Radeon Software Adrenalin 2019: Relive, Game Advisor, AMD Link und Fazit
Auf der zweiten Seite des Tests der Radeon Software Adrenalin 2019 stellen wir Relive, Game Advisor, AMD Link, weitere Neuerung und das Fazit vor.
In diesem Artikel
Relive-Neuerungen: GIFs, Editing, Replay, VR-Streaming
Auch das Capturing-Plugin des Radeon-Treibers - Relive - wurde erneut überarbeitet. Neu ist unter anderem die Funktion des Replays: Haben Sie gerade einen fantastischen Stunt oder Frag erzielt, drücken Sie die entsprechende Tastenkombination - schon wird der Moment erneut angezeigt. Die Länge des Ausschnitts lässt sich zwischen 5 und 30 Sekunden einstellen. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Gif-Funktion: Wer möchte, erzeugt ein animiertes Gif anstelle einer Video-Datei, um spezielle Momente festzuhalten und in den Sozialen Medien zu teilen. Alle angefertigten Dateien finden sich anschließend auf Ihrer Festplatte und in der Relive-Galerie. Wer gerne streamt, wird sich außerdem über den ebenfalls hinzugefügten Szeneneditor freuen, mit dem sich unter anderem ein Streaming-Overlay erstellen lässt.
Apropos Streaming, hier hält die neue Radeon Software weitere Neuerungen für all jene bereit, die ergänzende Elektronik im Hause haben. Da wäre die Option, Spiele vom PC auf das Smartphone zu streamen. AMD präsentierte die Funktion live mit Assassin's Creed Odyssey: Ein PC mit Ryzen-/Radeon-Hardware berechnete das prächtige Spiel und ein Handy mit angedockten Controllern diente als Steuerungseinheit inklusive Display - Nintendos Switch lässt herzlich grüßen. Die Übertragung verlief während der Demonstration nicht fehlerfrei, eine leichte Latenz und sporadische Bildfehler störten den Eindruck. Laut AMD hängt das Ergebnis von der WLAN-Leistung im Haushalt ab. Über den Sinn und Zweck der Funktion muss jeder Leser für sich entscheiden, die anwesenden AMD-Mannen hatten jedoch eine gute Idee parat. Stellen Sie sich vor, dass Sie gerade eine Massenschlacht bestreiten und plötzlich die Natur ruft. Nun knipsen Sie einfach den Stream an, schnappen sich Ihr Handy und spielen auf dem Lokus weiter ...
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin Edition 2019: Streaming aufs Handy oder VR-Headset
Nicht nur Spiele, auch Videos bis inklusive 4K/60p lassen sich vom PC berechnen, aufwerten und auf das Mobiltelefon streamen. AMD hebt die dritte Option besonders hervor: Streaming auf VR-Headsets. Im Fokus stehen günstige Geräte ohne Kabel, namentlich das Samsung Gear VR, Google Daydream und HTC Vive Focus - Oculus-Geräte werden nicht unterstützt.
Game Advisor à la Geforce Experience und mehr
Ein weiteres Gimmick der RS 2019 sind die neuen Berater (Radeon Advisors). Einer von ihnen, der Game Advisor, erinnert frappierend an Nvidias Geforce Experience, ergänzt diese jedoch um Eigenleistung: Auf Wunsch lässt sich im Radeon Overlay unter "Game Advisor" eine Benchmarkfunktion einschalten, welche die Leistung misst, grafisch darstellt und anschließend Tipps für optimale Einstellungen gibt.
Die anderen beiden Berater arbeiten in den Radeon-Einstellungen. Der Settings Advisor richtet sich explizit an unerfahrene Anwender gibt in seiner Funktion mehr oder minder sinnvolle Empfehlungen, wie Sie den Treiber einstellen können. Beispielsweise ist ein stets genannter Tipp, Radeon Chill und Enhanced Sync einzuschalten. Zwar ist das keine schlechte Idee, allerdings können diese Funktionen die Leistung reduzieren und sind daher nicht pauschal sinnvoll. Hilfreich ist hingegen, dass der Settings Advisor auch auf Treiber-Updates hinweist. Sie können ihn aber auch ignorieren, er wird nicht selbst tätig - das ist gut, um unvorhergesehenes Verhalten zu vermeiden.
Der Dritte im Bunde ist der Upgrade Advisor. Dieser sieht sich Ihre Hardware und installierten Spiele genau an und gibt Empfehlungen mithilfe eines Ampelsystems. Stimmt Ihre Hardware mit den empfohlenen Hardware-Komponenten für ein Spiel überein, leuchtet ein grünes Symbol und Sie können beruhigt losspielen. Gelb bedeutet hingegen, dass Prozessor oder Grafikkarte nur den minimalen Systemanforderungen entsprechen, während Rot eine Unterschreitung bedeutet. Diese Funktion ist nicht rein informell, sondern beinhaltet auch Produktlinks zu Amazon, falls sich der Nutzer dazu entschließt, die empfohlene CPU oder GPU zu kaufen. Es versteht sich von selbst, dass AMD keine Produkte der Mitbewerber Intel und Nvidia aufführt oder empfiehlt. Wer den Upgrade Advisor nicht benötigt, da er alle Informationen ohnehin von der PCGH erhält, kann ihn in den Radeon Settings unter "Einstellungen" deaktivieren (neben der Bannerwerbung und weiteren Dingen).
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin 2019 Upgrade Advisor mit Radeon R9 280X
AMD Link: Hey, Lisa!
Ebenfalls vergangenes Jahr eingeführt und von den Nutzern gut aufgenommen wurde AMD Link. Diese Funktion erlaubt es, das Smartphone als verlängerten Arm zu verwenden. Egal ob Monitoring, Übertaktung oder die Aufnahme von Videos mittels Relive, alles lässt sich auf Wunsch am Mobiltelefon erledigen. Neu in der Radeon Software Adrenalin 2019 ist eine Sprachsteuerung, mithilfe derer sich alle wichtigen Funktionen auslösen lassen. Das ist praktisch, um im Eifer des Gefechts die Hände auf den Eingabegeräten zu lassen. Wer mit Apples Siri und anderen Sprachassistenten vertraut ist, weiß auch die Radeon-Sprachsteuerung zu bedienen: "Radeon! Take a screenshot." fertigt beispielsweise ein Bildschirmfoto an. "Radeon! Tell me my GPU clocks." zeigt die Taktrate des Grafikprozessors an. Problematisch ist, dass die AMD-Software nur auf Befehle in Englisch und Kantonesisch (Chinesisch) hört und sich zumindest hierzulande eine Sprachbarriere auftut.
Weitere Neuerungen & Kinderkrankheiten
Das intelligente Framelimit Chill wurde ebenfalls feinjustiert und spart jetzt laut AMD-eigenen Messungen bis zu 20 Prozent mehr Energie. Wer einen Monitor mit Support für Freesync 2 HDR verwendet, freut sich indessen über ein verbessertes Tone-Mapping, das Details weniger wegstrahlt als früher. Last but not least erfuhr auch die Treiberinstallation ein Upgrade in Form eines prozentualen Fortschrittsbalkens.
