PCGH-Plus Label [PLUS] Retro-Wissen: PC-Plattformen und Sockel - Es wird düster für AMD

PCGH Plus: Ende der 2000er stürzt AMD nach der ATI-Übernahme in eine Problemserie, Intel schwebt aus dem Netburst-Keller auf Wolke (Core i-)7 empor und beide kegeln Chipsatz-Drittanbieter aus dem Markt. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 08/2024.

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 Retro-Wissen: PC-Plattformen und Sockel - Es wird düster für AMD
Quelle: Intel

Intel schlägt sowas von zurück

Unsere lose Reihe zur Geschichte des PCs aus Sicht der Plattformen endete im letzten Teil mit einem wahren Feuerwerk für AMD-Fans: Athlon 64 und X2 feiern im Sockel 939 den Höhepunkt ihres Erfolgs. Anwender stören sich nicht einmal am raschen Ableben der Vorgänger 754 und 940, so groß ist der Performance und vor allem Effizienz-Vorteil von AMDs Prozessoren. Flexiblere, ältere Plattformkonzepte ohne integrierten Speichercontroller wie Intels Sockel 775 haben absehbar keine Zukunft. Ebenso am Aussterben sind der flexibel erweiterbare PCI-Bus zugunsten des mittlerweile überall verfügbaren PCI-Express' oder das noch aus vor-"Sockel X"-Tagen stammende PATA zugunsten von modernem SATA.

AM2: AMD stagniert

Absehbar ist Anfang 2006, fast fünf Jahre nach Erscheinen, auch das Ende von DDR-RAM. Offiziell stagniert dieser bei 400 MT/s, während der 2004 bei Intel eingeführte Nachfolger 800 MT/s oder, mit niedrigerer Taktrate, Mittelklasse-taugliche Preise erreicht. AMD setzt sich konsequent ins gemachte Netz: Der Sockel AM2 unterstützt ausschließlich DDR2 und schafft damit erstmals eine harte Aufrüsthürde. Frühere Front-Side-, Local- oder gar System-Bus-Strukturen überließen Ansteuerung und damit Format des Arbeitsspeichers dem Mainboard, sodass die Platinen-Hersteller neue CPU-Sockel mit alten Speicherstandards kombinieren konnten. Für den Sockel AM2 ist dies unmöglich. Dass AMD den Sockel 939 nach knapp zwei Jahren schon wieder in Rente schickt, stört aber nur auf dem Papier, denn die CPUs bringen sonst keine Neuerungen: "Orleans" und "Windsor" entsprechen in Cache und Architektur den DDR1-Vorgängern "San Diego" und "Toledo"; "Brisbane" senkt dank 65-nm-Fertigung Ende 2006 nur den Verbrauch. Auch beim Takt wird das Sockel-939-Topmodels FX-60 mit 2,6 GHz von den 90-nm-AM2-CPUs 2006 nur um 200 MHz überboten. Brisbane klettert später auf maximal 3,1 GHz, aber mit 1 MiB statt 2 MiB L2-Cache. Wer einen Performance-Sprung hinlegen möchte, braucht also sowieso DDR2, alle anderen behalten ihr Sockel-939-System.

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Folgende Themen finden Sie im Artikel: 

  • AM2: AMD stagniert
  • Wieder 775, jetzt mit Core 2
  • Sockel F: Pure Verzweiflung
  • AM2+: AMDs Pechserie
  • Sockel 771: Purer Hohn
  • 1366: Intel kopiert AMD
  • AMD Leidensweg geht weiter
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