China-CPU: 128 Zen(+)-Prozessorkerne mit 512 Threads

17
News Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
China-CPU: 128 Zen(+)-Prozessorkerne mit 512 Threads
Quelle: Sven Bauduin

CPUs aus China legen immer größere Leistungssprünge hin und näheren sich ihren westlichen Vorbildern weiter an. Dank zweier Joint Ventures von AMD und Hygon sind bald bis zu 128 Zen(+)-Prozessorkerne mit 512 Threads und DDR5-5600 möglich.

Die x86-Prozessoren aus China haben in den vergangenen Jahren mitunter riesige Leistungssprünge hingelegt und näheren sich ihren großen westlichen Vorbildern von AMD und Intel damit langsam, aber sich immer weiter an. Auch dank zweier bereits im Jahre 2016 abgeschlossener Joint Ventures von AMD und Hygon, einem chinesischen Fabless-Halbleiterunternehmen, sind mittlerweile bis zu 128 Zen(+)-Prozessorkerne samt SMT 4 mit 512 Threads, schneller DDR5-Speicher mit 5.600 MT/s und ein komplexes Dual-IO-Chiplet realisierbar. Zudem sollen AVX512 und CXL 2.0 bereitgehalten und damit das Featureset deutlich erweitert werden.

128 × Zen(+) in AMDs aktuellen Sockel SP5

Der Hygon C86-7490 sitzt nicht nur im modernen Sockel SP5 ("Sockel LGA 6096"), den AMD für seine aktuellen Server-Prozessoren der Serien Epyc 9004 und 9004X mit den Codenamen Genoa, Genoa-X und Bergamo eingeführt hat, er unterstützt außerdem auch schnellen DDR5-4800 über 12 Speicherkanäle. Anders als seine westlichen "Vorbilder" basiert die "China-CPU" aber nicht auf Zen 4 respektive Zen 4c.

C86-G4 Quelle: Hygon C86-G4 Quelle: Hygon

Der Hygon C86-7490 mit 64 Prozessorkernen und 128 Threads sowie der kleinere Hygon C86-7390 mit 48 Prozessorkernen und 96 Threads, die YuuKi_AnS zuerst ausfindig machen konnte, gehen aus zwei Joint Ventures zwischen AMD, Hygon, Global Foundries und HMC hervor und basieren auf der Dyhana-Architektur.

C86-G5 Quelle: Hygon Doch damit nicht genug, eine HXL (@9550pro) veröffentlichte Roadmap zeigt bereits den Nachfolger der aktuellen C86-G4. Die Prozessoren der kommenden CPU-Serie Hygon C86-G5 kommen mit einem deutlich ausgebauten Featureset daher.

  • basierend auf der Dyhana-Architektur der nächsten Generation
  • mit bis zu 128 weiterentwickelten Zen(+)-Prozessorkerne mit SMT 4
  • bis zu 512 Threads dank vierfachem Simultaneous Multithreading
  • eine um ~ 17 Prozent höhere Leistung pro Taktzyklus ("IPC")
  • 1.024 bis 2.048 GiByte DDR5 mit bis zu 5.600 MT/s
  • 16-Kanal-Speicherinterface und Dual-IO-Die
  • Support für AVX512 und CXL 2.0

Die C86-G5 besteht aus bis zu insgesamt acht 16 Core-CCDs ("Core Complex Dies"), die so in 128 Prozessorkernen und dank SMT 4 ("Simultaneous Multithreading") in insgesamt 512 Threads resultieren, welche wiederum von einem breiten Speicherinterface mit 16 Kanälen flankiert werden sollen.

Roadmap Quelle: Hygon Sämtliche Hygon-CPUs dürfen nur innerhalb von China verkauft werden, was ein fester Bestandteil der Vereinbarungen des Joint Ventures zwischen AMD, Global Foundries und dem chinesischen Staatsunternehmen Hygon war.

