DayZ-Erfinder: Engines sind nicht die Zukunft der Spieleentwicklung

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DayZ-Erfinder: Engines sind nicht die Zukunft der Spieleentwicklung
Quelle: RocketWerkz

Der DayZ-Erfinder Dean Hall versucht sich aktuell an einem spirituellen Nachfolger zum Kerbal Space Program. Die Entwicklung von "Kitten Space Agency" setzt allerdings weniger auf klassische Engines, sondern flexible Frameworks, die die Zukunft der Spielentwicklung sein sollen.

Der Day-Z-Schöpfer Dean Hall, der aktuell als CEO des Entwicklerstudios Rocketwerkz fungiert, sieht Frameworks wie "BRUTAL" - das von seinem Studio für das Weltraumspiel Kitten Space Agency entwickelt wurde - als Zukunft der Spieleindustrie. Diese würden Entwicklern mehr Kontrolle ermöglichen: Während Engines wie Unity oder Unreal eine vorgefertigte Szenenstruktur liefern, bei der alles relativ zu einem Nullpunkt positioniert wird, zwängen Frameworks die Entwickler dazu, von Grund auf zu überlegen, was sie eigentlich erreichen wollen.

LLMs als maßgebliche Treibkraft

Ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz dieser These ist laut Hall die Weiterentwicklung von Large Language Models (LLMs) und generativer KI. Dem DayZ-Schöpfer zufolge erleichtern diese Technologien das Programmieren, sodass Entwickler nicht mehr auf visuelle Scripting-Tools angewiesen sind.

LLMs könnten stattdessen dabei helfen, komplexe Code-Abschnitte schneller zu verstehen und zu schreiben, was den Einstieg in Frameworks vereinfachen und die Produktivität steigern soll. Hall betont hierzu, dass dies die Branche von der Abhängigkeit von Engine-Workflows befreien könnte.

Am Beispiel von Kitten Space Agency habe das zu einer wesentlich schnelleren Entwicklung des Spiels geführt. Komplexe volumetrische Beleuchtung wurde so nicht durch vorgefertigte Engine-Module, sondern direkt aus dem Quellcode heraus umgesetzt:

Wenn man Unity oder Unreal verwendet, gibt es eine Editor-Szene, in der man auf "Play" klickt und alles in dieser Szene relativ zum Nullpunkt (0-0-0) positioniert wird. So werden Objekte gezeichnet, und diese Arbeitsweise ist so verankert, dass viele Entwickler sich kaum etwas anderes vorstellen können.

Bei Kitten Space Agency hingegen ist alles kontextbezogen: Ein Objekt wird immer relativ zu einem anderen Objekt gezeichnet. Die Kamera steht dabei immer am Nullpunkt und bewegt sich nie - stattdessen werden alle anderen Objekte in Bezug auf die Kamera positioniert und dargestellt.

Das Ergebnis: Die aktuell verfügbare Pre-Alpha wurde innerhalb nur eines Jahres auf den Markt gebracht. Eine Steam-Webseite zum Spiel gibt es indes nicht, sodass wir uns für einen Blick auf die Nutzerwertungen auf verschiedene Aussagen von Youtubern und Reddit-Nutzern stützen müssen - die dem Spiel zumindest unter Berücksichtigung des frühen Entwicklungsstadiums viel Potenzial bescheinigen.

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Quelle: Dean Hall via Game Developer

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    • Kommentare (22)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Flu_ID PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von VanWayne
        Alter.

        Die Qualität von dem KI-Code ist manchmal gut, manchmal schlecht. Wenn die Entwickler nicht einmal mehr sowas auseinanderhalten können, weil sie nur rumviben, sehe ich echt schwarz für die Qualität. Wie kann man das noch befeuern? Es stellt sich immer mehr heraus, dass die KI einfach noch bei weitem nicht reif genug ist, bei komplexen Aufgaben hohe Qualität zu liefern, was aber jeder Junior-Entwickler können sollte.

        Mal sehen, wie es in ein paar Jahren aussieht, aber das muss noch köcheln. Und wenn dann keiner mehr wirklich kontrollieren kann, was die KI da verzapft hat, dann gute Nacht bei der QA.

        Ich meine, das wurde auch schon lange gepredigt und ehrlich gesagt denke ich auch, dass man es erstmal ausprobieren muss, um das *wirklich* zu wissen. So. Das haben wir nun schon seit ein, zwei Jahren ausprobiert. Es ist noch nicht gut genug. Die Entwickler müssen die ganze Zeit nachhelfen, dass es insgesamt länger dauert, als wenn man es gleich kompetent programmiert hätte. Wenn jetzt sogar wegen Verständnis KI genommen wird, wo bleibt dann die Entwicklung des Talents? Wer kontrolliert? Wer patcht? Wer organisiert?

