Corsair A115 im Test: Kein RGB und dafür Leistung beim CPU-Kühler?
Wir haben den neuen Corsair-A115-Luftkühler durch unseren Testparcours geschickt. Hat der wuchtige Kühler auch ordentlich Leistung? Wir haben es geprüft.
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Corsair, bekannt für bunte Lüfter und Kompaktwasserkühlungen, hat einen erneuten Abstecher ins Luftkühler-Segment unternommen. Beim A115 findet man keinerlei RGB, dafür aber ein Dual-Tower-Design, zwei 140-mm-Lüfter und ein schlaues Schienen-Lüfter-Montagesystem. Wie der A115 sich im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, haben wir im Test herausfinden können.
Was ist dabei?
In der Corsair-typischen Verpackung findet man den Kühlkörper, die beiden 140-mm-AF140-Elite-Lüfter inklusive Montageschienen sowie alles nötige Material, um den Kühler auf den gängigen Sockeln zu montieren. Das System unterstützt sowohl Intels LGA1700- und LGA1200/115x-Sockel als auch AMDs AM4- und AM5-Plattform. Die Einzelteile sind in vorbildlicher Weise in kleinen Papiertüten verpackt. Plastik wurde hier sichtlich reduziert und so ist das Weglassen der gedruckten Anleitung aus Umweltschutz-Gründen zwar etwas unpraktisch, aber mit der allgemeinen Philosophie vereinbar. Der Kühlerboden wurde mit einer voraufgetragenen Wärmeleitpaste versehen. Praktisch für die erste Montage, unpraktisch, wenn man den Kühler zu irgendeinem Zeitpunkt erneut montieren will. Hier wäre eine zusätzliche Tube eine bessere Wahl gewesen.
Quelle: PCGH
Das schlaue Schienensystem erleichtert die Lüftermontage.
Montage und Features
Quelle: PCGH
Die leicht konvexe Bodenplatte sorgt für eine hervorragende Wärmeübertragung.
Die Montage des A115 gestaltet sich einfach. Die Intel-Stahlbackplate kann für Sockel 1700 und 1200/115x genutzt werden. Auf der Vorderseite werden Stand-offs und Montageplatten aufgeschraubt, an denen der Kühler mittels Federn-versehener Schrauben montiert wird. Es ist ein gleichmäßiger Anpressdruck gegeben, der die leicht konvexe, vernickelte Kupferbodenplatte auf den Heatspreader drückt. Diese wiederum ist über sechs 6 mm dicke Heatpipes mit dem schwarz beschichteten Aluminium Kühlkörper verbunden, der über eine Lamellendichte von 11 FPI verfügt. Für die Montage der Lüfter müssen Schienen angeschraubt werden, zwei an jedem Lüfter, die entsprechenden Pendants sind am Kühlkörper schon vormontiert. Und nicht nur das, denn auch für einen dritten Lüfter hat der Kühlkörper die entsprechenden Aufnahmen. Zusätzliche Montageschienen liegen allerdings nicht bei. So bleibt es lediglich bei den beiden 140-mm-Lüftern, die mithilfe der Schienen sehr komfortabel montiert und bei höheren RAM-Riegeln nach oben verschoben werden können. Auch können die entsprechenden Montageschienen an einen beliebigen Lüfter geschraubt werden. Dem Kühler-Modding steht also nichts im Weg.
Testmethodik
Wie jeder Luftkühler musste auch der A115 unseren Testparcours bewältigen. Angefangen mit dem Test in fünf verschiedenen Lautheitsszenarien:
- 0,2 Sone: Ultra-Silent
- 0,3 Sone: Silent
- 0,5 Sone: Normaler Betrieb
- 1,0 Sone: Last
- 2,0 Sone: Hohe Last
Die Drehzahlen der Lüfter wurden jeweils so lange eingestellt, bis unser Lautheitsmessgerät, ein Cortex Analyzer NC10, den repräsentativen Wert für das entsprechende Szenario messen konnte. Bei den zugehörigen Drehzahlen muss der Kühler anschließend einen i9-12900K mit im BIOS festgelegter 150 W Abwärme kühlen. Die dabei gemessene Temperaturdifferenz zwischen der durchschnittlichen Kerntemperatur der CPU und der Umgebungstemperatur bestimmt die Leistungsfähigkeit des Kühlers. Für jeden der fünf Lautheitswerte erhalten wir ein Temperaturdelta.
Für viele ist auch die maximal mögliche Leistung eines Kühlers entscheidend und der dabei entstehende Lärm nebensächlich. Um auch dieses Szenario abzudecken, wurden die Lüfter auf Volllast geregelt und die Lautheit nicht gewertet, aber trotzdem aufgezeichnet.
