Ryzen-CPUs: AMD bringt RAM-Verschlüsselung im Juli zurück
Kaum war die heimliche Abschaltung öffentlich, rudert AMD zurück: Per BIOS-Update soll die RAM-Verschlüsselung TSME im Juli 2026 für reguläre Ryzen 9000 zurückkehren. Wer den Schutz nutzen will, braucht kein Pro-Modell mehr.
AMD hat angekündigt, die mit AGESA ComboAM5Pi 1.2.7.0 heimlich deaktivierte RAM-Speicherverschlüsselung TSME ("Transparent Secure Memory Encryption") für reguläre Ryzen 9000 erneut freizuschalten. Gegenüber Tom's Hardware versicherte das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara, man reagiere auf wertvolles Feedback aus der Community und liefere die zugehörige BIOS-Option mit einem entsprechenden Firmware-Update im Juli 2026 nach.
Der Auslöser hierfür war die Kritik, welche sich nach dem zunächst unbemerkt gebliebenen Wegfall des RAM-Schutzes entzündet hatte. Wer beispielsweise einen aktuellen AMD Ryzen 7 9700X (Test) oder eine vergleichbare Consumer-CPU betreibt und Wert auf den Speicherschutz auf BIOS-Ebene legt, muss bis dahin noch ohne TSME auskommen. Anschließend ist aber wohl wieder alles beim Alten.
AMD rudert nach Community-Kritik rasch zurück
In seiner Stellungnahme trennt AMD sauber zwischen zwei Produktlinien. Für die Ryzen-Pro-Prozessoren bleibt TSME unter dem Namen Memory Guard (PDF) ein fest verankertes Sicherheits-Feature der Pro Technologies, an dem der Hersteller festhält. Bei "bestimmten regulären Ryzen 9000 für den Desktop-PC" bestand eine BIOS-Option zum Aktivieren, die ein jüngeres Update entfernt hatte: Genau diese Möglichkeit kehrt jetzt im Juli 2026 zurück, wie der US-Hersteller verspricht.
TSME-Reaktivierung: Das hat AMD nun zugesagt
Ein BIOS-Update im Juli 2026 schaltet die RAM-Verschlüsselung TSME auf regulären AMD Ryzen 9000 wieder frei, so die schriftliche Stellungnahme von AMD gegenüber der Redaktion von Tom's Hardware. Den Pro-Ableger betrifft die Kehrtwende nicht, weil die Memory Guard Technologie dort nie abgeschaltet wurde.
Wann genau im Juli die passende AGESA-Version bei den Mainboard-Herstellern eintrifft und wie schnell diese ihre BIOS-Versionen entsprechend nachziehen, ließ der Hersteller offen. Den Leistungsverlust durch die aktive Verschlüsselung bezifferte AMD bislang auf unter fünf Prozent.
Vom stillen Aus zur Kehrtwende in wenigen Tagen
Zwischen dem öffentlichen Bekanntwerden der Abschaltung und AMDs Rückzieher lagen nur Stunden. Aufgefallen war der Wegfall dem Linux-Anwender Ben Kilpatrick, der sein neues System mit einem Ryzen 7 9700X routinemäßig auf Schwachstellen prüfte und auf die Statusmeldung "encrypted RAM: not supported" stieß.
Ein Fehlerbericht in AMDs GitHub-Repository brachte zunächst nur eine knappe Antwort des Entwicklers Mario Limonciello, welcher auf keine weiteren Informationen verwies. Erst nachdem Ars Technica und in der Folge Heise den Fall aufgegriffen hatten, folgte das Einlenken. Nach der Berichterstattung folgte dann die Kehrtwende.
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Quelle: Tom's Hardware


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