ISSCC: Details zu Intels nächstem Itanium mit acht Kernen und 54 MiB Cache
Am gestrigen Montag begann eine der wichtigsten Halbleiterkonferenzen - die ISSCC. Im Vorfeld gelangten einige Details zu Intels Poulson-Kern an die Öffentlichkeit
Die Halbleiterkonferenz ISSCC (International Solid State Circuits Conference) ist immer wieder für Neuigkeiten gut. So enthüllt AMD im letzten Jahr erste Details zum Kombiprozessor "Fusion", Intel präzisierte "Gulftown", den ersten eigenen Sechskern-Prozessor für den Desktop.
In diesem Jahr sind nun erstmals Informationen zu Poulson, Intels nächstem Itanium, zu erwarten. Im Vorfeld der Konferenz, die erst Montag Abend deutscher Zeit beginnt, sind bereits Präsentationsfolien an die Öffentlichkeit gelangt, die offenbar aus einem Pressebriefing (einer Telefonkonferenz) vom Wochenende stammen.
Poulson: acht Kerne, 54 MiB Cache
Quelle: The Register
Intel Poulson (1)
Demnach soll Poulson auf einer grundlegend neuen Architektur basieren, die mehr Leistung, eine geringere Leistungsaufnahme sowie einige technische Finessen bringt. Über die Taktfrequenzen, die bei aktuellen Itanium-Modellen 1,73 Gigahertz nicht überschreiten, wurde allerdings nichts bekannt.
Schon die Eckdaten sind beeindruckend: Mit mehr als drei Milliarden Transistoren handelt es sich um den komlexesten Chip, den Intel je gebaut hat. Die Transistoren gehen zu einem großen Teil für den 54 MiByte großen Cache (48 MiB L3, 6 MiB L2) drauf, aber auch die acht Kerne benötigen eine Menge Platz. Später werden eventuell sogar noch mehr Kerne verbaut.
Die Ausführungseinheiten sollen von 6 auf 12 verdoppelt werden. Dank höherer Bustaktfrequenzen wird auch die Bandbreite um 33 Prozent steigen (6,4 statt 4,8 Gigatransfers/s). Spekulationen, nach denen Poulson vier Threads pro Kern abarbeiten können soll, wurden nicht bestätigt. Ein Kern-Diagramm zeigt aber, dass die Anordnung von Cache und Kernen grundlegend geändert wurde. So liegt der L3-Cache nun zentral im Chip und wird von den acht Kernen umgeben.
Poulson: 45-nm-Prozess übersprungen
Quelle: The Register
Intel Poulson (2)
Poulson wird den Angaben zufolge im 32-nm-Prozess gefertigt - aktuelle Itanium-2-CPUs werden noch im 65-Nanometer-Verfahren produziert. Intel überspringt also den 45-nm-Prozess. Poulson wird daher auch mit 544 mm² Die-Fläche etwas kleiner als Tukwila (699 mm²). Die thermische Verlustleistung soll von 185 Watt bei Tukwila auf 175 Watt bei Poulson sinken.
Poulson ist pinkompatibel zum bisherigen Tukwila (LGA 1248). Der neue Itanium soll 2012 erscheinen und den erst Anfang 2010 vorgestellten Itanium 2 mit "Tukwila"-Kern ablösen. Erstmals fiel auch der Codename "Kittson" - diese Architektur wird Poulson 2014 beerben. Auch Kittson soll dank LGA-1248-Interface kompatibel bleiben.
ISSCC: Beginn Montag Abend
Die eigentliche, offizielle Präsentation mit dem etwas sperrigen Namen "A 32nm 3.1 Billion Transistor 12-Wide-Issue Itanium Processor for Mission Critical Servers" soll am Montagabend Ortszeit, als etwa Dienstagmorgen gegen drei Uhr unserer Zeit stattfinden.
Intels Itanium-Reihe wurde von Insidern immer wieder totgesagt, da diese enorm teuer sind und x86-Code nur sehr langsam verarbeiten können. x86-Prozessoren besitzen bei Servern einen Marktanteil von 95 Prozent. Intel werde die Itanium-Linie aber weiterführen, sagte CPU-Designer McInerney, denn "die anderen fünf Prozent machen mehr als 40 Prozent des Umsatzes im Server-Business aus."

Power, nicht PowerPC. Und auch da steht IA64 nicht schlecht dar. Was schlecht dasteht (im Vergleich zu beiden) sind die kaufbaren Itaniums - deswegen das "wenn" in meinem Post.
Wenn sie eine beständige Plattform garantieren, dann müssen sie nicht neue CPUs anbieten, sondern die alten weiter fertigen. Noch scheint Intel an IA64 zu verdienen und wenn sie es diesesmal endlich schaffen sollten, das Ding mit weniger als 1,5 Jahren Verspätung rausbringen, dürfte sich das eher bessern. Denn vom Grundprinzip her hat IA64 durchaus Vorzüge gegenüber x86 und im Mainframebereich muss sowieso nie Consumersoftware darauf laufen.
Andere Frage:
Wie kriegt Intel vier Speicherkanäle und 5 QPI Interfaces auf 1248 Pins unter
Nehalem-EX braucht für 4+4 1567 Kontakte, Nehalem-EP für 3+2 immer noch 1366. Und Tukwila sollte auch nicht unbedingt weniger für die Stromversorgung benötigen.
Ist ja logisch, dass Intel den Itanium nicht sterben lassen kann, Intel hat ja mit den verkauften Itanium Plattformen auch eine Mindestlaufzeit versprochen - in der Zeit müssen sie den Prozessor anbieten und weiterentwickeln- , an die sie sich halten müssen; sie müssen deshalb den Itanium weiterentwickeln. Da ist es auch nur logisch, dass auch Kittson in denselben Sockel passen wird.
Was Intel mit dem Itanium macht, ist simples Aufbohren der Architektur. Mehr Kerne, mehr Cache, bissl anders anordnen, um weniger Platz zu verbrauchen, und shrinken. Fertig ist der Nachfolger. Es wird sehr unwahrscheinlich sein, dass die Itanium-Architektur noch einen Sockelwechsel mitmacht, da ein Sockelwechsel gleichzusetzen ist mit einem kompletten Serveraustausch. Und dann wird der unflexible Itanium durch eine andere Architektur ersetzt werden.