Ergebnisse
Der A115 ist schon auf dem Papier ein guter Kühler und erst recht in der Realität. Die beiden 140-mm-Lüfter verrichten sehr leise ihre Dienste und sorgen für einen Airflow, der den Kühlkörper befähigt, die CPU hervorragend zu kühlen. Hinzu kommt ein gutes Montagesystem und die minimal konvexen Bodenplatten, die eine sehr gute Wärmeübertragung zulässt. Dies resultiert in hervorragenden Temperaturdifferenz-Werten in allen Lautheitsszenarien. So kann das Modell im 0,2-Sone-Ultra-Silent-Bereich mit einem Temperaturdelta von 37,9 Kelvin einen Bestwert erreichen. Auch im normalen Betrieb bei 0,5 Sone oder unter hoher Last bei 2,0 Sone liefert der A115 mit Temperaturdifferenzen von 35,5 respektive 32,4 Kelvin absolute Spitzenleistung.
Quelle: PCGH
Leistungsvergleich zwischen konkurrierenden Luftkühlern.
Quelle: PCGH
Vergleich der Maximalleistung.
Kaum verwunderlich, dass auch die Maximalleistung mit 29,7 Kelvin hervorragend ist, auch wenn dabei eine Lautheit von 4,4 Sone entsteht. In der Liste der besten Luftkühler ordnet er sich somit ganz oben ein und setzt sich vor Be Quiets Dark Rock Elite und Cooler Masters Masterair 824. Im Vergleichstest mit Kompaktwasserkühlungen kann der A115 ebenfalls einen guten Platz einnehmen. Wirklich gute AiOs sind für einen Luftkühler noch immer unerreichbar und so auch für das Corsair-Modell, doch einige schwächere Wasserkühler werden aber deutlich geschlagen.
Quelle: PCGH
Leistungsvergleich zwischen Luft- und Wasserkühlern.
Bildergalerie
Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier (nicht) die Frage
Der A115 ist derzeit für etwas über 100 Euro zu haben. Für diesen Griff in den Geldbeutel bekommt man einen durchdachten, guten Kühler. Die Ausstattung lässt eigentlich keine Wünsche übrig, lediglich eine beigelegte Tube Wärmeleitpaste und eine Anleitung wären schön gewesen. Mit einer guten Montage und einer konvexen Bodenplatte, die für eine sehr gute Wärmeübertragung sorgt, sind die Grundsteine für eine gute Kühlung gelegt. Mit den leisen, leistungsstarken Lüftern wird diese mögliche Kühlleistung auch auf die Straße gebracht. Und so ist unser neuer Luftkühler-Testsieger und Tipp der Corsair A115.
| Luftkühler | Corsair A115 |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Corsair (www.corsair.com) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3104644 |
| Aktueller Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | ca. 100 Euro/Note: 2 |
| Ausstattung (20 %) | 2,57 |
| Anschluss/Entkoppelung | 4-Pin-PWM/ja |
| Konstruktion | Dual-Tower |
| Enthaltene Lüfter | 2× 140 mm, Corsair AF140 Elite |
| Montierbare Lüfter | 2× 140 mm |
| Lamellendichte Kühlkörper | 11 FPI |
| Ausführung Boden | Kupfer, vernickelt |
| Wärmeleitmittel/Lüftersteuerung/Extras | Corsair XTM70/PWM/– |
| Eigenschaften (20 %) | 1,36 |
| Abmessungen (H × B × L), Gewicht mit Lüftern | 165 × 153 × 155 mm, 1.553 g |
| Lüfterdrehzahl (Frontlüfter, bei Spannungsregelung) min. –max. | 510 – 1.650 U/min |
| Lüfterdrehzahl-Regelbereich (%) | 69 |
| Sockelunterstützung AMD | AM5, AM4 |
| Sockelunterstützung Intel | 1700, 1200, 115x |
| Montageaufwand 1700/AM5 | Leicht/leicht |
| Garantie | 5 Jahre |
| Leistung (60%) | 1,00+ |
| Temperatur-Differenz (Umgebung/CPU-Kerne) bei: 0,2|0,3|0,5|1,0|2,0 Sone|Volllast | 37,9 | 37,2 | 35,5 | 33,9 | 32,4 | 39,7 Kelvin |
| Lautheit unter Volllast | 4,4 Sone |
| Fazit | ➕ Bestnote im Leistungstest, ➕ Lüfter-Montage |
| Wertung | 1,29 |
mit frdl. Gruß
edit: Quer durchs Netz ist der Kontext, dass das Teil für AM5 unterdurchschnittlich performt. Kleines Beispiel:
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Quelle: youtube.com/watch?v=N18bDk7Cv_E&t=528s
Sollte sowas nicht in die Gesamtnote mit einfließen?! So ist der Test nur die halbe Wahrheit und für AMD Nutzer völlig fernab der Realität.
Also nur wieder ein überteuerter Kühler.
Wie praxisrelevant ist wohl die Maximalleistung bei die Ohren bluten lassenden 4,4 Sone?
Peerless Assassin/Phantom Spirit bleiben also auf meiner Watchlist.