        Wenn das alles egal ist, dann sollten die Spiele auch in Zukunft maximal 10 € kosten. Wenn nur noch der Prompter da verdient, hat das eben auch keinen Schaffenswert. Außerdem bedeutet das sehr viel Konkurrenz. Nichts wert.
        Dürfen sich Leute die sich quasi nur aus Toolboxen entnehmen und vorgefertigte assets und dergleichen nutzen überhaupt Entwickler oder Programmierer schimpfen? Dann kann man doch auch Leute mit nem Magics Music Maker (kennt das noch wer) als Komponisten bezeichnen (überspitzt) gesagt.

        Wenn die "KI" beim Coden nicht die kreativität hemmt und den Coder zum zuschauen verdammt find ich das durchaus positiv. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das es auch beim Coden Tätigkeiten gibt/gab die man immer den Assistenten Werkstudenten oder Praktikanten gegeben hat. Warum nicht diese tätigkeiten der KI überlassen?

        ICh gehe nicht davon aus das Hall nur ein paar prompts schreibt was er haben will und die KI spukt nen game raus und der schiebts unrevisioniert nach Steam
      • Von Flu_ID PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von VanWayne
        Alter.

        Die Qualität von dem KI-Code ist manchmal gut, manchmal schlecht. Wenn die Entwickler nicht einmal mehr sowas auseinanderhalten können, weil sie nur rumviben, sehe ich echt schwarz für die Qualität. Wie kann man das noch befeuern? Es stellt sich immer mehr heraus, dass die KI einfach noch bei weitem nicht reif genug ist, bei komplexen Aufgaben hohe Qualität zu liefern, was aber jeder Junior-Entwickler können sollte.

        Mal sehen, wie es in ein paar Jahren aussieht, aber das muss noch köcheln. Und wenn dann keiner mehr wirklich kontrollieren kann, was die KI da verzapft hat, dann gute Nacht bei der QA.

        Ich meine, das wurde auch schon lange gepredigt und ehrlich gesagt denke ich auch, dass man es erstmal ausprobieren muss, um das *wirklich* zu wissen. So. Das haben wir nun schon seit ein, zwei Jahren ausprobiert. Es ist noch nicht gut genug. Die Entwickler müssen die ganze Zeit nachhelfen, dass es insgesamt länger dauert, als wenn man es gleich kompetent programmiert hätte. Wenn jetzt sogar wegen Verständnis KI genommen wird, wo bleibt dann die Entwicklung des Talents? Wer kontrolliert? Wer patcht? Wer organisiert?

        Wenn das alles egal ist, dann sollten die Spiele auch in Zukunft maximal 10 € kosten. Wenn nur noch der Prompter da verdient, hat das eben auch keinen Schaffenswert. Außerdem bedeutet das sehr viel Konkurrenz. Nichts wert.
        Dürfen sich Leute die sich quasi nur aus Toolboxen entnehmen und vorgefertigte assets und dergleichen nutzen überhaupt Entwickler oder Programmierer schimpfen? Dann kann man doch auch Leute mit nem Magics Music Maker (kennt das noch wer) als Komponisten bezeichnen (überspitzt) gesagt.

        Wenn die "KI" beim Coden nicht die kreativität hemmt und den Coder zum zuschauen verdammt find ich das durchaus positiv. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das es auch beim Coden Tätigkeiten gibt/gab die man immer den Assistenten Werkstudenten oder Praktikanten gegeben hat. Warum nicht diese tätigkeiten der KI überlassen?

        ICh gehe nicht davon aus das Hall nur ein paar prompts schreibt was er haben will und die KI spukt nen game raus und der schiebts unrevisioniert nach Steam
      • Von Malotte Freizeitschrauber(in)
        Muss ehrlich zugeben, ich weiß noch nicht wirklich, was ich von KI generierten Spielen halten soll...
        Ich befürchte, dass uns dieses komplexe Thema irgendwann aus dem Ruder läuft und es dann leider kein Zurück mehr gibt...
      • Von Fiz316 Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Zum Teil ist das schon drin. Wenn du dem ne Anfrage stellst die er noch nie gehabt hat und oder wo er grad aus der 1. Hand nichts darüber abrufbar hat, da sagt er dir das und teilt dir mit das er nun eine Live Recherche macht und schaut was er dazu jetzt alles finden kann. Dann kannst ihm zuschauen wie er sich Artikel, Videos ect. reinzieht. Wenn die Ausgabe fertig ist kannst du dir das anschaun und für alles was ausgegeben wurde, kannst du dir die Quelle anschaun. (man braucht nicht warten bis die Ausgabe fertig ist, das was er schon hat kannst du auch während der Ausgabe anschaun)

        Das war jetzt nur auf Grok bezogen.

