PCGH-Plus Label [Free-PLUS] Viermal Budget im Test: Günstige CPU-Kühler von Be Quiet und Co. mit Power?

Hohe Leistung und dennoch günstig? Wir haben vier bezahlbare CPU-Luftkühler genauer unter die Lupe genommen. Können die preiswerten Geschwister von Be Quiet und Co. dank großer Kühlfläche mit den Topmodellen mithalten?

0
Special Jan Hauck Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
 Viermal Budget im Test: Günstige CPU-Kühler von Be Quiet und Co. mit Power?
Quelle: PCGH

Teil von PCGH Plus

Gute Nachrichten: Dieser Artikel wäre normalerweise nur für PCGH-Plus-Abonnenten in Gänze zugänglich - im Rahmen unserer Promo-Aktion können diesmal aber alle Leser kostenlos reinschauen, auch ohne externe Werbung im Artikel selbst. Viel Spaß beim Lesen!

Nur mit Ihrem Support möglich: Mit PCGH Plus unterstützen Sie unsere Redaktion und erhalten neben Punkten wie Werbefreiheit auch Zugriff auf tiefergehende Analysen, exklusive Technik-Guides und fundierte Hintergrundberichte mit über 1.000 Fachartikeln - für alle, die mehr wissen wollen.

Warme Temperaturen und pleite vom letzten Urlaub? Dann wird es Zeit für einen leistungsstarken Budget-Luftkühler. Wir haben drei günstige Modelle von Be Quiet, Endorfy und Enermax unserer genauen Prüfung unterzogen. Mit Dual-Tower- oder 140-mm-Lüfter-Design suggerieren alle drei Modelle eine hohe Leistung. Der Test zeigt, ob diese Leistung eingehalten wird und wie groß die Differenzen zu ähnlich dimensionierten High-End-Kühlern ausfallen. Mit dem Arctic Freezer 36 haben wir einen vierten Kandidaten und wohl den stärksten Konkurrenten im Budget-Segment in diesen Vergleich aufgenommen.

Testmethodik

Für unseren Test kommt wie immer die Erfassung der lautheitsnormierten Kühlleistung und der Maximalleistung zum Einsatz. Vorerst wird jeder der zu testenden Kühler der Lautheitsnormierung unterzogen. Die Lüfterdrehzahl der im Kühler verbauten Gebläse wird mithilfe einer Aquaero-6-Pro-Steuerung so lange per Pulsweitenmodulation justiert, bis unser Lautheitsmessgerät - ein Cortex Analyzer NC10 - in 50 cm Abstand zur Nabe des vorderen Lüfters fünf festgelegte Werte erfasst.

  • 0,2 Sone: Ultra-Silent
  • 0,3 Sone: Silent
  • 0,5 Sone: Normaler Betrieb
  • 1,0 Sone: Last
  • 2,0 Sone: Hohe Last

Jeder Messpunkt repräsentiert ein Anwendungsszenario. Die dabei anliegenden Drehzahlen werden notiert und anschließend auf unserem Testsystem unter Last nachgestellt. Letzteres besteht aus einem Intel Core i9-12900K der auf einem Gigabyte-Z790-Tachyon-Mainboard sitzt. Die CPU wurde im BIOS auf 150 Watt festgesetzt. Das Benchmark-Tool Cinebench R23 in Dauerschleife sorgt für massive CPU-Last und reizt die festgelegte Leistungsaufnahme vollkommen aus. Nach einer 20-minütigen Einpendelphase wird mit Hwinfo die durchschnittliche Temperatur der CPU-Kerne sowie der Umgebung erfasst. Letztere wird im klimatisch gesteuerten Raum mittels vier verteilter Sensoren genau erfasst. Die Differenz zwischen den beiden Temperaturwerten liefert ein Ergebnis in Kelvin, das als Anhaltspunkt für die Kühlleistung genutzt werden kann. Je niedriger der Wert ausfällt, desto besser ist die Kühlleistung im Verhältnis zur dabei abgegebenen Lautstärke.

Zum lautheitsnormierten Test gesellt sich der Test der Maximalleistung. Hier werden die verbauten Lüfter schlicht auf die maximal mögliche Drehzahl gestellt und anschließend die Lautstärke und die CPU-Kerntemperaturen erfasst.

Diagramme

Um die Modelle in der Luftkühler-Gesamtrangliste einordnen zu können, wurden vier zusätzliche repräsentative Modelle ebenfalls abgebildet. Als leistungsstärkster 140-mm-Kühler ist Corsairs A115 vertreten, die 120-mm-Fraktion wird durch den ebenfalls herausragenden Deepcool AK620 Pro repräsentiert. Als Beispiel und Konkurrenten im Single-Tower-Segment mit nur einem Lüfter ist ebenfalls Be Quiets Dark Rock 5 zu finden. Dieser Kühler erlaubt gleichzeitig auch einen Vergleich zum günstigeren Be-Quiet-Modell. Schlussendlich ist auch ein weiterer Budget-Kandidat in Form des Thermalright Peerless Assassin vertreten. Der Kühler für um die 40 Euro liefert viel Leistung fürs Geld.

Natürlich findet sich dieselbe Kühlergruppe auch im Test der Maximalleistung. Bei der Gesamtübersicht kommen hingegen viele weitere Kühlsysteme hinzu, denn hier sind nicht nur alle von uns getesteten Luftkühler, sondern auch alle Kompaktwasserkühlungen im 240er- und 360er-Format vertreten. Die Modelle wurden bei einer Lärmabgabe von 0,5 Sone und einer festgelegten Leistungsaufnahme von 150 Watt getestet und aufgelistet.

Ergebnisse

Unsere drei neuen Kandidaten schlagen sich im lautheitsnormierten Test weder besonders schlecht noch herausstechend gut. Während der im Preis gestiegene Freezer 36 immer noch durch sein gutes Testergebnis ein äußerst empfehlenswerter Preis-Leistungs-Kracher ist, werden Pure Rock 3 Pro, Fortis 5 und ETS-TD60 ihrem Budget-Segment eher gerecht. So erreicht das Be-Quiet-Modell dank Dual Tower und annehmbarer Lüfter noch das beste Ergebnis und kann sich im hauseigenen Sortiment direkt hinter den teureren Dark Rock 5 setzen. Der Single-Tower von Endorfy kann sich dahinter einordnen. Der verbaute einzelne 140-mm-Lüfter schlägt sich vergleichsweise gut, doch das Modell leidet unter einem anderen Problem. Unser Test wird auf einem Intel Core i9-12900K durchgeführt. Die LGA1700-CPU ist wie viele Intel-Modelle durch den Druck des ILMs nicht vollständig eben. Viele Hersteller der bis jetzt getesteten Kühler haben sich diesem Problem angenommen und versehen die Kühlerbodenplatte mit einem leicht konvexen Schliff. Das garantiert meist eine gute Auflagefläche, bei der sich die Wärmeleitpaste gut verteilt und die CPU-Abwärme sinnvoll auf den Kühler überträgt.

Diese Maßnahme wurde beim Fortis 5 jedoch nicht ergriffen. Die Bodenplatte mit direktem Heatpipe-Kontakt ist vollständig eben gefertigt. In unserem Test hat der Kühler aus diesem Grund nachweislich einen Nachteil und büßt Leistung ein. Anders kann dies bei der Montage auf einer AMD-CPU aussehen. Bis jetzt noch nicht Teil unseres Testparcours, kann sich die Leistung durchaus unterscheiden. Das Schlusslicht bildet der ETS-TD60. Trotz großer Kühlfläche und Dual-Tower-Design ist die Leistung im lautheitsnormierten Test nicht besonders gut. Hier spielen vor allem die Lüfter eine große Rolle. Denn im lautheitsnormierten Test liegt vor allem der entstehende Lärm im Fokus. Und dieser ist beim Enermax-Modell besonders hoch. So mussten, um 0,2 Sone zu erreichen, beispielsweise die beiden verbauten Lüfter auf sehr niedrige 738 U/min justiert werden. Ein Indikator für laute Gebläse, denn die Lüfter von Be Quiets Pure Rock Pro 3 konnten bei gleicher Lärmabgabe über 1.000 U/min erreichen. Und somit ist das Modell auch im Gesamtvergleich fast das Schlusslicht. Bessere Rotoren hätten dem Modell definitiv gutgetan.

