Mögliche Fake-Bulldozer-Benchmarks des 3D Mark Vantage: CPU-Score deutlich vor Phenom II X6?

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In den Weiten des Internets sind erneut angebliche Bulldozer-Benchmarks samt Bilden aufgetaucht: Diese zeigen die Resultate des 3D Mark Vantage v1.0.2. mit einer Geforce GTX 560 Ti und liegen deutlich oberhalb dessen, was bei gleicher Konfiguration ein Phenom II X6 1090T erzielt. Einige Punkte sprechen jedoch für einen Fake.

Seit Tagen erscheinen immer wieder angebliche Benchmarks zu AMDs kommendem Bulldozer-Chip, aber auch heftige Fakes. Nun sind im Forum von PC Online Werte des 3D Mark Vantage v1.0.2 aufgetaucht. Der User verwendet einen FX-8110, welcher per Turbo alle vier Module mit 3,8 GHz (laut CPU-Z) befeuert und auf einem MSI 870er-Board betrieben wurde. Dazu gesellte sich eine auf 900/1.800/2.100 MHz übertaktete Geforce GTX 560 Ti. Problematisch bei der Einordnung der Werte ist die Versionsnummer des 3D Mark Vantage, denn erst seit der v1.1 wird im zweiten CPU-Test die PhysX-Beschleunigung von Geforce-Grafikkarten abgeschaltet - bei der hier genutzten v1.0.2 ist diese jedoch aktiv und verfälscht den zweiten CPU-Score.

Daher haben wir ein nahezu identisches System mit einem Phenom II X6 1090T auf einem Asus C4F aufgebaut, mit einer Geforce GTX 560 Ti @ 900/1.800/2.100 MHz bestückt und den 3D Mark Vantage v1.0.2 durchlaufen lassen. Der GPU-Score ist niedriger und liegt in unserem Fall bei 17.912 (statt 19.718) Punkten, der Overall-Score beträgt 21.501 (statt 26.676) Punkte und der CPU-Score 53.900 (statt 81.917) Punkte. Aufgetrennt in den ersten und den zweiten (mit GPU-PhysX verfälschten) CPU-Test erreicht erreicht der FX-8110 eine 171 respektive 37 Prozent höhere CPU-Leistung als der X6 1090T. Hierbei sind rein auf dem Papier 33 Prozent mehr Integer-Kern bei einem knapp 20 Prozent höheren Takt am Arbeiten, bei gleicher IPC sind das plus 58 Prozent. Der komplette CPU-Score des FX-8110 liegt 52 Prozent höher als der des XC6 1090T. Zum Vergleich: Intels Core i5-2500K ist beim CPU-Score des 3D Mark Vantage nur gute 5 Prozent schneller als der X6 1090T, der Core i7-2600K immerhin rund 15 Prozent und der Core i7-980X knapp 30 Prozent.

Gesetzt den Fall, die Werte stimmen, scheint der Bulldozer bei starkem Multithreading extrem schnell zu rechnen. Die erzielten Scores erscheinen im Vergleich zu unserem mit der gleichen Grafikkarte ausgestatteten System bis auf den 171-Prozent-Ausreißer nicht völlig abgehoben. Zugegeben, für etwa 5.800 Flugzeuge pro Sekunde im ersten CPU-Test braucht ein sechskerniger Gulftown mit SMT immerhin satte 4,5 GHz - der Bulldozer würde dies bei bereits 3,8 GHz erreichen. Vollkommen absurd ist der Wert angesichts von acht Integer-Kernen nicht, denn der erste CPU-Test basiert auf einem Pathfinding-Algorithmus welcher praktisch durchweg auf ganze Zahlen setzt - dies kommt dem Design des Bulldozers entgegen.

Achtung: Da anstelle des HT-Link ein QPI-Link steht und dieser mit den typischen 3.200 MHz läuft, ist dies ein Indiz für einen Fake auf Basis einer (4,5-GHz-)Gulftown-CPU. Jedoch taktet der HT-Link v3.1 mit 3.200 MHz und wird beim Bulldozer eingesetzt. Allerdings ist bisher auch kein 870er-Board von MSI für den Sockel AM3+ bekannt.