        Du willst Restriktionen. Ich sage dir, jetzt diese Zeit, wo es eben diese Restriktionen noch nicht so ausführlich gibt. Ist die interessanteste Zeit diese Dinger zu benutzen. Finde ich. Weil man merkt es schon leicht, wie eben diese Restriktionen langsam hochgezogen werden. Bei ChatGPT habe ich das als am ärgsten bisher wahrnehmen. Die geben schon jetzt gewisse Sachen erst gar nicht aus, oder du müsstest sehr viel Aufwand betreiben um das zu bekommen. So Faktenchecker-mäßige Zusatzsätze oder gewisse Psychologische Betonungen finden jetzt schon immer mehr statt bei ChatGPT. Grok zensiert nur bei einem Thema. Sonst ist alles frei zugänglich. So ist zumindest der Eindruck gerade. Alleine schon wenn da keine Wertung vorgenommen wird. Die Ausgabe ist dann halt auch um so viel kürzer. Ich mag das sehr.
      • Von ceramicx PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Rollora
        Finde solche Kommentare unnötig, meine ersten Projekte sind auch nicht gerade großartig geworden, aber die Ideen dahinter waren dennoch gut.
        Wird noch, mit der Zeit
        Naja bei dem war ja nicht nur DayZ SA eine Vollkatastrophe, alle nachfolgenden Projekte waren ja auch nicht besser ^^
      • Von scorplord Software-Overclocker(in)
        Zitat von Fiz316
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] das entscheide ich ja am Ende. Also wie das einzuordnen ist. Wichtig ist mir das die Info (am besten wertfrei) ausgegeben wird. Wenn jemand das braucht, also das die Ausgabe für einen gewertet und eingeordnet wird. Dann muss er halt was anderes nutzen.

        Ahh jetzt weiß ich glaube ich was du meinst, und ich sag dir gleich was ich gemeint habe. Wenn jetzt ne Info die nicht mehr im Fluss ist falsch ausgegeben wird. Das meintest du oder? Ich hab hier aber in die Richtung gedacht: es gibt ja ganz viel Dinge/Themen/Sachen ect. die noch im Fluss sind. Und da will ich natürlich erstmal alles an Infos haben was da ist und möchte auch keine Einordnung, weil die muss ich sonst eh rausfiltern.

        Beim lernen ist das bestimmt ne gute Sache. Also eine gewisse Einordnung. Beim forschen willst du das aber eher nicht haben. Also ich zumindest nicht.
        Das klingt schon besser. Ich finde nämlich das selbstbewusste Lügen der LLMs sollte unterbunden werden und vorher weigere ich mich auch da irgendwas als KI zu bezeichnen. Diese Modelle müssen entweder Restriktionen erhalten im Sinne von "Tut mir Leid das weiß ich nicht/da fehlt die Faktenlage" oder eine Art Mechanismus zur Selbstreflexion. Also wichtige Grundlagen für Intelligenz mMn.

        Zitat von laubiwaubi
        KI, Reportagen, Wissenschaft. Überall gilt: Nachprüfen und vergleichen. Auch bei großen Wissenschaftsmagazinen gab und gibt es Schlammkriege und Falschinformationen. Fremdes Wissen ist immer mit einer gewissen Portion an Vorsicht zu genießen.
        Das stimmt, wir müssen aber auch uns eingestehen, dass man dafür nun mal nicht immer die Zeit hat. Und bei den aktuellen FakeNews und Querdenker Epidemien die gefühlt immer weiter zunehmen ist die Art und Weise wie LLMs vollkommenen Unsinn stellenweise hinzudichten oder auch komplett frei erfinden einfach nur jede Menge Öl im Feuer.
        Bei einem renommierten Journal/einer Redaktion kann man sich in der Regel darauf verlassen das die Infos geprüft wurden bzw. werden (Peer Review) und das entsprechend auch Follow Ups kommen bzw. Korrekturen. Das alles ist kein Garant aber immerhin ein Mechanismus um mit Fehlern/Falschinformationen umzugehen.
        Bei "KI" dagegen wird es einem präsentiert als wäre es einfach der Fakt schlechthin, gerne auch mit Quellenangaben die auf dem ersten Blick valide wirken aber eigentlich was anderes behandeln. Gibt auch ein sehr schönes Video von Kurzgesagt dazu.
      Direkt zum Diskussionsende
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