Userbenchmark: Statement der Betreiber nach Algorithmus-Änderung, Kritiker wurden beleidigt [Update]
Jetzt aktualisiert: Mit einer Änderung an der Gewichtigung von Single-, Quad- und Multi-Core-Performance für die Ermittlung der effektiven Geschwindigkeit von CPUs haben die Betreiber der Userbenchmark-Datenbank für Diskussionen und Aufregung gesorgt, da dadurch Intel-Prozessoren bevorzugt werden. In einem Statement versucht man sich zunächst noch diplomatisch zu rechtfertigen, beleidigt Kritiker jedoch im letzten Absatz.
Aktualisierung vom 29.07.2019: Die Betreiber von Ueserbenchmark.com haben ihre FAQ-Seite in den letzten Tagen mehrfach überarbeitet (siehe Wayback-Machine). Die wohl wichtigsten Änderungen: Alle potenziellen "Beleidigungen" wurden entfernt, es gibt also keinerlei Aussagen in Richtung der AMD-Community, zumindest in der aktuellen Fassung. In Fassungen vom Samstag wurde noch die "Army of Shills" erwähnt, die "Eis an Eskimos verkauft".
Neuer Spitzenreiter beim Userbenchmark ist der Core i9-9900 (vorher Platz 7). Es folgen vier weitere Intel-CPUs, bevor mit dem Ryzen 7 3800X die erste AMD-CPU kommt. Die Betreiber sind der Ansicht, dass "eine Minderheit neuerer Spiele vier Kerne auslastet" und dass es "in den meisten Spielen keinen signifikanten Fps-Unterschied zwischen dem Vierkerner Core i3-9350KF und dem 18-Kerner Core i9-9980XE" gebe. Die Multi-Core-Kategorie mit zwei Prozent Gewichtungsanteil heißt nun nach einigen Umbenennungen "64 Kerne".
Die Benchmark-Datenbank Userbenchmark hat kürzlich am eigenen Algorithmus geschraubt und dadurch nicht nur für allerhand Verwirrung gesorgt, sondern auch einen größeren Aufruhr ausgelöst. Durch die Änderung spielt die Multi-Core-Leistung kaum noch eine Rolle, umso stärker werden Single- und Quad-Core-Leistungen gewichtet.
Laut Userbenchmark lastet der normale Nutzer nur selten vier Kerne aus
Das sorgt mitunter für kuriose Ranglistenplatzierungen, die etwa einen Intel Core i3-8350K vor einem Ryzen 7 2700X sowie auch Intel Core i5-8400 positionieren. Zugleich stehen Intel-Prozessoren allgemein besser da. In puncto Single-Core-Leistung hat Intel gegenüber der Ryzen-Konkurrenz weitestgehend immer noch Oberwasser. Die mühsam erkämpften Top-Platzierungen mussten die neuen AMD-CPUs in Folge wieder abgeben. Mittlerweile haben die Betreiber auf die Kritik geantwortet. Auf einer gesonderten Seite rechtfertigen sie die Änderung am Algorithmus der Datenbank. Dabei geht es insbesondere im letzten Absatz alles andere als politisch korrekt zu.
Diplomatisch argumentieren die Betreiber der Userbenchmark-Datenbank noch in den ersten Absätzen, wobei die getroffenen Aussagen durchaus in Frage gestellt werden dürfen. Im Text heißt es zunächst, dass mehr als vier Kerne lediglich "nice to have" seien. Für den typischen Konsumenten werde jeder Kern, der über den ersten hinaus geht, stets irrelevanter. Vier Kerne laste man laut den getroffenen Aussagen nur dann 100-prozentig aus, wenn stark Thread-abhängige Workstation-Operationen auf einem gut gewarteten Rechner ausgeführt werden. Dazu zählen etwa Audio- und Videobearbeitung sowie umfangreiche Berechnungen. Mehr als vier Kerne erlauben lediglich, dass Nutzer sich weniger um den eigenen Rechner kümmern müssen. "Höhere Kernzahlen erlauben ein leicht lockereres PC-Management, indem Effekte von Malware und anderen ressourcenfordernden Prozessen, etwa spontane Windows-Updates oder ungefragte Virenscans, maskiert werden."
Betreiber arbeiten laut eigenen Aussagen unabhängig, Nutzer sollen nicht auf "Armee von Shills" hören
Selbst bevorzuge man keine Marke. Man agiere unabhängig und habe die Ryzen-3000-Prozessoren "ausdrücklich willkommen geheißen", jedoch in Folge "unrealistische Überschätzungen" von CPUs mit mehr als 8 Kernen festgestellt und entsprechende Korrekturen vorgenommen. Weiterhin seien Leistungsangaben zu Single-, Quad-Core und Multi-Core-Performance unverändert und eindeutig sichtbar. Nachfolgend zieht man noch ein Beispiel aus der Vergangenheit aus dem Hut.
