[26/11/2021] Witcher-1-Remake kommt … nur bitte diesmal nicht mit diesem beknackten Kampfsystem. Gott, was habe ich mich durch diesen Mist durchgequält. Holt die Heugabeln raus, stecht mir in die Brust und lyncht mich, es wird nichts an meiner Meinung ändern: Beim ersten Witcher Teil kriege ich PTSD mit den Kampfmechaniken, den Gesichtern aus der Hölle, den sperrigen Animationen und der vergleichsweise schlechten deutschen Sprachausgabe. Ich konnte mich nur mit einem Kumpel, der dieselbe Erfahrung gleichzeitig in seinem Spieldurchgang erlebte, durch das Spiel schlagen. Teils gaben uns unfreiwillig amüsante Passagen genug Kraft, das durchzustehen. Zum Beispiel Zoltan als mächtiger 4D-Zwerg, der anscheinend nie was zu tun hatte und ständig und überall in Wyzima uns über den Weg lief. Oder eine lächerlich liebe, namenlose Wache (wir tauften ihn Günther), die von Geralt beim Bankett mit der Prinzessin nicht mehr verlangte, als dass er „lieb sei“. Wer braucht schon Triss oder Shani, wenn es auch Günther – 44, namenloser NPC – sein kann. Die Fan-Fiction schreibt sich praktisch von allein.
Trotz allem: Das Story-Fundament des ersten Witcher-Teils hat einiges an wirklich interessanten Charakteren zu bieten und aus Trilogie-Sicht wohl den größten Twist am Ende. Eine Art „Witcher-3-Gameplay“ im Mantel der Geschichte des ersten Witchers wäre mir am liebsten, samt neuer Vertonung, komplett neuen Modellen, ja bestenfalls noch kleineren Quests als Extra. Das wäre aber ordentlich aufwendig. Ein technisch eher wenig beeindruckendes Remake wie bei der GTA-3D-Triologie würde mich nicht vom Hocker hauen. Aber eine neue völlig neue Vision des Originals, in Anlehnung an den zweiten/dritten Ableger der Reihe, wäre was Feines. Ich zügle jedenfalls meine Erwartungen. Unreal Engine 5 als Buzzword reicht mir nicht für einen persönlichen Hype aus. (Richard Engel)