Handelskrieg beendet Joint Venture

Nachdem der immer weiter eskalierende Handelskrieg und die damit verbundenen Sanktionen der USA gegen China begonnen hatten, konnte AMD keine zusätzlichen geistigen Eigentumsrechte ("IPs") mehr lizenzieren, während Hygon vom Silizium von Global Foundries abgeschnitten wurde. Mittlerweile laufen die Hygon-CPUs bei einem unbekannten chinesischen Auftragsfertiger vom Produktionsband und nutzen auch weiterhin AMDs Zen-IP. Im Februar 2024 meldete Bloomberg News, dass die Hygon-Aktie eine der meistgewählten Picks unter Wall-Street-Firmen war.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.

Quelle: Hygon via @9550pro via Tom's Hardware

17
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shinna Lötkolbengott/-göttin
        Ich denke das folgende Video erklärt die Herausforderungen recht gut:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Shinna Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Undesirable-Alien
        Der Technologietransfer findet ja in allen Bereichen statt.
        Und das ist der Irrtum deinerseits. Da wird nichts was Fertigungstechnik von TSMC angeht "weitergegeben". Da findet kein Austausch statt.
        Zitat von Undesirable-Alien
        China verfügt über so gut wie alle Technologien
        Nein darüber verfügen sie eben (noch lange) nicht. Da reden wir nicht nur vom "Belichtungsverfahren". Da sind auch Dinge wie Lasertechnik und "Spiegelherstellung" recht wichtig. Nach der Montage muss all das noch durch die Erprobung. Bei Intel hat 10nm gut 2 Jahre Verspätung gehabt. Und das trotz massivem Support durch ASML Mitarbeiter vor Ort. Wir reden hier ja davon ein Photon mit einem Laser zu treffen der ggf. durch 8,9 oder gar 10 Mirrors ging. Und mit jedem reflect einen Teil seiner "UV Leistung" verliert.

        Das sind Elementarteile auf subatomarer Ebene. Sowas wird im CERN auf beinahe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Zur Kollision gebracht. In der Hoffnung neue Partikel zu finden. Das Higgs-Boson war dabei das letzte bisher entdeckte.
      • Von AUTOEXECBAT Komplett-PC-Käufer(in)
        Zahlen wir China eigentlich immer noch Entwicklungshilfe jedes Jahr? 🤔
      • Von Undesirable-Alien Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Shinna
        Was glaubst Du warum man dort so großen Wert auf fortschrittliche Herstellungsprozesse legt. Es nützt dir nichts "irgendwelche möglichen Vorteile" aus einem Technologietransfer zu ziehen, wenn keinen "passenden Herstellungsprozess" hat. Von ASML bekommt man nichts für eine halbwegs aktuelle Fertigung. Ergo muss man eigenen Maschinen entwickeln. Und das geht nicht von heut auf morgen. Von den Probleme während der Implementierung ganz abgesehen. Frag mal bei Intel nach wie gut das laufen kann.
        Der Technologietransfer findet ja in allen Bereichen statt. Da geht es nicht um was Spezielles. Ich glaube auch, daß dein Beitrag auch sehr allgemein angewandt werden kann: China verfügt über so gut wie alle Technologien, es fehlen nur noch eigene Produktionsmittel dafür. Das wird sich wohl früher oder später ändern. Da hat man sich einen großen roten Kommunisten gezüchtet, der bei Russlands Siegesparade sitzt. Eine Bewertung dieses Handelns würde wohl die Forenregeln sprengen.
      • Von Shinna Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Undesirable-Alien
        erfüllt nur den Zweck des Technologietransfers.
        Was glaubst Du warum man dort so großen Wert auf fortschrittliche Herstellungsprozesse legt. Es nützt dir nichts "irgendwelche möglichen Vorteile" aus einem Technologietransfer zu ziehen, wenn keinen "passenden Herstellungsprozess" hat. Von ASML bekommt man nichts für eine halbwegs aktuelle Fertigung. Ergo muss man eigenen Maschinen entwickeln. Und das geht nicht von heut auf morgen. Von den Probleme während der Implementierung ganz abgesehen. Frag mal bei Intel nach wie gut das laufen kann.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk