Biegbarer Prozessor: Britische Foundry fertigt CPU, die man im Betrieb aufrollen kann
Die britische Foundry Pragmatic Semiconductor hat einen Mikroprozessor vorgestellt, den man im laufenden Betrieb auf- und entrollen kann. Besonders ist dabei die Fertigung, die komplett auf Silizium verzichtet.
Normalerweise werden Prozessoren fest mit einem Sockel verbunden oder gar verlötet, damit sie sicher untergebracht sind und dauerhaften elektrischen Kontakt zu allen Anschlüssen haben. Die britische Foundry Pragmatic Semiconductor hat nun aber eine CPU vorgestellt, die sich offenbar im laufenden Betrieb biegen lässt. Und nicht nur das: Angeblich lässt sich der Chip sogar mit einem Biegeradius von bis zu 3 mm einrollen, ohne dass er beschädigt wird.
Rollen und rechnen
Mit modernen x86-Prozessoren ist der Chip dabei natürlich kaum zu vergleichen - es handelt sich um einen im Vergleich unglaublich langsamen Mikroprozessor, der mit nur 12.6000 Logikgattern und einer Taktrate von 60 kHz arbeitet. Die damit erreichte Rechenleistung ist für moderne Programme zwar nicht annähernd ausreichend, beispielsweise in Wearables oder zukünftigen Gadgets könnte sie aber durchaus von Nutzen sein.
Laut Pragmatic Semiconductor wurde der Flex-RV genannte Chip zusammen mit dem schwedischen Forschungsunternehmen Qamcom und der Harvard-Universität entwickelt. Es soll sich um den weltweit ersten 32-Bit-Prozessor handeln, der sich im Betrieb einrollen lässt. Für biegbare Chips ist zudem auch die Integration einer kleinen KI-Einheit neu, auch wenn diese nur für minimalistische Modelle ausreichen dürfte.
Das genutzte Chipdesign ist dabei keine komplette Eigenentwicklung, es basiert auf der frei verfügbaren RISC-CPU Serv. Besonders ist hingegen die 0,6µm-Fertigung, die die Flexibilität ermöglicht. Laut Pragmatic Semiconductor bestehen die Transistoren aus einer Mischung aus Indium, Gallium und Zinkoxid, die auf einem Substrat aus Polyamid untergebracht wird. Kosten soll der Chip dabei weniger als einen US-Dollar, und der Energieverbrauch ist trotz des Einsatzes von NMOS- statt CMOS-Technik mit 6 mW recht niedrig.
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Komplett zuverlässig scheint der biegbare Prozessor aber noch nicht zu sein. Zu bedenken ist laut Pragmatic Semiconductor eine je nach Biegung variable Geschwindigkeit - der Chip arbeitet je nachdem bis zu 4,3 Prozent langsamer oder 2,3 Prozent schneller. In dem Demonstrationsvideo ist zudem zu sehen, dass einer der übertragenen Buchstaben groß statt kleingeschrieben wird. Nachdem sich die ASCII-Codes der beiden Symbole um genau ein Bit unterscheiden, kam es hier wohl zu einem Bitkipper. Inwiefern oder wann der Flex-RV damit für den Einsatz in der Massenproduktion geeignet ist, ist damit noch unklar.
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Quelle: Pragmatic Semiconductor (Paper auf Nature) via PC Gamer

Edit: 200nA bei üblicherweise 3V sind drin, also "nur" 0,6uW, ergo 600nW, nicht 6nW wie hier mal stand.
Da fehlt die Hälfte des Satzes.
Vielen Dank für den Hinweis, der Satz ist jetzt wieder komplett
"Kosten soll der Chip dabei weniger als einen US-Dollar, und der Energieverbrauch ist trotz des Einsatzes von NMOS- statt CMOS-Technik mit 6 mW recht niedrig."
Da fehlt die Hälfte des Satzes.
Man kann jede CPU während des Betriebes aufrollen...
Einmal