Battleforge - erster Eindruck und Leistungs-Test des Online-RTS

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Battleforge ist ein Echtzeitstrategiespiel, das speziell für den Onlinemodus ausgelegt ist. Der Clou: Dank verschiedener Einheits-"Karten" können Sie ganz spezielle Strategien entwicklen und sogar Kreaturen und Zauber über die Community tauschen oder erwerben. Der erste Eindruck auf Basis der Alpha-Version verspricht interessante Ansätze.

Schon die Installation der Alpha-Version verläuft ohne große Probleme und nach der Anmeldung über ein bestehendes EA-Konto startet das Spiel. Wir haben Battleforge übrigens zwei Tage auf mehreren Systemen getestet und hatten keinen einzigen Absturz - für eine Alpha schon beachtlich.

Auf Basis der Alpha-Version haben wir uns einen ersten Eindruck des Online-RTS-Games gemacht. Quelle: PC Games Hardware Auf Basis der Alpha-Version haben wir uns einen ersten Eindruck des Online-RTS-Games gemacht.

Der erste Eindruck im Spiel ist überwältigend, dies gilt aber nicht für die Grafikqualität oder die liebevolle Umsetzung mancher Ideen, sondern schlicht und einfach für die große Zahl an Schaltflächen, Checkboxen und Icons. Auf dem Startbildschirm, der zumindest in der Alpha liebevoll "Sandbox" getauft ist, befinden Sie sich in einer Art Arena. Hier lassen sich alle Kreaturen und Zauber ohne Energiekosten ausprobieren. Eine weitere Schaltfläche (im Bild unten rechts neben den Teilnehmern des derzeitigen Chatchannels) fördert auf Knopfdruck Gegner zutage - so können Sie schnell Spezialtaktiken oder Deckzusammenstellungen testen.

Mit "Deck" ist bei Battleforge eine Zusammenstellung von Zaubern und Kreaturen gemeint, die Ihnen in Schlachten zur Verfügung stehen. Fans des Trading Card Game Magic: The Gathering ahnen was jetzt kommt und liegen genau richtig - Sie können bei Battleforge aus verschiedenen (um genau zu sein vier) Farben ein Deck zusammenstellen oder auch mischen. Zu Beginn Ihrer Battleforge-Karriere haben Sie nur die Grundausstattung von Kreaturen, weitere Karten werden durch gewonnene Schlachten oder Handel in der Community hinzugewonnen. Ziel soll es sein, aus 20 Karten die optimale Zusammenstellung (für Ihren Spielstil) zu entwickeln. Soweit die Theorie, in der Praxis konnten wir zumindest in den ersten Spielstunden keinen deutlichen Unterschied zwischen den Ansätzen der verschiedenen Gruppierungen feststellen.

Bei dem genannten Trading Card Game M:TG, das der Autor dieser Zeilen exzessiv gespielt hat, sind die Unterschiede ungleich deutlicher zu spüren. Zwar sind durchaus Unterschiede bei den defensiven und offensiven Tendenzen zu erkennen, aber ein grundlegender Einfluss auf die Spielweise ist so noch nicht gegeben. Hier fehlt einfach (noch?) die Komplexität eines echten Trading Card Games.

In der 'Sandbox' können Sie Ihr Deck in der Praxis testen. Unten am Bildrand sehen Sie die Karten eines 'Fire'-Decks. Quelle: PC Games Hardware In der "Sandbox" können Sie Ihr Deck in der Praxis testen. Unten am Bildrand sehen Sie die Karten eines "Fire"-Decks.

Zusätzlich ist noch unklar, wie ein Balancing auf Basis von sehr seltenen Karten funktionieren soll. Die schlechteste Alternative wäre, dass besonders starke Karten sehr selten sind und nur über Zusatzbooster, für die man extra bezahlen muss, erhältlich sind. Bei dieser Variante hätte ein Spieler aber Vorteile gegenüber einem anderen, der eben nur die Standard-Karten besitzt. Sollten die Entwickler zumindest im PvP-Kontext nur bestimmte, für alle Spieler erhältliche Karten, zulassen, wäre der Trading-Card-Aspekt geschwächt. Sicher, auch bei M:TG gibt es Karten, die a) extrem selten und b) auf Turnieren nicht zugelassen sind. Allerdings hat man so eine echte Karte in seiner Sammlung, die einen echten (meist hohen) Wert repräsentiert. Verstehen Sie uns nicht falsch, der Online-Ansatz mit den Sammelkarten ist ein hervorragender Ansatz, aber ob sich dieser mit einem RTS-Game auf ganzer Breite verträgt, muss sich noch beweisen.

Hat man sich für ein Deck aus 20 Karten entschieden, kann man aus einigen Kampagnen auswählen. Da es keine KI zur Unterstützung gibt, müssen Sie Karten für mehr als einen Spieler mit Freunden oder Pick-Ups aus der Community beschreiten. Die ersten Spielschritte bestehen meist in der Sicherung der Energie- und Orb-Bauten. Erstere ist die Generalwährung für alle Zauber, letztere müssen bei Eroberung einer der vier Farben zugeordnet werden. Dies ist wichtig, wenn Sie ein Multicoloured-Deck spielen. Das Genre wird zwar nicht neu erfunden, aber schon die ersten Schlachten machen viel Spaß, auch wenn wir mit dem Micromamagment der einzelnen Einheiten etwas überfordert waren. Bei großen Angriffen verliert man schnell den Überblick. Ein vorbildliches Micromanagment im Stil von Company of Heroes suchen Sie hier vergeblich, würde dem Spielansatz aber auch nicht gerecht werden.

Keine Chance: Wir haben mit zu wenig Einheiten angegriffen und werden von den feindlichen Bogenschützen zerlegt. Auch mächtige Instant-Zaubersprüche helfen hier nicht weiter. Quelle: PC Games Hardware Keine Chance: Wir haben mit zu wenig Einheiten angegriffen und werden von den feindlichen Bogenschützen zerlegt. Auch mächtige Instant-Zaubersprüche helfen hier nicht weiter.

In Sachen Grafik und Technik müssen wir, in Anbetracht des Alpha-Status, noch etwas in die Kristallkugel schauen. Die Grafik ist sehr detailliert und eher bunt - Freunde des WoW-Stils werden sich zu Hause fühlen. Laut dem Entwickler wird es keine spezielle Direct-X-10-Variante geben - allerdings soll unter Vista/Direct X 10 das Spiel schneller laufen. Ein Blick in die Benchmarks zeigt allerdings zum jetzigen Zeitpunkt, dass zumindest auf dem kleinen System mit Q9300-CPU und 9800-GTX-Grafikkarte die XP-Version deutlich schneller läuft als die Vista-Version. Aber auch hier sei gesagt, auf Basis einer Alpha-Version kann und darf man keine Prognose anführen.

Battleforge unter XP mit einer Q9300-CPU und einer 9800-GTX-Grafikkarte. Battleforge unter XP mit einer Q9300-CPU und einer 9800-GTX-Grafikkarte.

Fazit: Battleforge ist ein gelungener Ansatz, um ein RTS-Game in den MMORPG-Markt zu verankern. Wir sind zwar skeptisch, wie die Community diesen Ansatz aufnehmen wird, aber es werden definitiv weitere Titel folgen, die auf Basis dieses Ansatzes die Balance aus Unterhaltung und MMORPG-Freundlichkeit optimieren.

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