Intel stellt TSX bei Prozessoren wegen Schadcode ab
Intel stellt die TSX-Erweiterung bei einer Vielzahl seiner Prozessoren ab. Hintergrund ist Schadcode, der die Befehlssatzerweiterung ausnutzen kann und Intel müsste hierfür Patches liefern. Mit der Maßnahme kürzt man die zu verarzteten Prozessoren auf jene ab der 10. Generation zusammen.
Intel macht nun kurzen Prozess mit seiner TSX-Befehlserweiterungen für Prozessoren und schaltet diese ab. Das Problem mit ihr ist, dass sie vielfach von Schadcode erfolgreich heimgesucht wird und Intel stets mit viel Aufwand die Lücken stopfen muss, wenn das überhaupt möglich ist. Deswegen gibt es nun ein Mikrocode-Update, dass die Erweiterung bei den Modellreihen Skylake, Kaby Lake, Coffee Lake und Coffee Lake Refresh sowie Whiskey Lake (Generationen 6 bis 9) stilllegt. Bei Haswell und Broadwell (Generationen 4 und 5) ist die TSX-Technik schon länger per BIOS/UEFI-Update abgeschaltet, weil es auch hier anhaltend Probleme gab. Bei Servern sind die Modellreihen Xeon-D bis Xeon-SP betroffen. Dazu kommen auch die eher seltenen Pentium und Celeron, wenn sie auf einer der Architekturen basieren, die genannt worden sind. Die Liste einzelner Modelle ist aufgrund des Umfangs recht lang.
Das Mikrocode-Update wird wahrscheinlich über Windows Update verbreitet bzw. entsprechende Patches der Linux-Distributionen. In Kernel-Patches für Linux fiel die Maßnahme auch erstmals auf. Intel TSX-NI steht für Transactional Synchronization Extensions New Instructions und soll die Ausführung paralleler Software beschleunigen - im Optimalfall können Anwendungen bis zu 40 Prozent schneller ablaufen. Da die Erweiterung zu den spekulativen Systemen der Prozessoren gehört, wurde sie aber auch gerne von Schadcode heimgesucht - etwa Zombieload v2, der schon seit 2018 im Umlauf ist und seit dem sein Unwesen treibt.
Um das Problem nun in den Griff zu bekommen, greift man zur radikalen Maßnahme und klemmt den Befehlssatz ab. Der Verlust dürfte meistens ertragbar sein, da vor allem spezielle Datenbanken von der Erweiterung profitieren. Im Durchschnittsalltag eines Computers war der Nutzen überschaubar. Neue Prozessoren werden übrigens weiterhin TSX haben. Das klingt zunächst paradox, aber was Intel mit der Feldaktion macht, ist sich vor allem von den Altlasten trennen, für die man Patches finden müsste. Für Zombieload V2 muss man nun ab der 10. Generation eine Lösung finden.

Erratalisten mit dreistelligen Einträgen von CPU Fehlern gibts zu praktisch jeder modernen CPU von jedem Hersteller, das war schon immer so. Ab und zu ist ja auch mal ein echter Klopper dabei wie der TLB Bug oder der sich verrechnende Pentium usw. aber bis auf speziellere Umgebungen/Workloads sind all diese ach so bösen Lücken für den Normalnutzer einfach belanglos. Was haben wir einen Aufriss erlebt mit Spectre und Meltdown damals... Wie viele Heimanwender die bis heute ungepatchte Systeme verwenden sind bisher über diese Errata angegeriffen worden? Gibts dokumentierte Schäden? Irgendwas?