Athlon ("K7"): Heute vor 25 Jahren erschien AMDs Unabhängigkeitserklärung von Intel
Heute vor 25 Jahren stellte AMD die K7-Mikroarchitektur vor und präsentierte mit dem darauf basierenden Athlon den bis dato schnellsten x86-Prozessor. Der Athlon war nicht nur der Erste seiner Art, der die Grenze von einem Gigahertz durchbrach, er sollte letztlich auch AMD retten.
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Heute vor 25 Jahren, am 23. Juni 1999, stellte AMD die neue K7-Mikroarchitektur vor und präsentierte mit dem darauf basierenden ersten Athlon ("Argon"), der wie seine Geschwister gemeinhin nur als "K7" bezeichnet wird, den bis dato schnellsten x86-Prozessor der Welt. Der Athlon war nicht nur die erste CPU ihrer Art, welche die seinerzeit magische Schallmauer von 1.000 MHz durchbrach und damit das "Gigahertz-Wettrennen" für sich entschied, er sollte letztlich auch ein ganzes Unternehmen retten. Ryzen ohne Athlon? Wohl eher nicht!
AMDs Unabhängigkeitserklärung
Der erste Athlon ("Argon") auf Basis der K7-Mikroarchitektur war der erste x86-Prozessor von AMD, welcher nicht mehr auf der gleichen Plattform aufbaute wie die Prozessoren von Intel, denn während der große Konkurrent aus Santa Clara mit dem Pentium II und III schon den Wechsel vom Sockel 7 zum Slot 1 vollzogen hatte, bediente AMD mit dem K6-III auch weiterhin den mittlerweile veralteten Sockel 7. Mit den nachfolgenden drei CPUs "emanzipierte" sich AMD und führte seinen ersten eigenen Steckplatz ein.
- AMD Athlon ("Argon") mit 500 MHz
- 250 MHz L2-Cache
- AMD Athlon ("Argon") mit 550 MHz
- 275 MHz L2-Cache
- AMD Athlon ("Argon") mit 600 MHz
- 300 MHz L2-Cache
Der L2-Cache, welcher in Form externer Chips auf dem CPU-Modul saß, wurde von AMD mit der halben CPU-Taktfrequenz betrieben. In 250 Nanometern gefertigt betrug die Spannung seinerzeit 1,6 Volt.
- AMD Athlon ("Argon") mit 650 MHz
- 325 MHz L2-Cache
- AMD Athlon ("Argon") mit 700 MHz
- 350 MHz L2-Cache
Bereits am 9. August und 4. Oktober folgten zwei weitere Athlon K7 ("Argon"), bevor wiederum am 24. November die ersten Athlon K75 ("Pluto/Orion") folgen sollten. Die Legende vollenden sollte aber letztlich der Athlon ("Thunderbird"), aber dazu später mehr.
Der Slot A war eine Notlösung
Mit den ersten drei Modellen, die am 23. Juni 1999 vom Chefentwickler Dirk Meyer, der rund neun Jahre später CEO des Unternehmens werden sollte, vorgestellt wurden, war letztlich auch AMDs erste eigene CPU-Plattform mit dem Slot A geboren. Der vorübergehende Wechsel vom Sockel zum Steckplatz wurde daher notwendig, da der Cache und Prozessorkern getrennte Chips auf einer gemeinsamen Platine waren. Die Konkurrenzprodukte von Intel nutzten diese "Notlösung" ebenfalls.
AMD setzt alles auf eine Karte
Für AMD ging es im Jahre 1999 um nicht weniger als ums nackte Überleben und so setzte das Unternehmen aus Kalifornien mit der K7-Mikroarchitektur, der neuen Plattform um den Slot A sowie den ersten Athlon-Prozessoren alles auf eine Karte und sollte letztlich dafür belohnt werden. Nicht ohne Grund genießt der "K7" heute zurecht "Legendenstatus".
Eine echte Erfolgsgeschichte
Der Athlon wurde zum bis dato größten Erfolg des Unternehmens und konnte die Konkurrenz aus dem Hause Intel bei gleicher Taktfrequenz deutlich schlagen. Vor allem im Bereich der Gleitkommaberechnungen ("Floating-Point") zogen AMDs Athlon-CPUs schier Kreise um Intels Pentium III und lieferte teilweise die dreifache Performance ab.
Die Kirsche auf der Torte
Am 6. März 2000 setzte AMD mit dem Athlon K75 ("Pluto") die Kirsche auf die Torte und konnte mit exakt 1.000 MHz das besonders prestigeträchtige "Gigahertz-Wettrennen" für sich entscheiden. Während Intel beim Versuch mit einem Pentium III mit 1,13 GHz zu kontern scheiterte, lieferte der Athlon ("Thunderbird") am 28. August 2000 bereits 1,1 GHz.
Thunderbird im Sockel A
Wieso aber eigentlich der AMD Athlon ("Thunderbird"), der am 5. Juni den Sockel A eingeführt und die Athlon-CPUs mit bis zu 1,4 GHz zu noch weiteren Höhen geführt hat, der eigentliche "Meister in der Manage" war, erläutert PCGH-Chefredakteur Thilo Beyer in seinem sehr ausführlichen Retro-Spezial zu diesem Thema.
Auch heute gibt es noch Athlon-CPUs und -APUs, die vorwiegend in günstigen Notebooks ihre Arbeit verrichten. Im Desktop wurden die Athlon-CPUs zuerst von den Phenom-CPUs und später von den heute dominierenden Ryzen-CPUs verdrängt.
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hab auch noch einen Athlon K7 Slot 1000 Mhz mit AMD Board und Geforce Karte.
Was ich mich gefragt habe, warum hat AMD "zeitgleich" mit Intel auf diese Slot-Variante gewechselt?
