Intel plant Ölkühlung für Server
Intel experimentiert mit Ölkühlungen für Server und plant offenbar schon relativ bald mit einer Verfügbarkeit. Nach Dauertests soll nun ein Referenzdesign entwickelt werden, welches dann zum Einsatz kommen soll. Die Ölkühlung für Server verspricht höhere Abwärmeaufnahme bei geringeren Betriebs- und Anschaffungskosten.
Eine Ölkühlung wird im Automobilbau dann verwendet, wenn eine Kühlung durch Wasser nicht mehr ausreichend ist. Häufig kommt eine solche Kühlung bei Sportwagen und im Rennsport zum Einsatz. Das Konzept lässt sich beliebig übertragen – unter anderem auf Computer. PC Games Hardware hatte einst ein Spaßprojekt aus dieser Idee gemacht und einen PC ölgekühlt. Nun geht auch Intel diesen Schritt, doch der Redmonder Chiphersteller geht die Angelegenheit natürlich deutlich ernster an.
Zusammen mit Green Revolution Cooling will Intel nun erstmals Langzeitstudien anfertigen und Server ein Jahr lang in Ölbädern betreiben. Das senkt die Lautstärke und soll die Kühlung effizienter gestalten – besonders im Businessbereich ist dies höchst interessant, gilt es doch hohe Performance zu möglichst geringen Kosten zu erzielen. Im Ölbad geben neu konzipierte Kühlkörper die Abwärme an die Flüssigkeit ab. Hier wird derzeit experimentiert, um die optimale Konstruktion zu finden. Schnell wurde klar, dass Kühlkörper, die auf Luftkühlung ausgelegt sind, keine optimalen Ergebnisse liefern.
Das Öl im Intel-System wird mit einer offenen Radialpumpe ähnlich wie bei Wasserkühlungen umgewälzt und soll eine um 10 bis 24 Prozent bessere Effizienz als bei herkömmlichen Systemen erreichen. Weiterhin von Vorteil: Der Energieverbauch ist deutlich geringer und die Ausfallrate wesentlich kleiner, da es abgesehen von der Pumpe keine mechanisch beweglichen Teile gibt. Das senkt den Lärm und auch die Herstellung aller Elemente ist deutlich einfacher und damit kostengünstiger. Bis zu 100 Kilowatt Abwärme sollen so bedient werden können – weit mehr als die typischen vier bis acht Watt oder 12 - 30 Kilowatt in Spitzenleistungen.
Man will bei diesem Konzept am Ball bleiben, weil man jährlich bis 2016 mit 20 Prozent Wachstum im High-Performance-Computing-Bereich rechnet. Bei Intel will man nun Referenzdesigns entwerfen, die direkt so abgenommen werden, aber auch von OEM-Partnern an spezielle Bedürfnisse angepasst werden können. Wer sich im Detail für die Technik interessiert, finden auf datacenterknowledge.com einen ausführlichen Artikel in englischer Sprache.

Na ja... mal sehen...
Noch ist es ja nur ein "Test", der kann ja auch negativ auffallen...
Gesehen habe ich die, ja. Aber das IBM für das bißchen Kupfer bei den Stückzahlen 100 € ausgibt, überrascht mich - ich hätte auf weniger als die Hälfte getippt. Aber selbst 100 € sind, im Vergleich zum Gesamtpreis des Blades, lächerlich wenig und wie gesagt: Für Kleinkram ala RAMs (die schon rund 50% der Kühlkörper ausmachen) kann man eigentlich auch weiterhin Luft nehmen. Da reicht auch eine einfache, unklimatisierte Lüftung.
Davon abgesehen brauchst du bei Intel neben den "paar" Litern Öl und den billigen Alu-Kühlkörpern auch noch ein deutlich aufwendigeres Umwälzssystem (denn aufgrund der geringen Wärmekapazität musst du MEHR Öl zu CPU & Co bewegen, als Wasser bei IBM - und du musst das machen, ohne eine direkte, geschlossene Leitung haben), imho einen wesentlich aufwendigeren Brandschutz und vor allem sind deine Techniker bei jedem Defekt erstmal eine Zeit lang damit beschäftigt, die Hardware zu entölen. Deine Massenspeicher sind gleich komplett inkompatibel zu dem System und wenn die abgebildeten Maßstäbe hinkommen, reichen auch die Kabellängen normaler Schnittstellen nicht aus, um sie in der Nähe zu positionieren -> du musst zusätzlich separate Speichersysteme (mit eigenem, zusätzlichen Kühlkonzept) installieren, anstatt sie einfach mit ins gleiche Rack zu packen.
Und je nach dem, wieviel Unterstützung Intel erhält, gibt es auch noch massive Probleme mit Erweiterungskarten, denn deren Spezifikationen und damit Garantiebedingungen lauten normalerweise nicht "Betriebsumgebung: Öl".
Hast du schon mal ein wassergekühltes IBM System X iDataPlex dx360 gesehen?
Da werden nicht nur die CPUs sondern auch der RAM, die SpaWas und der Chipsatz wassergekühlt, zumindest innerhalb der Blades werden keine Schläuche sondern Kupferrohre verwendet (v.A. für die Option auf die Heißwasserkühlung)- so kann auf eine aktive Luftkühlung komplett verzichtet werden. Die Blades sind jeweils mit Schnellkupplungen ausgestattet und können so komplett abgekoppelt werden.
Da ist es doch etwas einfacher die Blades einfach in einem Ölbad zu versenken. Diese Kühlkörper kosten wohl ~100€ pro Blade, bei weitem mehr als ein paar Liter Öl + billige teil-Alu Passivkühlkörper für die CPUs. Die restlichen Komponenten sollten im Öl komplett auf kühlkörper verzichten können. Zumindest dürfte Intel der Meinung sein.
Wieso plant? Die haben das schon:
Intel kühlt Server komplett mit Mineralöl
Ich glaube nicht, dass er den direkten Einsatz von Rohöl als Kühlmittel gemeint hat, sondern wie ich bereits erwähnte: Wird das Rohöl teurer, wird auch alles was daraus gewonnen wird teurer. Gilt übrigens für alle nicht nachwachsenden Rohstoffe (also auch für synthetische Öle, die z.B. aus Kohle hergestellt werden).