48 Kühler auf einen Blick

Wie jeder bis jetzt getestete Kühler konnten wir auch die drei neuen Modelle in unserem großen Überblick einsortieren. Ganze 48 Kühler aus dem Luft- und Kompaktwasserkühlungssegment sind in der Liste zu finden. Wie zu erwarten, wandert der Blick etwas weiter nach unten. Wir sprechen hier schließlich von günstigeren Luftkühlern. Die Spitze ist weiterhin von Wasserkühlern belegt. Das Format bleibt dabei jedoch interessant, denn es gibt keinen eindeutigen Sieger zwischen 240- und 360-mm-Modellen. Und auch die High-End-Luftkühler wie beispielsweise Corsairs A115 oder Noctuas NH-D15 G2 konkurrieren mit etwas abgeschlagenen Wasserkühlern.

Arctics Freezer 36 und auch Be Quiets Pure Rock Pro 3 können zumindest den ein oder anderen AiO-Kandidaten hinter sich lassen. Doch warum ist das so? Man darf in diesem Vergleich nicht vergessen, dass es sich um eine lautheitsnormierte Kühlleistung handelt. So haben 360-mm-AiOs zwar eine potenziell höhere Kühlfläche, erzeugen aber durch eine höhere Anzahl an Lüftern mehr Lärm, was zu einer unvermeidlichen Drosselung letzterer führt, um den Messpunkt zu erreichen. Ein ähnliches Verhalten haben auch Luftkühler, die nicht mit leisen Lüftern optimiert wurden, sondern auf Anzahl setzen. Bei einem Test der maximalen Leistung oder maximal möglichen Wärmeabfuhr würde sich die Rangliste jedoch deutlich verschieben.

Verarbeitung

Wer sich im Premium-Segment für um die 100 Euro umschaut, erwartet feinste Qualität und Verarbeitung. Doch wie sieht es beim halben Preis aus? Die Kandidaten in diesem Test setzen konstruktionstechnisch schließlich auf ähnlich wuchtige Konzepte wie die großen Geschwister und sind dabei jedoch deutlich günstiger. Natürlich spielen die Lüfter eine sehr große Rolle, denn Marken wie Be Quiet, die über ein größeres eigenes Lüftersortiment verfügen, setzen bei Budget-Kühlern auch auf Modelle aus der entsprechend günstigeren Lüfterserie. Doch auch abseits der Gebläse muss irgendwo gespart werden. Auffällig bei unserer Testtruppe: die Lüftermontage. Hier werden klassische Klammern eingesetzt. Nervig bei der Montage, jedoch günstig zu produzieren. Schiebemechanismen, wie sie bei teuren Corsair- oder Be-Quiet-Modellen zum Einsatz kommen, gibt es nicht. Lediglich Arctic hat dem Freezer 36 ein schlaues, aber relativ simples Klicksystem verpasst.

Auch bei den Montageteilen erkennt man Differenzen zu höherpreisigen Kühlermodellen. So wurde beim Pure Rock Pro 3 eine andere Backplate beigelegt als bei den teureren Be-Quiet-Modellen. Das gestanzte Metallteil wurde verchromt, aber nicht schwarz beschichtet. Und auch die Kanten weisen deutliche Grate auf. Diese Grate sind auch bei den Montagen des Enermax- und Endorfy-Kühlers zu finden, und hier besonders scharfkantig. Dies geht so weit, dass man bei der Montage Vorsicht walten lassen sollte, damit man sich nicht unabsichtlich verletzt.
Positiv hervorzuheben ist teilweise der Lieferumfang. Be Quiet spart hier zwar am obligatorischen Schraubenzieher und der Tube Wärmeleitpaste - es ist eine gute Schicht voraufgetragen - legt jedoch eine gedruckte Anleitung bei. So auch Enermax und Endorfy, die sogar mit je einer Tube Wärmeleitpaste aufwarten.

Lagergeräusche

Die Leistung in diesem lautheitsnormierten Test ist extrem von den verwendeten Lüftern abhängig. Und so kann die Wahl der Gebläse über ersten oder letzten Platz entscheiden. Verhält sich ein Lüfter besonders laut, muss bei der Lautheitsnormierung die Drehzahl entsprechend angepasst werden, um die vorgegebenen Messpunkte zu erreichen. Neben Windgeräuschen, die beispielsweise durch ein suboptimales Blattdesign verursacht werden können, spielen auch Lagergeräusche ins Geschehen mit hinein. Vor allem bei Messpunkten im kaum hörbaren 0,2-Sone-Bereich müssen durch derartige Geräusche die Lüfter teils unnötig stark in ihrer Drehzahl reduziert werden.

