Heutige Lüfter sind, auch bei höchster Qualität, ab einem gewissen Luftdurchsatz deutlich zu hören. Verschiebt Noiseblocker diese Grenze mit Pinguin-Knowhow? [Quelle: siehe Bildergalerie]
Bionik gilt als Schlüsselinnovation für künftige technische Entwicklungen. Anstatt am Reißbrett technische Lösungen für Probleme zu erbrüten, bedienen sich Ingenieure bei biologischen Vorbildern und deren, in Jahrmillionen währender Evolution optimiertem, Aufbau. Wie
Hardwareluxx auf unbekanntem Wege erfahren haben möchte, baut nun auch der deutsche Silent-Spezialist Noiseblocker auf dieses Prinzip.
Moderne High-End-Lüfter wie die hauseigenen Black Silent Pro verfügen bereits über extrem leise laufende Lager und der spezielle Rahmen der Multiframe-Baureihe hat sich als wirkungsvoll im Kampf gegen Vibrationsübertragung erwiesen. Als Hauptschallquelle verbleibt somit die Luftbewegung selbst, erst unterhalb von 600 oder gar nur 400 U/min zeigen sich heute noch deutliche Unterschiede zwischen den besten Lüftern verschiedener Marken. Noiseblocker soll nun, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, den Körperbau von Pinguinen auf Lüfterblätter übertragen haben. Pinguine produzieren bei ihrem rasanten Unterwasserflug äußerst geringe Verwirbelungen und sparen so Kraft und Energie. Da Verwirbelungen umgekehrt aber auch eine wichtige Geräuschquelle darstellen, würde ihre Reduzierung Lüfter mit hohem Luftdurchsatz und trotzdem geringer Lautstärke ermöglichen.
News, Tests und Wissen zu Wasser- und Luftkühlung finden Sie auf der
Kühlungs-Unterseite von PC Games Hardware Online.
Moderator
15.01.2012 20:19
Vermutlich ist eher das Gegenteil der Fall (gezielte Untersuchung kenne ich nicht), denn sie dienen ausdrücklich dazu, zusätzliche Verwirbelungen zu erzeugen.
Viele kleine gezielte Verwirbelungen sind leiser als wenige große, auf dieser Idee basieren viele Lüfterblattgeometrieen, z.B. BQ!, die Golfball-Lüfter (werden einigen Marken vertrieben), Noctua, Gentle Typhoon,...
Selbst wenn die Struktur nicht direkt die Lautstärke senkt kann sie Vorteile haben, ein minimal gesenkter Widerstand und damit minimal geringerer Verbrauch würde ja schon reichen (auch wenn es wohl kaum messbar wär).
Haihaut lebt afaik von den Rillen und den schuppentypischen Höhenunterschieden, das eine sorgt für Verwirbelungen, das andere lenkt sie. In wie weit die typischen Strukturen vorteilhaft sind weiß ich nicht, mit Sicherheit vergleichen die Hersteller sie mit normalen Formen, aber vieles ist natürlich auch nur Marketing...
Die Lüfterblätter von NB sind laut Hersteller leicht staubabweisend, ob das durch eine Beschichtung o.ä. funktioniert weiß ich nicht, aber die NB verstauben merklich langsamer als z.B. Slip Streams.
Was man zweifelsohne sieht ist, dass die Lüfterblätter ziemlich dünn sind, was den Luftwiderstand senken und eventuelle Verwirbelungen verkleinern sollte. Außerdem ist das Material ziemlich leicht, was die Anlaufspannung senken dürfte.
Moderator
15.01.2012 19:28
Ich habe zwar fast nur vom Pinguin gesprochen, aber vielleicht wärst du trotzdem so freundlich, uns zu verraten, was den die "richtige" Alternative zum verbleibenden Rest ist?
Aber nicht für dessen Geräuschentwicklung
Vermutlich ist eher das Gegenteil der Fall (gezielte Untersuchung kenne ich nicht), denn sie dienen ausdrücklich dazu, zusätzliche Verwirbelungen zu erzeugen.
Auch unter Wasser kann man Rückschlüsse gewinnen. Es gibt z.B. eine Oberfläche für Flugzeuge, die Haihaut nachempfunden ist, diese Struktur wär vielleicht auch etwas für Lüfter.
Ich weiß nicht, wie durchdacht die BeQuiet sind (mir kommen sie deutlich zu grob vor) - aber eben genau eine Rillenstruktur machen sich Haie (und übrigens auch Pinguine) zu nutze, um Querwirbel zu reduzieren.
Moderator
15.01.2012 14:13
Die Golfballoberfläche hat zumindest bei Golfbällen einen messbaren Vorteil, die Größe und Struktur ist vergleichbar mit der Struktur der entsprechenden Lüfter. Ich galube eher hier scheitert es eher daran, dass die Lüfterblattgeometrie zu stark eingeschränt wird und die Lüfterblätter etwas dickes sein müssen.
Die Rillen der BQ! scheinen auch ihren Effekt zu haben, das sieht man wenn sie verstaubt sind, sie verstauben nicht gleichmäßig an der Unterseite wie die meisten anderen Lüfter, sondern fast nur an der Kante, was laut BQ! ja auch das Ziel der Struktur ist, es soll zu den unvermeidbaren Verwirbelungen an der Schnittkante kommen, aber sonst nirgendwo.
Unterm Strich stimme ich dir aber zu, wirklich deutliche Vorteile gegenüber der normalen Lüfterblattgeometrie konnt noch keiner dieser Effekte erreichen.
Begründe das doch bitte.
Abgesehen davon sind Aussagen wie "wtf???" nicht gerade sachlich.
Sowas musste ja von irgendwem kommen.
Auch unter Wasser kann man Rückschlüsse gewinnen. Es gibt z.B. eine Oberfläche für Flugzeuge, die Haihaut nachempfunden ist, diese Struktur wär vielleicht auch etwas für Lüfter.
Alles in allem finde ich den Ansatz ganz gut, ich hatte schon erwartet, dass NB als nächstes die Lüfterblätter optimiert (viel anderes bleibt ja nicht). Hoffentlich bleibt dabei der Druck erhalten oder wird erhöht. Eine Beibehaltung des staubabweisenden Makrolons als Material wäre wünschenswert.