Die Geschichte von Diablo

Passend zum Diablo-1-Geburtstag: Die große Spielegeschichte bis Diablo 3

Die Videospielserie Diablo hat eine steile Karriere hinter sich: Vom Überraschungshit über einen der meistgespielten Multiplayer überhaupt bis zu einem der Most-Wanted-Spiele für das Jahr 2012. Was begeistert derartig viele Spielee an augenscheinlich monotonen Klickorgien und einem extrem bedrückenden Setting? PC Games Hardware geht zurück zu den Anfängen der Serie. (Oliver Halbig, 02.01.2012)
 
Der dritte Teil von Diablo steht in den Startlöchern und PC Games Hardware betrachtet die Entwicklung seit den Anfängen.
 
Der dritte Teil von Diablo steht in den Startlöchern und PC Games Hardware betrachtet die Entwicklung seit den Anfängen. [Quelle: siehe Bildergalerie]
Diablo I (USA: Dezember 1996 / Europa: Januar 1997)
Die Anfänge waren noch sehr beschieden. Das Spiel wurde ursprünglich von der Firma Condor entwickelt und sollte ähnlich wie Might & Magic als rundenbasiertes Rollenspiel auf den Markt kommen. Kurz vor Release wurde Condor von Blizzard aufgekauft und in das neue Unternehmen in "Blizzard North" umbenannt. Mit der neuen Führung wurde das Konzept auf ein Echtzeitrollenspiel umgebaut. Heute definiert man das Genre als Hackn' Slay. Ziel des Spiels war es natürlich schon damals, Diablo zu vernichten. Der wahrscheinlich noch etwas fehlenden Rechenleistung war es geschuldet, dass Diablo I noch wesentlich mehr Rollenspielaspekte und weniger Monster als die Nachfolger enthielt. Die Klassen waren schon damals klar getrennt. Zauberer mit Fernkampf und Magier, Krieger mit schweren Waffen und Rüstungen im Nahkampf sowie der Schurke mit Bögen im Fernkampf, heute eher mit einem Jäger zu vergleichen. Das Setting war für damalige Verhältnisse ungemein düster und bedrückend. Die Jagd nach Dämonen erforderte natürlich ein solides Ausmaß an Gewalt. Dennoch bekam auch Diablo I eine USK-16-Freigabe. Die Grafik war auf eine Auflösung 640 x 480 begrenzt. Selbst beim Nachfolger kam die Unterstützung für 800 x 600 erst in einem späteren Patch.

Kleiner Bilderexkurs: Diablo 3 mit 3.840 x 2.160 Pixel
(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     


Noch im Jahr 1997 wurde das Addon "Hellfire" für Diablo geplant und im selben Jahr auf den Markt gebracht. Die Produktion übernahm das Studio Sierra. Das Addon brachte zwei neue Ebenen und neue Klassen ins das Spiel. Erstmalig trafen Spieler auf den heute noch sehr beliebten Barbaren, der als Weiterentwicklung des Kriegers galt. Zusätzlich kamen Monk und Barde. Das gesamte Produkt wirkte durch den knappen Zeitrahmen allerdings recht unsausgegoren. Die neuen Klassen spielten sich nicht wirklich anders als die alten und gehäufte Spielabstürze verhagelten den Spielspaß. Der Multiplayer wurde damals noch in einem späteren Patch extra nachgeliefert. 1998 brachte EA sogar eine Konsolen-Version des Spiels auf den Markt. Es konnten sich jedoch nicht viele für das Spiel begeistern, da jeder Speicherpunkt satte 10 Blöcke auf einer Memorycard kostete.

Minimale Systemanforderungen: Diablo 1
Windows: Windows 95 oder besser
Prozessor: 60 MHz Pentium
Grafik: SVGA-compatible Graphikkarte,
2X CD-ROM drive, 8 MB RAM (16 MB Multiplayer)
Klasse per Mausklick auswählen

Diablo II (Juni 2000) / Expansion Lord of Destruction (Juni 2001)
Das Spiel knüpft direkt an die Geschichte des Vorgängers an und dreht sich um die Jagd nach dem angeschlagenen, aber nicht völlig vernichteten Diablo. Zusätzlich kommen seine Brüder Mephisto und mit dem Addon Baal ins Spiel. Handlungsort ist natürlich auch hier wieder die fiktive Welt Sankturio. Das Spiel ist in vier Akte und drei Schwierigkeitsgrade plus Hardcore-Gameplay unterteilt. Mit der Expansion kam ein fünfter Akt für das Spiel hinzu. Wesentliche Gameplayneuerungen sind das Tragen einer sekundären Waffe und hilfreiche Gegenstände wie der Horadrimwürfel. Als regelrechter Kult gilt heute das geheime Kuhlevel, in dem Spieler große Mengen riesiger Kühe vernichten müssen. Das Besondere und das Reizvolle des Multiplayers war das ausgefeilte Itemsystem. Spieler mussten viel Zeit mit sogenannten "Farmruns" verbringen, um starke und besondere Gegenstände zu bekommen. Die exklusivsten unter ihnen wie den Windforce-Bogen oder das Grandfather-Schwert bekamen nur die Fleißigsten unter den Spielern zu Gesicht. Das Spiel bot also eine extreme Langzeitmotivation, auch wenn Spieler grundsätzlich immer auf die fünf Akte in verschiedenen Schwierigkeitsgraden beschränkt waren. Trotz des stark diskutierten Gewaltgrads bekam Diablo II und auch die Expansion eine ungeschnittene USK-16-Freigabe.

Der Multiplayer von Diablo II gehört zu den meistgespielten in der Videospielgeschichte. Der kostenlose Zugang und das aufkommende flächendeckende Internet passten zeitlich perfekt zusammen. Die Problematik mit Cheatern hat Blizzard nur teilweise in den Griff bekommen. Besonders sogenannte "Map-Hacks" galten unter Spielern häufig als Kavaliersdelikt. Die Tatsache, dass Charaktere nicht lokal, sondern im Battle.net gespeichert werden, sorgte Anfang des Jahrtausends noch für eine ausgiebige Kontroverse und stellte sich im Nachhinein aber als wirksamer Schutz vor Charaktermanipulationen heraus.

Mit Patch 1.10 wurde das Modden für Diablo II deutlich vereinfacht. Einige Pakete wie Eastern Sun, Snej-Mod oder Sanctus Mod sind auch heute bei vielen Spielen sehr beliebt. Regelmäßige Updates hielten das Spiel immer auf einem aktuellen Stand und behebten diverse Bug. Der letzte Patch 1.13 kam knappe 10 Jahre nach dem Release des Spiels. Eine beeindruckende Langzeitpflege durch Blizzard.

Minimale Systemanforderungen: Diablo 2
Prozessor: 233 MHz / Expansion: Pentium III 500 MHz
Grafik: DirectX-kompatible Grafikkarte
32 MB RAM, 650 MB Festplattenspeicher / Expansion: 800 MB freier Festplattenspeicher

Diablo III (2012)
Über zehn Jahre nach der Expansion für Diablo 2 dürfen Spieler wohl endlich erneut auf Dämonenjagd gehen. Im Rahmen der WWI in Paris im Jahr 2008 wurde die Entwicklung des Nachfolgers erstmalig bekannt gegeben. Mittlerweile läuft die Beta und nach Angaben von Blizzard sind die Resultate und das Feedback hervorragend. Man könne ein brilliantes Ergebnis erwarten. Erstmalig können Spieler in Diablo 3 das Geschlecht der favorisierten Klasse frei wählen und sind nicht mehr an Designervorgaben gebunden. Die Optik des Equipments ändert sich abhängig vom erspielten Schwierigkeitsgrad. Auch das war in den Vorgängern noch anders. Zudem können sich Spieler jetzt im Kampf über "droppende" Orbs heilen und Gegenstände sind jetzt direkt an Spieler gebunden. Das "Wettklicken" um die besten Gegenstände nach einem Kill hat also ein Ende. Für PVP-Spieler kommen spezielle Arenen und der Erfahrungsverlust beim Tod fällt in Zukunft ebenfalls weg. Entgegen vieler Erwartungen wird auch Diablo 3 wieder eine ungeschnittene USK-16-Freigabe bekommen.

