Klimagipfel in Durban beendet - Im Ergebnis, kein verbindliches Ergebnis [Quelle: siehe Bildergalerie]
Eineinhalb Tage länger als geplant hatte der teils emotional geführte Klimagipfel gedauert. Beteiligte Politiker betitelten die ausgehandelten Ergebnisse mit geradezu euphorischen Aussagen wie "historischen Meilenstein" oder "wir haben einen gewaltigen Schritt vorwärts gemacht". Nüchtern betrachtet können die ausgehandelten Ergebnisse der Konferenz bestenfalls als unverbindliche Absichtserklärung angesehen werden. Insbesondere die großen Schwellenländer wie Indien und China wehrten sich intensiv gegen die von EU eingebrachten Vorgaben zum Klimaschutz und Reduzierung der Treibhausabgase.
Kernpunkt war die Rechtsverbindlichkeit der gemachten Kompromisse, die besonders an der Formulierung der Kompromissformel krankte. Unsicher war, ob die Kompromisse als "Protokoll", "Rechtsinstrument" oder "rechtliches Ergebnis" betitelt werden sollten. Die ersten beiden Bezeichnungen hätten einen rechtsverbindlichen Charakter, während die letzte Formulierung keine Rechtsbindung entfalten würde. In der Folge einigten sich die beteiligten auf eine Umformulierung von "rechtliches Ergebnis" in "eine für alle gültige Regelung mit Rechtskraft". 2020 soll das neue Abkommen gelten. In wie weit die gewählte Formulierung einen rechtsverbindlichen Charakter hat, muss die Folgezeit zeigen.
Jedoch sind trotz Beendigung des Klimagipfels nach wie vor einige Punkte ungeklärt. Das Kyoto-Protokoll soll bis zur Geltung der neuen Vereinbarungen zwischenzeitlich in Kraft bleiben. Wie lange jedoch, ist unklar. Diese Frage soll erst 2012 bei der nächsten Klima-Konferenz geklärt werden. Ebenfalls ist sicher, dass Kanada, Japan, Russland und Neuseeland bei der nächsten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nicht mehr dabei sein werden. Übrig blieben wenige (Industrie-)Länder, die kaum 15 Prozent des gesamten weltweiten CO2-Ausstoßes verursachen. Eine Verwässerung erfuhren die Klimaschutzziele. So sollen die Entscheidungen nicht mehr auf Berichten des Uno-Klimarats IPCC "basieren", sondern sollen nur noch "informierend" hinzu gezogen werden. Ferner unklar bleibt die Zusammensetzung des Klimafonds in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Dieser Fonds wird von den Industrieländern gebildet und an die Entwicklungsländer ausgeschüttet. Wer wie hoch beteiligt sein wird, wurde nicht vereinbart.
Quelle: Spiegel
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BIOS-Overclocker
12.12.2011 19:22
ISt doch egal wer dabei war. Geld und Macht gehen vor Klimaschutz, ist halt eben so.
Geld regiert die welt.
Software-Overclocker
11.12.2011 21:30
wieso wundert mich dieses "ergebniss" nicht?....
Achso richtig, da sind ja die chinesen und die amis mit dabei gewesen
Moderator
11.12.2011 18:37
Man hat doch einen Konsens gefunden. Den gleichen, wie immer:
Industrie geht vor.
Würden die afrikanischen Staaten sich zusammentun mit einem Boykott der Rohstofflieferungen drohen oder Europa Strafzölle gegenüber Nationen, die sich nicht beteiligen wollen, verhängen, würde sich ganz, ganz, ganz schnell ein Ergebniss finden lassen.
Aber man halt andere Prioritäten. An erster Stelle: Alles so genauso schön weiterlaufen wie bisher. Wenn dann noch ein bißchen Klimaschutz hinzukommt, dann ist das schön, wenn nicht, auch egal.
Sowas hätte vor 100 Jahren vielleicht ausgereicht, aber im letzten halben Jahrhundert hat die industrialisierte Welt sich eine Lebensweise soweit über ihren Verhältnissen zugelegt, dass schon ein Halten des Niveaus fast illusorisch erscheint. Wer da weiter Wachstum über Nachhaltigkeit steht, anstatt endlich seine Hausaufgaben nachzuholen, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er am Ende scheitert.
P.S. @all:
Da es hier eh kommen wird, gleich der Hinweis: Wer über die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels diskutieren möchte (oder auch über handfeste, wissenschaftliche Argumente gegen ihn - auch wenn die bislang noch niemand gefunden hat), der nimmt bitte den passenden Thread. Hier geht es um den politischen Umgang mit unserem aktuellen Kenntnissstand. Ein Thema, das mehr als wichtig und umfangreich genug ist, um seinen eigenen Thread zu füllen.