Bang, Boom und kaputt: Crackdown 3 mit cloudbasierter Zerstörung im Preview
Der dritte Teil des lange erwarteten Open-World-Action-Spiels Crackdown kommt in zwei Wochen in den Handel. Im Multiplayer soll mit Cloud-Computing die totale Zerstörungswut physikalisch korrekt berechnet werden können, weshalb wir der Einladung von Microsoft nach London gefolgt sind und uns das Spiel aus nächster Nähe angeschaut haben.
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Neun Jahre ist es mittlerweile her, dass Konsoleros auf der Xbox 360 in den Genuss des Crackdown-Franchises gekommen sind und in einer offenen Welt der Zerstörungslust alleine oder im Koop frönen konnten. Hatte im Jahre 2010 noch der Vulkan Eyjafjallajökull den Flugverkehr von und auf die Insel behindert, schränkt fast ein Jahrzehnt später eine selbstgemachte Katastrophe die Reisefreiheit der Briten ein. Neben dieser vergleichbaren Zufälligkeit weist die dritte Iteration des abgedrehten Chaos-Shooters weitere Ähnlichkeiten zu den Vorgängern auf. Wieder nehmen Sie als Agent der Agency die Zügel in die Hand, wieder müssen Sie eine Stadt retten und wieder geht es darum, möglichst viel zu zerstören. Die Rahmenhandlung unterscheidet sich dieses Mal dahingehend, dass eine terroristische Attacke die gesamte Energieversorgung auf dem Planeten ausgeschaltet hat. Die Beweise verdichten sich, dass die Organisation Terra Nova und die von ihr kontrollierte Stadt New Providence damit zu tun haben - es gilt nun also, die Machenschaften Terra Novas aufzudecken und zu unterbinden (engl.: to crack down).
Crackdown 3: Spielen mit der Cloud
Neben neuer Hardware, einem neuem Entwicklerstudio und einer neuer Engine wartet Crackdown 3 noch mit etwas ganz Besonderem und Exquisitem auf: cloudbasierte Berechnungen für physikalisch korrekte Zerstörungsorgien im Multiplayer. Microsoft verwendet dafür im Online-Mehrspieler-Modus "Wrecking Zone" die neueste Cloud-Computing-Technologie der eigenen Plattform Azure. Diese ist in erster Linie für Softwareentwickler gedacht und stellt Rechenpower, Infrastruktur und Software "as a Service" über das Internet zur Verfügung. Damit stimmen die Entwickler vom Studio Sumo Digital ein gigantisches Zerstörungorchester an, das eine einzelne Xbox One X niemals hätte stemmen können. Um genau zu sein, kann durch den Cloudservice Azure die 20-fache Rechenleistung einer Legacy Xbox One bereitgestellt werden. Normalerweise werden für solche cloudbasierten Dienstleistungen hohe Datendurchsätze benötigt, laut Senior Art Director Dave Johnson von Microsoft liegt der Datenverkehr aber nicht über dem, was man sonst für eine normale Multiplayer-Erfahrung benötigt.
Quelle: Microsoft/Sumo Digital
Crackdown 3 Preview (3) Die Wrecking Zone
Crackdown 3 sollte eigentlich schon vor drei Jahren erscheinen, wurde aber seitdem mehrere Male verschoben. Der Creative Director von Microsoft, Joseph Staten, gibt dafür auch eine Erklärung ab, denn die Implementation der cloudbasierten Physikberechnungen stellte sich als sehr arbeitsintensiv heraus und gab deshalb maßgeblich die Roadmap des Spiels vor. Die Verwendung von Azure beeinflusste logischerweise das gesamte Design der Wrecking Zone, sodass nur fünf gegen fünf Spieler in einer relativ überschaubaren - dafür aber voll zerstörbaren - Map unterwegs sind. Dadurch wollen die Entwickler garantieren, dass das Zerstörungstempo auf dem Niveau bleibt, das sich Sumo Digital vorgestellt hatte.
Crackdown 3: Singleplayer oder Koop-Action?
Als Agent der Agency müssen Sie in New Providence die Machenschaften von Terra Nova unterbinden, indem Sie Punkte auf der Karte, wie etwa Wachposten oder Gefängnisse, einnehmen und - Sie haben es sicherlich schon erraten - Sachen zerstören. Durch die Destabilisierung und das daraus entstehende Chaos richten Sie das Interesse der Unterbosse auf sich. Je heftiger Sie deshalb in einem Bereich wüten, desto eher werden Gegnerscharen versuchen, sich an Ihnen zu rächen - bei den Entwicklern heißt das dann "Gangs bite back". Ab einem bestimmten Punkt ist es dann, je nachdem, wo Sie Unheil gestiftet haben, einem der neun Unterbosse zu viel, sodass er sich Ihrer persönlich annimmt.
Das Geniale daran: Der Moment, in dem das Maß voll ist, kann überall auf der Karte stattfinden. Sollten Sie außerdem von Anfang an wissen, wo sich einer der Unterbosse aufhält, könnten Sie ihn theoretisch direkt nach dem Spielintro aus der Reserve locken und angreifen. Für dieses Unterfangen steht Ihnen natürlich ein mannigfaches Angebot an Schießeisen, allerlei Explosionsgütern und Ihrem Superanzug zur Verfügung. Dank Spezialkleidung können Sie einfach mal auf einen Wolkenkratzer springen oder einen Gegner mit einer Ohrfeige über die Map befördern. Skill-Punkte bekommen Sie deshalb entsprechend Ihrer Handlungen, einen klassischen Fähigkeitenbaum suchen im "Skills for Kills"-System vergeblich. Sie müssen also Aktionen ausführen, um darin besser zu werden: Wenn Sie beispielsweise Gegner mit einer Melee-Attacke erledigen, steigt Ihr Nahkampfskill.
