Zen 3 mit 7nm oder 7nm+: Darum fehlt das Plus bei neueren AMD-Folien

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7nm oder 7nm+: Darum fehlt das Plus bei neueren AMD-Folien (1)
Quelle: AMD

Älteren Folien AMDs war zu entnehmen, dass Zen 3 nicht länger in 7nm, sondern in 7nm+ gefertigt wird. Das führte mitunter zu der Annahme, dass man bei Auftragsfertiger TSMC mit EUV-Belichtung produziert, wo der Prozess N7+ heißt. Diesen Zusammenhang will man offenbar vermeiden.

Aufmerksamen Beobachtern wird womöglich aufgefallen sein, dass neuere Folien AMDs ein winziges Detail vermissen lassen. So wird Zen 2, die Architektur hinter der Ryzen-3000-Serie, bekanntlich bei TSMC im 7-Nanometer-Verfahren produziert, was man auf Folien mit einem "7nm" kenntlich macht. Bei Zen 3 verwies AMD in der Vergangenheit dagegen auf 7nm+. Damit wollten die Amerikaner verdeutlichen, dass ein optimierter Herstellungsprozess zum Einsatz kommt. Auf neueren Slides lässt sich dieses Plus jedoch nicht mehr blicken.

Hintergrund ist offenbar der, dass "7nm+" häufig mit N7+" gleichgesetzt wurde. Dazu muss man wissen, dass TSMCs 7-nm-Verfahren drei Ausführungen kennt. Die ursprüngliche Version trägt bei TSMC das Kürzel "N7". Dahinter steckt eine Fertigung mit klassischer DUV-Belichtung (Deep Ultra Violet), aber noch kein EUV-Prozess mit extrem ultravioletter Belichtung. "N7P" nennt der Auftragsfertiger einen verbesserten 7-nm-Prozess, der zehn Prozent sparsamer oder alternativ sieben Prozent schneller sein soll. Auch dieser "Performance-enhanced"-Ansatz setzt weiterhin auf eine DUV-Belichtung.

Extrem ultraviolettes Licht bringen die Taiwaner erst bei der dritten und höchsten Ausbaustufe "N7+" zum Einsatz, zumindest bei den ersten Chiplayern. Gegenüber N7 stellt TSMC eine 20 Prozent höhere Packdichte in Aussicht. Bei unveränderter Performance sollen sich 15 Prozent sparsamere Chips fertigen lassen - oder zehn Prozent schnellere bei gleicher Leistungsaufnahme.

Noch wird man im Dunkeln gelassen

Gegenüber Anandtech hat AMD nun mitgeteilt, dass man auf Folien nicht länger von 7nm+ spricht, um Verwirrung zu vermeiden. Gleichwohl baue die nächste Generation von 7-nm-Produkten voraussichtlich auf einer optimierten Fertigung. Ob es sich dabei um TSMCs "N7P" oder "N7+" handelt, sei jedoch nicht explizit angegeben.

Mehr zum Thema: AMD Financial Analyst Day 2020: RDNA2/Navi 2X mit Raytracing, Zen 3 und mehr Ende 2020

Das muss nun keinen Verzicht auf EUV bedeuten. Den Kollegen sei vielmehr mitgeteilt worden, dass sich das von Fall zu Fall unterscheiden wird und man es derzeit einfach noch nicht klarstellen möchte. Details halte man sich für zukünftige Veranstaltungen vor. Der Financial Analyst Day 2020, auf dem man gestern sehr interessante Details zur Zukunft seiner GPUs enthüllt hat, war dazu wohl einfach nicht der richtige Zeitpunkt.

Quelle: Anandtech

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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Infi1337
        Mal wieder ein ziemlich peinliches Statement wenn man die News von heute berücksichtigt.
        Warum?
        Weil da eine alte Geschichte einfach wieder neu aufgewärmt wurde?
        Oder weil du AMD einach nur nicht magst?
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Infi1337
        Mal wieder ein ziemlich peinliches Statement wenn man die News von heute berücksichtigt.
        Warum?
        Weil da eine alte Geschichte einfach wieder neu aufgewärmt wurde?
        Oder weil du AMD einach nur nicht magst?
      • Von gaussmath
        @BigBoymann: Wenn man das ausrechnet, ergibt sich 2 aus 8. SMT wird dabei nicht betrachtet. 2 aus 8 = 28. Selbst mit einem optimierten Prozess wäre der Aufwand enorm, eine solche Menge an Verbindungen zu realisieren. Mal abgesehen vom Platz könnte das auch zu Effizienzproblemen führen. Ein Mesh kommt vielleicht auch noch in Frage, aber dann könnte man auch bei Direct Conntect + IF bleiben. Performante Homogenität erreicht man am besten durch einen Ringbus, zumindest bei 8 Teilnehmern.

