Kurioser Versuch: C64-Floppy-Laufwerk als kompletter Computer - mit 1-MHz-CPU

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Kurioser Versuch: C64-Floppy-Laufwerk als kompletter Computer - mit 1-MHz-CPU
Quelle: Dieses Bild basiert auf dem Bild http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/bb/C64_1541.jpg/800px-C64_1541.jpg aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Dake.

Der Youtube-Kanal Commodore History hat sich mit der Nutzung eines Commodore-1541-Diskettenlaufwerks als Computer beschäftigt, denn die Hardware beherbergt viele Bauteile eines kompletten Computers.

In der Geschichte gilt der Commodore 64, oder kurz C64, als einer der ikonischen Heimcomputer der 1980er Jahre. Was wenige wissen: Die Architektur des dazugehörigen 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerks namens Commodore 1541 beinhaltet laut neuesten Erkenntnissen und technischen Analysen viele Bauteile eines eigenständigen Computers. Der Youtube-Kanal Commodore History hat jetzt einen Versuch gestartet, um aus dem Laufwerk einen funktionsfähigen Computer zu erschaffen.

Nach dem Öffnen des Laufwerks offenbart ein Blick auf die Platine, dass dort ein MOS-6502-Prozessor mit einer Taktfrequenz von etwa 1 MHz arbeitet. Dieselbe CPU wurde im C64 sowie im Apple II genutzt. Während heutige Hardware-Komponenten in der Regel auf eine zentrale Steuerung durch den PC angewiesen sind, verfügte das 1541-Laufwerk also über einen eigenen Hauptprozessor. Dazu kommen 2 KiB Arbeitsspeicher auf zwei 6522-VIA-Chips sowie 16 KiB ROM, welche die Firmware und den Code zur Steuerung des Systems enthalten.

Diese Konfiguration entspricht fast genau der Platine des Commodore VIC-20, dieser hatte lediglich 5 KiB Arbeitsspeicher statt 2 und verfügte zusätzlich über einen 6560-VIC-Chip zur Ausgabe von Sound und Grafik. Commodore History ging noch weiter zurück in der Zeit und verglich die Platine des Laufwerks mit der des ersten Commodore-Einplatinencomputers KIM-1 (Keyboard Input Monitor 1). Dieser verfügte nicht über einen Grafik-Chip, sondern stellte auf einem kleinen Tastenfeld eingegebene Befehle lediglich auf sechs LEDs dar.

Der Youtuber wollte in seinem Versuch das Laufwerk ohne Hardware-Modifikationen als universellen Computer verwenden, daher entschied er sich dafür, das Laufwerk über den seriellen Port als Eingabegerät für einen Fernschreiber zu nutzen. Dafür ersetzte er den ROM-Chip des Laufwerks durch ein EPROM mit dem Code des KIM-1, bastelte sich einen Adapter zum Verbinden des 1541 mit einem Macbook und nutzte das in Mac OS enthaltene Terminalprogramm, um den Befehl "Hello World" erst mittels handgeschriebenem Assembler-Code und anschließend über einen zusätzlichen Basic-Interpreter-Chip mit Tiny Basic auszugeben, was laut Video alles gelang. Den ganzen Versuch zeigt er ausführlich im verlinkten Video.

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Quelle: Commodore History, via Youtube

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Independents Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Allkauf... das kenne ich auch noch
        Nichts geht über die Original Hardware und man wußte früher schon, das das Diskettenlaufwerk quasi ein 2 Computer war...
      • Von Independents Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Allkauf... das kenne ich auch noch
        Nichts geht über die Original Hardware und man wußte früher schon, das das Diskettenlaufwerk quasi ein 2 Computer war...
      • Von Gerwald Freizeitschrauber(in)
        Damit hat er das entdeckt was wir damals schon gemacht haben. Weil es war damals schon bekannt das im Laufwerk ein V20 steckt.
        Beispiel Code wie man so was nutzen kann, waren damals schon in den Zeitschrift wie C64 abgedruckt
      • Von Oppenheimer Software-Overclocker(in)
        Zitat von Bluebird
        Die 1541 (2) war in der Regel sogar teurer als der C64!
        Wenn ich mich recht entsinne, hab ich für den C64 (im Allkauf) Anfang 1984 699 D-Mark und Ende 1985 für das 1541 649 D-Mark bezahlt (gut, zu dem Zeitpunkt war der C64 dann mittlerweile schon günstiger) ...
      • Von Bluebird Software-Overclocker(in)
        Zitat von Oppenheimer
        "Dieselbe CPU wurde im C64 sowie im Apple II genutzt"

        Vermutlich genau deswegen musste ich mich über ein Jahr lang mit der Datasette begnügen, da das Floppy (1541) fast genau so teuer war als der C64 und erst drauf sparen musste (Taschengeld, Geld zu Weihnachten/Geburtstag) ...
        Die 1541 (2) war in der Regel sogar teurer als der C64!

        Dazu merkt man schnall das vieles am C64 Emulator gar nicht lauffähig ist wenn man die 1541 nicht mit emuliert, weil zum Teil das decrunchen vom 6502 des 1541 erledigt wird ...

        Man könnte fast meinen das wäre click bait 😎
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Erinnert mich an das Commodore A570 CD ROM Laufwerk, das einen Amiga 500 zu CD-TV macht.
      Direkt zum Diskussionsende
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