Dieses Problem lässt sich beispielhaft erstaunlich gut am Enermax ETS-TD60 erkennen. Denn bei niedrigen Lautheitswerten steigt die Temperatur im Liniendiagramm exponentiell, während im lauteren Betrieb die Leistung sich einem normalen Niveau annähert. Dieses Verhalten ist ein typischer Indikator für schlechte und günstige Lüfter und bei High-End-Modellen wie dem Corsair A115 nicht zu erkennen. Dass günstige Lüfter nicht schlecht sein müssen, zeigt Arctic mit dem Freezer 36 und den verbauten P12-Lüftern, die im Handel für unter fünf Euro pro Stück zu haben sind. Und auch Be Quiet kann mit den Pure Wings eine relativ gute Leistung erzielen.

Preis

Unsere vier Kandidaten im Test gehören alle zu den eher günstigeren Modellen, sind aber konstruktionstechnisch auf hohe Leistung ausgelegt. Das günstigste Modell bleibt der Freezer 36 von Arctic - im Handel für 30 Euro, im Arctic-Online-Shop für 44 Euro. Der Kühler bleibt trotz der Preiserhöhung unser absoluter Tipp und verdient sich noch immer die Note 1 im Preis-Leistungs-Verhältnis. Viel fürs Geld bietet auch Be Quiets Pure Rock Pro 3 für 42 Euro. Man bekommt einen Dual-Tower-Kühler mit viel Potenzial und einer guten Leistung. Eher weniger positiv ist das Verhältnis von Preis und Leistung beim Enermax ETS-TD60 zu bewerten. Das Modell positioniert sich mit 49 Euro zwar im Mittelfeld, liefert aber die schlechteste Leistung in diesem Vergleichstest. Auch wenn man Features wie beispielsweise einen Bildschirm bekommt, bleiben die lauten Lüfter der große Schwachpunkt und sollten für eine deutliche Performance-Steigerung ausgetauscht werden.

Licht und Schatten

Vier Budget-Kühler mit Budget-Leistung? Das Testfeld teilt sich auf. Auf der einen Seite zeigt Arctic mit dem erstplatzierten Freezer 36 und Be Quiet mit dem Pure Rock Pro 3, dass man durchaus viel Leistung für wenig Geld bekommt. Auf der anderen Seite schlagen sich die etwas teureren Modelle von Endorfy und Enermax weniger beeindruckend. Während Endorfy unter den Voraussetzungen des Testsystems leidet, sind bei Enermax die Lüfter das Problem.

Be Quiet Pure Rock Pro 3

Details und Design

Die günstige Pure-Rock-Reihe von Be Quiet bekommt wuchtigen Zuwachs: Mit der Pro-3-Variante gibt es einen Dual-Tower-Kühler mit zwei 120-mm-Lüftern.

Auch wenn das Modell damit wuchtiger ist als das teurere Single-Tower-Modell Dark Rock 5, man merkt den Budget-Anspruch, da außer bei der Konstruktion deutlich gespart wurde. Angefangen beim Lieferumfang. Eine beiliegende Tube Wärmeleitpaste lässt sich nicht finden, das Wärmeleitmittel ist voraufgetragen. Auch der für Be Quiet typische lange Schraubenzieher wurde nicht beigelegt. Ebenfalls wurde beim Pure Rock nicht dieselbe Montage genutzt, wie bei den hochpreisigeren Modellen. Zwar ist das Grundprinzip gleich geblieben, doch die Stanzteile sind deutlich einfacher gehalten und weniger nachbearbeitet. Leistungstechnisch kann der Pure Rock Pro 3 zumindest gegen die direkte Konkurrenz in diesem Test ein gutes Ergebnis erzielen. Im lautheitsnormierten Test unterliegt der Kühler nur knapp dem teureren Dark Rock 5 und Thermalrights Peerless Assassin. Im Test der maximalen Leistung kann er letzteren zwar nicht schlagen, doch sich vor den großen Bruder setzen. Er reiht sich damit sinnvoll ins Be-Quiet-Portfolio ein.

