigen Termine
Ein Disclaimer vorab: Der folgende Artikel soll keinen "echten" Test und schon gar nicht den kommenden Technik-Check ersetzen, sondern vielmehr einen kleinen Vorgeschmack auf das Abenteuer aus Sicht eines Diablo-Fans geben, der vor dem finalen Release ein paar Stunden reinschnuppern durfte. Ebenso wichtig: Das Review-Embargo ist zwar heute gefallen, vor dem Start der Early-Access-Phase dürfen allerdings noch keine Story-Inhalte gezeigt oder angesprochen werden, die über den bereits gezeigten ersten Akt aus der Beta-Phase hinausgehen. Wer also Angst vor möglichen Spoilern hat, muss seine Augen zumindest bis Freitag nicht verschließen.
Diablo 4: Die interessanteste Story der Reihe
So viel sei aber zur Diablo 4 Geschichte gesagt: Einen Pulitzer-Preis wird sie nicht gewinnen - das war innerhalb der Serie aber auch nie der Anspruch. Dennoch ist die Story ein überraschend positiver Aspekt, der sich deutlich von dem Einheitsbrei vergangener Teile abhebt. Insbesondere die omnipräsente Lilith ist als gelungene zentrale Figur hervorzuheben, die nicht nur mit ihrer Motivation einen deutlich vielschichtigeren Eindruck hinterlässt, als es Diablo & Co. je gelungen ist.
Vor allem Lore-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, die mit mehreren altbekannten Charakteren und Widersachern die gesamte Geschichte mit Leben füllen - aber auch komplette Neueinsteiger ins Diablo-Franchise werden nicht im Stich gelassen. Dafür sorgt auch die wunderbar düstere Atmosphäre inklusive eines stimmigen Soundtracks, die mich in den ersten beiden Diablo-Teilen überhaupt erst zum Fan der Reihe gemacht hat.
Diablo 4: Mein Barbar ist (noch) zu schwach
Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Wie spielt sich Diablo 4 denn nun? Aus der Beta bekannt sind die fünf spielbaren Klassen Barbar, Druide, Totenbeschwörer, Zauberer und Jäger - allesamt mehr oder weniger gut gebalanced, wie schon im Vorabzugang in Teilen bemängelt wurde. Der Eindruck bleibt auch in der jetzigen Fassung; zumindest die auf den Fernkampf ausgelegten Klassen fühlen sich deutlich stärker an als mein geliebter Barbar, den ich im Zuge meiner Testphase primär gespielt habe. Immerhin verspricht Blizzard regelmäßige Balancing-Patches.
Quelle: Blizzard
Fünf Klassen gibt es in Diablo 4 zur Auswahl - meinem stumpfen Naturell entsprechend wähle ich selbstverständlich den Barbaren.
Dennoch funktioniert jede Klasse in isolierter Betrachtung einfach; der angesprochene Barbar erfüllt meine Rollenspiel-Fantasie der brachialen Ein-Mann-Armee, die auf unzählige Dämonenmengen wie eine Naturgewalt eintrümmert, in Perfektion. Spielerisch leicht geht das Ganze allerdings nicht vonstatten, was mir außerordentlich zusagt; insbesondere Boss-Kämpfe erinnern mich eher an Raidbosse in World of Warcraft, die eine schnelle Identifizierung angekündigter Attacken und entsprechende Ausweichmanöver verlangen. Vorbei ist die Zeit von Diablo 3, in der es quasi egal war, was der Schlächter & Co. vorhatten (man konnte das ja eh problemlos wegstecken) - jetzt ist etwas mehr Manövrieren und Strategie gefragt, was auch für die schier riesigen AoE-Effekte mancher Mobs gilt.