Quelle: PC Online forums, Eigene

Bildergalerie

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Hintergrund Bulldozer:
Der im 32-nm-Prozess gefertigte Bulldozer setzt auf sogenannte Module. Ein solches beinhaltet zwei (Integer-)Kerne, diese teilen sich unter anderem den 2 MiByte großen L2-Cache und die "Flex FPU" genannte Gleitkomma-Einheit, welche pro Takt den Kernen neu zugeordnet werden kann. Ein Modul ist laut AMD schneller als ein Zweikerner mit K10-Architektur. Alle Module, bis zu vier beim Orochi-Die (Zambezi für Desktop und Valencia für Server), greifen auf 4 bis 8 MiByte L3-Cache zu - je nach Ausbaustufe werden die Versionen von AMD mit einer TDP mit 95 bis 125 Watt eingestuft. Ein Modul erreicht laut AMD 80 Prozent der Leistung eines (fiktiven) Bulldozer-Dualcores. Auf dem Financial Analyst Day 2010 gab AMD bekannt, dass Bulldozer selbst bei Auslastung aller Kerne per Turbocore bis zu 500 MHz hochtaktet. AMDs John Fruehe sagte zudem, mit weniger Kernen könne es gar mehr sein. Offenbar ist auch ein Taktplus bei stillgelegter FPU möglich, da hierdurch das TDP-Budget für die Integer-Kerne wächst.

Die ISSCC 2011 verriet AMD, dass ein Modul 213 Millionen Transistoren auf 30,1 mm² fasst, das Design ist für 0,8 bis 1,3 Volt ausgelegt. AMD spricht davon, dass ein 8-kerniger Bulldozer weniger Die-Fläche verbraucht als ein Thuban (346 mm²), Hans de Vries von Chip-Architekt schätzt derzeit (Ende Februar 2010) 292 mm². Das Bulldozer-Design soll 3,5 GHz und mehr erreichen, inklusive Turbocore - allerdings ist es von Haus hochtaktend ausgelegt, die Frequenzen lassen sich also nicht direkt mit einem Phenom II vergleichen. Auch sagt der hohe Takt nicht zwingend etwas über den Stromverbrauch des Designs aus. Der Cache bzw. die CPU-Northbridge des Bulldozer läuft mit 1,1 Volt und erreicht 2,4 GHz und unterstützt bis zu DDR3-1866 - ein Phenom II kommt auf nur 2,0 GHz und DDR3-1333. All diese Informationen sprechen zusammen mit der neuen, teils sehr mächtigen FPU für eine massiv gesteigerte Pro-Takt-Leistung gegenüber dem Phenom II. Der Bulldozer mit seinem innovativen Modul-Aufbau wird für das zweite Quartal 2011 erwartet und setzt den neuen Sockel AM3+ für volle Kompatibilität zwingend voraus.

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    • Kommentare (74)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von steinschock Volt-Modder(in)
        Falls jemand gut Französich kann.
        Dossier : L'architecture AMD Bulldozer (page 1: Introduction) - HardWare.fr

        Ist vom CPU-Z entwickler
        Ich kommaber auch mit der Übersetzung nicht klar,
        liegt aber evtl. daran das es mir auch auf Deutsch schwere fällt.
      • Von Skysnake Lötkolbengott/-göttin
        Nein.

        Der L1 ist einfach ein Cache, der ermöglicht in einem Takt etwas rein zu schreiben, und im nächsten/den nächsten Takt/en die gerade geupdateten Daten wieder zu lesen. Er ist halt einfach extrem schnell. Gleich schnell oder nur wenig langsamer wie die Register der CPU.

        Im Prinzip sind die Daten die im L1 und L2 stehen die gleichen. Daher verstehe ich auch nicht so wirklich, was die Aussage mit der Adresse beim schreiben vom L1 in den L2 bedeuten soll
      • Von Scorpio78 BIOS-Overclocker(in)
        Bedeutet das, dass der L1 nur eine Art Verzeichnis für den L2, der dann sowas wie ne Bibliothek ist, ist?
      • Von Skysnake Lötkolbengott/-göttin
        Teilweise richtig.

        Ja die beiden Cores eines Moduls sind per L2 miteinander verbunden. Das ist aber schon SEHR lange klar. Glaub über 1 Jahr schon.

        Es werden aber nicht die Daten gespeichert, sondern nur wo Sie stehen. Also die Speicheradresse. Zumindest so wie ich das verstanden habe.
      • Von Scorpio78 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Marc
        Ich weiß schon, warum ich fast einen kompletten verregneten Sonntag an dem Ding hing

        Allerdings muss ich zugeben, dass mir das Cache-Prinzip immer noch nicht wirklich klar ist, da braucht's weitere Informationen.

        Also jetzt mal ehrlich,wirklich was erfährt man da ja nicht.
        Bei jeder Info-Speicherung eines Cores wird die Info in L1 sowie L2 gespeichert? Die Info im L2 ist jeweils mit den beiden Cores mit bis zu 20 Zyklen zwischengespeichert, also sind die Cores durch den L2 verbunden?
        Verstehe ich das Richtig?
        Bin für jede Belehrung dankbar!
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