Endorfy Fortis 5 ARGB

Details und Design

Mit lediglich einem Heatsink-Tower sticht der Fortis 5 aus dem Testfeld heraus. Statt eines zweiten Turms wurde dem Modell jedoch ein 140-mm-Lüfter spendiert. Gute Leistung durch einen intensiven Luftstrom?

Neben dem Ein-Lüfter-Design verfügt der Fortis 5 in der von uns getesteten Version über eine RGB-Beleuchtung am Lüfter, aber auch in Form der Kühlkörper-Abdeckung. Die Wärme wird mittels direktem Heatpipe-Kontakt von der CPU zu den Lamellen geführt, der verbaute Fluctus-140-ARGB-Lüfter versorgt letztere mit Frischluft. Im lautheitsnormierten Kühlleistungstest kann sich der Fortis 5 dank besserer Temperaturdifferenzen bei allen Messpunkten zwar vor das Enermax-Modell setzen, jedoch nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Die Bodenplatte des Kühlers, zuständig für den Kontakt zur CPU und verantwortlich für eine gute Wärmeübergabe an den Kühler, ist vollkommen eben gefertigt und bietet bei der leicht konkaven Test-CPU eine suboptimale Auflagefläche. Das Modell kann somit sein volles Potenzial nicht ausschöpfen. Im Zusammenspiel mit der niedrigen Lüfter-Maximaldrehzahl von circa 1.350 U/min ist auch die Maximalleistung nicht optimal. Eher ein Kühler für AMD-Nutzer.

Enermax ETS-TD60

Details und Design

Mit Features, die man nicht unbedingt von einem Kühler in diesem Testfeld erwartet, kann der ETS-TD60 von Enermax punkten. Doch wurde stattdessen an der Leistung gespart?

Der ETS-TD60 bietet für 49 Euro auf dem Papier ein umfangreiches Paket: Ein Dual-Tower Design, zwei 120-mm-Lüfter, einen Bildschirm, um Hardware-Daten anzuzeigen, eine vernickelte Kupferbodenplatte und eine schwarze Beschichtung. Während die Lüfter über einen Standard-4-Pin-Anschluss mit dem Mainboard verbunden werden, ist für die Anzeige von Daten ein interner USB-Anschluss vorgesehen. Der Bildschirm ist auf einem der beiden Kühltürme montiert und besteht lediglich aus einer Elementanzeige, kann also nur monochrom festgelegte Werte wie die CPU- und GPU-Temperatur sowie die Lüfterdrehzahl anzeigen. Die Leistung des ETS-TD60 ist leider im Schlusslicht-Bereich. Vor allem im lautheitsnormierten Test. Obwohl die Konstruktion augenscheinlich eine passable Leistung verspricht, machen die verbauten Lüfter dem Modell bei der Lautheitsnormierung einen Strich durch die Rechnung. Die Gebläse sind schlichtweg zu laut und müssen im Gegensatz zur Konkurrenz sehr weit gedrosselt werden, um niedrige Lautheitswerte zu erreichen.

Arctic Freezer 36

Details und Design

Mit einem reduzierten Startpreis von um die 20 Euro war der Freezer 36 der Budget-König. Mittlerweile ist das Modell um 10 Euro teurer geworden. Zeit für eine erneute Einschätzung, wie sich der Kühler im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

Der Arctic Freezer 36 war für lange Zeit unser absoluter Budget-Tipp und bleibt es auch. Nachdem die Rabatt-Phase, in der Arctic das Modell für um die 20 Euro angeboten hatte, ausgelaufen ist, findet sich der Kühler nun für um die 30 Euro im Handel und für 44 Euro auf der Arctic Webseite. Und obwohl das ein Aufschlag von rund 50 bis über 100 Prozent ist, kann der Kühler immer noch vollends überzeugen, von der Verarbeitung bis zum durchdachten Lüfter-Klicksystem. Aber vor allem die Leistung, die sich mit deutlich teureren und wuchtigeren Kühlern messen kann, bleibt der überzeugendste Punkt für den Freezer 36. Die beiden P12-Lüfter liefern eine sehr gute Leistung im lautheitsnormierten Test und bescheren auch in diesem Vergleich den ersten Platz. Kleine Kritikpunkte, wie die eingeschränkte Kompatibilität mit älteren Intel-Systemen oder die reine Online-Anleitung, trüben das Bild eines guten Kühlers auch für über 30 Euro kaum.

