Gedämmte Gehäuse im Vergleich

Bitfenix Shinobi Core im Test: Leises Gehäuse in der gedämmten Version

Caseking.de bietet das Midi-Gehäuse Shinobi von Bitfenix neben der Standardvariante (mit oder ohne Seitenfestern) sogar mit vorab eingeklebten Dämmmatten an. Wir haben das Bitfenix Shinobi Core getestet - ohne Fenster aber mit Dämmung. (Daniel Möllendorf, 07.08.2011)
 PCGH-Wertung:
2.39
 
Bitfenix Shinobi Core silent 01
 
Bitfenix Shinobi Core silent 01 [Quelle: siehe Bildergalerie]

Ein Gehäuse nachträglich mit Dämmmatten auszustatten, kosteten viel Zeit und Nerven, da die Dämmung natürlich optimal passen soll und sich meistens nicht problemlos wieder entfernen lässt. Der Online-Shop Caseking bietet daher gegen Aufpreis den Kingmod-Service: Ausgewählte Gehäuse kommen mit passenden Dämmmatten ausgestattet beim Käufer an.

Eines der Gehäuse, bei denen Caseking eine fix-und-fertig-Dämmung anbietet, ist das Bitfenix Shinobi. Dabei handelt es sich um ein relativ günstiges ATX-Gehäuse - die Core-Version (ohne Lüfter) des Shinobi bekommen Sie bereits für rund 46 Euro. Für die gedämmte Version des Shinobi Core sind 76 Euro fällig. Möchte man zwei Lüfter einbauen, liegt der Gesamtpreis (je nach Qualität der Lüfter) bei rund 100 Euro.

Testsystem
• Phenom II X6 1075T (1,45 Volt; 3,0 GHz)
• Asus M4A88TD-M/USB3 (Micro-ATX)
• Sharkoon Silent Eagle C120 (12 Volt; 1.200 U/Min)
• Ganinward Geforce GTX 460 (1 GiByte; Golden Sample GLH, Fan-Speed: 2D: 40 Prozent, 3D: 45 Prozent; 800/1.600/2.000 MHz; Standard: 675/1.350/1.800 MHz)
• Anno 1404 im PCGH-Loop (1.680 x 1.050, 4 x AA, 8:1 AF, maximale Details)
• Cooler Master RS-800-80GA-D3 (800 Watt; Gold; Lüfter zeigt nach unten)
• Windows 7 Ultimate x64
• Angegebene Temperaturen auf 20 Grad Raumtemperatur gemittelt

Bitfenix Shinobi: Lautheit und Temperaturen
Für unseren Test haben wir die Standardlüfter verwendet, die üblicherweise beim Shinobi-Gehäuse mitgeliefert werden - einen 120er haben wir unten in die Front eingesetzt, den anderen oben im Heck (jeweils natürlich entkoppelt). Die Shinobi-Standard-Variante bietet sieben Einbauplätze für 120-mm-Lüfter. In der gedämmten Version sind noch drei davon nutzbar: Die Lüftungsschlitze im Deckel sind bereits von einer Dämmmatte überklebt - das Gleiche gilt für den 120-mm-Einbauplatz am Gehäuseboden. Caseking liefert drei zurechtgeschnittene Dämmmatten mit, die sich eignen, um die Lüftungsplätze in der Gehäusefront sowie im Heck zu überkleben. Da wir wie üblich mit spieletauglichen Komponenten testen, haben wir uns entschieden, diese Luftlöcher nicht zu überkleben, sondern stattdessen die beiden erwähnten Shinobi-Standardlüfter zu verwenden. Diese liefen im Test mit den (relativ niedrigen) Maximaldrehzahlen von 1.200 U/Min. beziehungsweise 1.350 U/Min.

Mit diesen Einstellungen war das gedämmte Shinobi Core angenehm leise - wir haben im Windows-Leerlauf aus 50 Zentimetern Distanz lediglich 1,4 Sone ermittelt - sowohl bei der frontalen als auch bei der seitlichen Messung. In unserem Lasttest mit Anno 1404 in der reproduzierbaren Endlosschleife, welche das Team von Related Designs extra für uns programmiert hat, haben wir immer noch leise 1,5 Sone (frontal) beziehungsweise 1,7 Sone ermittelt. Die Grafikkarte (siehe Test-System oben) arbeitet hier gemäß unserer Testmethoden mit 45 statt 40 Prozent Drehzahl. Alle anderen Lüfterdrezahlen bleiben unverändert gegenüber dem Test im Leerlauf-Modus.

