IDF 2010: Erste 22-nm-CPUs "Ivy Bridge" werden bereits produziert und kommen in der zweiten Jahreshälfte 2011
Auf dem IDF gab es die ersten konkreten Infos zu Intels 22-nm-CPU-Generation mit dem Codenamen Ivy Bridge - Intel-Präsident Paul Otellini bestätigte, dass man im Zeitplan liegt und die ersten Ivy-Bridge-CPUs in 22-nm-Fertigung in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres anbieten kann.
Das wichtigste Thema der aktuellen Intel-Hausmesse IDF ist natürlich die kommende CPU-Generation Sandy Bridge, die ab Januar verfügbar sein soll. Während Sandy Bridge im 32-nm-Verfahren hergestellt wird, nutzt Intel für den Nachfolger Ivy Bridge bereits 22-nm-Fertigung. Laut Paul Ottelini werden erste Ivy-Bridge-Prototypen bereits in Intel-Fabs hergestellt. Daher macht man sich keine Sorgen in der zweiten Hälfte 2011 entsprechende CPUs anbieten zu können.
Gemäß dem Tick-Tock-Modell von Intel handelt es sich bei Ivy Bridge nicht um eine völlig neue Architektur. Stattdessen werden Ivy-Bridge-CPUs voraussichtlich auf der Sandy-Bridge-Architektur basieren, aber eben einen so genannten "Shrink" von 32 auf 22 Nanometer bieten. Damit lassen sich üblicherweise weitere Funktionen integrieren, Taktraten steigern und sogar die Leistungsaufnahme senken.
Einen ähnlichen "Shrink" gab es beim Wechsel von Nehalem-Prozessoren zu den aktuellen Westmere-CPUs - hier wurde die bewährte Architektur von 45 Nanometern auf 32 nm "geschrumpft".
Sobald wir vor Ort auf dem IDF weitere Infos zu Ivy Bridge bekommen, bringen wir natürlich ein Update zu dieser Meldung.

Intel hatte auch bei Netburst einen vergleichbaren Erfahrungs- und Zeitvorsprung. Sie hatten nur falsche Vorstellungen von den Ansprüchen, die die Verbraucher in Zukunft stellen würden. (Betrachtet man die ursprünglich propagandierten Vorteile von Netburst, dann war es ein voller Erfolg. Das waren aber eben nicht 1:1 die nachgefragten)
Sowas kann Intel in den nächsten 20 Jahren durchaus ein zweites Mal passieren. Bereits bei Atom scheinen sie mehr Glück als Verstand gehabt zu haben. Die Architektur passt sehr gut zu vielen Anforderungen, die gestellt wurden - aber wenn man sich anguckt, wie massiv Intel die Nachfrage quasi im gesamten ersten Jahr unterschätzt hat, dann war das wohl zur Hälfte Zufall und hätte AMD Geode weiterentwickelt (anstelle z.B. ATI zu kaufen), dann hätten sie in diesem Marktsegment richtig einschlagen können.
Aber zum "besser sein" gehört eben mehr, als nur ein Konkurrent, der Fehler macht
Wobei ich manchmal den Eindruck habe, dass das nicht so sehr an AMD liegt - sondern an Intel. Die zeigen ihre Testwafer in zunehmend größeren Abständen zur Markteinführung herum und die unterschiedlichen Modelle werden auch in immer größerem Maße über verschiedene Kerne realisiert, nicht über Selektion/Ausschuss aus ein und derselben Fertigung. Wenn man noch die Taktpotentiale (vergleiche heutige News) mit rein nimmt, entsteht der Eindruck, dass Intel sich viel mehr Zeit mit der Optimierung eines Fertigungsverfahren nimmt, als früher - weil AMD so langsam ist, dass man sich Zeit lassen und trotzdem mit großem Vorsprung auf dem Markt sein kann.
Das ist für AMD dann trotzdem ein Problem, weil man nicht nur bei der Fertigungsstufe hinterherhinkt, sondern auch noch einen großen Nachteil bei den Yieldraten hat, was die Gewinnbilanz noch weiter absacken lässt. Außerdem sinken die Chancen, das der Konkurrent nochmal so etwas wie Netburst auf den Markt bringt.