Intel Poulson: Itanium 9500 vorgestellt - 3,1 Mrd. Transistoren, 54 MiB Cache, bis zu 4.650 US-Dollar
Auf der International Solid State Circuits Conference 2012 gab Intel einen Ausblick auf die neuen Itanium-Modelle, im Rahmen der Supercomputing Conference 2012 stellte der Hersteller die neuen Chips mit dem Codenamen Poulson nun offiziell vor.
Die Supercomputing Conference 2012 beginnt zwar erst am Wochenende, den Startschuss für die neue Itanium-9500-Serie, Codename Poulson, gab Intel aber bereits gestern Abend. Die vor Monaten durchgesickerten Spezifikationen bestätigen sich nun, denn die vier Varianten bieten bis zu acht Kerne und dank Hyperthreading bis zu 16 Threads. Die Chips passen in den von den Itanium 9300 bekannten Sockel 1248 und basieren auf dem 32-Nanometer-Prozess, das Die bringt es auf 544 Quadratmillimeter. Diese enorme Größe beruht unter anderem auf den bis zu 54 MiByte fassendes Caches (davon 32 MiByte L3), welche den Löwenanteil der 3.100 Millionen Transistoren einnehmen.
Das Flaggschiff, der Itanium 9560 für 4.650 US-Dollar bei Abnahme von 1.000 Stück, bringt es auf 2,53 GHz zuzüglich Turbo und soll unter anderem dank diversen Verbesserungen die Vorgänger-Modelle um den Faktor 2,4 schlagen - die TDP beträgt 170 Watt, ist aber dennoch geringer als bei den 9300er-Chips. Obgleich sich immer mehr Kunden den Xeon-Prozessoren den Vorzug geben (HP zahlt gar 690 Millionen für Itanium-Überleben), hält Intel an den Itanium-Schlachtschiffen fest - die Poulson-Modelle sind nicht die letzten ihrer Art, schon heute ist klar, dass mit Kittson ein Nachfolger erscheinen wird. In Zukunft sollen mit dem Modular Development Model die Xeon- wie Itanium-Plattformen angenähert werden, dies ist aber frühestens 2014 bis 2015 der Fall. Für Endkunden sind die Itanium ohnehin uninteressant, im Prinzip werden diese nur als Upgrades für bestehende Server genutzt.
| Modell | S-Spec | Kerne / Threads | Basistakt | L3-Cache | TDP |
|---|---|---|---|---|---|
| Itanium 9560 | SR0T1 | 8 / 16 | 2,53 GHz | 32 MB | 170 W |
| Itanium 9550 | SR0SY | 4 / 8 | 2,40 GHz | 32 MB | 170 W |
| Itanium 9540 | SR0T0 | 8 / 16 | 2,13 GHz | 24 MB | 170 W |
| Itanium 9520 | SR0SZ | 4 / 8 | 1,73 GHz | 20 MB | 130 W |

Unterschiedlich sind die Anforderungen an die Hardware eben vor allem bei der Stromversorgung (und prinzipiell beim EFI), beides sollte sich lösen lassen.
Ein gemeinsamer Sockel würde nicht nur die Mainboardauswahl steigern sondern auch Mischsysteme mit Itaniums und Xeons ermöglichen wobei der ITANIUM dann etwa als spezialisierter Beschleuniger genutzt werden könnte.
Soweit ich weiß schafft der Itanium 9560 theoretisch ~243 DP-GFLOPs. Zum Vergleich: der Xeon E5-2687W, der aktuell schnellste Sandy Bridge-E schafft "nur" ~198. Und das obwohl der Itanium einen niedrigeren Takt hat.
Die IA64/Itanium Architektur wurde seinerzeit, Ende der 1990er entwickelt um schrittweise, bis ~2010, vom High-End Segment ausgehend die x86 Architektur weitgehend zu ersetzen. Mehr oder weniger unmittelbar hat der Itanium außerdem die Alpha und die PA-RISC Architektur sowie die hochleistungs-MIPS Architektur von SGI abgelöst.
Das es anders gekommen ist hat verschiedene Gründe, eine (nicht vorhandene) grundsätzliche Auslegung der Architektur auf Hochverfügbarkeitsserver gehört sicher nicht dazu.
Leistung und hohe Effizienz kann man überall brauchen und der Itanium 9500 dürfte in etlichen Bereichen die aktuellen Sandy Bridge-E Xeons schlagen.
Ansonsten:
Itanium ist, wenn ich mich recht erinnere im Vergleich zu den aktuellen Xeons ne ziemlicher FP Grüppel, ich leg dafür aber meine Hand nicht ins Feuer.
Itanium lebt halt davon, das er ne hohe IO-Leistung hat, und eben auch sehr sehr große Caches, die verhindern sollen, das man überhaupt nachlädt. In vielen Bereichen bringt ihm das aber ziemlich wenig bis nichts.
Itanium ist halt wie die Z-Machine halt was besonderes. Das würde auch wirklich nicht viel Sinn machen, das breit ein zu setzen.
Schon klar aber ich finde es eben schade das Intel keinerlei Anstalten mehr zeigt den ITANIUM auch für kleinere Server und Workstations zu vertreiben.
Die ITANIUM Architektur ist eine hocheffiziente und moderne Hochleistungsarchitektur, die mit einer sehr hohen Integer-IPC/Kern punkten kann, daneben spart man bei der ITANIUM Architektur natürlich viel out of order/prefetch Logik ein indem man ihre Aufgaben dem Compiler überlässt; in vielen Anwendungen dürfte der Pulson auch erheblich schneller sein als Sandy Bridge-E, erst recht bei gleichem Takt. Davon könnten nicht nur hochverfügbarkeits-Datenbankserver profitieren...
Wollen sie?
Dann zeig mir mal ein LGA 1248 Mainboard, das man einzeln kaufen kann... Intel hat jedenfalls keines im Angebot von dem ich wüsste (nein, Intel bietet auch keine kompletten 1248er Server an).
Es muss technische Gründe geben. In dieser Sparte bringt man nicht aus irgendwelchen produktpolitischen Gründen unnötig viele Sockel; die Möglichkeit ITANIUMs in (mehr oder weniger*) allen "normalen" Nehalem/Westmere-EX Mainboards (und Servern) einsetzen zu können wäre für die Verbreitung dieser Architektur sicher nicht schlecht.
*Die Firmware -genauer das EFI- müsste natürlich mitspielen
Für mich ist auch überhaupt unverständlich, warum man nicht gleich auf einheitliche Sockel gesetzt hat, liegt vielleicht an der TDP.
Die wollen doch auch hin und wieder mal par boards verkaufern
Da gehts rein um Höchstverfügbarkeit und eben hohe IO-Leistung/Datenbankleistung.
Da kosten nur Sekunden an Ausfall normal schon mehr als die Maschine in ihrer ganzen Lebenszeit.