Fazit: Knackpunkte

Im lautheitsnormierten Test werden vor allem laute, potenziell günstige Lüfter zum Problem. Und da genau an den Gebläsen meist gespart wird, beeinträchtigt der Budget-Ansatz hier besonders stark das Endergebnis. So ordnen sich Modelle mit minderqualitativen Lüftern trotz Dual-Tower-Design und möglichem Kühlpotenzial hinten im Testfeld an. Werden hingegen günstige und gute Lüfter verbaut, steigt die Leistung ohne höhere Geldbeutel-Belastung.

Luftkühler Freezer 36 Pure Rock Pro 3 Fortis 5 ARGB ETS-TD60
Hersteller (Webseite) Arctic (arctic.de) Be Quiet (bequiet.com) Endorfy (endorfy.com) Enermax (enermax.com)
Link zum PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/3144176 www.pcgh.de/preis/3427452 www.pcgh.de/preis/3382877 www.pcgh.de/preis/3468007
Aktueller Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. 30 Euro/Note: 1 Ca. 42 Euro/Note: 2 Ca. 56 Euro/Note: 3 Ca. 49 Euro/Note: 3
Ausstattung (20 %) 2,80 2,57 1,82 2,25
Anschluss/Entkoppelung 4-Pin-PWM/nein 4-Pin-PWM/nein 4-Pin-PWM/ja 4-Pin-PWM/ja
Konstruktion Single-Tower Dual-Tower Single-Tower Dual-Tower
Enthaltene Lüfter 2× 120 mm, Arctic P12 2× 120 mm 1× 140 mm 2× 120 mm
Montierbare Lüfter 2× 120 mm 2× 120 mm 2× 140 mm 2× 120 mm
Lamellendichte Kühlkörper 13 FPI 12 FPI 11 FPI 12 FPI
Ausführung Boden Direct-Heatpipe-Kontakt Kupfer, vernickelt Kupfer, Direct Heatpipe Kupfer, vernickelt
Wärmeleitmittel/Lüftersteuerung/Extras Arctic MX-6/PWM/Contact Frame Voraufgetragen/PWM/– Pactum PT-3/PWM/RGB (Lüfter, Heatsink) Dow Corning TC-5888/PWM/Segment-Display
Eigenschaften (20 %) 1,42 1,36 1,49 1,97
Abmessungen (H × B × L), Gewicht mit Lüftern 159 × 126 × 104 mm, 894 g 155 × 124 × 139 mm, 1.114 g 159 × 144 × 107 mm, 797 g 159 × 120 × 134 mm, 1034 g
Lüfterdrehzahl (Frontlüfter, bei Spannungsregelung) min. –max. 500 – 1.930 U/min 247 – 2.016 U/min 145 – 1.343 U/min 692 – 1.516 U/min
Lüfterdrehzahl-Regelbereich (%) 74 88 89 54
Sockelunterstützung AMD AM5, AM4 AM5, AM4 AM5, AM4 AM5, AM4
Sockelunterstützung Intel LGA1851, 1700 LGA1851, 1700, 1200, 115x LGA1851, 1700, 1200, 115x, 2066 LGA1851, 1700, 1200, 115x
Montageaufwand 1700/AM5 Leicht/leicht Leicht/leicht Leicht/leicht Leicht/leicht
Garantie 6 Jahre 3 Jahre 6 Jahre 5 Jahre
Leistung (60 %) 1,25 1,48 1,84 1,79
Temperatur-Differenz (Umgebung/CPU-Kerne) bei:0,2|0,3|0,5|1,0|2,0 Sone|Volllast (Standard) 39,3|38,4|37,1|35,6|34,1|33,9 Kelvin 40,9|39,7|38,3|36,8|35,3|34,3 Kelvin 42,5|41,2|39,5|37,9|–|37,8 Kelvin 43,7|41,4|40,0|38,0|35,8|35,5 Kelvin
Lautheit unter Volllast 2,3 Sone 3,2 Sone 1,1 Sone 3,0 Sone
Wertung 1,59 1,67 1,77 1,92
Fazit ➕ Sehr gute Leistung ➖ Kompatibilität ➕ Gute Leistung ➖ Wenig Ausstattung ➕ Für Single-Tower leistungsstark ➖ Teuer, Auflagefläche ➕ Günstig, Bildschirm ➖ Kühlleistung
0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk