[19/09/2014] Intel Alder Lake nach dem Test: Mein Eindruck … wurde weitestgehend bestätigt. Die Fokussierung auf weniger, dafür umso stärke Kerne ist für Spieler einfach optimal, die Ergänzung um ein paar weitere, gar-nicht-mal-so-kleine Cores rettet die Anwendungsleistung. In einigen Tests kann er sich sogar vom physisch größeren und aufwendigeren 5900X absetzen und so, im Schnitt über alle Anwendungsbereiche, einen Gleichstand mit dem 5950X erzielen, gegen den er wegen der Intel-Gewinnmarge letztlich am Markt antritt. Leider ebenso bestätigt hat sich aber meine Erwartung an die Power-Limit-Brechstange und die Reaktionen darauf: Wie das Duell zwischen 5800X und 12600K zeigt, kann Alder Lake mit sinnvollen Settings durchaus die Anwendungs-Effizienz eines vergleichbar großen, teureren Zen-3-Chips erreichen und in Spielen weiterhin davon ziehen. Aber der Fokus der Online-Öffentlichkeit liegt auf „130 W mehr und nur 0-10 Prozent schneller“ im Wettkampf zwischen 5950X und 12900K. Dass es selbst auf dem Papier eher 100 W mehr wären, in der Spielepraxis ±0 W mehr sind und 10 Prozent mehr Fps noch „sensationellunglaublichderandereHerstelleristsowasvontot“ waren, als Ryzen 5000 sich vor Comet Lake schob: geschenkt. Aber warum hat Intel dem Mob überhaupt diese Angriffsfläche geboten? Bei 125 W wäre der 12900K immer noch der mit Abstand beste Spiele-Prozessor gewesen und hätte sich in Anwendungen genau dort platziert, wo man es von einem eigentlich-Zehnkerner-aber-wir-haben-zwei-Kerne-gegen-Quad-Mini-Cluster-getauscht erwartet hätte: auf halber Strecke zwischen AMDs gleich stromhungrigen Acht- und Zwölfkernern. (Torsten Vogel)