CPUs: Intel soll AMD durch Geldreserven in Schach halten

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Quelle: Intel

Der Youtube-Kanal Adored TV zeigt in einem Video eine Folie, die Intels neues Rezept gegen die erstarkte Konkurrenz durch AMD zeigen soll: Geld. Demnach soll Intel allein 2019 drei Milliarden US-Dollar für den Konkurrenzkampf bereitgestellt haben. Dieses Geld kann beispielsweise für Preissenkungen eingesetzt werden. Die Echtheit der Folie ist allerdings nicht gesichert.

Seitdem AMD im März 2017 die ersten Zen-Prozessoren auf den Markt gebracht hat, befindet sich Intel zunehmend in Bedrängnis. Die erste Generation der neuen CPUs konnte bereits zur Konkurrenz aufschließen, die zweite Generation stellte noch eine kleine Verbesserung in allen Bereich dar, und seit Juli feiert AMD dank der neuen Matisse-CPUs ständig neue Verkaufserfolge.

Preiskampf statt Fortschritt?

Durch die erstarkte Konkurrenz verliert Intel zunehmende Marktanteile. Zwar sind die Änderungen bislang nicht dramatisch, doch betreffen sie dafür zahlreiche Geschäftsbereich des Unternehmens. Intel muss also reagieren um langfristig den eigenen Erfolg zu sichern, doch derzeit hat man dem kleineren Konkurrenten nicht viel entgegenzusetzen. Auf technischer Seite konnte Intel bislang keinen nennenswerten Sprung präsentieren, deshalb soll das Problem ab jetzt angeblich anders angegangen werden.

Der Youtube-Kanal Adored TV berichtet, dass Intel für 2019 stolze drei Milliarden US-Dollar bereitgestellt haben soll, die rein für den Konkurrenzkampf reserviert sind. Der Einsatzzweck soll beispielsweise Preissenkungen beinhalten, durch die das Unternehmen weniger Gewinn machen würde. Auch wenn die Anschuldigung nicht direkt getätigt wurde, so steht erneut eine Ausnutzung von Intels Monopolstellung im Raum.
Laut der Folie soll Intel 2019 zehnmal soviel Geld für den Wettkampf bereitstellen, wie AMD letztes Jahr insgesamt einnehmen konnte. Quelle: Adored TV (Youtube) Laut der Folie soll Intel 2019 zehnmal soviel Geld für den Wettkampf bereitstellen, wie AMD letztes Jahr insgesamt einnehmen konnte. Im letzten Jahrzehnt wurde Intel von mehreren Kartellbehörden angeklagt, da das Unternehmen illegale Verträge abgeschlossen hatte um die Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Thema waren beispielsweise Absprachen, die Großkunden den Kauf von AMD-Prozessoren untersagten oder nur in geringer Zahl erlaubten.

Auch interessant: CPU-Verkaufszahlen: AMD lässt Intel dank Ryzen hinter sich - Analyse bei Mindfactory

Eine pauschale Vorverurteilung Intels wäre dennoch unangebracht, schließlich gibt es derzeit weder Hinweise auf illegale Aktivitäten noch ist gesichert, ob die Folien von Adored TV überhaupt echt sind. Die kommenden Monate dürften zeigen, wie Intel auf die erneut erstarkte Konkurrenz reagieren wird.

Die schönste Lösung wäre es wohl, schlicht die eigenen Entwicklungsabteilungen anzufeuern und bessere Produkte zu entwickeln als die Konkurrenz. Bleibt zu hoffen, dass es so kommt und Intel nach den bisherigen, verzweifelten Versuchen wie dem Vorwurf der minderwertigen, "zusammengeklebten Chips" nicht wieder fragwürdige Wettkampfpraktiken in Betracht zieht.

Quellen: Adored TV, Wccftech

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    • Kommentare (99)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Na ja, ist ja praktisch auch nichts Anderes, als das, was Autohersteller seit Jahrzehnten tun.
        Wenn der Markt, oder die Marke schwächelt, gibt es "Umtauschprämien" für, den Alten, Rabatte, Nachlässe und noch einen Satz Reifen oben drauf...