"Zur Zeit des AMD FX-8350 war unserer effektiver Geschwindigkeitsindex auf Single-Core ausgelegt und zu jener Zeit gab es starke Rufe danach, dass 'Kerne mehr und mehr relevant werden'. Jeder professionelle Software-Entwickler, der tatsächlich versucht hat skalierbaren, Multi-Thread-Code zu schreiben, wird nachvollziehen können, dass die Herausforderungen weit von Trivialität entfernt sind und es ist höchst unwahrscheinlich, dass man diese während der Lebensspanne einer typischen CPU überwindet."
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Die letzten Zeilen der Stellungnahme dürften den Konflikt jedoch eher noch anheizen, anstatt für Deeskalation zu sorgen. Dass man keine Marke explizit bevorzuge, zeigen die Einträge zu den AMD Radeon RX 5700-Grafikkarten. Die seien leicht überbewertet, doch "geheult" oder "andauernd gespammt" hat deswegen keiner. In Schlussworten heißt es dann noch, dass man sich "vor der organisierten Armee von Shills" in Acht nehmen solle, denn die "agieren mit heißer Luft anstatt gesundem Menschenverstand".
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Ich kauf mir doch keine CPU um schöner zu idlen, sondern um die rechenintensive Arbeit besser abfackeln zu können.
Und das macht es im Wesentlichen dadurch, dass eine Handvoll Presets eine hardwareseitige schnelle Pipeline erhalten; der Encoder ist in seinen Möglichkeiten begrenzt.
Sobald hohe Qualität oder ein fallspezifisch zu konfigurierendes es Optimum aus Qualität und Kompression erforderlich sind, hilf nur brachiale und flexibel ansteuerbare Rechenleistung.
Alleine im Firefox meine typeschen rund 20 Seiten als "alle in Tabs öffnen" brachte 20-25 Sekunden lang 100% CPU-Last auf der CPU. Auf dem 3900X dauert das ganze keine 3 Sekunden.
Ich habe auch nie behauptet dass es "nicht ausreicht". Natürlich tut es das, ich konnte all das auch auf meinem alten ivy-bridge 2-Kern-Laptop machen. Eben noch viel langsamer.
Mein Berufs-PC ist ein i5-2500 mit 4GB RAM und ggf. ne virtuelle Serverumgebung. Ja, reicht. Ich will gar keinen neuen - stell dir mal vor ich hätte da auch nen 3900X... da hätte ich ja gar keine Zeit mehr ne Tasse Kaffee trinken zu gehen bis ne Berechnung fertig ist.
Übrigens gibts für DL-Anwendungen bei uns auch nen PC bestehend aus 9980XE + RTX2080Ti. Scheint also doch was dran zu sein dass man Leistung und Kerne irgendwie brauchen kann.
GPGPU-Encoding ist ne super Sache für Streamen, Twitch und YouTube keine Frage. Aber wenns gut werden soll und es nicht nur um Spielereien geht codiert niemand auf einer Grafikkarte (der weiß was er tut).
Bevor du andere als Noobs bezeichnest (ich sehe mal großzügig über die Beleidigungen hinweg) solltest du vielleicht ein bisschen weiter über den Tellerrand schauen.
Antivirus, Outlook, Excel, MSI Afterburner und ein bisschen Kleinkram an bzw. im Autostart. Wenn du dann noch 5 Forentabs offen hast und in einer zweiten Instanz Firefox ein YouTube Video schaust fängt die Kiste schon an zu eiern weil die CPU bei 70% Last oder sowas hängt. Das ist jetzt kein Poweruser-Szenario sondern eine ganz normale Art seinen PC zu benutzen (oder?) und der i3 war hart am schwitzen.
Wehe dem der da noch sich erdreistet ein Video konvertieren zu wollen. Das funktioniert dann mit gefühlten 2 fps und Firefox ruckelt sich zu Tode (praktisch nicht machbar).
Die einzig brauchbare Argumentation wäre deine Videokonvertierung, allerdings dezimiert der iGPU Encoder des 8100 im Grunde jede CPU Softwarelösung.
Und ich werfe nunmal Betrügern kein privates Geld hinterher, ich habe auch noch nicht ein einziges Apple Produkt in meinem Leben privat gekauft!
Und wenn auf einer CPU Schachtel X GHz stehen, die beim Kunden aber nie erreicht werden, kommt man auch zu keiner Zeit auf den Gedanken betrogen worden zu sein?
Ach komm Don, in dieser kaputten Welt werden wir alle betrogen, ob durch Rundfunkgebühren, Solidaritätszuschlag oder Politik ist Jacke wie Hose. Mittlerweile sollte jeder wissen das dass AMD Marketing die halbe Miete ist, da lobe ich mir Intels nicht vorhandenes Marketing.