Ende des DDR-Rams? Intel stellt Hybrid Memory Cube vor [News des Tages]
Intel forscht mit Micron an einer neuen Speichertechnik. Ein Sandwich aus hocheffizienten Speicherschichten und neuartigen Controllern und Logiken bringt es in ersten Tests auf 1 Tbit/s Transferrate und verbraucht dabei weniger Energie als DDR3-Pendants.
Intels Technikchef (CTO) Justin Rattner hat am vergangenen Donnerstag seine neue Speichertechnologie
Quelle: blogs.intel.com
Intel und Micron arbeiten am Hybrid Memory Cube, der in ersten eigenen Tests verspricht, DDR3 durch mehr Tempo und weniger Energieverbrauch abzulösen. (1)
Hybrid Memory Cube vorgestellt. Zusammen mit der Firma Micron hat er eine Forschertruppe auf die Beine gestellt, die den Nachfolger des DDR-basierten DRAMs erfunden haben will. Als Begründung zur Notwendigkeit sagt er:
Eines der größten Hindernisse, Server zu skalieren, ist die verfügbare Speicherbandbreite und die damit verbundenen Kosten [durch den steigenden Stromverbrauch]. Da die Zahl der Rechenkerne immer weiter zunimmt, steig damit proportional der Bedarf, jeden dieser Kerne mit Speicher zu versorgen. Herkömmlicher Speicher im DDR-Design wird dafür nicht mehr lange ausreichen. Als Input-Output-Forscher ist mein erstes Anliegen, das Bandbreiten-Problem zu lösen. Dabei konzentrierte ich mich zunächst ausschließlich auf die Schaltkreise, Verknüpfungen und Drähte, die die Verbindung vom Prozessor zum Speicher darstellen.
Um dies zu bewerkstelligen, haben Rattner und seine Forscher mehrere DRAM-Lagen und dazwischen so genannte "Logic Layer" verbunden, deren Funktion man mit einem U-Bahnnetz vergleichen könnte, das die Staus in der Speicherschicht reduzieren soll. Des Weiteren werde der Logic Layer mit einer Kontroll-Logik versehen, die die komplexen Wege der Daten überblickt und den damit verbundenen Aufwand autonom bewerkstelligt. Damit sollen direktere Zugriffsprotokolle nutzbar werden als dies bisher mit DDR-basiertem DRAM möglich gewesen sei.
Bereits vor einem Jahr habe Intel Speicher vorgestellt, der mit nur 1,4 Milliwatt 1 Gbit pro Sekunde transportiert. Zusammen mit Micron hat der Chipriese nun einen ersten Prototypen des gestapelten Speichers gefertigt. Der Hybrid Memory Cube bringe es laut eigener Messungen auf ein kontinuierliches Terabit pro Sekunde, was bisherige Bandbreiten um den Faktor zehn übertreffen soll. Dabei verbrauche man um das Siebenfache weniger Energie mit den Hybrid-Sandwich als mit einem vergleichbaren Arrangement aus hocheffizienten DDR3-Modulen.
Quelle: Intel

Stacked/TSV Chips hat man ja nun schon einige gesehen und SMB ist auch nicht ganz taufrisch. Alles zur Einsparung von Strom auf kleinem Raum zu konzentrieren, ist nett, aber für mich jetzt noch nicht wirklich eine neue Technologie. Und auch nur dann eine sinnvolle, wenn es billig geht - denn wir haben auch schon heute tonnenweise sehr kompakte (z.T. sparsame) Technologie zur Verfügung, die für Notebooks entwickelt wurde. Aber im Desktop- und Serverbereich werden weiterhin die alten full-size Standards verwendet, weil sie bei gleicher Performance billiger sind.
Selbst ein Normalanwender merkt den Unterschied zwischen DDR(1) und DDR3. Zudem sollte man bei dieser Technik nicht auf die Größe achten. Das wurde hier nur diskutiert, weil hier jemand meinte, 64 Bit würden eng werden
Die Dinger sind definitiv nicht für richtig richtig große RAMs ausgelegt, sondern für mittelgroße RAM-Module, die aber halt verdammt viel Bandbreite bieten, und eben auch bei randomAccess oder halt unvorteilhaften Zugriffsmustern wie dem Spaltenweisen Zugriff auf Matrizen nicht so stark einbrechen, wie normaler DDR-RAM dies tut. Klar, man kann später mal einfach mehr Lagen verwenden, und so den Speicher vergrößern, aber das werden dann halt schon schöne Türmchen, und die Ansteuerlogik wird halt auch wieder unvorteilhafter. Also so wie Sie beschrieben haben 8/16 Lagen werden sich wohl erst mal ne ganze Weile halten.
Man kann die Dinger ja auch mit anderen Speichertechnolgien kombinieren, wie Flash etc. Wenn man da 1-4 GB von diesem schnellen RAM hat, der extreme Bandbreiten bietet, kann man einfach ne SSD oder was vergleichbares noch dazu hängen, am Besten direkt aufs Board, womit man dann Daten austauscht, die eben nicht rein passen. Sozusagen ein Gecachter RAM
Für Server mag es vielleicht sehr sinnvoll sein, aber wer brauch es für einen normalen Rechner? Der Ram ist im PC im normal Fall nicht der Flaschenhals und wird es wohl die nächsten Jahre nicht werden.
Der Geschwindigkeitsschub von DDR1 auf DDR3 ist für den normalen Anwender bei +-0.
Aber soooo lange wird es hoffentlich nicht dauern. Die Server-Betreiber von großen Datenbanken, wie Google, etc. und eben der gesamte HPC-Bereich schreien förmlich nach so etwas. Was am Ende aber den Ausschlag geben wird, ist der Preis, wobei man die Kosteneinsparung durch geringeren Stromverbrauch mit einkalkulieren sollte, und genau deswegen hat die Technik eine Chance.
Was mir allerdings noch Kopfschmerzen bereitet ist RAMBUS. Mr. Patenttroll könnte sich da eventuell noch auf den Plan gerufen fühlen, wegen irgendwelchen Patenten, die Sie halten. Wenn das passiert, könnte das ganze Ding eventuell noch floppen, weil RAMBUS mal wieder nicht den Hals voll bekommt...