        Und genauso wie bei Intel jetzt, ist das ganze nicht besonders schlimm, da man zuvor seine Ware ja bereits jahrelang hochpreisig verkauft und dabei ordentlich Gewinn eingefahren hat...man gibt also lediglich etwas von den zuvor aufgestellten "Wucherpreisen" an den Kunden zurück...blöd halt nur für diejenigen, die kurz zuvor bereits gekauft haben...

        mfg
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Na ja, ist ja praktisch auch nichts Anderes, als das, was Autohersteller seit Jahrzehnten tun.
        Wenn der Markt, oder die Marke schwächelt, gibt es "Umtauschprämien" für, den Alten, Rabatte, Nachlässe und noch einen Satz Reifen oben drauf...

        Und genauso wie bei Intel jetzt, ist das ganze nicht besonders schlimm, da man zuvor seine Ware ja bereits jahrelang hochpreisig verkauft und dabei ordentlich Gewinn eingefahren hat...man gibt also lediglich etwas von den zuvor aufgestellten "Wucherpreisen" an den Kunden zurück...blöd halt nur für diejenigen, die kurz zuvor bereits gekauft haben...

        mfg
      • Von gerX7a BIOS-Overclocker(in)
        Ist die Frage, worauf sich die 28 PFLOPS "Peak-Performance" beziehen. Im Linpack (Rmax) wäre er nur überraschend wenig schneller als der Frontera. Gemäß Rpeak wäre er diesem gar deutlich unterlegen.
        Abseits dessen aber keine spektakuläre News, eher ein typisch europäisches System. Ebenfalls in 2020 wird der Perlmutter online gehen, der bereits 100 PFLOPS anvisiert und damit bereits fast 4x so leistungsfähig sein wird und in 2021 folgen die ersten beiden Exaflops-Systeme des DoE Aurora und Frontier.
      • Von Duvar Kokü-Junkie (m/w)
      • Von onlygaming BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von onkel-foehn
        Oder noch besser AMD Aktien …

        MfG, Föhn.
        Deswegen bashen die Intelaner auch, damit sie auch nochmal günstig einsteigen können
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        Zitat von DKK007
        Wobei es schon mal Zeit wird, das es den i7-9700K wieder für 300€ gibt. Selbst zu der Zeit des FX hat der i7 mit freiem Multiplikator nur 300€ gekostet.
        Fairerweise muss man aber auch sagen, dass diese Preissteigerung nicht komplett von Intel kommt.

        Bis zum 7700K kostete der i7 303 (ohne K)-339 (mit K) US dollar bei Abnahme von 1000 Stück. Der 8700 packte 20$ auf das K Modell obendrauf, der 9700 noch weitere 15$, während der non-K um 20$ teurer wurde.

        Soweit jedenfalls für die offiziellen Preise. Wegen den limitierten Produktionskapazitäten ging der Preis jedoch mit der Zeit tendenziell eher hoch statt runter. Hinzu kommt, dass aufgrund des ganzen Brexit Debakels der Euro in den letzten Jahren gegenüber dem Dollar so einiges an Wert verloren hat, vor allem nach 2014. Dadurch ist der Preis in Europa noch mehr gestiegen als in den USA.

        Zum Thema: Falls AMD mit Zen 3 und 4 weiterhin gut abliefert und die IPC und den Takt steigert, glaube ich nicht, dass es mit nur 3 Milliarden getan ist. Vor allem im Serverbereich hinkt Intel gerade meilenweit hinter Epyc her, und genau a ist der große Reibach zu erwirtschaften für Intel und AMD. Intel hat gerade den Preis der HEDT Prozessoren um 20-50% gesenkt? Im Serverbereich müsste Intel die Preise um ganze 40-80% senken, um mit Rome mithalten zu können. Die Verluste in diesem Bereich dürften sich schnell auf einige 100 Millionen beziffern, und falls Intel nicht schnell was findet, womit man Rome in Schach halten kann, wird dies auch gerne in die Milliarden gehen.
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