Dabei bleibt die verwendete Hardware unbedenklich kühl: Der Grafikchip wurde mit 74 Grad am wärmsten, das ist aber noch lange nicht gefährlich. Die Festplatte erwärmte sich hinter dem 120-mm-Lüfter in der Front nur auf 26 Grad Celsius; auch Northbridge-, Southbridge und CPU-Spannungswandler wurden mit maximal 60 Grad Celsius (gemessen auf der Platinenrückseite) nicht außergewöhnlich warm. Zum Vergleich: Ähnliche Temperaturen und Lautheitswerte erreichten wir mit dem ebenfalls gedämmten H2 von NZXT. Dieses kostet 90 Euro, verfügt dafür aber auch über über drei mitgelieferte 120-mm-Lüfter (im Test auf 720 U/Min reduziert), die sich sogar sehr einfach herausnehmen und reinigen lassen.

Bitfenix Shinobi: Verarbeitung und Zusammenbau
Eine Besonderheit des Shinobi-Gehäuses ist die Soft-Touch-Oberfläche, die man beispielsweise von manchen Smartphones kennt. Diese ist unanfällig für Fingerabdrücke oder Kratzer. Auch der Innenraum ist gut verarbeitet: Es gibt keine scharfen Kanten, weshalb Sie ihre Hardware einsetzen können, ohne Schnittwunden befürchten zu müssen. Die Aussparung hinter dem CPU-Sockel ist angenehm groß, die Kabeldurchführungen ermöglichen es, die Strippen gut zu verstecken; wegen der Dämmmatte im Seitenteil ist allerdings relativ wenig Platz hinter der Mainboard-Halterung. Zudem ist die Dämmmatte am Boden etwas zu lang - selbst gewöhnliche Netzteile passen nicht genau dahinter - das verwendete RS-800-80GA-D3 von Cooler-Master ließ sich aber trotzdem einsetzen. Die Blenden für 5,25-Zoll-Laufwerke müssen herausgebrochen werden - dadurch entstehen zwangsläufig doch wieder kleine scharfe Schnittkanten.

Anders als bei der Window-Variante lassen sich die Laufwerke beim Shinobi Core nicht per mitgelieferter Halterungen montieren - stattdessen müssen Sie festgeschraubt werden. Wenn Sie es wirklich leise wollen, empfehlen wir, die Festplatte mit einer Entkopplung zu versehen, beispielsweise für den 5,25-Zoll-Schacht - oder sie verwenden gleich eine SSD.

An der Gehäuse-Oberseite befinden sich vier USB-2.0- sowie Stereo-Anschlüsse für ein Headset. USB-3.0-Ports gibt es leider nicht - hierfür brauchen Sie einen entsprechenden Hub oder einen zusätzlichen Einbauschacht, der einzeln erworben werden kann oder bei manchen aktuellen Top-Mainboards mitgeliefert wird.


Bitfenix Shinobi: Fazit
Dank der professionell vorab angebrachten Dämmmatten war das Shinobi Core in unserem Test mit maximal 1,7 Sone angenehm leise. Sofern zwei Lüfter mit bis zu 1.350 U/Minunten zum Einsatz kommen, bleibt übliche Spiele-Hardware unbedenklich kühl. Die Luftschaufler müssen aber zusätzlich gekauft werden, denn das Shinobi Core wird ohne Lüfter geliefert. Die Verarbeitung ist sehr gut; Kritik gibt es für die fehlenden USB-3.0-Ports. Zudem muss eine Festplattenentkopplung separat erworben werden. Damit eignet sich das Shinobi Core samt Dämmmatten gut für Silent-Fans - die guten Lautheits- und Temperaturwerte sichern dem gedämmten Bitfenix-Gehäuse eine gute Wertung. Eine Alternative ist das NZXT H2, welches ebenfalls bereits serienmäßig gedämmt ist und für rund 90 Euro bereits über drei 120-mm-Lüfter verfügt.

