AOE4 im Test: Benchmarks & Fazit
Auf der dritten Seite des AoE-4-Techniktests geht es ans Eingemachte: So läuft das Spiel auf populären Grafikkarten und Prozessoren, gefolgt von einem Fazit.
In diesem Artikel
Age of Empires 4 im Test: GPU-Benchmarks
Wie immer beschäftigen wir uns im Team mit den ersten Spielstunden, um die Performance kennenzulernen. Das haben wir auch bei Age of Empires 4 an verschiedenen Rechnern getan. Bei allen Benchmarks kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce GRD 496.84 Hotfix und die Radeon Software 21.11.3. Resizable BAR (rBAR) respektive Smart Access Memory (SAM) sind bei den PCGH-Benchmarks seit April dieses Jahres standardmäßig aktiv. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können.
Als Grafikkarten-Benchmarkszene haben wir, wie immer, einen überdurchschnittlich anspruchsvollen Abschnitt mithilfe eines 4-gegen-4-Gefechts auserkoren: Unsere kleine Armee ist in eine gegnerische Festung marschiert und feuert dort aus allen Rohren. Die Partikeleffekte der Bombarden und Schützen sorgen für eine überdurchschnittliche Grafiklast, die über weite Spielteile von der CPU-Last maskiert wird. Sie sehen die Grafikkarten-Testszene im folgenden Video:
Die GPU-Last in der Testsequenz ist überdurchschnittlich hoch, sodass gilt, was bei den allermeisten PCGH-Benchmarks gilt: Erreicht eine Grafikkarte hier flüssige Bildraten, ist sie für das übrige Spiel gut gerüstet. Kommen wir nun zu den Ergebnissen:
Trotz der anspruchsvollen Testsequenz ist Age of Empires 4 selbst mit einer fünf Jahre alten Geforce GTX 1060 spielbar - zumindest in 1080p. Blickt man ausschließlich auf Full HD, sieht eigentlich alles so aus, wie man es gewohnt ist. Tatsächlich hält sich das Radeon-Problem, sofern es überhaupt diese Bezeichnung verdient, in Grenzen, da Age of Empires 4 in den meisten Szenen geringe Grafikanforderungen hat. Mit steigender Auflösung verlieren Radeon-Grafikkarten jedoch etwas mehr Leistung, was zu einem leichten Rückstand führt. 60 Fps in Ultra HD erreichen jedoch die Topmodelle beider Lager, sofern der Prozessor Schritt halten kann. Letzteres ist in 4-gegen-4-Gefechten besonders wichtig, während unsere GPU-Testszene einen bewussten, im Spiel selten anzutreffenden Fokus auf die Grafikleistung legt.
Age of Empires 4 im Test: CPU-Benchmarks
Die 12. Core-Generation der Intel-Prozessoren bringt eine Tatsache mit sich, die sich mit unserer bisherigen Testmethodik beißt: Windows 11. Das liegt am verwendeten Intel Thread Director, der (bislang) nur mit Windows 11 korrekt funktioniert. Wir gehen mit Microsofts Ansage konform, dass Sicherheit an erster Stelle steht. Wir sahen uns daher gezwungen, eine zweite Test-Plattform aufzubauen, die auf Windows 11 und die Sicherheitsmaßnahmen TPM, Secure Boot und die Kernisolierung (HVCI) setzt. Da sich diese Dinge neben dem Betriebssystem auf die CPU-Leistung auswirken, sind die neuen CPU-Daten nicht mit der alten Windows-10-Konfiguration vergleichbar. Wir haben neben diesen Änderungen zudem die Hardware-beschleunigte GPU-Planung in Windows 11 aktiviert.