        Natürlich ist das Spekulation. Ich bin gespannt, was AMD machen wird letztlich. Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen, es wird ein (lokaler) Ringbus. ^^

        Zitat von Tech_Blogger
        Kannst du diese Behauptung belegen?
        Bitteschön. Ist alles dabei, was das Herz begehrt: Ringbus, Mesh, IF1, IF2.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von gaussmath
        @BigBoymann: Hatte Locuza ja schon ausgeführt. Eine Direktverbindung aller 8 Kerne wäre der kombinatorische Supergau. Es wird dann wohl eher auf einen Ringbus hinauslaufen. Meine Einschätzung ist, dass die Intercore Latenzen in Gaming Szenarios überschätzt werden. Wichtiger sind Cache und RAM Latenzen und die werden durch die Maßnahme verbessert. Im Prinzip kann ein Thread oder eine Gruppe von Threads auf doppelt so viel Cache zugreifen. Das wird die Speicherzugriffe mit Sicherheit ordentlich beschleunigen. Man könnte das heute schon testen, wenn man den L3 partiell abschalten könnte. Ich wollte eh demnächst meine Kontakte bei Intel nutzen, um diesbzgl. mal nachzufragen.
        Ja, hatte ich auch so verstanden. Ist halt dann vieleicht die Frage, was bedeutet hier "explodieren". Wir werden aller Voraussicht nach eine weiter optimierte 7nm Fertigung sehen, je nachdem wie viel Platz man sparen kann, wird eine komplette direkte Verdrahtung von 8 Kernen ja möglich. Wenn ich die richtige Logik anwende müsste man statt 16 Verdrahtungen auf 64 aufstocken, damit alle Kerne untereinander verdrahtet sind. Man müsste natürlich wissen wie viel Platz so etwas einnimmt, aber bei nochmal 20% weniger Fläche im Vergleich zu 7nm aktuell und damit dann schon fast 80% mehr Transistoren pro mm² würde man ja nur noch etwas mehr als die doppelte Chipfläche benötigen wie bei 14nm.
        Aber sicher richtig, schon sehr spekulativ, ich glaube aber nicht, dass AMD den Ringbus nehmen wird, an Mesh glaube ich gar noch weniger. Daher muss wahrscheinlich ein Kompromiss her.
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von DKK007
        Ist wohl einfach eine Frage dessen, welcher Prozess dann wie gut verfügbar ist.

        Bei Intel wird es noch eine ganze weile dauern, bis man überhaupt 10nm und damit IceLake im Desktop sieht.
        Dafür haben sie erst mal neue Sicherheitslücken, die schon heute ein Argument sind auf AMD zu wechseln.
        Sicherheitsluecke in CSME: Vertrauen in Intels Technologien schwindet - ComputerBase
        Mal wieder ein ziemlich peinliches Statement wenn man die News von heute berücksichtigt.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Incredible Alk
        Ja, kann ich. Du kannst dir aber auch selbst die tonnen an passenden Benchmarks ergooglen die zig Magazine und Seiten zum Thema gemacht hatten als Intel bei seinen HEDT-CPUs vom Ringbus aufs Mesh umgestiegen ist. Diese Zusammenhänge sind seit langer Zeit weitflächig bekannt. Die größten Nachteile hatte das Mesh gegenüber dem Ringbus in Spielen da (damals umso stärker) Spiele nicht viel von zig Kernen hatten (deswegen ist Broadwell und Skylake-S mit Ringbus da schneller als Skylake-X mit Mesh).
        Absolut.
        Sieht man gut an Casacade Lake Benchmarks.
        In Games haben die gegen einen 3700X keine Chance und in Anwendungen zieht ein 3950X locker vorbei.
        Cascade Lake ist eine einzige Enttäuschung. Kein Wunder also, dass Intel die Preise stark gesenkt hat. Und trotzdem sind sie immer noch zu teuer. Dazu die teure Plattform.
        Intel müsste dringend einen Sockel 2066 Nachfolger bringen. In Sicht ist aber nichts. Vor 2022 sehe ich keinen Nachfolger auflaufen.
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