Reklame: Bitfenix Shinobi Core bei Caseking bestellen

Produkt Shinobi Core gedämmt
Hersteller Bitfenix
Anbieter www.caseking.de
Preis Ca. 75,- Euro
Ausstattung 3,11
Anleitung Bebildert, nur Englisch
Netzteil Nicht mitgeliefert
5,25-Zoll-Schächte Drei
3,5-Zoll-Schächte Acht
Erweiterungs-Slots Sieben
Lüfterplätze 3 x 120 mm
Lüfter Keine
Frontanschlüsse 4 x USB 2.0, Audio
Modding Dämmung, Gummi-Verkleidung
Eigenschaften 2,34
Abmessungen B x H x T 205 x 460 x 490 mm
Platz für Grafikkarte 29 cm
Verarbeitung allgemein Normal
Verarbeitung Schnittkanten Keine scharfen Kanten
Verwidungssteifheit Normal
Zusammenbau Normal
Modularer Aufbau Keine Besonderheiten
Silent Dämmung
Praxisprobleme Frontblenden lassen sich nur schwer entfernen
Kompatibilitätstest XL-ATX passt nicht
Leistung 2,17
CPU-Temperatur (Leerlauf)* 35
GPU-Temperatur (Leerlauf)* 24
HDD-Temperatur (Leerlauf)* 22
Northbridge-/Southbridge-/CPU-Spannungswandler-Temperatur (Leerlauf)* 41/33/38 Grad C.
Lautstärke (Leerlauf, frontal) 1,4 Sone
Lautstärke (Leerlauf, seitlich) 1,4 Sone
CPU-Temperatur (Last)* 56
GPU-Temperatur (Last)* 74
HDD-Temperatur (Last)* 26
Northbridge-/Southbridge-/CPU-Spannungswandler-Temperatur (Last)* 60/47/58 Grad C.
Lautstärke (Last, frontal) 1,5 Sone
Lautstärke (Last, seitlich) 1,7 Sone
Gesamtnote 2,39
  + Sehr leise
  + Keine scharfen Kanten
  - Kein USB 3.0

(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     
 
 
News, Tests und Wissen zu Gehäusen für ihren Desktop- und Mini-PC finden Sie auf der Gehäuse-Produktseite von PC Games Hardware Online.
 
 
 
 
 
 
Aktuelle Kommentare
Jarafi
BIOS-Overclocker
07.08.2011 18:25
Bitfenix Shinobi Core im Test: Leises Gehäuse in der gedämmten Version

Das mit dem fehlenden USB 3.0 ist ärgerlich, aber der Rest sieht sehr gut aus.

 
 
516 User online
Anmelden & mitmachen
Benutzername:
Kennwort:
Angemeldet bleiben
Jetzt mitdiskutieren!
Jetzt bestellbar!
Alles zu Crysis 3
Die besten Deals
Komplett-PCs von PCGH
Komplett-PCs von PCGH
So unterstützen Sie PCGH
Folgen Sie PCGH
Aktuelle Heft-Ausgabe
Print: Welche Artikel der PC Games Hardware 06/2012 haben euch gefallen? Umfrage bearbeiten
Test: Intel Ivy Bridge (54.41%)
Test: Z77-Mainboards (42.65%)
Praxis: Platinenwechsel (26.84%)
Test: Neue Grafikkarten (38.60%)
Praxis: Geforce GTX 680 (40.44%)
Praxis: GTX 680 OC vs. HD 7970 OC (39.34%)
Info: Hardware-Legenden (Teil 1) (28.31%)
Praxis: 33 Tipps fürs CPU-Overclocking (33.46%)
Praxis: Alternative Wärmeleitmittel (20.96%)
Praxis: SSD-Caching (35.66%)
Test: Festplatten (33.82%)
Test: Notebooks für Spieler (13.24%)
Test: Silent-Gehäuse (29.41%)
Test: USB 3.0 im Überblick (34.93%)
Info: Das richtige Werkzeug (18.01%)
Test: Onboard-Sound (36.03%)
Test: Mittelklasse-Mäuse (17.65%)
Praxis: Eingabeprobleme beheben (13.24%)
Praxis: WLAN ausreizen (28.68%)
Info: Grauzone Key-Shops (24.63%)
Praxis: Tuning Risen 2 (9.93%)
Info: Sparen beim Grafikkarten-Kauf (22.79%)
Kein Artikel, bin Online-Leser (18.75%)
272 Teilnehmer
PCGH-Webshops