Für die neue Sockel-1700-Plattform setzen wir auf ein MSI Z690 Carbon WiFi mit zum Testzeitpunkt aktuellen BIOS. Als Arbeitsspeicher kommt ein 32-GiB-Kit mit DDR5-4400 von Kingston zum Einsatz. Normalerweise ist dieses Kit bis DDR5-5200 spezifiziert. Wir laden das XMP-3.0-Profil und korrigieren dann nur noch die Taktfrequenz nach. Natürlich greifen wir auf die zum Testzeitpunkt jeweiligen aktuellen Treiber und Updates zurück, darunter fällt der Grafiktreiber 496.84 und natürlich auch das Windows-11-Update, welches den L3-Cache-Bug von AMD Ryzen behoben hat. Zusätzlich kommt bei den AMD-Benchmarks der aktuelle Chipsatztreiber zum Einsatz, damit CPPC korrekt funktioniert. Wie auch bei allen anderen offiziellen PCGH-CPU-Benchmarks gilt, dass wir die jeweilige CPU vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterziehen, damit temporäre Turbo-Modi die Ergebnisse nicht verfälschen. Dazu konfigurieren wir ein TDP-Limit: Jede CPU wird auf die Parameter fixiert, die der Hersteller für das jeweilige Modell vorsieht. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt. Jeder Benchmark-Durchlauf wird mindestens dreimal wiederholt.
Die Singleplayer-Kampagne stellt beinahe keinen Prozessor vor eine Herausforderung. Als Minimum setzen die Entwickler für Age of Empires 4 einen Core i5-6300U oder Ryzen 5 2400G an. Erstere ist eine Dual-Core-Mobile-CPU und verglichen mit aktuellen Prozessoren unglaublich langsam. Für Einzelspieler-Scharmützel gegen die KI bei reduzierten Details genügt das. Ganz anders sieht das bei den famosen Multiplayer-Gefechten mit bis zu acht Parteien aus. Wie bei fast jedem Strategiespiel tritt das CPU-Limit hier klar in den Vordergrund - teilweise bedrohlich. Unser Test-Gefecht ist überdurchschnittlich anspruchsvoll, wir setzen auf die maximale Anzahl Soldaten (200) und maximale Details. Damit greifen wir die Stadt eines KI-Gegners an. Künstliche Intelligenz, Wegfindung und dynamische Zerstörung, all das muss die CPU in dieser Szene bewältigen. Die Ergebnisse:
Aus Sicht eines ehemaligen Gaming-PCs der letzten Jahre brauchen Sie sich mit einem guten Quadcore wie beispielsweise dem Intel Core i7-7700K keine großen Gedanken um die Prozessor-Anforderungen von Age of Empires 4 zu machen. Design-Entscheidungen wie die verhältnismäßig geringen Polygonzahlen der Modelle sowie die auf 30 Fps beschränkte Physik-Simulation helfen den Prozessoren aus der Patsche. Falls Sie aufrüsten möchten: Mehr als sechs Kerne kann die Engine nicht optimal ansprechen. Dafür hilft, wie immer, eine höhere Taktfrequenz und schneller Arbeitsspeicher.
Age of Empires 4 im Test: Fazit
Führt die hohe Akzeptanz von Age of Empires 4 zu einer Renaissance des Echtzeitstrategie-Genres? Die Zeit wird es zeigen. Das Spiel ist jedenfalls gelungen, wenngleich die Technik noch ein paar PC-würdige Upgrades vertragen könnte. Das Ziel der Entwickler, Age of Empires 4 möglichst vielen Spielern zugänglich zu machen, ist ehrenwert, lässt so manchen Grafik-Enthusiasten aber kopfschüttelnd zurück. Die gute Nachricht lautet, dass Microsoft und Relic eine lange Update-Roadmap abarbeiten, welche gewiss auch Technik-Verbesserungen beinhaltet. Age of Empires 4 wird uns somit, auch dank des hohen (Multiplayer-)Wiederspielwerts, lange Zeit begleiten - auch bei der PCGH, denn das Spiel wird gemäß aktueller Planung fest in die Leistungsindizes des Jahres 2022 integriert. Wir behalten uns allerdings Änderungen an dieser Idee vor, wenn AoE 4 den Weg so manch anderen Spiels geht und mit jedem Patch die Savegame-Kompatibilität über den Haufen wirft. Die Performance-Entwicklung weiterer Patches wird so und so Gegenstand von Folge-Artikeln sein.

Die vielen Schießpulvereinheiten belasten natürlich noch mehr, im großen und ganzen läuft das Game auch auf einer Kartoffel.