Eine weitere gute Nachricht lautet, dass die meisten Funktionen des Presse-Vorab-Treibers (RSA 18.12.2 vom 5. Dezember) fehlerfrei funktionieren. Zwei Probleme möchten wir jedoch zu Protokoll geben. Erstens kam es wiederholt vor, dass sich das Radeon Overlay oder die Performance-Überwachung (oder beide) nicht mehr aufrufen ließen, bis der Treiber neu installiert wurde. Ebenfalls nicht fehlerfrei agiert das automatische Tuning der GPU mittels Wattman. AMD gibt an, dass die Funktion auch auf Grafikkarten mit Polaris-GPU (RX 400/500) verfügbar sein soll, bei unserer Stichprobe mit je einer Radeon RX 470 und 570 fehlte davon aber jede Spur. Damit nicht genug, mitunter verweigert das Auto-Overclocking seinen Dienst: Der Wattman gab im Test zwar an, den Speicher unserer Sapphire Radeon RX Vega 64 Nitro+ LE beschleunigen zu können, beließ die Frequenz anschließend jedoch bei 945 MHz. Anders sieht das auf einer Radeon Vega Frontier Edition aus, hier steigert der Wattman den Takt auf ansehnliche 1.051 MHz (+11 %). Hinzu kommt, dass das Überwachungs-OSD auf allen von uns getesteten Systemen eine zu hohe "VRAM"-Auslastung anzeigt. Wie bei allen Kinderkrankheiten ist es nur eine Frage der Zeit und Behandlung durch das Treiberteam, bis sie geheilt sind.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin 2019 – Setup Progress
Radeon Software Adrenalin '19: Fazit
Kann man zu viele Funktionen haben? PCGH meint: nein! Wenn der PC den Konsolen etwas voraus hat, dann ist es seine Anpassbarkeit. Mit der Radeon Software Adrenalin 2019 (18.12.2) folgt AMD dieser Tradition und vergrößert den Abstand zum Mitbewerber Nvidia ein weiteres Mal. Radeon-Nutzer finden im Treiber alles vor, was das Herz begehrt. Tatsächlich kann man bei der Fülle an Funktionen schon mal den Überblick verlieren. Wir raten daher allen Radeon-Besitzern, sich etwas näher mit der Software zu befassen - es lohnt sich.
Falls Sie das Wort "Performance" bis hierhin vermisst haben: AMD betont, dass es sich um keinen "Wundertreiber" handelt, der auf magische Weise die Leistung anhebt. Bereits im vergangenen Jahr ließen die Radeon-Schöpfer verlauten, dass es (nach Möglichkeit) keine riesigen Sprünge mehr geben werde. Stattdessen lege man Wert auf Day-1-Unterstützung, ergo beste Leistung zum Start neuer PC-Spiele. Dieses Vorgehen wird flankiert von kontinuierlicher Optimierung des Codes im Laufe der Zeit, mithilfe derer die Architekturen optimal ausgelastet werden. Da es sich sowohl bei Vega als auch Polaris um bewährte Prozessoren handelt, laufen diese bereits nahe dem Optimum. Kleinere Verbesserungen im einstelligen Prozentbereich liefert aber auch die Radeon Software Adrenalin Edition 18.12.2:
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin 2019 Edition 18.12.2: Performance-Verbesserungen
An dieser Stelle eine abschließende Erinnerung daran, dass AMDs Treiberteam Nutzer-Feedback berücksichtigt. Im Fokus stehen die meistgewünschten Features, über die man direkt bei AMD abstimmen kann. Möchten Sie, dass eine bestimmte Funktion in kommenden Updates ganz oben auf der Agenda steht, dann sollten Sie von Ihrem Abstimmungsrecht Gebrauch machen. Die zur Wahl stehenden Optionen dürften in Kürze eine Überarbeitung erfahren, derzeit sind noch die mit der Radeon Software Adrenalin 2019 bereits umgesetzten Funktionen sichtbar.
Wie lauten Ihre Erfahrungen mit der Radeon Software? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und tauschen Sie sich mit anderen Mitgliedern des PCGHX-Forums aus.

@Gurdi: Jupp. Da mein PC in meinem Schlafzimmer steht kann ich extra Lüfter nicht brauchen. Ich werde wohl erst mit 19.2 oder so auf den neuen Adrenalin upgraden.
Hab jetzt das Menü von November und den aktuellen Displaytreiber
Gruß
Gibts da inzwischen einen Workaround dafür den ich nicht Gelesen habe?
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