Cyberpunk 2077: CD Projekt nimmt VR-Mod vom Netz
CD Projekt hat die VR-Mod von Modder Luke Ross auf Grundlage des Digital Millennium Copyright Acts ("DMCA") vom Netz nehmen lassen. Der Modder geht davon aus, dass das an der kostenpflichtigen Vermarktung seiner Mod gelegen haben könnte.
CD Projekt, das polnische Mutterunternehmen des Entwicklerstudios CD Projekt Red, hat die 2022 veröffentlichte VR-Mod von VR-Modder Luke Ross auf Grundlage des Digital Millennium Copyright Acts ("DMCA") vom Netz nehmen lassen. Der Schöpfer geht davon aus, dass das an der kostenpflichtigen Vermarktung seiner Mod über Patreon gelegen haben könnte, nachdem er mit dem CDP gesprochen hatte.
Nachdem sich der Staub nun etwas gelegt hat, bedauere ich es umso mehr, ankündigen zu müssen, dass wir ein Abenteuer hinter uns lassen, das so viele von euch tief geliebt und genossen haben. Die CD Projekt S.A. hat beschlossen, in die Fußstapfen von Take-Two Interactive Software zu treten, und hat eine DMCA-Abmahnung gegen mich erwirkt, um eine Entfernung meiner VR-Mod zu erzwingen. — Luke Ross
"Immerhin waren sie etwas offener in der Kommunikation, und ich konnte eine Antwort sowohl von ihrer Rechtsabteilung als auch vom VP of Business Development erhalten", so Luke Ross in seiner Stellungnahme. Demnach verlangen Unternehmen wie CD Projekt, dass "alles, was Modder tun, absolut kostenlos sein" muss.
Wie üblich dehnen sie den Begriff des 'abgeleiteten Werks' bis zum Gehtnichtmehr aus, als ob ein System, das die Visualisierung von über 40 Spielen in voll immersiven 3D-VR ermöglicht, irgendwie unter Verwendung ihres geistigen Eigentums aufgebaut worden wäre. — Luke Ross
Der Modder ist angesichts des Verhaltens von CD Projekt sehr frustriert und merkt an, dass es dem Unternehmen einzig um Geld, nicht aber um die Spieler gehen würde.
Und wie üblich ist es ihnen absolut scheißegal, wie glücklich es die Leute gemacht hat, ihr Spiel in VR zu erleben. — Luke Ross
"Sie können nicht einmal dankbar für die zusätzlich verkauften Exemplare des Spiels sein, die sie dadurch generiert haben - ohne jemals selbst Geld in die Produktion einer offiziellen Portierung investieren zu müssen. Und nein, sie planen nicht, einen eigenen VR-Port zu veröffentlichen, falls ihr euch das gefragt habt", so der Modder weiter.
In seinem Statement auf Patreon geht der VR-Modder noch tiefer ins Detail und macht seinem Unmut deutlich Luft.
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Quelle: Patreon via Wccftech

Generell steht aber bereits seit vor Erscheinen seiner Mod 2021 (nachzuprüfen in der waybackmachine) in den AGBs der RedMod, dass von Seiten CDPR alle Mods willkommen sind, so lange sie für Benutzer kostenlos und nicht hinter Paywalls sind. Donation-Modelle sind aber durchaus erlaubt.
Dies hat er missachtete und nachweislich seit etwa 2021 monatlich via Patreob um die US$20.000 pro Monat (also in der Zeit knapp US$1 Mio) verdient. Dass er nun CDPR vorwirft es gehe ihnen nur ums Geld könnte man eigentlich eher ihm vorwerfen. Die Regeln waren klar und er dachte sie gelten nicht für ihn. Es hat lange funktioniert und jetzt halt nicht mehr.
Jetzt alle Mods zu entfernen ist eher ein Schlag ins Gesicht SEINER Kunden, auch wenn er jetzt einen Monat kostenlos anbietet. Damit versucht er leider anscheinend die User gegen CDPR aufzubringen.
Er hätte statt der Paywall ohne weiteres und laut AGB auch völlig legal auf Donations umstellen könnte, womit natürlich wahrscheinlich sein Umsatz zurückgeben würde, weil viele, die sich jetzt 'über 'die bösen Hersteller aufregen, leider Mods ziemlich oft 'kostenlos' runterladen ohne freiwillig Donations zu geben...
Sie sind nach US-Recht nach dem Digital Millennium Cooyright Act gegen ihn vorgegangen und sich dagegen zu verteidigen wäre für eine Einzelperson wie Luke Ross gegen den mit mehreren Milliarden € bewerteten Konzern CD Project Red bei Anwaltsstundensätzen in den USA von ca. 500 $ pro Stunde zu riskant. Er selbst hat auf X geschrieben dass seine Software komplett sein eigenes geistiges Werk wäre, aber sie interagiert natürlich mit Cyberpunk und anderen Spielen. Wäre dann die Frage wie ein Gericht das sehen würde aber es geht ja wegen des Kostenrisikos nicht vor Gericht.
Auf der anderen Seite glaub ich nicht, dass CDPR einfach mal so aus Lust und Laune randomly gegen einen Modder vorgeht und sich gerade diesen rauspickt - wieso sollten sie das als Modder-freundliches Unternehmen tun?