Die Grafik ist inklusive der Physik eine komplette Eigenentwicklung von Blizzard. Man kann derzeit also noch keine Aussagen über mögliche Systemanforderungen machen. Die Questmenge wird im Vergleich zu Diablo 2 deutlich erhöht und es wird auch klassenspezifische Aufgaben geben. Diese können sowohl im Singleplayer, also auch direkt mit Freunden im Multiplayer angegangen werden. Wie für Starcraft 2 dient die Battle.net-2-Plattform hierfür als Grundlage. Blizzard ist stark daran interessiert, eine Konsolenversion des Spiels zu veröffentlichen. Einen festen Zeitplan scheint es hierfür aber noch nicht zu geben.

Minimale Systemanforderungen:
Bisher keine offiziellen Angaben


Tristram:
Die Stadt Tristram gehört zum Spiel wie Diablo selbst. Im ersten Teil war es noch eine sichere Zuflucht für Spieler. Im zweiten Teil wurde die Stadt dann von Dämonen überrannt und Spieler besuchen sie, um Cain zu retten und das Artefakt für den Zugang zum Kuhlevel zu bekommen. Im dritten Teil ist von Alt-Tristram nur noch eine Ebene von Ruinen übrig und Spieler suchen Zuflucht in Neu-Tristram, was in sicherer Entfernung neu gebaut wurde.

Fazit: Je länger das Spiel auf sich warten lässt, umso mehr Zeit verbringen die Spieler, um sich über Nebensächlichkeiten wie Online-Zwang, Battle.net-Währung oder Ähnliches aufzuregen. Dennoch dürften nur wenige daran zweifeln, dass Diablo 3 ein herausragendes Spiel und eines der wichtigsten Releases im Jahr 2012 werden wird. Die Erwartungen in Form von herausfordernden Dungeons, riesigen Horden von Dämonen und brilliantem Multiplayer-Gameplay sind hoch. Blizzard nimmt sich viel Zeit, um alle Punkte zu erfüllen. Wir dürfen gespannt sein, wie gut das Ergebnis wirklich wird und ob Fans der Serie sich auch im neuen Teil wiederfinden.

Für alle Details und regelmäßige Updates zum Stand von Diablo 3 können Sie unsere Themenseite verfolgen. Nutzen Sie auch den Diablo-3-Sammelthread im Forum von PCGH Extreme.

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Alle Infos zu The Witcher 2, dem Rollenspiel von CD Projekt, finden Sie auf der PCGH-Themenwebseite. Alle Infos zu The Elder Scrolls 5 Skyrim (TES 5) gibt es auf der Themenwebseite. Den stets aktuellen Download des aktuellen WoW Patch finden Sie in einem separaten Artikel. News, Tests und Wissen zu Adventures und Rollenspielen finden Sie auf der Adventures-/Rollenspiele-Übersichtsseite von PC Games Hardware Online.
 
 
 
 
 
 
Aktuelle Kommentare
Deimos
Freizeitschrauber
03.01.2012 23:48
AW: 15 Jahre höllisches Gemetzel: Die Entwicklung von Diablo von 1996 bis heute

Quote: (Zitat von Duriel)

Hoffendlich wird der PC-Teil nicht zum einfachen Konsolenport wie bei den meisten heutigen Spielen (Witcher 2), sondern wie im ersten Teil.

Wenn D3 grafisch so "konsolig" wird wie Witcher 2, immer her damit

Bezüglich Bonbonoptik bleibe ich aber weiterhin gespannt. Für mich ist hinsichtlich düsterer Atmosphäre der Sound fast wichtiger.

Triceratops
BIOS-Overclocker
02.01.2012 18:50
AW: 15 Jahre höllisches Gemetzel: Die Entwicklung von Diablo von 1996 bis heute

Der erste Teil war der Beste, obwohl der zweite umfangreicher war.
Ich war richtig süchtig danach
Aber den dritten Teil werde ich nicht spielen, ist ja nur ein WOW verschnitt und Online muss man auch immer sein, auch in dem Einzelspieler... nein danke ohne mich

MonGoLo
PC-Selbstbauer
02.01.2012 17:03
AW: 15 Jahre höllisches Gemetzel: Die Entwicklung von Diablo von 1996 bis heute

hach wie geil teil 1 war... ich schwelge in nostalgie *seufz*
un wie viel noch geiler teil 2 dann war... hach ja... ^^'

 
 
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