Das sieht wieder so ein bisschen nach Absprache oder abkupfern aus.
Als der Athlon erschien, war der Slot 1 im Billig-Segment schon seit einem Dreiviertel Jahr vom Sockel 370 abgelöst worden. Die Pentium III wanderten vier Monate nach Athlon-Release wieder zurück in den Sockel. Da hat AMD ziemlich klar einen bei Intel schon seit Jahren genutzten Ansatz übernommen, als sie vor genau dem gleichen Problem standen – wie billig externen L2 mit dem CPU-Kern verbinden? Während im Falle der meisten anderen "Neuerungen" beide bei einem dritten (IBM, Alpha, Motorola, Sun,...) abgucken ist in diesem Fall sogar offensichtlich, dass AMD direkt von Intel abgekupfert hat – der Slot A ist sogar mechanisch ein um 180° gedrehter Slot 1, man nicht einmal eigene Steckkontakte entwickelt. (Elektronisch sind sie dagegen sehr unterschiedlich: Intel hat den FSB vom Sockel 8 übernommen, AMD den von Alpha eingekauft. Passend zu den in großen Teilen da abgeworbenen Athlon-Entwicklern.)
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(Artikel ist übrigens auch auf der Cover-DVD nächsten Monat drauf, ich habe endlich mal Zeit für Teil 5 gefunden.^^)
Die Sensoren waren unterm Sockel bzw. im Sockel. Auf Basis dieser "Messung" ließ sich dann auch ein Lüfter Lastmäßig steuern.
Das mit dem Heizkraftwerk / Kochplatte, ist glaub erst richtig zu Intel Pentium 4 bekannt geworden.
Das bei AMDs K7 die Leistungsaufnahme so "hoch" sein sollte, ist an mir vorbei gegangen. Ich mein CPU-Temps von 50-60 Grad beim Athlon Sockel A waren normal.
Man muss es Relativ sehen. Der 386 brauchte keinen Kühler, nicht mal passiv. 486 teilweise passiv/aktiv. 586 definitiv schon aktiv Kühler. Nun, schau dir an wo wir heute sind. 120mm Bigtower Aktiv Doppellüfter Kühlung.
Das ist aber alles nichts gegen Slot-CPUs. Die haben nämlich erst gar keinen Sockel, in dem man einen Sensor platzieren könnte. Stattdessen messen sie entweder die Temperatur der aufs Mainboard gelangenden CPU-Kühler-Abluft oder aber ein vom Board hochstehender Foliensensor soll bei der Montage irgendwie zwischen CPU-Platine und Kühler bugsiert werden, sodass er im Best-Case die Kühlebodentemperatur misst. Aber man kann nicht einmal einsehen, ob er an dieser gewünschte Stelle gelandet ist. Trotzdem hast du recht, dass Nicht-Übertakter das damals noch nicht als Temperatur- oder Verbrauchsproblem wahrgenommen haben. Denen waren die PCs nur zu laut und das hat man durch immer größere Kühler gelöst bekommen. (Die dann irgendwann teilweise sogar verschraubt wurden. Aber auch hier hat erst der Pentium 4 verpflichtende Löcher in den Platinen mitgebracht, bei den späten Sockel A waren sie mal da und mal nicht.)
Ironischerweise dürfte gerade diese Verbraucher-Nichtreaktion zur Fehlleitung des Pentium 4 beigetragen haben: Intel hatte bei Athlon vs. Pentium III die deutlich effizienteren CPUs und niemanden hats interessiert. Also haben sie zwar Teile des Pentium IIIM in den mobile-only Pentium M einfließen lassen, aber im Desktop galt "Power, Power, Power, solange ihr es gekühlt bekommt". Das Ergebnis waren Netburst und Kühlerhalterungen, später BTX. Mit 120 mm statt der kurz zuvor noch üblichen 60 mm blieben die Pentium 4 kühl und sie waren auch flott (ab der zweiten Generation in zunehmend mehr, schließlich allen Bereichen schneller als Sockel A – wenn auch wesentlich teurer, weil "Intel" drauf stand), zogen dabei aber eben schlussendlich ihre 130 W statt 70 W durch und beinahe hätte Intel auch noch ein 150-W-Modell auf den Markt gebracht. Als langfristige Vision schätzt man, dass 200-300 W geplant waren – also genau der Bereich, den Ryzen 9 heute knapp und Core i9 mittig treffen – um die "10 GHz" zu erreichen. Aber die gleichen Kunden, denen bei 70-statt-35-Watt noch egal waren, haben bei 130-statt-80-Watt auf einmal eine Vollbremsung eingefordert.
Aber wenn, wie du schreibst, eh dafür keine Sensoren vorhanden waren, ging das ja auch nicht.
Dann hatte ich wohl immer Glück gehabt.
Die Sensoren waren unterm Sockel bzw. im Sockel. Auf Basis dieser "Messung" ließ sich dann auch ein Lüfter Lastmäßig steuern.
Ich weiß nur das früher, zumindest zu den Bulldozer, abfällig auch "Heizkraftwerk" gesagt wurde.
Die CPUs waren für mich unattraktiv. Deswegen hatte ich zu der Zeit Intel.
Das bei AMDs K7 die Leistungsaufnahme so "hoch" sein sollte, ist an mir vorbei gegangen. Ich mein CPU-Temps von 50-60 Grad beim Athlon Sockel A waren normal.
Man muss es Relativ sehen. Der 386 brauchte keinen Kühler, nicht mal passiv. 486 teilweise passiv/aktiv. 586 definitiv schon aktiv Kühler. Nun, schau dir an wo wir heute sind. 120mm Bigtower Aktiv Doppellüfter Kühlung.