Ich denke schon, dass da mehr dahinter steckt und der Aufwand seitens CDPR nicht ohne Grund erfolgt.
Häufig liest man dann soll er es doch kostenlos machen - aber für 30 Games gut laufenden VR-Support zu entwickeln und das Up-to-Date zu halten - Game Updates führen häufig dazu dass seine Software angepasst werden muss - ist vermutlich ein Full Time Job und das Leben in den USA ist nicht gerade billig. VR ist eine Nische und wenn er nur auf rein freiwillige Spenden setzt kann er vermutlich davon nicht leben.
Verstehe aber nicht ganz warum CD Project Red unbedingt gegen ihn vorgehen muss - soweit ich weiß haben sie nicht vor eine eigene VR-Version herauszubringen und seine Software hat zu zusätzlichen Veekäufen von Cyberpunk von VR-Enthusiasten geführt.
Vielleicht ist die Lösung tatsächlich dass er eine Firma aufmacht und eine VR-Software mit Update-Abo verkauft wie das VorpX macht. Bei VorpX gibt es dann Profile für die verschiedenen Games die teils von der Community erstellt werden.
Außerdem: gibts für andere Games VR-Mods nicht kostenlos?
Sie sind nach US-Recht nach dem Digital Millennium Cooyright Act gegen ihn vorgegangen und sich dagegen zu verteidigen wäre für eine Einzelperson wie Luke Ross gegen den mit mehreren Milliarden € bewerteten Konzern CD Project Red bei Anwaltsstundensätzen in den USA von ca. 500 $ pro Stunde zu riskant. Er selbst hat auf X geschrieben dass seine Software komplett sein eigenes geistiges Werk wäre, aber sie interagiert natürlich mit Cyberpunk und anderen Spielen. Wäre dann die Frage wie ein Gericht das sehen würde aber es geht ja wegen des Kostenrisikos nicht vor Gericht.
Außerdem: gibts für andere Games VR-Mods nicht kostenlos?
Geht ja nicht gleich darum daraus ein Hauptbusiness zu kreieren. Aber so ne Art Taschengeld darf das schon sein. Bspw bei Transport Fever. ICE, DB Regio etc dürfen auch nicht via mod angeboten werden. Aber wo kein Kläger und so weiter. Wäre natürlich geil, wenn es ein Lizenzmodell gäbe, welches ein Modder bspw über die Vertriebsplattform (bspw mod.io) buchen könnte, um einen solchen Zug legal als Mod anbieten zu können. Wenn er dann noch 1-2€ bekommt und dadurch motiviert wird noch mehr solcher Züge zu erstellen, wäre das schon nice. Das ganze lässt sich natürlich immer weiter ausbauen.
Ich persönlich bin definitiv bereit einen kleinen Obolus zu bezahlen, um eine hochwertige Mod zu kriegen. Ist ja an vielen Stellen auch nicht mehr so einfach. Siehe bspw beam.ng die kostenlosen mods sind überwiegend totaler Mist und massiv verbuggt. Kaufst du dir doch mal eines, bekommst du ein richtig geiles Auto. Kosten teilweise auch gut 10€ und da steckt mit ein Sicherheit business dahinter (beam.ng ist ja doch recht umfangreich). Finde ich auch ok, wenn die mod dafür absolut hochwertig ist. Ist mir dann doch lieber als 1000 Schrott mods durch zu klicken.
Omsi 2 macht das seit zig Jahren. Fast jeder dlc ist ein anderer Entwickler. Auch aerosoft macht so etwas. Muss nicht immer alles kostenlos sein.
Aber Modifikationen, die ausschließlich Code zu einer bestehenden Software hinzufügen, sollten eigentlich unproblematisch sein. Abseits der Gesetze gegen Tools zur Umgehung von Kopierschutzmechanismen, gibt es auch kaum eine Handhabe dagegen – ein Programm, dass Spiel X um einen VR-Modus erweitert, berührt die Rechte der Inhaber von X meiner Einschätzung nach überhaupt nicht. Der Entwickler interagiert überhaupt nicht mit der zu X gehörenden IP, das geschieht erst auf dem Rechner des Anwenders.
Eine rechtliche Handhabe besteht eigentlich erst, wenn Teile des Codes von X zusammen mit der Mod vertrieben werden, zum Beispiel weil modifizierte Dateien inklusive unveränderte Inhalte im Paket enthalten sind. Da sollte sich dann aber wirklich niemand mehr beschweren, wenn plötzlich Anwälte vor der Tür stehen: Wer fremden Code ohne Freigabe vervielfältigt, ist schlichtweg ein Raubkopierer, bei bezahlter Weitergabe sogar kommerzieller, und das kann ein Publisher selbst bei viel gutem Willen nicht tolerieren. In einigen Rechtssystemen kann daraus nämlich ein Präzendenzfall werden, auf den sich weitere Möchtegern-Kopierer im Rahmen von Fair-Use berufen und im Falle von Markenrechten kann deren nicht-Verteidigung sogar zu einem vollständigen Verlust führen.