Quelle: Microsoft/Sumo Digital
Crackdown 3 Preview (2) Terry Crews in Cell-Shade-optik
Die Koop-Erfahrung in Crackdown 3 ist nur mit Freunden und nicht mit zufällig zugewiesenen Personen spielbar. Die Entwickler bemerkten nämlich, dass das gemeinsame "Dinge-in-die-Luft-jagen" nur wie angedacht funktioniert, wenn die Spieler sich im Vorfeld kennen. "[...] wenn man zu viele Spieler [im Koop-Spiel] hat, die alle was anderes im Kopf haben, dann verschwinden sie in verschiedene Richtungen und sehen sich nie wieder. Wir denken deshalb, die beste Erfahrung Crackdown 3 zu spielen, ist mit einem Freund. Planen, attackieren, heilen und Kram in die Luft jagen", sagte Jorg Neumann, Head of Production, dem Online-Magazin Windows Central zum Thema "Invite-Only" im Koop. Außerdem können nur noch zwei und nicht wie einst angekündigt vier Personen im gemeinsamen Koop-Spiel zusammenfinden. Wie dem auch sei, die Zerstörungsmöglichkeiten sind im Story-Modus und Koop begrenzt, da man die Stadt ja retten und nicht zerstören soll. Es handelt sich dabei also mehr um eine Game-Design-Entscheidung als eine technisch begründete Maßnahme.
Crackdown 3: Das Hands-On-Fazit
In London war es sowohl möglich, die cloud-basierte "Wrecking Zone" auf einer Xbox One X anzuspielen, als auch mit dem normalen Singleplayer auf einem PC vorlieb zu nehmen. Der kompetitive Multiplayer-Modus erlaubt zwei Teams aus je fünf Spielern, die Map vollständig zu zerstören. Dadurch, dass man Dog Tags der gefallenen Gegner aufsammeln muss, erinnert das Ganze etwas an "Kill Confirmed" von Call of Duty. Der Fokus in diesem Modus liegt eindeutig auf dem vertikalen Gameplay, sodass man durch einen Doppelsprung oder eine der zahlreichen "Hüpfzonen" (Bereiche, in denen man nach oben katapultiert wird) Höhe gut machen kann.
Ist man dann in der Luft, gilt es, Gegner mit Maschinengewehren und Raketenwerfer auszuschalten oder zumindest die Umgebung artgerecht zu zerstören. Das funktioniert auch bedingt ganz gut, wirkt aber noch etwas schwergängig, unübersichtlich und überladen - kann aber auch an den 30 Frames pro Sekunde gelegen haben, die man auf der Xbox One X zu sehen bekommt. Zwar ist es schon beeindruckend, wenn Gebäude explosionsgeschwängert kollabieren, aber die Wolkenkratzer wirken irgendwie deplatziert und vollkommen übertrieben. Hat man sich aber erst einmal an die Map gewöhnt, weiß worauf geachtet werden muss und wie man Zerstörungen klug einsetzt, kann man auch schnell Kills anhäufen. Nach 25 Kills ist aber Schluss, sodass manch ein Match keine fünf Minuten dauern kann.
Quelle: Microsoft/Sumo Digital
Crackdown 3 Preview (7) Single Player
Der Singleplayer machte da schon mehr her, nicht nur weil er in 4K mit 60 Fps auf einem PC lief, sondern weil auch die Spielwelt aus richtigen Gebäuden und nicht nur geometrischen Formen, die an Gebäude erinnern, bestand. Zwar sind die zerstörbaren Objekte in der Kampagne beschränkt, aber selbst während der gröbsten Action kam es am Rechner zu keinerlei Rucklern, Framedrops oder anderweitigem Stotterern. Die Map ist doppelt so groß wie noch in Crackdown 2 und gespickt mit zahlreichen Aufgaben, Missionen, Sammelgegenständen und so weiter, wie man es eben von einem Open-World-Game gewohnt ist. Wobei verglichen mit heutigen Sandbox-Titeln das Missions-Design etwas altbacken wirkt und die Cell-Shading-Grafik ihr Übriges beisteuert. Insgesamt erinnerte das Spiel, dank der "Over-the-Top"-Allüren und eines ziemlich aufgedrehten Terry Crews, stark an die Saints-Row-Reihe.
Um es mit den Worten eines Phil Spencers zu sagen: "Es ist eben ein Crackdown. Wenn du also kein Fan von Crackdown bist, dann wirst du dieses Spiel wahrscheinlich nicht gut finden. Wenn du aber Crackdown magst, wirst du dich in dieses Spiel verlieben." Recht hat er: Für Fans also ein Muss, alle anderen warten das Release am 15. Februar ab und schnuppern rein.
• Infos: Hier geht es zur Produktseite
Systemanforderungen: Crackdown 3
Minimum
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel i5 3470 oder AMD FX-6300
- Grafikkarte: Geforce 750 Ti oder Radeon R7 260X mit 2 GiB VRAM
- Arbeitsspeicher: 8 GiB RAM
Empfohlen
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel i5 4690 oder AMD FX-8350
- Grafikkarte: Geforce 970 oder Geforce 1060, Radeon R9 290X oder Radeon RX 480 mit 4 GiB VRAM
- Arbeitsspeicher: 8 GiB RAM