Apropos Strategie: Die im Überfluss vorhandenen Heiltränke aus dem Vorgänger sind nun ebenfalls begrenzt, sodass man nun deutlich besser haushalten muss. Auch das erhöht den grundsätzlichen Schwierigkeitsgrad, ohne, dass dieser störend zum Diablo-Konzept "Töte Dämonenhorden, bekomme mehr Loot, töte noch mehr Dämonenhorden" wirkt. Positiv zu erwähnen ist zudem der überarbeitete Talentbaum, der komplex genug ist, um Entscheidungen mit Vor- und Nachteilen zu forcieren, aber dennoch einen klaren Eindruck davon vermittelt, was man da gerade tut. Dafür sorgt auch das klare Feedback im Build selbst, jedes der gewählten Talente hat eine eindeutige Identität.
Diablo 4: Ein persönliches Fazit
Je länger ich spiele, desto mehr verfestigt sich meine persönliche Wertung, dass es sich bei Diablo 4 um einen Anwärter für das Spiel des Jahres handelt. Selbst, wenn ich meine rosarote, vom Hype durchtränkte Fan-Brille abnehme und mich um einen strikt objektiven Tester-Blick bemühe, fällt es mir schwer, zum jetzigen Zeitpunkt "echte" Kritikpunkte zu finden. Allerdings habe ich noch keinen Eindruck vom Endgame gewinnen können, da die Zeit hierfür schlicht nicht ausgereicht hat - und gerade dieser Part wird wohl darüber entscheiden, wie sehr sich Diablo 4 auf Dauer in mein Herz brennen wird. Auch bleibt die Frage offen, ob Blizzard nicht doch über die Hintertür Pay2Win-Mechaniken einbauen wird, wie es mit dem verhassten Immortal-Ableger geschehen ist sowie das vorherrschende Potenzial für Serverprobleme und eine möglicherweise überfüllte Shared-World zum Release.
Bleibt nur noch eine Sache offen: Wird Diablo 4 den geliebten zweiten Teil vom Thron stoßen? Schwer zu sagen; dafür ist das Podest, auf das Diablo 2 mitsamt Lord of Destruction gestellt wird, mittlerweile viel zu hoch - ob berechtigterweise oder nicht, sei mal dahingestellt. Ist D4 unabhängig davon ein unheimlicher Zeitfresser, der mir in der vergleichsweise kurzen Zeit enorm viel Spaß gemacht hat und mich kaum noch abwarten lässt, mit der Arbeit fertig zu sein und weiterzuspielen? Lassen Sie mich diese Frage mit "Ich schreibe diese Zeilen um halb 6 nachts und mein Arbeitsbeginn ist in knapp dreieinhalb Stunden" beantworten. Unabhängig davon, wie viele bombastische Spiele-Releases in den vergangenen Monaten erfolgt sind und auf meinem Backlog liegen (meine Kopie des rekordbrechenden Tears of the Kingdom liegt noch immer ungeöffnet in der Ecke), weiß ich schon jetzt, dass meine abendliche Unterhaltung über Monate hinweg in Form von Diablo 4 erfolgen wird - vielleicht auch Ihre. Wir sehen uns in der Hölle!

(NDA ist heute pünktlich um 18 Uhr gefallen)
Die gamestar sagt auch das zum 6. Juni ein Update des Tests geben wird. Dann soll der test auch komplett online gehen. Ich habe auch einige Tests gelesen wo alle sagen es ist ein Vorab test der noch nicht final ist.
Diablo hat schon immer am meisten in der Gruppe, oder mindesten zu zweit am meisten Spass gemacht.
Das gilt aber für PoE und Co. auch.
Wenn du bei solchen Spielen auch nur auf "Optik" schielst (Shop), frei nach der Devise: "Wer hat den grö...", dann ist es sowieso definitiv nichts.
Und wenn du D3 "nebenher" spielen kannst, dann würde ich sagen, läufst du wahrscheinlich auch keine 150'er GR...
Aber Sirus Stufe 8 mit einem Freund der dort keine Ahnung hat was er tut?
In Diablo 2 ist das ganze immer anstrengend wenn der Loot nicht geteilt wird. In Diablo 3 GR waren nett aber lange Spaß hatte ich persönlich nicht.
Von daher jeder ist anders.
Gruß
Das gilt aber für PoE und Co. auch.