USA: Intel einigt sich mit der Federal Trade Commission
Intel einigt sich Berichten zufolge außergerichtlich mit der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission. Mit mehreren Auflagen will man in Zukunft für faireren Wettbewerb zwischen Intel und der Konkurrenz sorgen.
Nachdem bereits die EU-Kommission gegen Intels Geschäftspraktiken vorgegangen war, läuft seit Dezember 2009 auch in den USA ein entsprechendes Verfahren. Nun scheint Intel eingelenkt zu haben.
Laut Jon Leibowitz, Chairman der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC), habe Intel gegen geltendes Wettbewerbsrecht verstoßen. Die Vorwürfe sind die gleichen wie in der EU: Intel gewähre Händlern und Herstellern exklusive Rabatte, wenn diese darauf verzichten, Konkurrenzprodukte anzubieten. Die Vorgänge betreffen nicht nur Prozessoren, sondern offenbar auch integrierte Grafikkarten und Mainboard-Chipsätze.
Die FTC ordnete umfangreiche Bedingungen an, die in Zukunft einen fairen Wettbewerb gewährleisten sollen. So muss Intel beispielsweise zulassen, dass sich auch Grafikkarten von Fremdherstellern über PCI-E mit dem Prozessor verbinden lassen. Ob man damit auf den Chipsatz-Streit zwischen Intel und Nvidia für Sockel LGA1156 und 1366 anspielt, ist leider unklar. Bemängelt wurden auch die von Software-Entwicklern verwendete Intel-Compiler. Dieser benachteilige fremde Prozessoren bei der Leistung. Intel muss deshalb insgesamt bis zu 10 Millionen US-Dollar an die Entwickler zahlen, die ihre Software aufgrund der neuen Regelung neu umsetzen müssen. Die kompletten Auflagen stellt Intel auf den hauseigenen Servern als PDF bereit. Man wird sich zwar an diese halten, gesteht sich aber selbst kein Fehlverhalten ein. Heise.de berichtet ebenfalls ausführlich über das Thema.

-> Einigung. Ergebniss: In Zukunft ist alles ~so, wie die Behörde es will, Intel hat im Gegenzug jetzt Sicherheit was die Vergangenheit betrifft und konnte sicherlich mehr Einfluss auf die neuen Regeln nehmen. Die Konkurrenz profitiert davon, dass die neuen Regeln ein halbes Jahrzehnt früher in Kraft sind. (win-win-win-Situation)
Hätten sie sich auf gerichtliche Verfahren eingelassen, hätte Intel noch jahrelangs so weitermachen dürfen, wie bisher (was in der schnelllebigen Hardwarebranche bedeutet: Wenn das Verhalten für die Konkurrenz wirklich existenzbedrohend ist, dann wäre vermutlich der ein oder andere pleite, bevor ein Urteil steht) und ggf. hätten sie dann (nach enormen Anwaltskosten für die Behörde) einen Freibrief bekommen, das ganze noch so lange fortzusetzen, bis neue Gesetze erlassen werden. (WIN-loose-LOOSE)
Bei einem Urteil gegen Intel wären vielleicht Strafen fällig gewesen, aber deren Schaden für Intel / Nutzen für die Konkurrenz wäre vermutlich auch nicht größer, als die Vorteile für Intel / Schaden für die Konkurrenz durch mehrere Jahre Fortsetzung des aktuellen Verhaltens. (egal, win, egal)
Anm.: Und Strafzahlungen gehen übrigens an den Staat und haben wenig mit dem angerichteten Schaden zu tun. Das sind eben Strafen. Entschädigungen (wie z.B. für die Entwickler, die neu kompilieren und testen müssen) sind eine seperate Angelegenheit. Vor allem sind konkrete Forderungen für die Konkurrenz schwer zu belegen, siehe AMD vs. Intel: Obwohl die EU mit dem Wettbewerbsverfahren gegen Intel klar festgestellt hat, dass die Konkurrenz geschädigt wurde, war es für AMD sinnvoller, Intel nicht vor Gericht auf Schadensersatz zu verklagen -wofür man die Höhe des Schadens hätte beweisen können müssen-, sondern sich mit Intel außergerichtlich zu einigen. Wie sollte man auch zuverlässig beziffern, wieviele Leute z.B. bei einer anderen Angebotspalette bei einem Hersteller auch tatsächlich etwas anderes gekauft hätten?
10 Mio$ absolut lächerlich um nicht zu sagen ein Witz. Ich verstehe die Behörde nicht, sorry.
Wenn man Intel mit etwas weh tun kann, dann mit Auflagen. Geld haben sie wie Heu, damit kann man sie also kaum abschrecken.
Ich fände es nur gut, wenn dieser "Intel-Compiler" endlich in der Versenkung verschwinden würde!!
Dass Intel keine Schuld eingesteht, ist ja wieder typisch. Wieso haben sie sich denn auf diese Einigung eingelassen? Hätten sie nichts verbrochen, hätten sie ja auch vor Gericht nichts zu befürchten gehabt...
Ich hoffe nur, dass sich die Gesamtsituation in naher Zukunft wieder bessert und auch AMD oder VIA wieder mehr Marktanteile bekommen.
10 Mio$ absolut lächerlich um nicht zu sagen ein Witz. Ich verstehe die Behörde nicht, sorry.
Und wenn man sich die Entwicklung im Bereich Atom anguckt, dann ist es nicht auszuschließen, dass Intel auch ganz ohne eigene Grafikkarte eine Plattform schafft, in der sich keine zusätzlichen Chips mehr anbinden lassen.
Da es von Intel (aktuell und wohl auch auf Absehbare Zeit) keine Grafikkarten gibt, kommt mir das etwas merkwürdig vor das man ihnen Vorschreibt das sich Grafikkarten über PCI-E mit dem Prozessor verbinden lassen muss.